Leserbriefe zur Rezension

Drei Utopien

Robert Kurz' Nachruf auf den Kapitalismus

Von Georg Fülberth-Sperling


Florian Popp schrieb uns am 10.04.2001
Thema: Georg Fülberth: Drei Utopien

Ich habe zu Ihrer Rezension des "Schwarzbuch Kapitalismus" nur
eine Frage, und ich möchte Sie dringend bitten, sie mir (auch in aller
möglichen und angebrachten Kürze) zu beantworten: Warum nennen Sie Kurz'
These von der dritten Industriellen Revolution als der letzten möglichen,
der ein Absturz des Kapitalismus folgt, uneinsichtig? Kurz belegt auf den
vorhergehenden 600 Seiten recht eindrucksvoll, wichtiger aber auch recht
logisch (innerhalb seines gesteckten Rahmens), wie er zu dieser
Schlussfolgerung kommt. (Der Kapitalismus flüchtet sich, ganz verkürzt
gesagt, zurück in die Vergangenheit, hat keine weiteren Alternativen mehr
zu bieten und wird implodieren, was bei seinem modernen Entwicklungsstand
jedoch unweigerlich auf das gewaltsame "Zerschellen" des selbigen
hinausläuft.)
Der Autor der Rezension, Herr Fülberth, tut dies ab mit den Worten "nicht
einsichtig". Ich würde mich sehr freuen zu erfahren, warum dies nicht
einsichtig sei. Herr Fülberth, wenn Sie uns allen eine weniger
katastrophale Zukunft zu verheißen haben, heraus damit!
Mit herzlichem Dank im Voraus und freundlichen Grüßen,
Florian Popp
Antwort von Georg Fülberth
Sehr geehrter Herr Popp,
ich finde Robert Kurz´ Schilderung sehr
eindrucksvoll, aber anders als Sie habe ich auf
keiner der von Ihnen und mir gelesenen 600 Seiten
einen BEWEIS für einen - nach Kurz ja fast schon
erfolgten - Untergang des Kapitalismus gefunden.
Daß dessen Fortbestand nicht erfreulich ist, sehe
ich auch, aber nicht allein DIES will  Kurz uns
zeigen, sondern daß der Kapitalismus aufgrund
seiner eigenen Logik nicht fortzuexistieren
vermag. Und dafür läßt er, wie gesagt, jeden
Beweis vermissen. Natürlich ist das schade.
Sehr herzlich
Georg Fülberth