Gelungen und fragwürdig zugleich

Erste Bemerkung zur diesjährigen Tagung der Gruppe 47 (1967)

Von Marcel Reich-RanickiRSS-Newsfeed neuer Artikel von Marcel Reich-Ranicki

Düster waren die Prognosen, zumal in den letzten Monaten. Die „Gruppe 47“, hieß es, habe sich längst überlebt und sollte dies endlich in aller Öffentlichkeit zugeben und also sich selbst auflösen. Und nicht etwa verständnislose Kritiker und unversöhnliche Feinde äußerten und forderten derartiges, sondern auch und vor allem diejenigen, die Hans Werner Richters alljährlichen literarischen Salon aus eigener Anschauung kennen.

Manches spricht in der Tat gegen, vieles wiederum für die Tagungen. Fragwürdige Veranstaltungen sind es auf jeden Fall. Nur daß sie es immer schon waren. Und mag auch ihre Notwendigkeit heute weniger einleuchten als in den fünfziger Jahren, so erfüllen sie doch noch eine wichtige Funktion. Richter, der die Auflösung der Gruppe für geradezu absurd hält, hat das wieder einmal bewiesen.

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Aus: Marcel Reich-Ranicki: Die Gruppe 47, nur für Online-Abonnenten oder erweitert als Buch





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