Ulrich Drüner hinterfragt die Selbstinszenierungen Richard Wagners im historischen Kontext

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Eine umfangreiche Wagner-Biografie legt Ulrich Drüner mit dem Band „Richard Wagner. Die Inszenierung eines Lebens“ vor. Der Autor betrachtet ein bis heute wirkendes „Grundproblem“ der Wagner-Rezeption, das sich aus der Trennung von Leben und Werk Richard Wagners ergibt. Diese von Wagner selbst bereits intendierte Sichtweise idealisierte das künstlerische Werk zum „Mythos“ Richard Wagner. Drüner hinterfragt die Selbstinszenierungen Richard Wagners im historischen Kontext und erläutert materialreich, welche Themen und Motive den Zeitgenossen Richard Wagner beeinflussten und wie er selbst sie im Dienste seiner Kunst zu inszenieren wusste. So entsteht ein Porträt eines Künstlers, der sich für Ideologien vereinnahmen ließ. Gegen solche Wertungen behauptet der Autor die Einzigartigkeit der Wagner’schen Musik. Niemand brauche heute mehr Wagner politisch zu verurteilen, zu beschönigen oder zu verteidigen, beendet der Autor seine Wagner Biografie: „die Werte schöpfende Wirkung seiner Kunst kann ihm niemand nehmen.“ 

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Titelbild

Ulrich Drüner: Richard Wagner. Die Inszenierung eines Lebens.
Karl Blessing Verlag, München 2016.
832 Seiten, 34,99 EUR.
ISBN-13: 9783896675637

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