Was ist heute eigentlich Feminismus? – Ein von Ingrid Kurz-Scherf, Julia Lepperhoff und Alexandra Scheele herausgegebener Band fragt nach den Möglichkeiten feministischer Kritik und Intervention im 21. Jahrhundert

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

 

Anlässlich der „medial inszenierte[n] Feminismusdebatte“ haben die Politologinnen Ingrid Kurz-Scherf, Julia Lepperhoff und Alexandra Scheele unter dem Titel „Feminismus: Kritik und Intervention“ einen Sammelband herausgegeben, dessen zumeist ebenfalls in der Politikwissenschaft tätige AutorInnen „über den Stand und die Perspektiven der Gleichstellungspolitik sowie die Aktualität der ‚Feministischen Herausforderung’ im 21. Jahrhundert“ reflektieren, um so zur „Klärung der Kriterien der Kritik und der Intention der Utopie“ beizutragen.

Unter Feminismus verstehen die Herausgeberinnen eine „ebenso dynamische wie vielfältige Bewegung des Denkens und Handelns mit dem Ziel der Überwindung von Geschlechterhierarchien und Geschlechterstereotypen im Kontext eines insgesamt an sozial-emanzipatorischen Zielen und Kriterien orientierten gesellschaftlichen Wandels.“ Dabei gehen sie von der Annahme aus, dass die historischen und gegenwärtigen „Konflikte und Kontroversen im feministischen Diskurs“ größtenteils „den Widersprüchen und Ambivalenzen in der sozialen Konstruktion der Geschlechterverhältnisse und ihres Wandels geschuldet“ seien. Somit stellten sich „[v]ermeintlich konkurrierende feministische Positionen“ tatsächlich als „komplementäre Akzentuierungen“ heraus.

R. L.

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Titelbild

Ingrid Kurz-Scherf / Julia Lepperhoff / Alexandra Scheele (Hg.): Feminismus. Kritik und Intervention.
Westfälisches Dampfboot Verlag, Münster 2009.
300 Seiten, 27,90 EUR.
ISBN-13: 9783896917775

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