Genderforschung an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Vor genau einhundert Jahren genehmigte Prinzregent Luitpold die Zulassung von Frauen zum Studium an bayrischen Universitäten. Viel hat sich seitdem getan. So sind heute 61 % der Studierenden an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg Frauen. Dies zeigt, wie selbstverständlich es inzwischen ist, Frauen an Universitäten anzutreffen; als Studierende zumindest. Die dünne Luft an der Spitze der akademischen Hierarchie atmen hingegen weiterhin vor allem Männer. Gerade mal 13,8 % der Bamberger Professuren sind von Frauen besetzt.

Doch nicht nur um die Überwindung des immer noch bestehenden Genderbias ist es zu tun. Auch Forschung und Lehre selbst sind betroffen. "Die Wegstrecke, die in einhundert Jahren Frauenstudium zurückgelegt wurde, erstreckt sich über die Etablierung einer feministischen Wissenschaft(skritik) bis hin zu den Veränderungen wissenschaftlichen Fragens und Forschens durch die Transformierung der Frauenfrage zur Geschlechterfrage", so die Herausgeberinnen des nun erschienen elften Heftes der "Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg", das sich der Genderforschung in Bamberg widmet. Die 33 Beiträge des Bandes gewähren aufschlussreiche Einblicke in die Virulenz und Vielfalt der Aktivitäten im Bereich der Gender-Forschung an der fränkischen Universität, die ebenso wohl musik- und kunstwissenschaftlichen wie germanistischen, anglistischen, historischen, archäologischen, pädagogischen, politikwissenschaftlichen, soziologischen, volkswirtschaftlichen, juristischen, theologischen und islamwissenschaftlichen Fragestellungen gelten.

R. L.

Titelbild

Marianne Heimbach-Steins / Bärbel Kerkhoff-Hader / Eleonore Ploil / Ines Weinrich (Hg.): Genderforschung in Bamberg. Otto-Friedrich-Universität Bamberg Forschungsforum, Heft 11.
University of Bamberg Press, Bamberg 2003.
144 Seiten, 0,00 EUR.
ISBN-10: 3933463149
ISBN-13: 9783933463142

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