Walter Kempowski: „Heile Welt“

Von Ulrike PreußerRSS-Newsfeed neuer Artikel von Ulrike Preußer

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

In einem kleinen Heidedorf in den 60er Jahren unternimmt der nicht mehr ganz junge Matthias Jänicke seinen dritten Versuch, eine bürgerliche Existenz aufzubauen. Als frisch ausgebildeter Lehrer beginnt er die Beschulung der Dorfjugend und versucht gemäß den didaktischen Idealen seiner Zeit „freischaffenes Lernen in offener Behaustheit“ zu praktizieren. In der ländlichen Gemeinschaft, die an der Oberfläche ein vermeintliches Idyll widerspiegelt, unter der es jedoch vor Zank, Missgunst und bewusst unter den Teppich Gekehrtem nur so brodelt, bleibt Matthias ein Fremdkörper, dessen Interesse an seiner täglichen Aufgabe zwischen halbherzig-pflichtschuldiger Erfüllung und gemütlich anderweitig orientierter Umgehung oszilliert. In vermeintlich bester „Taugenichts“-Manier versucht Matthias nicht einem Broterwerb nachzugehen, sondern sein ‚Glück‘ zu finden. Doch wenn man erst mal die Metaebene erreicht hat, kann man die nicht mehr so einfach wieder verlassen…

(Diese Empfehlung wurde bereits im Zusammenhang mit der Lesenacht der Universitätsbibliothek der Universität Duisburg-Essen veröffentlicht)

Ein Beitrag aus der Redaktion Gegenwartskulturen der Universität Duisburg-Essen

Titelbild

Walter Kempowski: Heile Welt.
Knaus Verlag, München 1998.
479 Seiten, 24,00 EUR.
ISBN-10: 3813500519
ISBN-13: 9783813500516

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