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Berger schrieb uns am 13.12.2017
Thema: Sandra Friehlinghaus: Der unsichtbare Sinn des Romans
Robert Gwisdeks erster Roman „Der unsichtbare Apfel“ verwirrt seine Leser mit Kreisen und Dreiecken

Frau Friehlinghaus, ich habe Ihre Kritik gelesen und war völlig baff. Sie haben genau das Gegenteil von dem geschrieben, was ich empfinde. Ich befürchte, Sie haben dieses Buch gar nicht verstanden. - Entweder es kommt noch oder es kommt nimmer.

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Uta Padmini schrieb uns am 29.11.2017
Thema: Alexandra Pontzen: (K)ein Œuvre ohne Plot
In „Du sagst es“ erzählt Connie Palmen Sylvia Plaths Leben aus Ted Hughesʼ Sicht

Antwort auf die Kritik: Ich finde das Buch großartig, kümmer mich allerdings nicht um Experten-Herangehensweisen! Nach den vielen ziemlich peinlichen Biografien über Sylvia Plath wird hier etwas möglich: das ganz Menschliche! Sie wird beiden gerecht und ich kenne alle Texte von Plath, auch ihre Tagebücher und sie hatte tatsächlich dieses Vorurteil gegenüber zu emanzipierten Frauen...Ich finde der Connie Palmen ist da ein ganz großer Wurf gelungen und wie gesagt, ob das von der allg. Kritik auch so gesehen wird, spielt für mich keine Rolle.

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Mira Röder schrieb uns am 28.11.2017 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Rolf Löchel: Wo der Wurm drin ist
Frank Schätzings nur an Umfang gewichtiger Wissenschaftsroman "Der Schwarm"

Die Kritik hat mich nur an einer einzigen Stelle amüsiert: Bei der Überschrift.
"Wo der  Wurm drin ist" Toll!

Ansonsten ja, hätte ich auch etwas zu kritisieren, die Charaktere haben mich auch nicht völlig überzeugt, die Figur Anawak z.B. fand ich in ihrer Zerrissenheit nicht stimmig. Ich hatte auch den Überblick verloren, in welche Frau er sich nun verknallt hat, kaum war eine tot, schwärmt er für die nächste.
Das Ende fand ich etwas enttäuschend, der Rückzug der Yrr kam etwas abrupt, ich hätte mir gewünscht, dass Anawak vielleicht noch einmal in seine Heimat zurückkehrt. ...

Davon abgesehen fand ich das Buch grossartig, konnte nicht aufhören zu lesen!
Wenn einen die Thematik interessiert, kommt man offensichtlich auch mit diesen Theorieblöcken zurecht.

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Werner Schlegel schrieb uns am 23.11.2017
Thema: Rolf Löchel: Hasset die Männer!
Vor 150 Jahren wurde die pessimistische Radikalfeministin Helene von Druskowitz geboren

Dr. Helene von Druskowitz - die übrigens nie einen Adelstitel besaß! - wurde erstmals 1995 von Marit Rullmann in "Philosophinnen. Von der Romantik zur Moderne" (1998 auch als Suhrkamp TB Nr. 2878) ausführlich "wiederbelebt". So viel Zitierehrlichkeit sollte sein - zumal Rullmanns beide Bände zum Standardwerk wurden, an dem sich viele nachfolgende Autorinnen ziemlich hemmungslos bedienten...

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Christoph Voigts schrieb uns am 21.11.2017
Thema: Norbert Mecklenburg: Aberglaube und Apokalyptik als Kunstgewerbe
Feridun Zaimoglu ist mit seinem Luther-Roman „Evangelio“ gescheitert

Auch ich muss meinem Frust über dies Buch Ausdruck geben.  Erste Zeilen des ersten Kapitels auf NDR Kultur vorgelesen und unvollständig gehört schien mit einer wortgewaltigen Sprache zu glänzen, die aber bei näherer Betrachtung zunehmend unauthentisch scheint, unflätig und gern etwas daneben, so dass sich ein leichtes Fremdschämen einstellt, z.B. bei augesprochen norddeutschen unzeitgemäßen und anderen deutlich selbst ausgedachten Ausdrücken. Luther als Psycho kennt man nicht wieder, hauptsächlich gut-teutscher Hass auf Welsche, Römlinge, Türken, Zigeuner und Juden, dazu Aberglauben, Frömmelei, Hexenglauben und Dämonenfurcht, nur wenige glaubhafte Gedanken (wie z.B. über die Eitelkeit des Entsagens und Büßens). Diesen Luther hätte man damals vermutlich in den Narrenturm gesperrt. Ich hab' das Buch zwar zu 100% bezahlt, aber nur zu gut einem drittel durchgelesen, ich langweile mich, es ist Zeitverschwendung; ich werde mir was anderes zu Lesen suchen.

Wie Zaimoglu formulierte: 'Muss der Muselmann uns Luther erklären?' Ne - muss er nicht. Sorry, aber Zaimoglu hat die deutsche Seele nicht wirklich verstanden.

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renate seitz schrieb uns am 19.11.2017
Thema: Marcel Reich-Ranicki: Jenseits der Literatur
Martin Walsers Roman „Jenseits der Liebe“

dieser über 40 jahre alten kritik schließe ich mich vollinhaltlich an. der mann ist ein langweiler, immer gewesen, leider immer noch. ganz schlimm wird es, wenn er seine werke selbst liest. könnte man das in flaschen abfüllen - ein wundermittel gegen schlaflosigkeit wäre gefunden. schade, dass es keine kritiker mehr vom format des mrr gibt, ewig schade!

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Johannes Stier schrieb uns am 16.11.2017 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Johannes Stier: Viel Feind‘, viel Ehr‘
Patsy L’amour LaLove veröffentlicht mit „Beißreflexe“ einen undifferenzierten Rundumschlag gegen Queer Theory und queeren Aktivismus

Herr Kunstreich hat vollkommen recht. Das Buch verfügt über ein Literaturverzeichnis, in dem von den AutorInnen verwendete Texte aufgeführt sind. Alle direkten Zitate werden von ihm in seinem Beitrag auch belegt. Bei anderen Informationen und indirekten Zitaten, etwa dem Bezug auf Freud oder der Biographie des Attentäters von Orlando, fehlen diese Angaben allerdings. So bleibt die Quelle dieser Aussagen im Dunkeln. Dies betrifft dabei auch andere Beiträge des Bandes. Meine Kritik richtet sich nicht auf das absolute Fehlen von Belegen, sondern ihr Fehlen an Stellen, an denen sie in meinen Augen, auch außerhalb von direkten Zitaten, notwendig gewesen wären.

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Tjark Kunstreich schrieb uns am 10.11.2017
Thema: Johannes Stier: Viel Feind‘, viel Ehr‘
Patsy L’amour LaLove veröffentlicht mit „Beißreflexe“ einen undifferenzierten Rundumschlag gegen Queer Theory und queeren Aktivismus

Ihr Autor lügt: Die Quellenangaben zu allen Texten des Bandes befinden sich am Ende des Bandes. Ich habe alle Zitate nachgewiesen.
Tjark Kunstreich

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Werner Faulstich schrieb uns am 04.11.2017
Thema: Walter Delabar: Platz auf dem Nippesregal
Jan Wagner erhält den Preis der Leipziger Buchmesse 2015 in der Rubrik Schöne Literatur – aber was bringt das der Lyrik?

Sehr geehrter Herr Kollege Delabar,

gerade bin ich im Netz über Ihren kritischen Textbeitrag „Platz auf dem Nippesregal“ gestoßen. Ich stimme Ihnen voll zu und finde die Kritik, die man Ihnen entgegenbringt, fehl am Platz. Sie sollten also unbedingt bei Ihrem Befund bleiben, denke ich.
Danken möchte ich auch für die breiten Ausführungen zu Funktionen und Bedeutung von Lyrik generell. Ich empfinde sie als sehr anregend.
Allerdings bin ich verwundert darüber, dass Sie bestimmte Faktoren, mit denen man die heutige Vernachlässigung von Lyrik erklären könnte, außen vorlassen. Ich würde gerne zwei Punkte dazu herausstellen:

Erstens ist ja gar nicht richtig, was immer behauptet wird:
Wir Leser hätten einfach kein Interesse an lyrischen Texten. Ein guter Beleg dagegen wäre die große Verbreitung von Gedichten in Form von Popsongs und Schlagern. Auch gesungene Lyrik, trivial oder nicht, ist natürlich Lyrik (wenn auch in der besonderen Kombination mit Musik). Dass Bob Dylan letzthin den Literaturnobelpreis erhalten wird, ist also durchaus plausibel. Hier scheint sich ein generelles Defizit der deutschen Literaturwissenschaft auszuwirken, und wohl auch deswegen hat man auf dem letzten Germanistenkongress eine abnehmende Relevanz der ganzen Disziplin beklagt. Ich meine den Tatbestand, dass man in der Germanistik heute immer noch auf einem Literaturbegriff des 18. Jahrhunderts beharrt – mit dem ausschließlichen Bezug auf Printmedien, speziell das Buch. Natürlich gibt es inzwischen zahlreiche andere Medien, in denen es ebenfalls „Literatur“ gibt (im Medium Heftchen etwa den Heftchenroman und den Comic, im Medium Radio das Hörspiel, im Medium Film den Spielfilm, im Medium Fernsehen das Fernsehspiel und die Serie usw., längst auch interaktive Computerliteratur im Netz). Ein supramedialer Literaturbegriff, wie er seit langem vorliegt, wurde von der Germanistik leider bis heute nicht akzeptiert. Ganz im Gegenteil drückt man sich verzweifelt nach wie vor beim Medium Theater um die Inszenierung und die Aufführung herum (Theater ist ja ein live-Medium) und verhandelt stattdessen, verkürzend und verfälschend, den Dramentext (wieder als gedruckten).
(Dieses Defizit gilt übrigens auch für die Literatur“kritk“, die eine ernsthafte Literatur“wissenschaft“, mit reflektierten Methoden, einer rationalen Begrifflichkeit und einer intersubjektiv nachvollziehbaren Analyse und Interpretation in keiner Weise ersetzen kann. Und auch dazu liegen schon methodologische Beiträge vor.)
Bilanz hier: Es liegt also an der Literaturwissenschaft/Germanistik selber, dass Lyrik immer wieder ausgegrenzt und auf das „Nippesregal“ verschoben wird. Es ist in ihrem Sinn.

Zweitens wird heute eine Art Lyrik mehr oder weniger exklusiv bevorzugt, die ganz bestimmte Eigenarten hat. Darunter fallen auch die Werke von Jan Wagner. Ich habe mir die Mühe gemacht, sein Bändchen „Regentonnenvariationen“, für das er den Leipziger Buchpreis und inzwischen auch den Georg Büchner-Preis bekommen hat, genauer zu lesen. Von dem Autor ist bekannt, dass er freundlich ist, charmant und vor allem unglaublich belesen, und er hat ja auch zuvor bereits zahllose andere Preise erhalten (die ich ihm selber natürlich von Herzen gönne). Leider finde ich seine Texte ausnahmslos völlig unverständlich. Ich erspare mir, das nun seitenweise zu belegen.
In der Süddeutschen Zeitung und anderswo lese ich das Urteil der Kritiker: „spielerische Sprachfreude, meisterhafte Formbeherrschung, musikalische Sinnlichkeit und intellektuelle Prägnanz“. Wie bitte? Wenn das keine bloßen Phrasen sind, verstehe ich auch die Begründungen nicht. Wie kann es also zu den Auszeichnungen kommen?
Ich habe zwei gestandene Germanisten befragt und keiner hat mir geantwortet. Ich vermute, sie wollen mich nicht verletzen, sonst müssten sie vielleicht meinen Mangel an Qualifikation herausstellen. Müssen wir uns also vor den Kompetenzen der Kritiker und Juroren, denen man nicht das Wasser reichen kann, verbeugen? Müssen wir peinlicherweise einen Mangel an eigenem literarischen und kulturellen Wissen gestehen?
Ich habe dazu eine kleine Theorie aufgestellt. Sie geht so: Der Autor verwendet ganz unterschiedliche Momente der früheren Literaturgeschichte und bringt sie erstmals zusammen (z.B. rhetorische Merkmale von Shakespeare, Versrhythmen von Schiller oder Goethe und den Aufbau wie bei George). Das ergänzt er durch eigene originale Bilder. So weit so gut. Die Kritiker nun sind ebenfalls sehr belesen und fühlen sich kompetent, hier ein Urteil zu sprechen. Da sie ja selber lyrisch nicht produktiv sind, sind sie besonders stolz darauf, ihre Kenntnisse wenigstens in der „Kritik“, im Lob anwenden zu können. Sie bewerten also diejenigen Gedichte als besonders wertvoll und preiswürdig, bei denen sie ihr literarisches und kulturelles Wissen gleichsam beweisen können. Mit anderen Worten: Der Wert von Literatur wird hier gemessen an dem Wiedererkennen von traditionellen Merkmalen gemäß den Kritikern. Es gibt offenbar einen Zirkel, eine Art System im derzeitigen Literaturbetrieb, bei dem die tausend deutschen Hobbydichter natürlich programmatisch ausgeschlossen bleiben – sie werden ja von den Literaturkritikern gar nicht gelesen.
Die zweite Bilanz lautet demnach: Diese „zeitgenössische Lyrik“ kann nicht nur von mir, sondern auch von den vielen anderen „normalen“ Menschen gar nicht verstanden werden. Sie ist exklusiv. Eben deshalb wird sie von der Mehrheit auch nicht rezipiert. Die zeitgenössische Germanistik und die zeitgenössischen Lyrikautoren und die zeitgenössischen Lyrikkritiker verhindern, das heutige Lyrik bei den potentiellen Lesern überhaupt ankommt.

Sie sehen: Wir brauchen nicht nur eine neue Germanistik, mit einem neuen Literaturbegriff und mit wissenschaftlichen Methoden bei Analyse und Interpretation, sondern auch eine neue Art von Literaturkritikern und nicht zuletzt die Einbeziehung von anderen Lyrikdichtern, die sich nicht der vielen latenten Anspielungen auf frühere Literaturwerke bedienen. Das heißt aber auch: Shakespeare, Goethe, Schiller, George und die vielen anderen klassischen Lyriker bis Brecht könnten heutzutage nicht einmal im Ansatz einen solchen Preis bekommen, denn sie würden bei den heutigen Kritikern und Juroren schlicht durchfallen. Ich finde, vielleicht im Einklang mit Ihnen: „Nippes“ sollten endlich einmal kritisch reflektiert und dorthin befördert werden, wohin sie gehört.

Ich entschuldige mich für die Langatmigkeit und wünsche Ihnen gleichwohl ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Faulstich

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Brigitte Thoms schrieb uns am 01.11.2017
Thema: Norbert Mecklenburg: Aberglaube und Apokalyptik als Kunstgewerbe
Feridun Zaimoglu ist mit seinem Luther-Roman „Evangelio“ gescheitert

Ich habe mich stur durch den sumpfigen Text dieses Werkes gekämpft. Immer in der Hoffnung, es möge sich noch zum Guten wenden. Tat es nicht. Gar nicht. Bis zum Schluss nicht. Ich kann nicht glauben, dass ein Autor den Text als lesenswert betrachtet. Und ich kann noch weniger glauben, dass sich ein Verlag dafür finden lässt. Aber es geht um Luther und  lässt sich 2017 eben in klingende Münze umsetzen.  Und zum Thema Luther in diesem Roman gibt es nur zu sagen: unterirdisch!

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Christian E. schrieb uns am 23.10.2017
Thema: Sina de Malafosse: Die Dämonen des versäumten Lebens
Tristan Garcias vielschichtiger Roman „Faber“ gibt den Ängsten der französischen Mittelschicht eine Gestalt

Das im Buch beschriebene Städtchen heißt "Mornay", nicht "Monray". Die Übersetzerin macht auch eine einige interessante Nachbemerkungen in diesem Buch, unter anderem zur Namensfindung des Städtchens. Viele Grüße aus Hamburg, C. Eils

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Raimund Dehmlow schrieb uns am 20.10.2017
Thema: Rolf Löchel: Licht und Schatten
Laurie Pennys „Bitch Doktrin“ hält zum Glück nicht, was der Titel verspricht, sondern bietet eine Zusammenstellung ihrer jüngsten Essays

Kein Beitrag von Rolf Löchel, der nicht einen Fußtritt für Otto Gross bereithält, diesmal: "So propagierte der sich als Matriarchatsverfechter gebende misogyne Anarchist Otto Gross die Poliamorie um 1900 zwar mit kruden, wenn nicht verlogenen, aber keineswegs kindischen Theorien." Mag sein, dass der Autor dem Grundsatz folgt, dass "man [...] das Wahre immer wiederholen [muß], weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird", ich halte Otto Gross weder für misogyn, noch seine Theorien für krude oder verlogen.

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Ines Kremer schrieb uns am 17.10.2017 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Ines Kremer: Verspielt und grausam wie das Leben
Boris Vians „L’Écume des jours“ neu übersetzt

Lieber Frank Heibert, haben Sie vielen Dank für die Anmerkungen. Selbstverständlich habe ich mich nicht nur mit dem Original, sondern auch mit Ihrer Übersetzung von L'Écume des jours auseinandergesetzt. Mein Anliegen war es jedoch nicht, Übersetzungskritik zu üben; dies hätte einen Vergleich mit der bereits vorliegenden älteren Übersetzung erfordert, was das Ziel dieser Rezension verfehlt hätte, nämlich: dem deutschen Publikum einen modernen Klassiker der französischen Literatur näher zu bringen. Da Ihre Übersetzungsentscheidungen (wie das von Ihnen erwähnte "Lotus" anstatt
"Seerose" für "nénuphar") zum Teil recht ungewöhnlich sind und zumindest
kontrovers zu diskutieren wären, habe ich bewusst darauf verzichtet, die entsprechenden Worte in der von Ihnen gewählten
Übersetzung anzugeben.
Was den Begriff des "Peter-Pan-Syndroms" betrifft, beziehe ich mich auf den gleichnamigen Text von Dan Kiley.
Herzliche Grüße von Ihrer Ines Kremer.

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J. Jefferson schrieb uns am 10.10.2017
Thema: Rolf Löchel: Wo der Wurm drin ist
Frank Schätzings nur an Umfang gewichtiger Wissenschaftsroman "Der Schwarm"

Sehr geehrter Herr Löchel

Ich habe ihre Kritik gründlich und unvoreingenommen gelesen, da ich das Buch zu jenem Zeitpunkt weder besessen, noch gelesen hatte. Nun, drei Jahre Später, nach zehnmaligem Lesen des Schwarms, schreibe ich diesen Leserbrief, um ihnen mitzuteilen, dass ich ihren Ton und die meisten ihrer Kritikpunkte für unangebracht und unangemessen halte. Zum Sexismus: Ich denke, sie interpretieren zu sehr in Figuren, Aussagen und Handlungen hinein. Reaktionen von Figuren sind oftmals durch gute Freundschaften und Idolisierungen beeinflusst. Sicher, manche Figuren erfüllen Klischees etwas zu gut, allerdings fallen viele auch völlig aus dem Rahmen klassischer Klischees hinaus. Figuren weisen durchaus Charaktertiefe und interessante
Eigenschaften auf. Schätzing versteht sich allerdings darauf, diese in den Hintergrund zu rücken, sie kurz, aber dafür umso wirkungsvoller zu gestalten. Sigur Johansons, der ein Schöngeist und auf den ersten Blick perfekt zu sein scheint, aber hinter sich eine Spur verfallener Häuser hat. Anawak, der seine Vergangenheit ignoriert, aber schließlich von ihr eingeholt wird. Ich habe für diese und andere Menschen im Buch gehofft, dass es eine Lösung gibt. Schätzing hat ein Buch mit einem wundervollen, detaillierten, akkuraten Plot erschaffen, der zwar etwas weit ausholt, aber mit umso mehr Wucht einschlägt. Da kann man leichte sprachliche Differenzen zu der 'hohen' Literatur ignorieren und gutheißen, da es die Figuren menschlicher und weniger wie Plotzahnräder erscheinen lässt. Alles in allem liest sich das Buch sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch hervorragend. Es ist ein Lehrbuch, eine Moralpredigt, ein Thriller und ein Horrorstreifen zugleich. Ich habe mein halbes Leben mit diesem Buch verbracht, und es mindestens einmal pro Jahr gelesen. So konnte ich von der Sichtweise eines Grundschülers in die eines Sechzehnjährigen hineinwachsen und das Buch in vielen Lichtern und Spektren sehen. Aber gleich aus welcher Perspektive, ich habe das Buch immer genossen und werde es auch weiterhin tun.

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Frank Heibert schrieb uns am 07.10.2017
Thema: Ines Kremer: Verspielt und grausam wie das Leben
Boris Vians „L’Écume des jours“ neu übersetzt

Liebe Ines Kremer, ich habe mich sehr gefreut, dass Sie meine Neuübersetzung von Vians Hauptwerk besprechen. Schade, dass Sie offenbar das Buch selbst gar nicht gelesen haben, denn einige Übersetzungslösungen, die ich mir gut überlegt habe, sind bei Ihnen nur falsch zu finden: es müsste heißen Drinklavier statt  Pianocktail, Dublaten statt Doublonen, Lotus statt Seerose. Nur konsequent also, dass Sie auf den Punkt der Neuübersetztheit nicht eingehen. Und zu Ihrem Peter-Pan-Einstieg: Colin und Chick sind 22 ... Verwunderte Grüße von Ihrem Frank Heibert

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Hellmut Fried schrieb uns am 03.10.2017
Thema: Jörg Auberg: Vom Sterben zweier „obskurer Radikaler“
Upton Sinclairs Roman „Boston“ liegt in einer deutschen Neuübersetzung vor

Sehr geehrter Herr Auberg,

zu ihrer Rezension des Romans von Upton Sinclair bleibt nach dem letzten Absatz doch die Frage: "Was soll in einer ansonst sachlich gehaltenen Besprechung derartige Unsachlichkeiten dem Leser sagen?"
Wozu die Erwähnung wo wer auf der Gehaltsliste von wem steht?
Und:"Schwadronieren?" Trifft es nicht auf ihre wertende Wortwahl selbst
zu?
Das Lukaczs' Ausführugen über "bürgerlichen Realismus" und die seinerzeit geführte Debatte immerhin heute noch für Literatur - und Romantheorie durchaus von Wert sind - auch nicht?
Oder die von Dietmar Dath vorgenommene Ein- und Zuordnung in die damalige ideologische Auseinandersetzung auch nicht?
Es bleiben Fragen,
die ihre eigene "ideologische" Haltung betreffen - oder?

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thomas p. eggeling schrieb uns am 30.09.2017
Thema: literaturkritik.de

als theologe u. philosoph - 'heideggerianer' auch noch - befürchte ich gleich von der erlauchten germanistenschaft ohnehin nicht so ganz ernst genommen zu werden, wenn ich hier  als 'neuleser' ansetze, i.d. gebotenen kürze meine ersten eindrücke vom projekt  'lk.de' zu schildern. immerhin erscheint es in marburg, dort habe ich gelebt, studiert u. all das getan, was ein jünger n
mensch in den
meinte  nicht versäumen zu dürfen. freilich war meinerzeit das Internet noch nicht einmal gedacht vermutlich literaturkritik. de auch nicht. seit Ca. 35 jahren selbst (auch; u.a.) mit der literaturkritik zunehmend frustriert i.d. letzten jahrenbeschäftigt  staune ich hier.über die nachgerade preußische
ordnung der seite und den vielen unterordnungen u. anweisungen, die erst einmal zur Kenntnis genommen u./o. befolgt werden wollen, um schließlich daß lesen oder, wie hier, schreiben zu kö nnen u. zu dürfen, was den gezeigten u. zugeneigten leser als rezeptienten so beschäftigen mag. für den leserbrief freilich sind extra ordinare vorraussetzngen zu beachten - schmähungen , da  könnte jeder Auskunft geben, was darunter zu verstehen wäre: bitte aber keine; da mit nichtveröffentlichung gestraft wird. reich hätte wohl mit einer kritik hier nun gar nicht den hauch einer chance. susan sontag , mag sein, schon eher, konnte sie doch ohne ende bösartig texten, ohne daß das ziel
sogleich begriffen hätte, das    
beschossen wurde. mir als ehemals  langjähriger redakteur u. reporter des "borsrnblatts " ("Gespräche mit schriftstellern") ist diese ordnung , sind  die weisungen und Anweisungen bei u. von literaturkrtik .de  denn doch zu viel . mir will will scheinen, als  würde das lese vergnügen , die Rezeption u. gerade  auch die  'blatt'kritik bereits erstickt, bevor sie beginnen konnte. wenn die eigentliche "zielgruppe"natürlich allein die germanisti darstellen soll, mag das alles angehen. in der schule herrscht nun einmal ordnung...sche gemeinschaft  gschmähend texten, ohne das es einem sogleich bewußt werden würdekönnen u. zu dürfen, was einen gezeigten leser so beschäftigt. vermutlicht noch nicht einmal gedacht, literaturkritik de

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Philipp Joos schrieb uns am 18.09.2017
Thema: Christian Dinger: Zwischen Brüssel und Auschwitz
Robert Menasses großer Europa-Roman „Die Hauptstadt“ wirft einen Blick in die Arbeitszimmer der Europäischen Kommission

Nach der Lektüre der Rezension habe ich den starken Eindruck, ich müsse das Buch nicht auch noch lesen. Ist doch alles abgehakt, richtig, treffend und gut erzählt. Warum betonen die Rezensenten bei Menasse fast jedesmal, das Buch sei nicht langweilig? Gibt es so etwas wie Krypto-Langweiligkeit, weil nichts mehr ungesagt bleibt?

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Dr. Marion Merkelbach schrieb uns am 21.08.2017
Thema: Anne Amend-Söchting: Historie schlägt Intrige
Hochmittelalter und Renaissance in den Romanen von Marion Harder-Merkelbach

Gestern erhielt ich folgende Nachricht einer (mir unbekannten) Leserin bezgl. "Das Geheimnis des Medicus":
"Als würde ich da leben. Ich spüre die Zeit in jeder Zelle Leben, wenn ich die Zeilen lese. Selbst meine Nase nimmt all die Gerüche war und jene Bilder von all den unfassbaren Taten spielen sich vor meinem geistigen Augen ab, als wäre ich vor Ort. Mitten drin. Dabei. Betroffene. Zuschauerin. Alles in einem.

(vgl. auch die Rezensionen von (mir unbekannten) Rezensentinnen in der Badischen Zeitung:
href="http://www.badische-zeitung.de/literatur-und-vortraege/ketzer-kuenstler-wissenschaftler--116948258.html">http://www.badische-zeitung.de/literatur-und-vortraege/ketzer-kuenstler-wissenschaftler--116948258.html
http://www.badische-zeitung.de/literatur-rezensionen/bodenseele-busse-im-kloster-der-guenterstaler-schwestern--74657982.html

Wenn Leser/Rezensenten (s.a. Amazon Rezensionen, die sicherlich auch Kritik üben - vgl. mit Hedwig C.-Mahler ehrt mich) solche Kommentare schreiben, wie kann man dann alle drei Bücher als nicht lesenswert verurteilen. Zitat Frau Prof. Amend Söchting:
"Daraus erwächst weder ein literarisches Kunstwerk noch ein reißerischer Mittelalterroman noch eine lesenswerte Mischung aus beidem. In der Sequenz des Werdens dieser Texte war das Wissen ohne jeden Zweifel als erstes vorhanden. In dieses wurde ein Plot eingefügt, der sich als dürftig und holzschnittartig entpuppt, weil das Wissen nicht in ihn integriert ist, sondern das umgekehrte Prinzip herrscht. Die Woge des Wissens ertränken den Plot und seine durchaus guten Ansätze."
Ich hatte mit Frau Prof. Amend-Söchting einen E-Mail Austausch. Im Folgenden meine Gedanken zu ihrer Kritik:


Sehr geehrte Frau Professor Amend-Söchting,

Bitte erlauben Sie mir, dass ich mich nochmal an Sie wende. Ihre Rezension zu meinen historischen Romanen (Die Bodensee Romane) beschäftigt mich weiterhin. Es gibt einige Punkte, die mir nicht aus dem Kopf gehen und deshalb möchte ich den Versuch nicht auslassen, Sie diesbezüglich zu kontaktieren.

"Die meisten Charaktere bleiben flach und werden marionettenhaft von den Zeitläufen gesteuert.“
Der eigentlich sanftmütige Henker, der zu seiner Profession gezwungen wurde? Leonardo da Vinci (ich habe seine Persönlichkeit anhand seiner Tagebücher intensiv studiert)? Bruder Franziskus ? Der Hexenjäger Rudolf von Baden? - Passt da der Begriff marionettenhaft und flach?


"Wenn man den dritten Band, Das Geheimnis des Medicus, erstmals zur Hand nimmt und vorab einen Blick auf Harder-Merkelbachs Nachwort wirft, geht man davon aus, dass Leonardo da Vinci innerfiktional eine zentrale Rolle spielt.“

Das Nachwort wurde bewusst ein Nachtwort, da es die Erläuterung zu einer neuen Interpretation der Felsgrottenmadonna ist.

"Doch weit gefehlt: der Maestro hat lediglich im letzten Drittel des Romans seinen Auftritt und das, was von ihm in den Roman hineinspielt, erweist sich als nahezu intrigenirrelevantes Füllsel.“

Leonardo ist die Figur, in der sich Simarna als verfolgte Linkshänderin wiederfindet. Er ist der geniale, rationale, aber gleichfalls von der Gesellschaft hinterfragte Charakter, der die Hirngespinste und Mythen um Hexen (Flüge, Geschlechtsverkehr mit dem Teufel) rational widerlegt.

"Beim Lesen fragt man sich des Weiteren, was aus dem zweiten Kind von Simarnas Mutter, das angeblich noch lebte, geworden ist.“
Das Kind ist tot, weil ein Kind im Bauch einer toten Mutter nicht überleben kann.

"Und ein überdimensionales Fragezeichen bildet sich, wenn Matthias, ein glänzender Lateinschüler und studierter Mediziner, im letzten Dialog mit Simarna gesteht, dass er nie in der Lage war, ihre Geheimschrift (Spiegelschrift von rechts nach links) zu entziffern. Dieses Manko hätte zumindest einer Begründung bedurft.“

Wie oft und über wie viele Jahrhunderte wurde Leonardo da Vincis Spiegelschrift als eine von ihm eingesetzte Geheimschrift bezeichnet? (Der Brief wurde Matthias schon bald entwendet).

Für alle meine Romane habe ich mehrere Jahre recherchiert. Da ich gern recherchiere und wissenschaftlich arbeite, war es mein Anliegen, etwas anderes als die üblichen historischen Romane zu schaffen - nämlich die Verbindung von historischem Wissen und Fiktion.
Inzwischen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Qualität eines Buches vom Verlag abhängig gemacht wird. Ich habe mit Verlagen zusammengearbeitet, aber schlechte Erfahrungen gemacht. Außerdem liebe ich meine Unabhängigkeit, auch wenn der Preis dafür sehr hoch ist.

Es ist mir durchaus bewusst, dass ich meine literarische Qualität weiterentwickeln muss. Ich arbeite daran. Aber der Satz:

"Daraus erwächst weder ein literarisches Kunstwerk noch ein reißerischer Mittelalterroman noch eine lesenswerte Mischung aus beidem.“

ist ein Killer meiner langjährigen Arbeit. Zuschriften von Lesern geben mir zum Glück viel positives Feedback.
Zeitungen lehnen Rezensionen von Selbstverlegern von vorneherein ab - (eine Ausnahme ist die Badische Zeitung - das freut mich sehr. denn meine Bücher wurden (gut) rezensiert, ohne dass ich irgendwelche Kontakte zu den Redakteuren hatte).

So hatte ich mich natürlich auch über eine ausstehende Rezension bei Literaturkritik.de gefreut und bin nun selbstverständlich enttäuscht, dass die Absicht meiner Bücher in Universitätskreisen als „wenig lesenswert“ deklassiert wird – auch im Hinblick darauf, dass ich dem mittelalterliche Studienalltag viel Raum gegeben habe.

Gern würde ich natürlich das ein oder andere Zitat aus Ihrer Rezension verwerten. Dies ist aber nicht möglich, da jeder, der die Rezension bis zum Ende liest, die Bücher nicht in die Hand nehmen und schon gar nicht lesen wird. Sind Sie wirklich der Meinung, das wird dem Inhalt gerecht? Sie schreiben ja freundlicherweise von dem enthaltenen Potential :
„Von Anfang an ergeben sich eine Reihe von Situationen, deren Potenzial grandios ist und die geradezu nach weiterer Elaboration schreien. Es beginnt im ersten Band mit dem (als gotteslästerlich angesehenen) Sezieren von Leichen in Padua, bewegt sich über das erste Zusammentreffen mit der noch jungen Anna von Ulm und das Wüten der Pest in Konstanz bis hin zu den Umständen des Todes von Elisabeth. Weiter geht es in BodenSeele mit der Frage, warum Matthias und Simarna „seelenverwandt“ sind.“
„Quantitativ und qualitativ intensiv zeigen sich hingegen alle Szenen, in deren Mittelpunkt philosophisch-theologische Diskussionen sowie Kunst und Architektur stehen. So gewährt Harder-Merkelbach einen relativ profunden Einblick in die Situation des Übergangs vom Hochmittelalter zur Renaissance, greift etwa die strittige Frage auf, ob das Wissen der Kirchenväter mit dem Studium der antiken Schriften ergänzt werden dürfe. Die Bedeutung der Schnabelmaske während der Pestepidemie kommt genauso zur Sprache wie die Gewohnheit vieler Überlinger Bürger ihre Notdurft in der Öffentlichkeit zu verrichten. Mit der sehr detaillierten Darstellung architektonischer Projekte, so etwa die Planung des Neubaus von St. Peter in Rom, bleibt die Autorin ihrer Profession treu“
Es liegt mir nun viel daran, Sie zu bitten, Ihre oben genannten Feststellungen mit meinen Antworten in Ihrer Rezension abzugleichen. Da geht es nicht um Subjektivität, sondern das sind objektive Antworten.

Außerdem würde es mich freuen, wenn Sie Verständnis für diese Zeilen im Hinblick auf Ihre Kritik haben.

So verbleibe ich mit herzlichen Grüßen vom Bodensee

Marion Merkelbach


Dr. phil. Marion Merkelbach
www.marion-merkelbach.de

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Friedhelm Rathjen schrieb uns am 18.08.2017
Thema: Heribert Hoven: Durch die Ozeane des Menschseins
Arno Heller porträtiert Herman Melville als einen Schriftsteller, der „seiner Zeit um ein Jahrhundert voraus war“

Es sollte sich eigentlich langsam herumgesprochen haben, daß sich der Titel "Moby-Dick" korrekt mit Bindestrich schreibt, lediglich ältere deutsche Übersetzungen, schlechte englischsprachige Ausgaben und die bekannte Verfilmung lassen den Bindestrich weg. Soweit ich sehe, hat auch Arno Heller in seinem Buch den Bindestrich, weswegen eigentlich unbegreiflich ist, daß der Rezensent ihn wegläßt.

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Prof. Dr. Wolfram Malte Fues schrieb uns am 02.08.2017
Thema: Bernd Nitzschke: Hat der Frieden zwischen Israelis und Palästinensern heute noch eine Chance?
Moshe Zuckermann analysiert mit Marx und Freud die Geschichte eines Jahrhundertkonflikts – und sucht nach Wegen, die in die Zukunft weisen könnten

Sehr geehrter Herr Nitzschke

haben Sie grossen Dank für Ihre eingehende, kluge, informationsreiche und mutige Besprechung von Moshe Zuckermanns neuem Buch. Texte dieser Art werden (leider) immer notwendiger.

Mit freundlichen Grüssen

Wolfram Malte Fues
Prof. em. Dr. phil.

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Ron schrieb uns am 01.08.2017
Thema: Evi Zemanek: "Durch und durch poetologisch fokussierte Gedichte"
Katrin Jordan sucht Kohärenz und Kalkül in Goethes Sonetten

Goethe und Petrarca !

Sonett an die 19jährige Schönheit Minna Herzlieb

Mit Flammenschrift war innigst eingeschrieben
Petrarcas Brust vor allen andern Tagen
Karfreitag. Ebenso, ich darfs wohl sagen,
Ist mir Advent von Achtzehnhundertsieben.
Ich fing nicht an, ich fuhr nur fort zu lieben
Sie, die ich früh im Herzen schon getragen,
Dann wieder weislich aus dem Sinn geschlagen,
Der ich nun wieder bin ans Herz getrieben.
Petrarcas Liebe, die unendlich hohe,
War leider unbelohnt und gar zu traurig,
Ein Herzensweh, ein ewiger Karfreitag.
Doch stets erscheine, fort und fort, die frohe
Süß, unter Palmenjubel, wonneschaurig,
Der Herrin Ankunft mir, ein
ewiger Maitag.

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Redaktion literaturkritik.de schrieb uns am 30.07.2017 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Simone Loleit: Durch Tiefenbohrungen zu den Ursprüngen
Ludger Honnefelder über zukunftsweisende Problemstellungen der mittelalterlichen Philosophie

Simone Loleit hat die Ausgaben inzwischen verglichen und Ihrer Rezension am Ende Informationen hinzugefügt, die die Vermutungen von Hans-Herbert Räkel mit einem Dank an ihn bestätigen.

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Stefan Diebitz schrieb uns am 29.07.2017 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Simone Loleit: Durch Tiefenbohrungen zu den Ursprüngen
Ludger Honnefelder über zukunftsweisende Problemstellungen der mittelalterlichen Philosophie

Sehr geehrter Herr Räkel,
„ich habe das ‚neue‘ Buch nicht in der Hand gehabt,“, schreiben Sie zu Beginn Ihres Leserbriefes und fahren dann fort: „aber es sieht dem von 2008 aus der inzwischen verkauften Berlin University Press zum Verwechseln ähnlich.“ Finden Sie nicht selbst, daß ein derartiger Eindruck erst einmal überprüft werden sollte, bevor man sich öffentlich äußert? Sie möchten „doch wissen, worin sich die "1. Auflage 2017" nun von der allerersten von 2008 unterscheidet“: ein Gang zur nächsten Bibliothek, und schon könnten Sie sich selbst wie auch uns diese Frage beantworten. Immerhin könnte es ja sein, daß es wider Erwarten doch nicht dasselbe Buch
ist. Denn auch das, das einander „zum Verwechseln ähnlich“ sieht, kann ja verschiedenes sein, zumal dann, wenn man das Vergleichsobjekt nicht einmal in der Hand hatte.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Diebitz

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Hans-Herbert Räkel schrieb uns am 26.07.2017
Thema: Simone Loleit: Durch Tiefenbohrungen zu den Ursprüngen
Ludger Honnefelder über zukunftsweisende Problemstellungen der mittelalterlichen Philosophie

... ein Fall von wiederholter Buchstapelei – wenn ich mir diesen Neologismus erlauben darf?! Ich habe das “neue” Buch nicht in der Hand gehabt, aber es sieht dem von 2008 aus der inzwischen verkauften Berlin University Press zum Verwechseln ähnlich. Ich hatte es seinerzeit in der SZ vom 30.01.2009 rezensiert. Mein Untertitel, den die SZ-Redaktion vorsichtig gegen den dann gedruckten ausgetauscht hat, lautete: “Bücher machen oder Bücher schreiben? Auch in der Philosophie geht das eine nicht ohne das andere!” Das neue Buch straft diesen Satz zum zweitenmal Lügen ... Man möchte doch wissen, worin sich die "1. Auflage 2017" nun von der allerersten von 2008 unterscheidet (nicht jedenfalls im Titel, und die “Tiefenbohrungen” waren auch schon da), zumal das alte Buch noch leicht zu haben ist? Gründliche und hochkarätige Fachrezensionen gab es vorher in der FAZ vom 28.11.2008 von Ernst-Wolfgang Böckenförde, etwas später von Harald Kratochvila (2010) und erschöpfend von Klaus Grubmüller (2011). Ich hatte mir dagegen damals die unangenehme Aufgabe gestellt, zu sagen dass Honnefelders Buch ein Marketingprodukt ist, ohne damit die wissenschaftliche Qualität dieses Autors zu beschädigen – und hoffe, dass mir das gelungen ist. (Nachzulesen ist die Rezension jetzt im "Offenen Rezensionsforum" von literaturkritik.de.)

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Matthias Knauer schrieb uns am 25.07.2017
Thema: Alexander Dorian Olier: Literarische Außenseiter
In seinem Debütroman „Hool“ erforscht Philipp Winkler die Hannoveraner Hooligan-Szene

Hallo Herr Olier,

erstmal meinen herzlichen Dank für den Mut, den Winkler'scher Roman Hoolzu besprechen. Das Schöne daran ist ja immer, dass Meinungen zu anderen Meinungen führen kann. Gerade ihr Fazit, dass es sich bei Hool um eine "Milieustudie" handelt, kann ich so nicht unterschreiben. Sicher, wir tauchen als Leserinnen und Leser in das Leben eine Hooligans ein. Aber mit dem Blick über den Tellerrand des Buches hinaus, sollte schnell aufgefallen sein, dass es DEN Hooligan nicht gibt. Dazu liefert der Roman auch zahlreiche Hinweise. Was in meinen Augen zentral in diesem Roman steht, ist die Tatsache, dass der Hooliganismus, der Wille, gerade zu die Sucht nach Gewalt, so elementar ist für den Protagonisten. Die Verteidung
der eigenen Stadt, der 'Ehre', wenn man so will, ich ja im Grunde die einzige Konstante in einem Leben voll Scheitern und Stillstand.
Einschlägige Literatur, wie beispielsweise Bill Burfords Geil auf Gewalt. Unter Hooligans, hat gezeigt, dass es sich bei Hooliganismus nicht zwingend um ein Phänomen handelt, dem Gescheiterte und Kaputte erliegen. Spannender wäre in meinen Augen, was den Protagonisten trotz der Einschläge, die sich ihm nähren (die schwere Verletzung eines Freundes, der Ausstieg eines anderen), an diesem Hooligan-Ding festhält.
Auch sprachlich kann ich nur bedingt schlecht finden, dass es umgangssprachliche Elemente gibt. Das angeführte Beispiel ist einem Dialog entnommen, wobei gerade dort Winkler Stärke zeigt, indem er diese Dialoge lokal gefärbt und lebensnah gestaltet.
Nichtsdestotrotz, habe ich den Artikel mit Freude gelesen, weil ich lange darauf gewartet habe, dass es endlich eine Rezension auf literaturkritik.de dazu gibt.
Mit freundlichem Gruß
M. Knauer

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Dr.Peter Fisch schrieb uns am 18.07.2017
Thema: Regina Roßbach: Subtil anstößig
Zu Jane Austens 200. Todestag packt Denis Scheck die Wut und erscheinen zwei neue Übersetzungen ihrer Romane

Sehr geehrte Frau Roßbach,
besten Dank für Ihre sehr informative Rezension. Ich stimme Ihnen auch in der
Hinsicht zu, dass Herr Scheck glaubt wohl,Urteile fällen zu können,denen nur mit Freude zuzustimmen ist. Interessant ist u.a. seine Meinung über Anna Seghers Roman "Das siebte Kreuz" (kürzlich geäußert in der "Welt"). Für diesen
selbsternannten Literaturpapst zählt Seghers` Roman keineswegs zur Weltliteratur, sei sprachlich arm und langweilig obendrein.

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Hubert Rehm schrieb uns am 17.07.2017
Thema: Sarah Nagel/ Jan-Luka Klindworth: Ein Treppenhaus als wissenschaftlicher Beweis?
Wie Michel Cymes versucht, die Gräueltaten der KZ-Ärzte zu erklären

Sehr geehrte Frau Nagel und Herr Klindworth,
endlich mal eine Kritik, die das Werk von Cymes nicht nur bejubelt! Leider ist auch Ihnen entgangen, daß "Hippokrates in der Hölle" von Sachfehlern nur so strotzt. Das gilt insbesondere für die Kapitel über Rascher. Ich habe darauf in einer eigenen Kritik im Laborjournal vom 28.04.2016  schon aufmerksam gemacht.

Mit freundlichem Gruß
Hubert Rehm

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Frank Goertz schrieb uns am 01.07.2017 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Fabienne Quennet: Von dem, der die Mägen traf
Dem amerikanischen Schriftsteller Upton Sinclair zum 125. Geburtstag

Hallo,
die "Lanny Budd Reihe" wird selbst bei Wikipedia nicht korrekt angegeben, ich besitze alle 11 Bände und habe sie gelesen:
Hier die Reihenfolge:
1. Weltende
2. Zwischen zwei Welten
3. Drachenzähne
4. Weit ist das Tor
5. Agent des Präsidenten
6. Teufelsernte
7. Schicksal im Osten
8. Im Auftrag des Präsidenten
9. Die elfte Stunde
10. Oh Schäfer sprich
11. Lanny Budd kehrt zurück

Anzumerken ist noch, das insbesondere der erste Band auch im Scherz Verlag gekürzt erschienen ist, ich hoffe ich konnte Ihnen helfen?!
Mit freundlichen Grüßen,
Frank Goertz

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Nishalie schrieb uns am 29.06.2017
Thema: Erhard Jöst: Resolutheit und Verklemmung, Verlangen und Versagensangst
Bernhard Schlink erzählt „Sommerlügen“

In der "letzte Sommer" trifft das beschriebene Frauenbild Schlinks definitiv nicht zu, bzw. dass seine Liebesgeschichten nie gut ausgingen. Denn hier beschreibt er seine Frau als „rein“. Er schreibt ihr einen herzerweichenden Liebesbrief, er gibt ihr die Entscheidung über sein Leben in die Hand. Ich denke mehr Liebe geht nicht.

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Hans T. Siepe schrieb uns am 27.06.2017
Thema: Stefan Cernohuby: Skurrile Reisen entscheiden über die Zukunft der Erde
Stefano Benni hält der Welt einen immer noch aktuellen Spiegel vor

Wenn man schon einen Roman rezensiert, der bereits vor 32 Jahren erstmals in deutscher Übersetzung erschienen ist (Piper 1985), dann 5 Jahre später erneut aufgelegt wurde (Piper 1990, Taschenbuch), dann bei Wagenbach erstmals 2002 erschien und jetzt 2017 im gleichen Verlag erneut aufgelegt wird, kann man erwarten: dass 1. darauf hingewiesen wird (und nicht das Buch wie eine Neuerscheinung vorgestellt wird); dass 2. auch die Benni-Rezeption in den deutschsprachigen Ländern, in der Literaturkritik und der literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Roman wenigstens ansatzweise gespiegelt wird.
So aber hat diese Literaturkritik, bei der schon der einleitende Abschnitt belanglos ist, etwas von subjektiver Beliebigkeit - man greife sich mal ein Buch ohne
Beachtung der Hintergründe - und bleibt jenseits einer kritischen Auseinandersetzung ("kein einfach zu lesendes Buch", "macht jede Menge Spaß", "benötigt viel Aufmerksamkeit vom Leser", "vermag es jedenfalls noch heute, Leser zu beschäftigen") - was soll's?

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Norbert Schnitzler schrieb uns am 27.06.2017
Thema: Rolf Löchel: Ein Gefüge praktischer Ethik und zu erkämpfender Rechte
Andi Zeisler verteidigt den „echten Feminismus“ gegen den „Marktfeminismus“

Sehr geehrter Herr Löchel,

Ihre kenntnisreiche Kritik endet mit:
Wie wäre es, wenn alle, die von Prostitution betroffen sind, über sie mitreden würden und sollten? Das wären nämlich überhaupt ausnahmslos alle, die in einer Gesellschaft leben, in der es Prostitution gibt. Zudem können auch Menschen, die von einem bestimmten Thema nicht betroffen sind, durchaus kluge und hilfreiche Dinge zu ihm beitragen.

Was meinen Sie mit "in der es Prostitution gibt"? Die gibt es bekanntlich fast überall, ob sie nun erlaubt oder verboten ist. Wenn es sie eventuell in Klöstern nicht gibt, ist das dann eine nicht betroffene Gesellschaft, oder muss man den Gesellschaftsbegriff dann auf die Gesellschaft,
in der es Klöster gibt, ausdehnen?

Oder mit einem anderen Zugang: Wäre man in einer Gesellschaft, in der es keine Prostitution gäbe, nicht auch davon betroffen, dass es keine gibt, so wie man in einer Gesellschaft, in der es keine Buchrezensionen gäbe, diese auch vermissen würde?

Mit freundlichen Grüßen
Norbert Schnitzler

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Chris schrieb uns am 15.06.2017
Thema: Hermann Bohlen: Ein ganz Gefährlicher
Das Whizzkid Uwe Nettelbeck ist tot, aber seine "Republik" lebt

Offensichtlich öffentlich unbemerkt ist Uwe Nettelbeck nun seine Frau Petra gefolgt:

http://faust-news.blogspot.dk/2017/05/petra-nettelbeck-rip.html

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