Utopias Geschlechter – Rolf Löchel hat eine Monografie über Gender in deutschsprachiger Science Fiction von Frauen vorgelegt

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

In kaum einem anderen literarischen Genre lässt sich so frei und ungebunden mit Geschlecht und Geschlechterrollen spielen wie in der Science Fiction. Um so mehr verwundert es, dass dieser Aspekt – zumindest im deutschsprachigen Raum – bislang kaum wissenschaftliches Interesse weckte. Einen ersten Schritt, die so entstandene Forschungslücke zu schließen, unternimmt Rolf Löchel mit dem vorliegenden Buch, in dem er sich mit den Geschlechterkonstruktionen in der deutschsprachigen SF-Literatur von Frauen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert befasst.

Entlang seiner Sichtung höchst unterschiedlicher Texte entwirft Rolf Löchel erstmalig ein umfangreiches Bild der Geschlechterkonstruktionen in der deutschsprachigen Science Fiction-Literatur von Frauen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Dabei beleuchtet er nicht nur einschlägige Texte so bekannter Autorinnen wie Bertha von Suttner, Irmgard Keun, Anna Seghers, Marlene Streeruwitz, Juli Zeh oder der jüngst verstorbenen Christa Wolf, sondern ergänzt diese Auswahl um so manches von der Literaturgeschichte oft zu Unrecht vergessene Werk. Als besonders erhellend erweist sich, die Entwicklungen der Science-Fiction-Literatur im Kontext der sich wandelnden Frauenbewegung zu betrachten.

Anmerkung der Redaktion: literaturkritik.de rezensiert grundsätzlich nicht die Bücher von regelmäßigen Mitarbeiter / innen der Zeitschrift sowie Angehörigen der Universität Marburg. Deren Publikationen können hier jedoch gesondert vorgestellt werden.

Titelbild

Rolf Löchel: Utopias Geschlechter. Gender in deutschsprachiger Science Fiction von Frauen.
Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach (Taunus) 2012.
346 Seiten, 34,95 EUR.
ISBN-13: 9783897413368

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