Antworten auf Fragen zu Shakespeare

2006-2008

Von Marcel Reich-RanickiRSS-Newsfeed neuer Artikel von Marcel Reich-Ranicki

Vorbemerkung des Herausgebers: Im Jahr 2003 wurde in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Serie „Meine Bilder“ (siehe Kommentar zu dem Porträt William Shakespeare) durch die Serie „Fragen sie Reich-Ranicki“ ersetzt. Einige Fragen und Antworten betrafen auch Shakespeare.

Frage: Gibt es ein Stück von Shakespeare, das Sie heute als Kritiker „verrissen“ hätten? Welches Werk von Shakespeare hat bis heute bei Ihnen Spuren hinterlassen?

Antwort von Marcel Reich-Ranicki in der F.A.S. vom 20.3.2006:

Die erste Frage verstehe ich nicht. Die Stücke von Shakespeare, ob mehr oder weniger bedeutend, sind vor Jahrhunderten, also in einer ganz anderen Welt entstanden, und sie wurden für ein ganz anderes Publikum verfaßt. Wer heute über diese Werke schreibt, muß das stets berücksichtigen. Er wird sich dann hüten, diese Werke, ob sie nun mehr oder weniger gelungen sind, zu „verreißen“.

Mich jedenfalls haben Shakespeares Dramen schon in meiner frühen Jugend außerordentlich beeindruckt. Jene, die mich damals beeindruckt haben, liebe und bewundere ich noch heute – so vor allem „Hamlet“, „Romeo und Julia“, „Julius Cäsar“ und „Richard III.“. Und noch in den schwächsten seiner Stücke sind mir Szenen und Figuren aufgefallen, die von seiner Genialität zeugen.

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Ein Beitrag zur Sonderausgabe
Marcel Reich-Ranicki: Mein Shakespeare. Hg. von Thomas Anz. Marburg 2016.





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