Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 1, Januar 2017

Kritik, Krieg, Literatur und Kunst
Zur Januar-Ausgabe 2017 mit Erinnerungen an Vergangenes und Blicken auf Kommendes
Von Thomas Anz

Schwerpunkt I: Literaturkritik und Medienpraxis

Essays

Literaturkritik in Zahlen
Eine statistische Auswertung des Innsbrucker Zeitungsarchivs zur deutsch- und fremdsprachigen Literatur
Von Michael Pilz und Veronika Schuchter

Zu Recht neidisch
Reden wir übers Geld: Ein Vortrag über den Beruf des freien Hörfunkautors
Von Herbert Hoven

Rezensionen

Der Lebensfüllesammler
Er war der Marcel Reich-Ranicki des Kaiserreichs und der Weimarer Republik: Deborah Vietor-Engländers große Biografie über den Theaterkritiker und Lyriker Alfred Kerr
Von Oliver Pfohlmann

Die selbsternannten Literaturermöglicher
Eine Studie des US-Buchhistorikers und Ideengeschichtlers Robert Darnton stellt gängige Vorurteile über die Zensur infrage
Von Oliver Pfohlmann

Keine reinen Geschmackssachen
Hanns Frericks sucht in „Was ist ein guter Roman?“ nach objektiven Beurteilungskriterien
Von Bozena Anna Badura

Bleiwüste der Banalitäten
Volker Weidermanns „Dichter treffen“ dokumentiert unfreiwillig das Elend der deutschen Literaturkritik
Von Lothar Struck

Schwerpunkt II: Krieg und Kunst vor 100 Jahren

Essay

Patriotismus und Wirklichkeitsverlust?
Gottfried Benns Geschichtsschreibung über die Okkupation in Belgien (1914-1918)
Von Hubert Roland

Rezensionen und Hinweise

Dada und kein Ende
Publikationen im 100. Jubiläumsjahr 2016
Von Klaus Hammer

Über die Ästhetik der Gewalt
Einige Annäherungen an Kriegsbilder in Fotografie und Malerei
Von Daphne Tokas

Reihenweise Krieg
Ein Katalog vermisst die Beziehung von Welt- und Feldliteratur im Ersten Weltkrieg
Von Niels Penke

Der Erste Weltkrieg als Katalysator der europäischen Moderne
In „Einsatz der Dichtung“ folgt Alexander Honold den Wechselbeziehungen von Krieg und Literatur
Von Tobias Schmidt

Pazifistin, Feministin und Literatin
Der Sammelband „Literarischer Pazifismus und pazifistische Literatur“ würdig Bertha von Suttner anlässlich ihres 100.Todestags
Von Rolf Löchel

Der Krieg und die Frauen – Aibe-Marlene Gerdes und Michael Fischer haben einen Tagungsband zum Thema „Geschlecht und populäre Literatur im Ersten Weltkrieg“ herausgegeben

Geschichte und Politik

Trump

Falscher Prophet
Der kommende US-Präsident Donald Trump gewann die Wahl mit altbekannten Verschwörungstheorien. Einblicke in antisemitische Narrative aus Nordamerika
Von Jan Süselbeck

Der falsche König auf dem Thron
Georg Seeßlen erklärt den Aufstieg Donald Trumps aus dem Geist der amerikanischen Popkultur
Von Stefan Höppner

Rezensionen

Blick in den Höllenschlund
Ian Kershaw erzählt in seinem meisterlichen Buch „Höllensturz“ die Geschichte der europäischen Selbstzerstörung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Von Jörg Auberg

Gewerkschaftsgeschichte reloaded
Die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten im Licht der Erinnerungsgeschichte
Von Jens Flemming

Gewissen kontra Macht
Petra Couvée und Peter Finn arbeiten „Die Affäre Schiwago“ in Zeiten des Kalten Kriegs zwischen Kreml und CIA auf
Von Volker Strebel

Gedenktage

Heimitovon Doderer

Die Vermessung der Welt von gestern
Klaus Nüchterns „Kontinent Doderer“ lädt zur Wiederentdeckung eines modernen Klassikers ein
Von Albert C. Eibl

Heimito von Doderer: Hinweise zu seinem 50. Todestag

Zygmunt Bauman

Der Tod, die Moderne und der Müll
Nachruf auf Zygmunt Bauman und seine kritischen Sozialtheorien
Von Matthias Junge

Zum Tod von Zygmunt Bauman: aus dem Archiv von literaturkritik.de

Fred Wander

Erzählen als ‚heilige‘ Handlung
Fred Wander wäre am 5. Januar 2017 hundert Jahre alt geworden
Von Anja Thiele

Nachträge

Zu Leonhard Cohen

Eine Feier der Liebe angesichts des Todes
Leonard Cohens letztes Album „You want it darker“
Von Ralf Rättig

Eine Goldmedaille für den Mount Everest
Ein Gespräch mit Leonard Cohens Biografin Sylvie Simmons
Von Sascha Seiler

Pop und die Ästhetik des Bösen
Ein Vergleich zwischen der Lyrik Leonard Cohens und Charles Baudelaires
Von Sandy Lunau

Zu Peter Weiss

Der Autor ins Recht gesetzt
Jürgen Schutte hat die „definitive“ Ausgabe der „Ästhetik des Widerstands“ herausgegeben
Von Arnd Beise

Appelle an die Öffentlichkeit
Neue Texte von und zu Peter Weiss (1916-1982) beschreiben den Autor als leidenschaftlichen kritischen Intellektuellen
Von Beat Mazenauer

Filmkritik

In the Mood for Poetry
Jim Jarmusch erzählt in dem Film „Paterson“ von der alltäglichen Schönheit im Leben eines dichtenden Busfahrers
Von Dominik Rose

Für Tories nicht geeignet
Ken Loachs neuer Film „I, Daniel Blake“ rechnet ab mit Austeritätspolitik und dem Zerfall des britischen Sozialsystems
Von Maria Roca Lizarazu

Deutschsprachige Literatur

Zwei Familien – ein Jahrhundert
Kathrin Schmidt legt mit „Kapoks Schwestern“ erneut einen großen Zeitroman vor
Von Dietmar Jacobsen

Eine Frau fürchtet sich
In Brigitte Kronauers Roman „Der Scheik von Aachen“ wird das Erzählen zur Trauerarbeit
Von Peter Mohr

Der Unterschied zwischen Verbrechern und Millionären
Clemens Bergers philosophischer Roman regt zum Nachdenken an – über Freiheit, Geld und Pandas
Von Christina Dittmer

Scherz, Ironie und der tiefere Sinn
„Lippen abwischen und lächeln“ versammelt Max Goldts beste Stücke
Von Stefan Tuczek

Beobachten und beobachtet werden
Marie Malcovati legt einen Debütroman vor, der durch Multiperspektivität und Komik überzeugt
Von Isabel Steinmetz

Ausblick im Nebel
„Zwölf Bagatellen“ von Martin Mosebach
Von Helmut Sturm

Aufs Absurde reduziert
Mit „Mississippi Orangeneis Blues“ veröffentlicht Tobias Premper ein Kleinod surrealistischer Fragmentprosa
Von Julian Ingelmann

Kuckucksuhren in Kadıköy
„Istanbulw:orte“ von José F.A. Oliver
Von Klaus Hübner

Zeiten-Wechsel mit „Omi“
Helmut Kuhn ist mit der Romanfigur Holli Umsiedler ein warmherziger Vergangenheitsforscher gelungen
Von Renate Schauer

Stirb und werde
Über Norbert Hummelts Gedichtband „Fegefeuer“
Von Thorsten Schulte

Lehrreiche Zeit in Berlin
Lea Goldberg erzählt in ihrem Künstlerroman „Verluste“ vom Leben eines jüdischen Intellektuellen in den letzten Tagen der Weimarer Republik und kurz nach der Machtergreifung
Von Galina Hristeva

Das glanzlose Elend der Prostituierten
Mit Else Jerusalems „Der heilige Skarabäus“ wurde der bedeutendste Bordell-Roman des 20. Jahrhunderts neu aufgelegt
Von Rolf Löchel

Der dunkle Kuss
Volker Kutschers sechster Roman um den Berliner Kommissar Gereon Rath spielt 1934 vor dem Hintergrund des sogenannten „Röhm-Putsches“
Von Dietmar Jacobsen

Mehrheimisch
Fremdsein mit Francesco Micieli
Von Klaus Hübner

Hybrid aus Fiktion und Fakten
Eine Romanbiographie über Irmgard Keun
Von Liane Schüller

Hinweis

„Die kurze Freiheit. Berlin 1953“ – Ein Jugendroman von Petra Milz über die Verlockungen des Westens in der damaligen DDR

Fremdsprachige Literatur

Die Autobiografie-Falle
In seinem ersten Roman nach elf Jahren verarbeitet Jonathan Safran-Foer das Ende seiner Ehe – auch, wenn er es selbst nicht zugeben will
Von Sascha Seiler

Literarischer Feminismus
Colm Tóibíns Roman „Nora Webster“ ist wie seine Protagonistin zurückhaltend, aber vielschichtig
Von Regina Roßbach

Von Menschen und Pflanzen
Die Südkoreanerin Han Kang lässt in ihrer Erzählung „Die Vegetarierin“ das Timbre ovidscher Metamorphosen in einer entmythisierten Gegenwart anklingen
Von Isabel Kriegel

Hoffnung in der Hölle
Garth Risk Hallbergs fulminanter New-York-Roman „City on Fire“ wagt viel und gewinnt meist
Von Gunnar Kaiser

Der sephardische Jude Joseph Nasi in Konstantinopel
Wu Ming erzählen in „Altai“ aus einem wenig bekannten Kapitel der Geschichte
Von Tobias Gunst

Wenn der Sprachlehrer zur Spitzhacke greift
Javier Marías‘ Erzählungen „Keine Liebe mehr“
Von Peter Mohr

Etwas gerät ins Rutschen
In seinem Debütroman „Die Gesichter der Wahrheit“ erzählt Donal Ryan aus 21 Einzelperspektiven, wie die irische Finanzkrise das Land und seine Menschen veränderte
Von Dietmar Jacobsen

Die verlorene Ehre der Gina Davies
Richard Flanagans beklemmend aktueller Roman „The Unknown Terrorist“ über eine mediale Hetzjagd liegt nun in deutscher Übersetzung vor
Von Peter Mohr

„Wie alles auf dieser Welt sind auch die Tropengewitter flüchtig in ihrer Ewigkeit“
Der kolumbianische Autor Tomás González erzählt von einem unlösbaren Vater-Sohn-Konflikt
Von Martina Kopf

Die unendliche russische Seele
Über Mathias Énards „Der Alkohol und die Wehmut“
Von Bernhard Judex

Die „neue Achmatova“ liebt Tomatensauce und ist keusch
Julia Kissinas „Elephantinas Moskauer Jahre“ erzählt vom bohème-artigen Lebenswandel einer kleinen Poetin in der Sowjetunion
Von Ksenia Gorbunova

Trommelfeuer und Zeichenhülsen
Viktor Martinowitschs dystopischer Zukunftsroman „Mova“ bewegt sich zwischen Thriller und Sprachphilosophie
Von Manfred Roth

Unter Vorbehalt
Anne Enright schreibt in „Rosaleens Fest“ über die vergebliche Suche nach bedingungsloser Liebe
Von Sarah Riescher

Liebe und Schreiben in Zeiten der Diktatur
Ismail Kadares Roman „Die Dämmerung der Steppengötter“ liegt erstmals in deutscher Übersetzung vor
Von Bernhard Walcher

Generationenporträt einer Flapper
Zelda Fitzgeralds Erzählungen sind erstmals auf Deutsch erschienen
Von Sandra Folie

James Tiptree Jr. in Höchstform
Der erste Science Fiction-Roman der bekannten SF-Autorin liegt endlich in neuer Übersetzung vor
Von Rolf Löchel

Origami des Rechts
Candice Fox weiß, wohin ihre Helden gehören: „Hades“ und „Eden“ drehen noch fester an der Racheschraube im Krimi
Von Walter Delabar

Wie ein britischer Offizier anständig durch den Krieg irrt
Evelyn Waughs autobiografisch inspirierter Roman „Ohne Furcht und Tadel“ in neuer Auflage
Von Sylvia Heudecker

Literaturwissenschaft

Medienfantasien
Björn Hayer wandert durch die Medienlandschaften der Gegenwartsliteratur
Von Markus Steinmayr

Das Buch zum Comic zum Buch
Juliane Blank stellt eine neue Methode zur Analyse von Literaturcomics vor
Von Stefan Höppner

Asymmetrische Informationen und Rattenrennen
Michael Horvath spürt ökonomische Theorien in der Literatur auf
Von Nicole Mattern

Vom Nutzen der Irritation
Teresa Kovacs entwickelt anhand der Theatertexte Elfriede Jelineks eine Ästhetik der Störung
Von Manuel Bauer

Neu war immer nur das Alte
Daniela Henke liefert eine weitere postmoderne Deutung von Christoph Ransmayrs Werk
Von Markus Oliver Spitz

Große Poesie – mit bayerischen Wurzeln
Der Dichter Paul Wühr und sein Erklärer Jörg Drews
Von Klaus Hübner

Kunst und Leben
Hans Höller und Arturo Larcati über einen noch unentdeckten Gedicht-Zyklus in Ingeborg Bachmanns Werken
Von Rolf Löchel

Die Kunst, Abschied zu nehmen
George Prochnik begibt sich auf Stefan Zweigs Spuren im Exil
Von Galina Hristeva

Produktive Disharmonien
Daniel Schubbe und Søren R. Fauth legen einen längst überfälligen Sammelband zu Schopenhauers und Goethes Wechselbeziehung vor
Von Daphne Tokas

Die De-/Konstruktion des „Kämpfers“ Lessing
Eine Re-Lektüre von Franz Mehrings „Lessing-Legende“
Von Axel Schmitt

Unterwegs im Reich der Akten, Sammlungen und Nachlässe
Ein Handbuch über Theorie, Geschichte und Praxis des Archivs von Marcel Lepper und Ulrich Raulff
Von Jens Flemming

Translation als literarische Fiktion
Reinhard Babels Dissertation zur Hermeneutik, Poetik und Ethik des Übersetzens
Von Isabelle Lux

Hinweise

Friedhelm Rathjen beschäftigt sich in „Zettelwirtschaft“ mit dem Spätwerk Arno Schmidts

Eine „kleine deutsch-französische Literaturgeschichte“ – herausgegeben von Hubert Roland

Expressionistinnen – die vierte Ausgabe der Zeitschrift „Expressionismus“ widmet sich den weiblichen Angehörigen der Stilrichtung

Das „Raabe-Jahrbuch 2016“ ist erschienen

Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaft

Interdisziplinäre Reflexionen zwischen Bild, Ton und Schrift
Drei medien- und filmwissenschaftliche Publikationen haben in den letzten Jahren endlich etwas Staub aufgewirbelt
Von Daphne Tokas

All about Jazz
Der preisgekrönte Autor Wolf Kampmann liefert ein mit Anekdoten und Fakten prall gefülltes Grundlagenwerk
Von Sebastian Meißner

Die Bedeutung des Nebensächlichen
Henning Sußebach erkundet in ausgezeichneten Reportagen die gesellschaftliche Lage in Deutschland
Von Tim Heptner

Wo Russland endet
Katerina Poladjans und Henning Fritschs Reisebericht über Russisch-Fernost
Von Daniel Henseler

Der Glaube der Anderen
Zu Björn Bickers Recherchetext „Was glaubt ihr denn“
Von Britta Caspers

Von Frauen und Affen
Gloria Steinem nimmt die LeserInnen mit auf ihre feministischen Reisen
Von Rolf Löchel

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Entdeckung – Echtheit – Eigenart – Gemeinschaft
Peter Raedts über die Konstruktion des Mittelalters in der Moderne
Von Jelko Peters

Typus und Antitypus in der Bibel
Werner Telesko zeigt Möglichkeiten ihrer Anwendung in der christlichen Kunst der Vor-Aufklärung
Von Stefanie Leibetseder

FSK 18 oder jenseits von Sitte und Moral das ‚tobende Leben‘?
Satu Heiland thematisiert auf 380 Seiten die ‚Visualisierung und Rhetorisierung von Geschlecht‘
Von Jörg Füllgrabe

Als hohe Geistlichkeit die Welt(en) definierte
Mona Kirsch thematisiert Organisation, Verhandlungen und Rituale in einer Arbeit über „Das allgemeine Konzil im Spätmittelalter“
Von Jörg Füllgrabe

Hinweise

Ulrich Drüner hinterfragt die Selbstinszenierungen Richard Wagners im historischen Kontext

H.-Georg Lützenkirchen schreibt über „Rolandseck. Wetzlar. Laboe“

Soziologie und Philosophie

Wer hat Angst vor Tom Wolfe?
Über gelehrte Eitelkeiten und die Debatte um angeborene Universalität oder kulturelle Relativität der Sprache
Von Gerhard Lauer

„Kindler Klassiker“ wird philosophisch
Ein neuer Auswahlband von Kindlers Literatur Lexikon ist erschienen
Von Manfred Orlick