Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 2, Februar 2013

Zu dieser Ausgabe

Schwerpunkt: Zum 200. Todestag von Christoph Martin Wieland

Osmantinische Aufklärung
Ein Dichter und sein Ort: Christoph Martin Wielands Weg zu seinem bedeutendsten Werk „Aristipp und einige seiner Zeitgenossen“
Von Jan Philipp Reemtsma

Der negative Classiker
Zum 200. Todestag von Christoph Martin Wieland
Von Herbert Jaumann

Verpflichtendes Fürstenlob
Wielands aufklärerische Huldigungspoesie an den Weimarer Hof
Von Wolfgang Albrecht

Heiter, leicht, intellektuell
Wieland als Kraftquelle für Theodor Fontane, Karl May und Arno Schmidt
Von Martin Lowsky

Noch immer nicht?
Die Zeit Wielands
Von Walter Erhart

Eine verwickelte Handlung und eine schöne Sprache
Der nächste Band der Oßmannstedter Ausgabe der Werke von Christoph Martin Wieland ist erschienen, wieder ohne Kommentare
Von Georg Patzer

Zum 200. Todestag von Christoph Martin Wieland: aus dem Archiv von literaturkritik.de

Glosse

Lyrik-Verachtung
Bei Alfred Döblin und anderen
Von Dieter Lamping

Geburtstage

Weltberühmt durch Kurt Wallander
Zum 65. Geburtstag des Schriftstellers Henning Mankell
Von Peter Mohr

Bücher entstehen aus Fragen
Zum 70. Geburtstag des Georg-Büchner-Preisträgers Friedrich Christian Delius
Von Peter Mohr

Filmkritik

Das große Theater der Liebe
Joe Wrights Neuverfilmung von „Anna Karenina“ bringt das stärkste aller Gefühle auf die Kinobühne – und hinterlässt beim Zuschauer doch ungestillte Sehnsüchte
Von Daniela Otto

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Nibelungenrezeption um 1900
Ein Reprint der Jugendstil-Ausgabe von Joseph Sattler mit einer Einführung von Joachim Heinzle
Von Florian Schmid

Kraft und Rache der Frauen
In seiner Studie „Um Leib und Leben“ untersucht Tilo Renz Geschlechter- und Rechtsverhältnisse im „Nibelungenlied“
Von Franz Siepe

Umbruchssituation in Europa
Über den von Bernhard Zeller und Walter Pohl herausgegebenen Band „Sprache und Identität im Frühen Mittelalter“
Von Jörg Füllgrabe

Eine Verdoppelung des Blicks
Über Carsten Morschs Studie „Blickwendungen. Virtuelle Räume und Wahrnehmungserfahrungen in höfischen Erzählungen um 1200“
Von Jörg Füllgrabe

Eine untergegangene, aber doch noch präsente Spielform
Ursula Schulze präsentiert eine einführliche Entwicklungsgeschichte des frühen geistlichen Spiels
Von Madeleine Brook

Eine Bibliothek der verbrannten Bücher
Martin Mulsow schreibt „Eine andere Ideengeschichte der Frühen Neuzeit“
Von Malte Völk

Königin von Frankreich – Königin von England
Ralph V. Turner begibt sich auf die Suche nach einem wahrheitsgetreuen Bild Eleonores von Aquitanien
Von Yvonne Luther

„die Max und Môritz sîn genant“
Die von Wilhelm Busch im Jahre 1865 publizierte „Bubengeschichte in sieben Streichen“ erfährt eine neuveröffentlichte mittelhochdeutsche Nachdichtung
Von Sascha Ulrich

Biografisches

Erschütterte, instabile junge Männer, die mit dem Leben nicht klarkommen
Kenneth Slawenski erzählt in seiner neuen Biografie von J. D. Salinger
Von Georg Patzer

Leidenschaft und Liebe
Über Jutta Schwerins Autobiografie „Ricardas Tochter. Leben zwischen Deutschland und Israel“
Von Luise F. Pusch

„Im Schatten bedeutender Leute“
Manfred Flügge porträtiert in seiner Biografie „Muse des Exils“ die Malerin Eva Herrmann
Von Jens Flemming

„Thomas Manns Geisterbaron“
Manfred Dierks Studie über den Münchner Arzt und Okkultisten Albert von Schrenck-Notzing
Von Oliver Pfohlmann

Ich wünschte, du wärst ein Junge!
Die Autobiografie der Gründerin des US-amerikanischen Feminismus Elizabeth Cady Stanton liegt nach über 100 Jahren endlich auch auf Deutsch vor
Von Rolf Löchel

„Gut rasiert im zweite’ Glied isch’s Beschte“
Eine konventionelle Biografie über Theodor Heuss bleibt unter dem Niveau ihrer eigenen Recherchen
Von Herbert Jaumann

Man vermisst ihn gar nicht, den Mann
Doris Hermanns hat das Leben der literarischen Mutter der „Mädchen in Uniform“ erforscht
Von Rolf Löchel

Deutschsprachige Literatur

Eine literarische Entführung
Zum Else Lasker-Schüler-Prosaband „Die kreisende Weltfabrik“, herausgegeben von Heidrun Loeper
Von Natalia Blum-Barth

Texte für unsere Zeit
Joseph Roths Stadtfeuilletons „Trübsal einer Straßenbahn“ in einer gelungenen Sammlung
Von Clemens Götze

„Keiner der Herren Regie-Assistenten mehr im Hause“
Bertolt Brecht und Helene Weigel schreiben sich Briefe
Von Georg Patzer

Dokumente einer späten Freundschaft
Der Briefwechsel von Carl Zuckmayer und Theodor Heuss nach dem Zweiten Weltkrieg
Von Jens Flemming

Durch’s fade Kirgistan
Jan Sprengers Debüt „Kirgistan gibt es nicht“ über eine Generation, die sich vor allem durch eine fundamentale Gleichgültigkeit auszeichnet, überzeugt leider nicht
Von Friederike Gösweiner

Zurück in die Bratkartoffelzeit
Birgit Vanderbekes „Die Frau mit dem Hund“ macht Appetit auf das Leben
Von Frank Riedel

Pfannkuchengesicht
Über Ralf Königs „Elftausend Jungfrauen“
Von Jasmin M. Hlatky

Von Town zu Town im Morgengraun
Alex Capus legt mit „Skidoo“ einen Western vor und erfüllt damit seine Männerpflicht
Von Frank Riedel

Nichts als Leid
Rainer Juriatti beklagt in seinem Roman all die „Lachdiebe“ dort draußen
Von Patrick Wichmann

Erfolgskonzept „Historischer Roman“
Titus Müller verbindet in seinem Roman „Tanz unter Sternen“ die Sehnsüchte und Leiden seiner Figuren gekonnt mit den historischen Ereignissen am Vorabend des Ersten Weltkriegs
Von Gunnar Kaiser

Völlig leere Schubladen
„Größenwahn passt in die kleinste Hütte“: Thomas Lehrs aphoristische Gehversuche enttäuschen auf ganzer Linie
Von Tobias Grüterich

Keine Erinnerung an das Vergessene
Über Urs Augstburgers Roman „Als der Regen kam“
Von Peter Mohr

Führer war alles besser – später vielleicht auch
Anmerkungen zu der verstörenden Satire „Er ist wieder da“ von Timus Vermes
Von Thomas Neumann

Mischform feuilletonistischer Betrachtungen
Iris Hanika macht in „Tanzen auf Beton“ aus der Not keinen Roman
Von Judith Berges

Akademiker, Adlige und Wurstfabrikanten
Zur Neuauflage Alice Berends humoristischen Roman „Die Bräutigame der Babette Bomberling“
Von Rolf Löchel

„Daran waren auch die Bücher schuld“
Gerhard Seyfrieds historischer Spionageroman „Verdammte Deutsche!“
Von Manu Slutzky

Eintauchen in Lebensgeschichten
Über Jürgen Beckers Prosasammlung „Wie es weiterging“
Von Judith Berges

Von Mitarbeitern

Mark-Georg Dehrmann hat eine historisch-kritische Edition von Friedrich Schlegels „Alarcos“ herausgegeben

Krimis

Messwein ist dicker als Blut
Donna Leons Roman „Himmlische Juwelen“ handelt von dem Fall des Barockkomponisten Agostino Steffani
Von Almut Oetjen

Rennen und Welt retten
Wie das Schielen auf die Filmrechte aus Michael Crichtons nachgelassenem Wissenschaftsthriller „Micro“ einen misslungenen Roman, aber eine gute Filmvorlage macht
Von Walter Delabar

Tote Babys
Kurze Anmerkung zu Kathy Reichs „Knochenjagd“
Von Thomas Neumann

Rasanz als Maß
James Sallis bringt in „Driver 2“ alles zuende
Von Walter Delabar

Finnischer Wodka, finnischer Tango, finnische Krimis?
Tapani Bagge schreibt skurrile Krimis, die in Deutschland bei Suhrkamp erscheinen, solange es Suhrkamp noch gibt
Von Walter Delabar

Man sieht sich auf Facebook
Christiane Geldmacher hat einen wunderbaren Kriminalroman über die sozialen Medien geschrieben
Von Georg Patzer

Fremdsprachige Literatur

Im Schatten zweier Revolutionen
Im Band „Teheran, Stadt ohne Himmel“ beleuchtet Amir Hassan Cheheltan die Kehrseite der Geschichte, die er in den ersten beiden Teilen seiner Teheraner-Trilogie erzählt hat
Von Beat Mazenauer

Die Geschichte als Aufgabe
Laurent Binet macht in „HhhH“ das Attentat auf den SS-Schergen Reinhard Heydrich zu seiner persönlichen Angelegenheit
Von Beat Mazenauer

Der Doppelspion aus Cambridge
Robert Littells großartiger Roman „Philby“
Von Martin Gaiser

Kein emotionaler Widerhall
Der Debütroman des schottischen Autors Luke Williams „Das Echo der Zeit“ sprüht nur so vor Einfallsreichtum und außergewöhnlichen Ideen, doch der Funke springt nicht über
Von Monika Grosche

Kochen als Revolution
Über Lawrence Norfolks Roman „Das Festmahl des John Saturnall“
Von Thomas Neumann

Sex und andere Methoden, aufzublühen
Alan Bennett unterhält mit seinen „Schweinkram“-Geschichten
Von Georg Patzer

Ein Weihnachtsmärchen vom Friedhof der vergessenen Bücher
Carlos Ruiz Zafón fährt in seinem Roman „Der Gefangene des Himmels“ mit den gruseligen Abgründen des Barcelonas der 1940er- und 1950er-Jahre fort
Von Frank Riedel

Schwach und gefährlich
Anmerkungen zu Philippe Djians Roman „Die Rastlosen“
Von Thomas Neumann

„Diese schreckliche russische Kraft“
Hartherzigkeit und Potenz: Wadim Maslennikow taumelt in „Roman mit Kokain“ durch den bunten Moloch Moskau.
Von Andreas Thamm

Räuberpistolen
Jonas Jonassons Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“
Von Jasmin M. Hlatky

Mittsommernachtshorror
In Erling Jepsens Roman „Kopfloser Sommer“ hat ein Mädchen nur wenig Zeit, um erwachsen zu werden
Von Dietmar Jacobsen

Weltliteratur? Aha
Helon Habilas „Öl auf Wasser“ versucht viel, es gelingt nur nicht
Von Walter Delabar

Detektivroman und esoterische Wahlverwandtschaft
Über Fernando Pessoas Geschichte vom „Höllenschlund“
Von Manfred Orlick

In Polen B.
Daniel Odija schreibt in seinem Roman „Auf offener Straße“ über die Verlierer der Transformation
Von Daniel Henseler

Siechendes China
Dai Sijie stellt in seiner Geschichtensammlung „Der kleine Trommler“ eisige Poesie gegen geistige Nivellierung
Von Thorsten Schulte

Literaturwissenschaft

Als die Literatur noch wichtig war
Über Helmut Böttigers Buch „Die Gruppe 47“
Von Norbert Kuge

Ein Liebhaber des Halbschattens mehr
Fridolin Schley kritisiert die Literaturkritik von W. G. Sebald nicht ganz überzeugend
Von Markus Joch

Integration der Ambivalenz
Armin Leidingers kulturgeschichtliche Studie zu „Berlin Alexanderplatz“ stellt die Gewalt der Großstadt in Frage
Von Simone Sauer-Kretschmer

Staffelwechsel in der Exilforschung
Claus-Dieter Krohn und Lutz Winckler haben den 30. Band des internationales Jahrbuches „Exilforschung“ herausgegeben
Von Natalia Blum-Barth

Zeigen und Verfremden
Ulrich Kittsteins findiger Kommentar zu Brechts Lyrik
Von Michael Braun

Eine deutsche Besonderheit und internationale Unbegreiflichkeit
Walter Ludwig Schomers über Thomas Mann im Frankreich der zwanziger Jahre
Von Jerker Spits

Die Durchlässigkeit des „Feuilletonstrichs“
Norbert Bachleitners Überblicksdarstellung des europäischen Feuilletonromans
Von Maite Katharina Kallweit

„Ohne Verdienst unbelastet“?
Ein Buch unterzieht große Geister einer kleingeistigen Sprachkritik: Wolfgang Beutin stellt preisgekrönte Autoren vor
Von Michael Braun

Mehr als eine romantische Vorgeschichte der Ethnologie
Der von David E. Wellbery herausgegebene Tagungsband „Kultur-Schreiben als romantisches Projekt“ entdeckt ein kulturanthropologisches Eigenwissen der Literatur um 1800
Von Urs Büttner

Literreur
Hans-Jürgen Schings untersucht in drei „Revolutionsetüden“ den Einfluss der Französischen Revolution auf Schiller, Goethe und Kleist
Von Johannes Schmidt

Ein verhindertes Dichterpaar
Jon Helgason untersucht den Briefwechsel zwischen Anna Louisa Karsch und Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Von Jochen Strobel

Schiller als Gestalter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung
Yvonne Nilges liest die Rechtsthematik bei Friedrich Schiller in aktualisierender Sicht
Von Kai Köhler

Poetiken des Wilden, von der Antike zur Gegenwart
Jörg Robert und Friederike F. Günther präsentieren einen bunten Strauß als Festschrift für Wolfgang Riedel
Von Jakob Christoph Heller

Der „Orpheusspötter“
Ein exzellentes Arbeitsbuch über Uwe Kolbe
Von Michael Braun

„Webermeisterstücke“
Peter Dettmering schreibt über Chancen und Grenzen der psychoanalytischen Literaturinterpretation
Von Michael Braun

Pflichtlektüre
Eine neue funktional-pragmatische Grammatik stellt vor, was Lehrende und Lernende über Sprache wissen sollten
Von Torsten Mergen

Hinweis

Wie man in Europa flucht. Über Hans-Martin Gaugers Band „Das Feuchte und das Schmutzige. Kleine Linguistik der vulgären Sprache.“

Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaft

Von der Kulturalität des Auges
Eine Einführung in ein komplexes Forschungsfeld von Marius Rimmele und Bernd Stiegler
Von Barbara Mariacher

Menschen, Tiere, Sensationen
Thomas Klein und Christian Hißnauer haben ein Reclam-Bändchen über „Klassiker der Fernsehserie“ zusammengestellt
Von Rolf Löchel

Anleitung zum Fantasiereisen
Frank Jacobs hat seltsame Karten gesammelt und einen „Atlas kartographischer Kuriositäten“ zusammengestellt
Von Georg Patzer

„Der Körper hat Konjunktur.“
Über einen vielfältigen Band zum Leib-Konzept
Von Stephan Krause

„Menschen…erlebt, gezeichnet, gemalt“
Eine Chemnitzer Publikation über den expressiven Realisten Conrad-Felixmüller
Von Klaus Hammer

Bis zu 5.000 Kamele
Ralph A. Austen informiert über den Handel in der Sahara
Von Georg Patzer

Kulturelle Kompetenz als zentraler Wissensbestand der Gesellschaft
Ein von Wiebke Dannecker und Sigrid Thielking herausgegebener Sammelband stellt neue Perspektiven und Vermittlungskonzepte für öffentliche Lernorte in interdisziplinärer Perspektive vor
Von Torsten Mergen

Politik und Geschichte

Bolívar, wie er war
Michael Zeuske porträtiert die Ikone der lateinamerikanischen Unabhängigkeit, legt dabei Wert auf einen hellen Hintergrund und lässt den Heiligenschein weg.
Von Josef Bordat

Kritik und Anpassung
Alexander Gallus untersucht die Nachwirkungen der „Weltbühne“
Von Jörg Auberg

Mehr als eine bloße Wiedergabe von Inventaren
Norbert Furrer belebt mit „Des Burgers Buch“ die Privatbibliotheksgeschichte
Von Jochen Schäfer

Vergnügliches „Visavis der Visagen“
„Pleased To Meet You“: Wolfgang Doebelings Dialoge mit den Größen der britischen Musikgeschichte
Von Kristy Husz

Das Verbindende des Standes
Ernst-Wolfgang Böckenfördes kleine Schrift „Vom Ethos der Juristen“ widmet sich dem gemeinsamen Nenner, der die Juristerei zum Beruf macht
Von Veit Justus Rollmann

Philosophie und Soziologie

Aufklärerischer Antimodernismus
Gilbert Keith Chestertons „Orthodoxie“ erfrischt und erfreut unorthodoxe Gemüter
Von Ursula Siepe

Den Messias hören, wenn er verschwunden ist
Elke Dubbels über die deutsch-jüdische Geschichte als messianische Rhetorik von 1900-1933
Von Gabriele Guerra

Der wahre Marx ist der ganze?
Über Andreas Arndts Band „Karl Marx. Versuch über den Zusammenhang einer Theorie“
Von Sebastian Schreull

Durch die Wüste der Gleichgültigkeit
Wird ein „Bloch-Wörterbuch“ von der dramatischen Stille um den Philosophen verschluckt?
Von Herbert Jaumann

Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich
Heinrich Meier über die Lehre Carl Schmitts
Von Jerker Spits