Einleitung

Expressionismus im Krieg

Von Thomas AnzRSS-Newsfeed neuer Artikel von Thomas Anz

Wie die Herzen der Dichter sogleich in Flammen standen, als jetzt Krieg wurde![1] Wir hatten an den Krieg nicht geglaubt, unsere politische Einsicht hatte nicht ausgereicht, die Notwendigkeit der europä­ischen Katastrophe zu erkennen. Als sittliche Wesen aber – ja, als solche hatten wir die Heimsuchung kommen sehen, mehr noch: auf irgendeine Weise ersehnt; hatten im tiefsten Herzen gefühlt, daß es so mit der Welt, mit unserer Welt nicht mehr weiter gehe. Wir kannten sie ja, diese Welt des Friedens. […] Wim­melte sie nicht von den Ungeziefern des Geistes wie von Maden? Gor und stank sie nicht von den Zerset­zungsstoffen der Zivilisation? […] Wie hätte der Künstler, der Soldat im Künstler nicht Gott loben sollen für den Zusammenbruch einer Friedenswelt, die er so satt, so überaus satt hatte! Krieg! Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden, und eine ungeheure Hoffnung. Hiervon sagten die Dichter, nur hier­von.[2]

Als Thomas Mann diese Gedanken im Krieg im August/September 1914 niederschrieb, konnte er sich des Beifalls der deutschen Öffentlichkeit sicher sein. Über jene legendär gewordene Eu-[293]phorik, die Anfang August 1914 das ganze deutsche Volk zu ergreifen schien, schrieb Hugo Ball 1918 in seinem durch dieses Ereignis motivierten Pamphlet Zur Kritik der deutschen Intel­ligenz: »Was man die deutsche Mentalität nennt, hat sich berüchtigt gemacht: kaum eine offi­zielle Persönlichkeit, die sich nicht kompromittierte. Pastoren und Dichter, Staatsleute und Ge­lehrte wetteiferten, einen möglichst niedrigen Begriff von der Nation zu verbreiten.«[3] Der kriegsbegeisterten Stimmung in diesen Monaten vermochten sich auch unter den jungen Künstlern viele nicht zu entziehen.[4] Oskar Kokoschka, Rudolf Leonhard, Franz Marc, Ernst Toller meldeten sich als Kriegsfreiwillige. Andere, wie Alfred Lichtenstein, Ernst Wilhelm Lotz oder Reinhard J. Sorge, drückten feierlich ihre Schicksalsbereitschaft aus. In der Neuen Rund­schau publizierten die literarisch Arrivierteren ihre Kriegsapologien, neben Thomas Mann (s.o.) auch die dem Expressionismus verbundenen Autoren Alfred Kerr[5], Franz Blei[6], Robert Musil[7] und Alfred Döblin[8]. Selbst der für die Wilhelminische Gesellschaft zuvor untrag­bare, von der Zensur vielfach verfolgte und der jungen Generation verehrte Frank Wedekind schrieb nun (ähnlich wie Gerhart Hauptmann[9]) patriotische Zeitungsartikel.[10] Der als kulturrevolutionäres Ereignis gefeierte Krieg schien die (nicht nur) expressionistischen Werte zu verwirklichen, die man der Welt des mittlerweile über vierzigjährigen Friedens so aggressiv entgegengestellt hatte: eine die Isolation des Künstlers überwindende Gemeinschaft[11], eine die Dekadenz aufhebende Vitalität und eine den unverbindlichen Ästhetizismus verabschieden­de politische Verantwortlichkeit. Wilhelm Herzog, der mit Heinrich Mann, Franz Pfemfert (Dok. 72), Karl Kraus[12], Annette Kolb, Johannes R. Becher, Walter Hasenclever, Leonhard Frank, Franz Werfel, Arthur Schnitzler, Ricarda Huch und vielen anderen zu der in ihrer Größe nicht zu unterschätzenden Gruppe von Schriftstellern gehörte, die sich durch auffälliges Schweigen, offene Kritik oder zumindest vorsichtige Distanz der allgemeinen Stimmung ver­weigerte, versuchte in seiner von der Kriegszensur bald verbotenen Zeitschrift Das Forum (s.u.) im Rahmen einer Entgegnung auf Thomas Manns Aufsatz die Motivationsbasis für den Kriegs­enthusiasmus innerhalb der literarischen Intelligenz so zu beschreiben:

Da brach der Krieg herein. Und aus kultivierten ichsüchtigen Ästheten wurden Politiker, Volksanbeter. Jetzt schwuren sie ihren Individualismus ab und wollten nur noch Masse sein. […] Der ahnungslose Kul­turmensch jedoch war überrascht, staunte und pries die neue, die herrliche, die große Zeit. Zum erstenmal fand er, der sich bisher mit seiner Indifferenz brüstete, einen Zusammenhang mit seinen Mitmenschen, ja, ihm kamen geradezu soziale Ideen, und aus den kleinen Ichs von gestern wurden plötzlich unterwürfige Enthusiasten der Masse, die keinen anderen Ehrgeiz mehr kennen wollten, als sich dem Mann mit der schwieligen Faust zu verbrüdern. […] Ja, sie brauchten den Krieg als Erlebnis; sie fühlten sich befreit und gereinigt, und berauscht sprechen sie mit Vorliebe vom Segen des Krieges.[13]

Herzog bezog sich hier zwar auf den Typ des apolitischen Ästheten (besonders Th. Mann; auch Hofmannsthal[14], Borchardt[15] oder die Georgianer[16] könnten angesprochen sein), der durch den Krieg mit einem Male politisiert schien, doch treffen seine Oberlegungen auch die Autoren der expressionistischen Generation, die sich in ihrer antiästhetizistischen Position auf großartige Weise bestätigt sahen (vgl. z. B. K. Hiller in Dok. 74).[17] In den Phantasien man­cher Autoren aus dem Umkreis des Expressionismus war der Krieg schon vor seinem Ausbruch als Alternative zur langweiligen[18], banalen und aller Vitalität beraubten Ordnung des Kaiserreichs antizipiert worden. In Georg Heyms oft zitierten Tagebuchaufzeichnungen ist die als [294] Kritik der Gegenwart geäußerte Sehnsucht nach dem Krieg austauschbar mit der nach einer Re­volution:

Mein Gott – ich ersticke noch in meinem brachliegenden Enthusiasmus in dieser banalen Zeit. Denn ich bedarf gewaltiger äußerer Emotionen, um glücklich zu sein. Ich sehe mich in meinen wachen Phantasieen, immer als einen Danton, oder einen Mann auf der Barrikade, ohne meine Jakobinermütze kann ich mich eigentlich gar nicht denken. Ich hoffe jetzt wenigstens auf einen Krieg. Auch das ist nichts.[19]

Schon gut ein Jahr vorher, im Juli 1910, hatte Heym notiert:

Es ist immer das gleiche, so langweilig, langweilig, langweilig. Es geschieht nichts, nichts, nichts. Wenn doch einmal etwas geschehen wollte, was nicht diesen faden Geschmack von Alltäglichkeit hinterläßt. […] Würden einmal wieder Barrikaden gebaut. Ich wäre der erste, der sich darauf stellte, ich wollte noch mit der Kugel im Herzen den Rausch der Begeisterung spüren. Oder sei es auch nur, daß man einen Krieg begänne, er kann ungerecht sein. Dieser Frieden ist so faul ölig und schmierig wie eine Leimpolitur auf al­ten Möbeln. Was haben wir auch für eine jammervolle Regierung, einen Kaiser, der sich in jedem Zirkus als Harlekin sehen lassen könnte. Staatsmänner, die besser als Spucknapfhalter ihren Zweck erfüllten, denn als Männer, die das Vertrauen des Volkes tragen sollen.[20]

Aus einer ähnlichen, ebenfalls von Nietzsche angeregten vitalistischen Dekadenzkritik her­aus[21] veröffentlichte 1912 in der frühexpressionistischen Wiener Zeitschrift Der Ruf der spätere Aktivist Robert Müller in einem Sonderheft Krieg, dessen Reinerlös dem Verein zur Schaffung einer österreichischen Luftflotte zugedacht war, eine Apologie des Krieges. »Der Krieg ist nicht als solcher wünschbar«, hieß es hier einschränkend, »sondern in seinen ethischen Erscheinungen und in seiner Produktivität.«[22] Dies entspricht der Einstellung gegenüber dem realen Krieg, die zwei Jahre später in weiten Teilen der deutschen Intelligenz dominierte. Nicht als politisches, ökonomisches oder militärstrategisches Geschehen, sondern als qualitativ neue Erlebnisquelle wurde der Krieg so begeistert begrüßt.

Wie sich Krieg und Kunst miteinander vereinbaren ließen, zu dieser häufig gestellten Frage hatte wiederum Thomas Mann wichtige Diskussionsanregungen gegeben. Die von ihm kon­struierten Gegensätze und Entsprechungen (Kultur vs. Zivilisation = Krieg vs. Friede = Sol­dat vs. Zivilist = Künstler vs. Zivilisationsliterat) stützten sich u.a. auf militärästhetische Phä­nomene wie Organisation, Ordnung, Exaktheit, repräsentativer Schmuck, die in Verbindung mit Begeisterung, Risikobereitschaft und Engagement gemeinsame Merkmale des Soldaten und Künstlers seien. Mit solchen Denkformen stand Th. Mann auch solchen Expressionismus­anhängern fern, die anfangs noch den Krieg als Verbündeten der neuen Kunst hinstellten (vgl. Dok. 73 und 75). Im Umkreis des Expressionismus wurden freilich solche Stellungnahmen schon Anfang 1915 selten. Zu dieser Zeit überschrieb der dieser Bewegung nahestehende Kunstkritiker Wilhelm Hausenstein in den Weißen Blättern einen Aufsatz mit Für die Kunst. Der Leser wußte nach der Lektüre, wie er den Titel zu ergänzen hatte: Gegen den Krieg. »Kein Krieg bringt Kunst hervor«, behauptete Hausenstein hier, und gegen die aufblühende Kriegsli­teratur, die in diesen Jahren vor allein in der Lyrik große quantitative Erfolge aufweisen konn­te[23], wendete er ein: »Weshalb ist das meiste, das mit künstlerischem Anspruch aus dem Krieg und für den Krieg gezeichnet und geschrieben wird, so belangslos? […] Wie kam es, daß ungefähr alle europäischen Dichter und gerade die Dichter Schwaches oder baren Unsinn ge-[295]schrieben haben, als sie vom Krieg zu reden anfingen – wobei Inhalt und Form gleich unwert waren?«[24] Besonders mit den Abstraktionstendenzen in der neuen Kunst sei der Krieg unver­einbar:

Der Krieg ist etwas ungeheuer Gegenständliches. Nur die im Gegenständlichen wirken können, sind jetzt Künstler: Militärs, Politiker, Techniker, Organisatoren. Die Kunst, mit der wir bis an die Schwelle des Krieges gegangen waren, war nicht gegenständlich. Wir lebten im Sommer 1914 in einem Augenblick, in dem die Kunst zu einer unerhört abstrakten Formalität gediehen war.[25]

In Hausensteins Parteinahme für die Kunst und gegen den Krieg fand freilich eine pazifistische Antikriegskunst, wie sie schon ab 1915 für die expressionistische Literaturszene prägend wur­de, keine Berücksichtigung. Sie entsprach eher der aktivistischen Kunstauffassung, die sich ge­rade durch den Krieg besonders legitimiert sah.

»Kein einziger Expressionist war Reaktionär. Kein einziger war nicht Anti-Krieg. Kein einzi­ger, der nicht an Brüderschaft und Gemeinschaft glaubte.« Die so pauschal von Iwan Goll (Dok. 26, S. 108) rückblickend beschriebene Einstellung der Expressionisten zum Krieg trifft zwar nicht die Sachlage in den ersten Monaten nach seinem Beginn, doch schon ein Jahr danach fin­det sich in der Tat kaum mehr ein dem Expressionismus nahestehender Intellektueller (eine Aus­nahme ist Alfred Döblin[26]), der mit Pro-Kriegsäußerungen an die Öffentlichkeit getreten wäre. Im Gegenteil: Die aktiven Pazifisten stammten während des Ersten Weltkriegs zu weiten Teilen aus der expressionistischen Bewegung, und die expressionistischen Zeitschriften wurden zum wichtigsten Forum intellektueller Kriegsgegnerschaft. Die Kriegsbegeisterung der jungen Künstler hatte oft nur wenige Monate, manchmal wenige Tage angedauert. Gedämpft wurde sie u. a. durch die mit tradierten Kriegs- und Heldenvorstellungen nicht mehr übereinstimmen­de neue Realität technisierter Materialschlachten[27], durch das Massensterben an der Front und die vielen Gefallenen gerade auch aus den eigenen Reihen.[28] Rudolf Leonhard, Fritz von Unruh, Ernst Toller, der damals noch sehr junge Bertolt Brecht und Klabund, der sich dafür von einem Oppositionellen der ersten Stunde als »Konjunkturbube« beschimpfen lassen mußte (s. Dok. 79 und den Kommentar dazu), sind bekannte Beispiele für Wandlungen von der Kriegs­begeisterung zur Kriegskritik. Sie vollzogen sich häufig in Form schockhafter Schlüsselerleb­nisse.[29] Die expressionistischen Aufrufe zur Erneuerung des Menschen und der Gesellschaft fielen nun zusammen mit den Appellen zur Beendigung des Krieges. Dieser wurde bestenfalls noch als notwendiges Durchgangsstadium zu der erhofften neuen Ära des Friedens und der Mitmenschlichkeit akzeptiert.[30]

Die leitenden, primär ethisch motivierten Ideen der intellektuellen Opposition gegen den Krieg waren Brüderlichkeit, Gemeinschaft (vgl. den Abschnitt »Soziale Entfremdung und Ge­meinschaft«, S. 247 ff.) und Gewaltlosigkeit.[31] Die Beschwörung einer partei- und klassen­übergreifenden »Volksgemeinschaft«, mit der Wilhelm II. im August 1914 auch die vorher staatskritischen Intellektuellen ideologiepolitisch zu integrieren verstand, wurde von den mei­sten bald als zu national begrenzt empfunden. Sie stellten ihr die ins Internationale ausgeweite­te Utopie der Menschheitsverbrüderung gegenüber oder – etwas bescheidener und politisch konkreter – die Vorstellung eines europäischen Völkerbundes. (vgl. auch F. Marc, Dok. 73) Die [296] antinationalistische Idee der Völkerverständigung und der europäischen Gemeinschaft prägte 1914/15 die anfangs weniger kriegs- als kriegspropagandakritischen Aufsätze in Wilhelm Herzogs Forum[32], das sich auch in der Auswahl seiner Beiträger und der Themen betont in­ternational gab. Programmatisch hob seine »europäische Gesinnung« auch 1917 das Zeit-Echo unter dem neuen Herausgeber Ludwig Rubiner hervor (s. z.B. Dok. 80). Für Franz Pfemferts Aktion war die forcierte Beschäftigung mit ausländischen Autoren und Kulturen ebenfalls von programmatisch-antinationaler Bedeutung. Sondernummern der Zeitschrift sind Schriftstel­lern aus Rußland, England, Frankreich, Italien, Polen, Belgien und der Tschechoslowakei ge­widmet.

Der expressionistische Internationalismus hob sich bewußt ab von dem »Krieg der Gei­ster«[33], in dem sich parallel zum militärischen Kampf die künstlerische und wissenschaftli­che Intelligenz der kriegführenden Länder ihre Gefechte lieferte. Gerhart Hauptmann (Mitun­terzeichner von Dok. 76, s.a. Anm. 9) und Thomas Mann exponierten sich hier als geistige Re­präsentanten Deutschlands besonders. Thomas Mann, der vor dem Krieg bei den Zeitschriften des Expressionismus noch mit gewisser Sympathie rechnen konnte[34] und Beiträge in der Ak­tion und im Forum erscheinen ließ, machte sich mit seinen Kriegsessays[35] zum bevorzugt kritisierten Autor des politischen Expressionismus (vgl. auch S. 265 f.). Hatte er den Krieg zum Kampf der deutschen Kultur gegen die Zivilisation Englands und vor allem Frankreichs hoch­stilisiert (auch als Antwort auf französische Polemiken, die vom Krieg der demokratisch-zivili­sierten Länder gegen die deutsche Barbarei sprachen[36]), so stieß er damit in den expressioni­stischen Zeitschriften auf entschiedene Kritik.[37] In Absetzung von den seit Kriegsbeginn in Deutschland üblichen »Haßgesängen« (Lyriktitel von Ernst Lissauer) auf die Feindesländer ver­öffentlichte das frankophile Forum seit Dezember 1914 in einer gesonderten Rubrik »Doku­mente der Liebe«, darunter den damals aufsehenerregenden Aufsatz Au–dessus de la mêlee des Hauptmann- und Th. Mann-Gegenspielers Romain Rolland.[38] In den Weißen Blättern er­schien im November 1915 Heinrich Manns Zola-Essay[39], ein gegenüber der Zensur not­dürftig getarnter profranzösischer Angriff auf den wilhelminischen Staat und seine Kriegspoli­tik sowie auf die Schriftsteller (besonders seinen Bruder), die diesen Krieg rechtfertigten.

Die Zensur setzte dem Spielraum expressionistischer Opposition gegen den Krieg enge Gren­zen (vgl. den Abschnitt »Zensur und Künstlerprotest«, S. 525 ff.) und verfälschte damit das Bild der bestehenden intellektuellen Kräfteverhältnisse zugunsten der kriegsapologetischen Publizi­stik und – was den Expressionismus angeht – einer politikabstinenten Kunst, wie – vor allem von Herwarth Waldens Der Sturm (entsprechend dem ihm nachgesagten Motto: »Kunst und Politik haben nichts gemeinsam«[40]) gepflegt wurde. Hinweise auf das Kriegsgeschehen fin­den sich hier selten (Dok. 73 gehört zu den Ausnahmen)[41], sieht man von den Nachrufen auf gefallene Dichter und Mitarbeiter ab.[42] Die politisch engagierten Zeitschriften des Expres­sionismus hatten es, wenn sie sich nicht wie Alfred Kerrs Pan der offiziellen Stimmungslage an­paßten[43], schwer, den August 1914 zu überleben. Und Zeitschriftenneugründungen waren oft nur noch getarnt möglich.[44] Der politisch der Aktion nahestehende Wiecker Bote stellte mit dem Juli-Heft sein Erscheinen ein. Ebenso Erich Mühsams Kain. Mühsam rechtfertigte dies Anfang August in einem gedruckten Rundschreiben: [297]

Die Ereignisse nehmen mir, der ich um der Menschlichkeit willen meine Zeitschrift geschaffen habe, die Feder aus der Hand. Die Leser, die in vierzig Monaten mein Wollen erkannt haben, werden meine Stellung verstehen und billigen. Ich habe nur die Wahl, ganz zu schweigen oder zu sagen, was niemanden frommt und was unter dem geltenden Ausnahmerecht meine persönliche Sicherheit gefährden kann.[45]

In der am 15. August 1914 erscheinenden ersten Kriegsnummer der Aktion kündigte Pfemfert, der noch in der vorausgehenden Nummer in Form eines politischen Leitartikels die allgemeine Kriegseuphorie richtig vorausgesagt hatte (Dok. 76), an, wie er mit seiner schon vorher zensur­gefährdeten Zeitschrift (vgl. Dok. 107) die verschärfte Kriegszensur zu überstehen gedachte:

Freunde der Aktion, Leser, Mitarbeiter!

Die Aktion wird in den nächsten Wochen nur Literatur und Kunst enthalten.

Soweit es von meiner Kraft abhängt, von meinem Wollen, wird unsere Zeitschrift ohne Unterbrechung weitererscheinen. Berlin, den 5. August 1914[46]

Trotz dieser Ankündigung blieb Die Aktion von der politischen Abstinenz des Sturm weit ent­fernt. Pfemfert entwickelte erfolgreich publizistische Strategien indirekter Kriegskritik, mit denen sich die Zensur umgehen ließ.[47] Im Oktober 1914 eröffnete Wilhelm Klemm die Ge­dichtfolge Verse vom Schlachtfeld, die den Krieg aus der Leidensperspektive der als Soldaten am Kampfgeschehen beteiligten Dichter darstellten. Regelmäßig erschienen Gedichte zum Geden­ken gefallener Dichterfreunde oder posthum Texte von diesen selbst. In der Rubrik »Ich schnei­de die Zeit aus« brachte Pfemfert in jeder Nummer kommentarlos eine Reihe von Pressezitaten, die sich in ihrer chauvinistischen Haltung zum Krieg gedanklich und sprachlich selbst entlarven sollten. Diesen Stellenwert hatte u. a. auch der Nachdruck des damals besonders aufsehenerre­genden, doch keineswegs einzigartigen[48] Aufruf an die Kulturwelt (Dok. 76), in dem 93 größtenteils prominente Künstler und vor allem Professoren die deutsche Kriegspolitik mani­festartig zu rechtfertigen versuchten. Im übrigen zitierte Pfemfert rigoros die Stimmen seiner Schriftstellerkollegen (gerade auch aus der Reihe der Expressionisten), die ihm kriegsbejahend erschienen, und lehnte unnachgiebig auch alle die als Mitarbeiter seiner Zeitschrift ab, die sich nach ihrer anfänglichen Begeisterung zu engagierten Gegnern des Krieges und zu Fürsprechern der Revolution gewandelt hatten. Man kann daher davon ausgehen, daß fast jeder, der ab Au­gust 1914 in der Aktion publizierte, sich im Sinne von Pfemferts klarer Antikriegshaltung nichts hatte zu Schulden kommen lassen.

Weniger erfolgreich im Umgang mit der Zensur war Das Forum, dessen zunehmend kriegs­kritischen Beiträge seit Sommer 1915 durch Streichungen der Zensur entstellt wurden, die der Herausgeber Wilhelm Herzog seinerseits mit provokativer Auffälligkeit als solche hervorhob (s. als Beispiel Dok. 77). Im September 1915 wurde die Zeitschrift vom Bayerischen Kriegsmi­nisterium mit einer für die damaligen Bedingungen politischer Publizistik aufschlußreichen Be­gründung (Dok. 78) ganz verboten.

Einen anderen Weg zur Umgehung der Zensur als Pfemfert schlug Rene Schickele ein, der im Januar 1915 die Herausgeberschaft der seit Kriegsausbruch nicht mehr erschienenen Weißen Blätter übernahm. Als diese anfangs gemäßigt kriegskritische Monatschrift mit der Zensur zu­nehmende Schwierigkeiten bekam, ging Schickele 1916 mit ihr ins Schweizer Exil (Zürich). Hier wurde sie zum zentralen Publikationsmedium besonders jener Kriegsgegner, die (anders [298] als die Aktions-Schriftsteller) in groß angelegten kulturkritischen Entwürfen unter Berufung auf »Geist« und »Seele« (vgl. den Abschnitt »Selbstentfremdung und Geistigkeit«, S. 215 ff.) die politischen Gewaltverhältnisse als Resultat der Zivilisation bzw. des technischen Zeitalters an­griffen. [48]

Die Geschichte der deutschen Exilliteratur während des Ersten Weltkrieges ist noch nicht (auch nicht in Ansätzen) geschrieben worden. Die Internationale der exilierten Kriegsgegner (in ihrem Vaterland als »vaterlandslos« diffamiert) hatte in der neutralen Schweiz ihren Mittel­punkt. Nach dem Vorbild Schickeles verlegte Ludwig Rubiner als neuer Herausgeber das Zeit-­Echo, das nach Kriegsausbruch als »Kriegstagebuch der Künstler« (Untertitel des 1. Jahrgangs) essayistische, dichterische und zeichnerische Stellungnahmen von Künstlern verschiedenster Richtungen veröffentlichte (s. Dok. 74 und den Kommentar dazu), mit dem 3. Jahrgang (Mai 1917) von München nach Bern und gab dieser Zeitschrift damit ein neues, dezidiert pazifisti­sches Profil. In der Schweiz lebte schon vor 1914 Hermann Hesse, der – ebenfalls nach einer kurzen patriotischen Begeisterungsphase – während des Krieges mit pazifistischen Schriften hervortrat.[49] In der Schweiz lebten auch Iwan Goll und Ernst Bloch. Ende 1916 ließen sich in Zürich nieder: Albert Ehrenstein, Leonhard Frank, Ferdinand Hardekopf sowie die Frühda­daisten Richard Huelsenbeck, Hugo Ball und seine Frau Emmy Hennings. Zeitweilig hielten sich in der Schweiz auch Stefan Zweig, Franz Werfel, Alfred Wolfenstein, Else Lasker-Schüler, Hugo Kersten und Walter Serner auf. Vor allem über Romain Rolland knüpfte die oppositio­nelle deutsche Intelligenz in der Schweiz internationale Kontakte.

Sowenig wie im Schweizer Exil kam es in Deutschland zu einem tragenden organisatori­schen Zusammenschluß der Kriegsgegner, obwohl es an entsprechenden Versuchen nicht ge­fehlt hat. Auf Walter Hasenclevers Anregung hin versammelte sich zur Jahreswende 1914/15 ein Konzil der Kriegsgegner, an dem u. a. Martin Buber, Albert Ehrenstein, Rudolf Leonhard, Kurt Pinthus und Paul Zech teilgenommen haben sollen.[50] Franz Pfemfert sammelte 1915 unter dem Risiko der Illegalität Freunde und Mitarbeiter seiner Zeitschrift zur »Antinationalen Sozialisten Partei Gruppe Deutschland«, die allerdings erst mit der Novemberrevolution 1918 politisch offen hervortrat. (s. Dok. 81). Kurt Hiller schließlich gründete im August 1917 seinen ebenfalls kriegsgegnerischen »Bund zum Ziel«. Das alles waren jedoch Organisationsversuche, die partikular und wenig wirksam blieben (vgl. auch den Abschnitt »Gruppenbildung in Kunst und Politik«, S. 404 ff.). Die gegen Ende des Krieges zunehmenden und in Revolutionsaufrufe einmündenden Künstlerproteste gruppierten sich um einzelne Zeitschriften und Jahrbücher, deren Denkformen zu heterogen waren, um eine organisierte oppositionelle Einheit zuzulas­sen.

Anmerkung des Verfassers: Diese Einleitung entspricht der zu dem Kapitel „Expressionismus und Krieg“ in „Expressionismus. Manifeste und Dokumente zur deutschen Literatur 1910-1920. Herausgegeben von Thomas Anz und Michael Stark. Stuttgart: Metzler 1982. S. 292-301.

[1] Thomas Mann: Gedanken im Krieg. In: Die neue Rundschau 25 (1914), H. 11 (November), S. 1471-1484. Später in: Th. M.: Politische Schriften und Reden 2. Frankfurt, Hamburg 1968 (Das essayistische Werk. Taschenbuchausgabe in acht Bänden. Hg. v. H. Bürgin). S. 7-20; Zitat hier S. 9.

[2] Ebd., S. 10.

[3] Hugo Ball: Zur Kritik der deutschen Intelligenz. Bern 1919. S. 2.

[4] Über das Verhältnis der literarischen Intelligenz zum Ersten Weltkrieg siehe besonders Friedrich Alb­recht: Deutsche Schriftsteller in der Entscheidung. Wege zur Arbeiterklasse 1918-1933. Berlin, Wei­mar 1970. S. 26-73. Eva Kolinsky: Engagierter Expressionismus. Politik und Literatur zwischen Weltkrieg und Weimarer Republik. Eine Analyse expressionistischer Zeitschriften. Stuttgart 1970. Ec­kart Koester: Literatur und Weltkriegsideologie. Positionen und Begründungszusammenhänge des publizistischen Engagements deutscher Schriftsteller im Ersten Weltkrieg. Kronberg/Ts. 1977. Mi­chael Stark: Für und wider den Expressionismus. Vgl. auch: Das Volk steht auf: Kriegsöffentlichkeit und Kriegserlebnis. Eine Ausstellung zum 1. Weltkrieg. Zusammengest. u. bearb. v. H. Altmann u. a. Regensburg: Universität 1978. Klaus Vondung (Hg.): Kriegserlebnis. Der Erste Weltkrieg in der litera­rischen Gestaltung und symbolischen Deutung der Nationen. Göttingen 1980.

[5] Alfred Kerr: Aus dem Kriegsbuch eines Hirnwesens. In: Die neue Rundschau 25 (1914), H. 9 (Septem­ber), S. 1308-1315.

[6] Franz Blei: Aus dieser Zeit. Ebd., H. 10 (Oktober), S. 1421-1428.

[7] Robert Musil: Europäertum, Krieg, Deutschtum. Ebd., H. 9 (September), S. 1303-1305.

[8] Alfred Döblin: Reims. Ebd., H. 12 (Dezember), S. 1717-1722. Jetzt in: A.D.: Schriften zur Politik und Gesellschaft. Olten, Freiburg i. Br. 1972. S. 17-25.

[9] Gerhart Hauptmann: Gegen Unwahrheiten. In: Tägliche Rundschau (Berlin) vom 26.8.1914 (Morgen­ausgabe). Vorher schon unter dem Titel Die Unwahrhaftigkeit unserer Feinde erschienen und wieder abgedruckt in H. Kellermann (Hg.): Der Krieg der Geister (s. Anm. 33), S. 436-440. Siehe weiterhin Hauptmanns offener Briefwechsel mit Romain Rolland, der diesen vergeblich aufforderte, sich von der deutschen Kriegspolitik (u. a. der Verletzung der belgischen Neutralität) zu distanzieren. Abdruck der zwei Briefe u. a. in H. Kellermann (s. o.), S. 440-449; und in: Das literarische Echo 17 (1914), S. 58-61.

[10] Frank Wedekind: Deutschland bringt die Freiheit. In: Berliner Tageblatt vom 27.9.1914. Abdruck auch in H. Kellermann (Hg.): Der Krieg der Geister (s. Anm. 33), S. 451-454.

[11] Vgl. zu dem damals immer wieder hervorgehobenen Solidarisierungs- und Integrationseffekt des Krieges z. B. Robert Musils Feststellung, wie »schön und brüderlich« der Krieg sei: […] eine betäu­bende Zugehörigkeit riß uns das Herz aus den Händen, die es vielleicht noch für einen Augenblick des Nachdenkens festhalten wollten.« (R. M.: Europäertum, Krieg, Deutschtum. In: Die neue Rundschau 25 (1914), H. 9 (September), S. 1303-1305.) Ähnlich der auch in expressionistischen Zeitschriften publizierende Max Scheler im Oktoberheft (H. 10) der Neuen Rundschau (Der Genius des Krieges, S. 1327): »Wir waren nicht mehr, was wir so lange waren: Allein!«

[12] Karl Kraus ließ Die Fackel nach dem Kriegsausbruch vier Monate lang nicht erscheinen. Er begründe­te dieses Schweigen dann mit dem u. a. gegen die Kriegspublizistik gerichteten Aufsatz In dieser gro­ßen Zeit. In: Die Fackel 16 (1914), Nr. 404 (5. Dezember), S. 1-19 (Als Vortrag gehalten am 19.11.1914).

[13] Wilhelm Herzog: Klärungen. Kultur und Zivilisation. In: Das Forum 1 (1914/15), H. 11 (Februar 1915), S. 553-558; Zitat S. 554f.

[14] Hofmannsthal wurde zugunsten kriegspublizistischer Tätigkeit vom Militärdienst freigestellt. Zu seinen Kriegsaufsätzen siehe Hermann Rudolph: Kulturkritik und konservative Revolution. Zum kul­turell-politischen Denken Hofmannsthals in seinem problemgeschichtlichen Kontext. Tübingen 1971. S. 81-109.

[15] Siehe vor allem Rudolf Borchardt: Der Krieg und die deutsche Selbsteinkehr. Rede öffentlich gehalten am 5.12.1914 zu Heidelberg. Heidelberg 1915. Zu Borchardts Kriegsreden siehe E. Koester: Litera­tur und Weltkriegsideologie, S. 217 ff.

[16] Zur Kriegsapologetik des George-Kreises siehe E. Koester: Literatur und Weltkriegsideologie, S. 214 ff.

[17] Aus dem Umkreis des Aktivismus vgl. auch Rudolf Kayser: Krieg und Geist. In: Das Ziel. Aufrufe zu tätigem Geist. Hg. v. K. Hiller. München, Berlin: G. Müller 1916. S. 31-36; hier z. B. S. 35: »Wir ma­chen augenblicklich die furchtbarste Schule des Aktivismus durch.«

[18] Vgl. auch Walter Serners kritische Interpretation des Kriegs als Resultat herrschender Langeweile: Die Langeweile und der Krieg. In: Der Mistral (Zürich) 1(1915), Nr. 3 (26. April), S. 1-2.

[19] Georg Heym: Dichtungen und Schriften. Bd. 3. Hamburg, München 1960. S. 164 (15.9.1911); vgl. auch S. 128: »Ein Heilmittel wüßte ich wohl […], eine große Revolution, ein hellenischer Krieg«.

[20] Ebd., S. 138 f.

[21] Siehe Gunter Martens: Vitalismus und Expressionismus, S. 46 ff., 244 ff. Vgl. auch S. 196 dieses Ban­des.

[22] Robert Müller: Apologie des Krieges. In: Der Ruf H. 3 (November 1912), Sondertitel »Krieg«, S. 1-8; Zitat S. 7.

[23] Vgl. Julius Bab: Die Kriegslyrik heute. In: Das literarische Echo 17 (1914), 1. Oktober, Sp. 5. Das Deutsche Bücherverzeichnis weist für die ersten Kriegsmonate bis Ende 1914 insgesamt 235 selb­ständige Kriegslyrikbände nach (laut Ausstellungskatalog zum Ersten Weltkrieg Das Volk steht auf [s. Anm. 4], S. 143). Vgl. weiterhin den kritischen Beitrag zur Kriegslyrik von Josef Luitpold Stern: Dichter. In: Die weißen Blätter 2 (1915), S. 337-348.

[24] Wilhelm Hausenstein: Für die Kunst. In: Die weißen Blätter 2 (1915), Januar-März, S. 37-47; Zitate S. 40.

[25] Ebd., S. 46.

[26] Vgl. von Alfred Döblins politisch schwer festzulegenden Aufsätzen (s. a. Anm. 8): Drei Demokratien. In: Die Neue Rundschau 29 (1918), H. 2 (Februar), S. 254-262.

[27] Vgl. Ulrich Linse: Das wahre Zeugnis. Eine psychohistorische Deutung des Ersten Weltkriegs. In: K. Vondung (Hg.): Kriegserlebnis (s. Anm. 4), S. 90-114; hier S. 101. Zu den psychischen Implikationen des neuartig technisierten Krieges s. auch Georg Lukacs: Die deutschen Intellektuellen und der Krieg (Manuskript aus dem Nachlaß). Abdruck in: Text und Kritik H. 39/40 (1973), S. 65-69. Im Rahmen einer antitechnischen Zivilisationskritik opponierten vor allem Die weißen Blätter gegen den Krieg (s. u.).

[28] Der Hinweis auf die Kriegsopfer aus der Reihe der Expressionisten (u. a. A. Lichtenstein, E. W. Lotz, A. Macke, E. Stadler, [indirekt auch] G. Trakl, A. Stramm, F. Marc, R. J. Sorge, R. Jentsch, G. Engel­ke) diente immer wieder zur Anklage gegen den Krieg. Ein frühzeitiges Beispiel dafür liefert Hugo Kersten: Als Opfer des Nationalismus. In: Die Ähre 3 (1914), H. 9/10, S. 6: »Der allgemeine Irrsinn, der jetzt grassiert, und den man Nationalismus oder Patriotismus zu nennen beliebt, fordert seine Op­fer.

Für ein chauvinistisches Phantom oder für den Ehrgeiz einer Kaste wird die Jugend der ›Kultur‹-Völ­ker hingeschlachtet. […] Wir bedauern […] jene, die gezwungen die Waffen nehmen mußten für ein Menschenkonglomerat, das sich ›Nation‹ nennt, und in das sie zufällig hineingeboren waren.«

[29] Vgl. dazu U. Linse (s. Anm. 27).

[30] Vgl. E. Kolinsky: Engagierter Expressionismus, S. 49 ff.

[31] Die Gewaltlosigkeit machten sich (noch bis in die Revolutionsphase des politischen Expressionismus hinein) besonders Die weißen Blätter zum Programm (s. E. Kolinsky: Engagierter Expressionismus, S. 37 ff.). Hervorzuheben ist hier der Aufsatz des Herausgebers Rene Schickele: Der Konvent der In­tellektuellen. In: Die weißen Blätter 5 (1918), August, S. 96-105.

[32] Siehe u. a. Franz Marc: Das geheime Europa. In: Das Forum 1 (1914/15), H. 12 (März 1915), S. 632-638. Weiterhin ein unter dem Titel Für Europa abgedrucktes und von Romain Rolland einge­leitetes Manifest aus Spanien, ebd., S. 651-653.

[33] Der Krieg der Geister. Eine Auslese deutscher und ausländischer Stimmen zum Weltkriege 1914. Ges. u. hg. v. Dr. Hermann Kellermann. Weimar 1915.

[34] Vgl. z. B. Franz Pfemfert: Thomas Mann. In: Die Aktion 1 (1911), Sp. 203 – 206.

[35] Neben Gedanken im Krieg (s. Anm. 1) erschien im Zeit-Echo (Jg. 1, 1914/15, H. 2, S. 14 f.) der kurze essayistische Beitrag Gute Feldpost. In: Der Neue Merkur (Jg. 1, H. 10/11); darauf im Januar/Februar 1915 der etwas gemäßigt-distanziertere Essay Friedrich und die große Koalition (s. a. Anm. 7 zu Dok. 69). Siehe weiterhin oben S. 265 f.

[36] Dokumente dazu bei H. Kellermann (Hg.): Der Krieg der Geister, S. 298 ff.

[37] Siehe u. a. Wilhelm Herzog: Die Überschätzung der Kunst. In: Das Forum 1 (1914/15), H. 9 (Dezem­ber 1914), S. 445-458. Später W. Herzog: Klärungen. Kultur und Zivilisation (s. Anm. 13). Rene Schickele: Thomas Mann. In: Die weißen Blätter 2 (1915), S. 924-926.

[38] Romain Rolland: Über dem Ringen. In: Das Forum 1 (1914/15), H. 9 (Dezember 1914), S. 482-489. Zu diesem Aufsatz und zur Beziehung Th. Manns zu Rolland s. a. Dok. 69, S. 281, zu Rolland und Hauptmann s. o. die Anm. 9.

[39] Heinrich Mann: Zola. In: Die weißen Blätter 2 (1915). S. 1312-1382. Vgl. auch H. Mann: Vorwort zu einer Abhandlung über Zola. In: Das Forum 2 (1915), H. 4 (Juli), S. 177-179.

[40] Nell Walden, zitiert nach E. Kolinsky: Engagierter Expressionismus, S. 9.

[41] Ebenso Salomo Friedländer: Geist und Krieg. In: Der Sturm 6 (1915), Nr. 9110 (August), S. 54.

[42] Vgl. E. Kolinsky: Engagierter Expressionismus, S. 9, 45 ff.

[43] Vgl. die kritische Glosse von Rene Schickele: Der »Pan« im Krieg. In: Die weißen Blätter 2 (1915), S. 923 f.

[44] Vgl. dazu das Beispiel Neue Jugend, beschrieben von P. Raabe: Die Zeitschriften, Nr. 30.

[45] Zitiert nach P. Raabe: Die Zeitschriften, S. 38.

[46] Die Aktion 4 (1914), S p. 693.

[47] Vgl. E. Kolinsky: Engagierter Expressionismus, S. 9 ff.

[48] Vgl. ähnliche Dokumente in H. Kellermann (Hg.): Der Krieg der Geister (s. Anm. 33), S. 27 ff. Klaus Böhme (Hg.): Aufrufe und Reden deutscher Professoren im Ersten Weltkrieg. Stuttgart 1975 .

[49] Vgl. E. Koester: Literatur und Weltkriegsideologie (s. Anm. 4), S. 305 ff.

[50] Vgl. E. Kolinsky: Engagierter Expressionismus, S. 12 f.





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