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Rolf Düsterberg (Hg.): Dichter für das ‚Dritte Reich‘ (Band 4). Biografische Studien zum Verhältnis von Literatur und Ideologie. 10 Autorenporträts.
Aisthesis Verlag, Bielefeld 2018.
337 Seiten, 38,00 EUR.
ISBN-13: 9783849812539

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Klappentext des Verlages

von dessen Wohltaten profitierten, erfreuen sich in der deutschen Provinz noch
heute unkritischer Beliebtheit. Der Weltruhm, den Josef Martin Bauer mit seinem
Roman Soweit die Füße tragen erzielte, verdeckt sein vormaliges Engagement als Verfasser
rassistischer Kriegsbücher. Die Heimatdichterin Margarete zur Bentlage aus
dem niedersächsischen Artland soll dort gegenwärtig als regionale Größe reinstalliert
werden – obwohl sie mit fast allen ihren Prosatexten die idologischen Interessen
des Regimes bediente. Und in Österreich betrifft die Ignoranz gegenüber der Verstrickung
von Schriftstellern in die NS-Diktatur anscheinend nicht nur die Provinz.
Die 2009 verstorbene Gertrud Fussenegger zählt zu den Großen der österreichischen
Nachkriegsliteratur, hat sich aber niemals ihrem Wirken als aktive Nationalsozialistin
gestellt. Das gilt auch für Josef Friedrich Perkonig, der unter allen politischen
Regimes Österreichs seine Karriere beförderte, darunter auch als stellv. Landesleiter
der Goebbels’schen Reichsschrifttumskammer in Kärnten.
An den donau-„schwäbischen Mussolini“ und ehemaligen k.u.k.-Oberst Karl von
Möller hingegen scheint jede Erinnerung erloschen. In den 1930er Jahren war der
„volksdeutsche“ Politiker mit seinen rassistischen historischen Romanen sehr erfolgreich.
Dagegen ist die Blut-und-Boden-Dichterin Agnes Harder zumindest in den
Vertriebenenverbänden noch marginal präsent, während viele ihrer Texte sogar in
den Schulbüchern des „Dritten Reiches“ vertreten waren. Besondere Wirkung entfaltete
nach dem Zweiten Weltkrieg der NS-Dichter Herbert Böhme. Als Mitgründer
des Deutschen Kulturwerks europäischen Geistes (DKEG), der größten rechtsextremen
kulturellen Organisation in Westdeutschland, wollte er die völkischen „Ideale“
bewahren und deren kulturellen Exponenten eine schlagkräftige Institution schaffen.
Mit Sigmund Graff und Max Dreyer stellt der vierte Band der Reihe Dichter für
das „Dritte Reich“ zwei extrem erfolgreiche Schriftsteller jener Zeit vor. Graff, heute
weitgehend vergessen, war seinerzeit der meistinszenierte zeitgenössische Bühnenautor.
Der Dramatiker und Romancier Dreyer, ein Sozialdarwinist, wurde vom
Regime mit fünf literarischen Preisen so häufig ausgezeichnet wie kaum ein anderer
– obwohl er nie der Partei beitrat.
Eine heute kurios anmutende Erscheinung ist der Theologe und Schriftsteller
Arthur Bonus, der mit seinem deutsch-nationalen, heroischen Gott ein „germanisches
Christentum“ konstruierte, das den Menschen auf seinen Nutzen für das Glaubenskollektiv
reduzierte. In der Zeit des „Dritten Reiches“ war er ein engagierter
Streiter in den Auseinandersetzungen der völkisch orientierten Gruppierungen des
deutschen Protestantismus.

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