Ein deutscher Klassiker?

Über die Gründung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft vor 150 Jahren

Von Werner HabichtRSS-Newsfeed neuer Artikel von Werner Habicht

Vor nunmehr 150 Jahren geschah in Weimar die Gründung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft. Damit wurde die Erhebung des Dramatikers aus der Fremde zum deutschen Klassiker besiegelt und der Kult seiner nationalen Verehrung institutionalisiert, wenige Jahre bevor die politisch zerklüftete Nation die Reichsgründung erlebte. Aktiv geblieben ist die Shakespeare-Gesellschaft bis heute, durch alle politischen Umbrüche und gesellschaftlichen Wandlungen  hindurch, die auch ihr Profil verändert und sie zeitweise (1963-1993) gespalten haben. Dennoch mag es angebracht sein, den Blick noch einmal zurückzulenken in das Umfeld jener Gründungszeit, in dem sich damals, im Jahr 1864, zu des Dramatikers dreihundertstem Geburtstag, ein globales Interesse an Shakespeare manifestierte. Um seinen Besitz aber wetteiferten mit den Engländern besonders die Deutschen.

Das wurde sogar am eigentlichen Geburtsort offenbar, wo, ebenso wie in Weimar, am 23. April 1864 eine Festwoche begann. Gleich die erste offizielle Handlung im Rathaus zu Stratford-upon-Avon war der Auftritt einer deutschen Delegation – nicht aus Weimar zwar, wohl aber vom Freien Deutschen Hochstift zu Frankfurt (mit Sitz im Geburtshaus Goethes) –, deren Sprecher eine Botschaft aus der Heimat des anderen Genius überreichte und dazu versicherte, die deutsche Nation fühle sich, weil ihr neben Goethe und Schiller kein Dichter so vertraut sei wie Shakespeare, mit der englischen in allerstärkster Sympathie vereint.[1] Am Nachmittag dann, beim Bankett im eigens errichteten Pavillon, wo 700 betuchte Besucher dinierten und das gemeine Volk gegen einen Eintrittspreis zuschauen durfte, versah der Earl of Carlisle, der standesgemäße Vorsitzende des Festkomitees, seinen lokal- und nationalstolzen Toast auf Shakespeare mit ein paar internationalen Anmerkungen. Selbst aus Paris werde von einem Ehrenbankett berichtet; aus Russland sei eine Grußbotschaft eingetroffen. „As to Germany, I believe her boast is that she reveres, understands, and fathers him even more thoroughly than ourselves“, zitierte ihn die Times und registrierte an dieser Stelle „some laughter“. Doch als Sprecher der Frankfurter Delegation brachte nun auch Professor Leitner einen beredten Toast aus, und eine englische Übersetzung der Botschaft kam zu Gehör. Darin wurde Shakespeare unter anderem mit der einstigen Eroberung Britanniens durch die aus Deutschland herübergekommenen Angelsachsen verknüpft, mit der auf der Insel alte germanische Tugend Fuß gefasst, emanzipatorisch die römische Korruption vertrieben und so für Shakespeare den Boden bereitet habe.[2]

Dieses Aufeinandertreffen von britischem Graf und deutschem Professor, von ironischem Understatement und missionarischem Ernst, mag für den jeweiligen Stil der Shakespearejubiläen von 1864 in den beiden Ländern kennzeichnend sein. In England gab man sich auch bei lokalen Feiern in Birmingham, Manchester, Liverpool, Derby und anderswo hauptsächlich dem wohlinszenierten Dinieren hin, erfreut von Musik und dem Vortrag eigens gedichteter Elogen. Das Stratforder Fest freilich sollte als herausragendes Ereignis gelten. Angekündigt wurde es als die in der englischen Geschichte erstmalige würdige Geburtstagsfeier eines Dichters von nationaler Bedeutung.[3] Frühere Stratforder Shakespeare-Huldigungen – die erste hatte schon 1769 der berühmte Schauspieler David Garrick ausgerichtet; danach folgten sporadisch weitere – hatten weniger Anziehungskraft, als es jetzt dank der Eisenbahn möglich war.[4] Das Begleitspektakel nahm auch da breiteren Raum ein als das Werk des Gefeierten: Bankett und Feuerwerk am Samstag, den 23. April, zwei Festgottesdienste am Sonntag, eine Aufführung von Händels Messias am Montag. Erst am vierten und fünften Tag brachte ein aus London samt Kulissen herbeigekarrtes Theaterensemble u.a. die Komödien As You Like It und Twelfth Night auf die improvisierte Bühne im Pavillon. Die für den sechsten Tag als Höhepunkt gedachte Darbietung des Hamlet fiel aus, weil der für die Titelrolle vorgesehene prominente Schauspieler Charles Fechter kurzfristig absagte. Den Abschluss bildete ein großer Maskenball, „to which“, so hieß es, „no one will be admitted except in Fancy Dress, Court Dress or Uniform“. Zudem konnte man die Besucher den aus Shakespeares Zeit verbliebenen Erinnerungsstätten sowie einer Shakespeare-Ausstellung im Rathaus zuführen.[5] Die einfachen Stratforder Bürger freilich fühlten sich ausgegrenzt und bestanden darauf, in der folgenden Woche einen Umzug mit Blaskapellen zu veranstalten. – Auch in London hatte man eine nationale Feier geplant, die indes trotz beträchtlicher Vorbereitungen sich vom Großstadtgetriebe weniger abhob, um so mehr als ihr die von politischen Aktionen begleitete gleichzeitige Anwesenheit des italienischen Freiheitskämpfers General Garibaldi die Schau stahl. Symbolische, doch sozial gespaltene Geburtstagsfeiern gab es auch hier. Gleich nach Mitternacht versammelten sich um die 400 Gentlemen zum Souper in der Freemasons Hall; am Nachmittag zog eine vom Working Men’s Committee organisierte Prozession durch die Straßen nach Primrose Hill, wo eine junge Eiche zeremoniell gepflanzt wurde. Doch immerhin konnte auf die bis dahin kaum gekannte Anzahl von 14 gleichzeitigen Shakespeare-Aufführungen an 12 verschiedenen Londoner Theatern hingewiesen werden, dazu auf Konzerte und eine Ausstellung im Crystal Palace.[6]

Während die englischen Manifestationen relativ locker und daher nicht ohne Pannen verliefen, waren im deutschen Sprachraum die Dichterfestrituale schon vorgeprägt, namentlich durch die erst fünf Jahre zuvor überall veranstalteten öffentlichen Feiern zu Schillers hundertstem Geburtstag.[7] Wie dieser wurde nun auch Shakespeares dreihundertster in vielen Städten zwischen Königsberg und Düsseldorf, zwischen Berlin und Wien (einschließlich der Goethestadt Frankfurt) mit mehr oder weniger Aufwand begangen. Meist handelte es sich um weihevolle Akte. Wichtiger Bestandteil war der Festvortrag möglichst eines namhaften Dichters (in Berlin sprach Theodor Fontane) oder doch eines Professors. Die Weimarer Festwoche samt Gründung der Shakespeare-Gesellschaft büßte darob etwas von ihrem überregionalen Anspruch ein; denn viele ausgewiesene Experten wurden anderswo benötigt. Außerdem bot man gesprochene oder gesungene Oden, Rezitationen und lebende Bilder, und alles krönte die Dichterapotheose. In Düsseldorf etwa hielt die Göttin der Unsterblichkeit Zwiesprache mit etlichen Shakespeare-Figuren, um schließlich deren Schöpfer mit Lorbeer zu schmücken.[8] Im Wiener Burgtheater endete ein Stück über Shakespeares Leben damit, dass Königin Elisabeth eine Shakespearebüste bekränzte, während Genien durch die Lüfte schwebten.[9] Festaufführungen von Shakespearedramen gab es an vielen Orten natürlich auch. In Weimar, auf dessen Bühne der Zyklus der Historien Achtung gebot, verlegte Theaterdirektor Dingelstedt eine Art Apotheose bereits in den von ihm selbst gedichteten Prolog:

Seht, heut gesellt, im heil’gen Bund der Dritte,
Zu Deutschlands Dioskuren sich der Brite.
Auch er ist unser, ruf ich jubelnd aus,
Am Shakespeare-Fest, im Goethe-Schiller-Haus!

Das spielte konkret auf Rietschels erst acht Jahre zuvor errichtetes heroisches Goethe-Schiller-Denkmal an, das dem Publikum den Weg ins Theater wies; geistig erinnerte es an den Dialog, den einst die beiden Weimarer Größen über Shakespeares Historien geführt hatten und daran, dass Schillers „Wallenstein“, sein am stärksten von Shakespeare beeinflusstes Geschichtsdrama, auf der von Goethe geleiteten gleichen Bühne uraufgeführt worden war. [10] Die Aufführungen selbst wurden sogleich als „epochemachende That des deutschen Theaters“ begrüßt, als „die würdigste Shakespeare-Feier nicht blos in Deutschland, sondern in der gesammten Welt – eine Feier, wo der Dichter als würdigster Hoherpriester der Kunst sich selbst die herrlich aufflammende Opferfackel anzündete“.[11]

Über Sinn und Zweck der Shakespearefeste herrschten derweil geteilte Meinungen, doch auch dies mit je nationalen Akzenten. In England, wo seit dem 18. Jahrhundert Shakespeare zum Nationaldichter erhoben war,[12] meldete sich die Skepsis derer, für die sein Werk auch ohne besonderen Aufwand eine kulturelle Selbstverständlichkeit war. Ihm sei schon mehr als genug widerfahren, ereiferte sich etwa eine Juristenzeitschrift; Shakespeare „has been commentated, expurgated, purified, nullified, annotated, edited, improved, disproved, approved, […] illustrated, painted, drawn and quartered“; er brauche nicht auch noch gefeiert zu werden.[13] Ein umfangreicheres Pamphlet hielt solches Feiern für unethisch; niemand werde durch verblasene Beweihräucherungen zu Shakespeare bekehrt, schon gar nicht seitens der kleinen Geister, die sich dafür anboten. Eher sei ein Wüten nationalen Wahns zu erwarten („ravages of certain forms of national madness“),[14] oder, wie die „London Review“ befürchtete, eine „excentric mystification“; habe man doch in dreihundert Jahren nicht einmal ein Denkmal für den Dichter zustandegebracht, dessen Name auf jedermanns Lippen liege und dessen Worte mit jedermanns Zunge verwoben seien.[15] Zank entzündete zudem die Frage, ob Shakespeares provinzieller Geburtsort oder sein hauptstädtischer Wirkungsort der angemessenere Platz für die nationale Feier sei. Vorbereitungskomitees aus adeligen und intellektuellen Honoratioren bildeten sich daher an beiden Orten, misstrauten einander eifersüchtig und betrieben auch interne Querelen, an denen die Presse sich weidete.[16]

Ein dauerhaftes öffentliches Denkmal allerdings, nicht nur ein flüchtiges Fest: das wollten beide Komitees ganz ausdrücklich. Strittig blieb nur, wie es auszusehen hätte, wo es zu platzieren wäre und wie zu finanzieren. Drei Jahre später stand die Frage weiterhin im Raum, obschon dann der Chevalier de Chatelain, ein französischer Shakespeare-Enthusiast, vermerken konnte, dass zwischenzeitlich um die fünfzig Monumente zu Ehren von Prinz Albert errichtet worden waren, auch ohne dass dieser ein Genie gewesen wäre.[17] Nach weiteren drei Jahren beklagte ein „Shakespeare Almanack“ noch immer das Fehlen eines „national memorial for the immortal Bard“.[18] Aber vielleicht war ein lebendiges Denkmal erstrebenswerter? Eine Shakespeare-Bibliothek etwa, die man für Birmingham plante? Die wäre, so hieß es Ende 1863 im Gründungs- und Spendenaufruf, „more honourable to the memory of the poet, more useful to the public, and more likely to be preserved from injury, than a monument exposed to the influences of an English climate.“ 1864 wurde sie tatsächlich etabliert und 1868 eröffnet. Oder gar ein Shakespeare Memorial Theatre in Stratford-upon-Avon? Das entstand zehn Jahre danach, dank der Förderung durch den Brauereibesitzer Flower, dessen Vater als Bürgermeister das Fest von 1864 hauptsächlich organisierte. Freilich wurden gerade diese beiden Institutionen bald von Bränden verzehrt und erwiesen sich erst nach dem Wiedererstehen aus der Asche als dauerhafter.[19] Womöglich war ein materielles Denkmal überhaupt unangebracht; hatte man nicht die Dichtung als geistiges Monument? Hatte nicht Shakespeare selbst sie für unvergänglicher erklärt als „marble nor the gilded monuments“ (Sonett 55)? Etliche Jubiläumsoden pflichteten dem bei und feierten das „prouder monument which soul / builds of enduring, lofty thought“.[20]

Um die geistige Monumentalisierung Shakespeares ging es in Deutschland ausschließlicher, wo ja ganz ohne konkrete Lebensspuren (wie Geburtshaus, Grabmal oder Anne Hathaway’s Cottage) auszukommen war. Umso mehr Gewicht kam mithin den Dreihundertjahrfeiern selbst zu. Öffentlichen Widerstand gab es aber auch hier. Abgesehen von dem der notorischen Nörgler, waren die lautstärksten Bedenken patriotischer Natur. Durfte dem Ausländer Shakespeare nationales Gedenken zuteil werden? Damit hatten sich die Festredner von 1864 gehörig auseinanderzusetzen. Müsse nicht eine Shakespearefeier als „Beweis undeutscher Gesinnung“ gelten, lautete die rhetorische Frage in Marburg, die ein dortiger Redner zu widerlegen sich anschickte.[21] Zudem hatte man ganz aktuellen Anlass zum Gram wider die Engländer, wegen der antideutschen Parteinahme ihrer Presse im Krieg um Schleswig-Holstein (ausgerechnet gegen die Dänen, die Landsleute Hamlets); ergehe sie sich doch, wetterte der Festredner in Elbing, „täglich bis an die Grenze des Widerwärtigen […] in Schmähung unseres Nationalcharakters“.[22] Die in Stratford von der Frankfurter Delegation im Zeichen Shakespeares beschworene proenglische Sympathie war also nicht ohne Brüche. Auch in Weimar wurde die Verletzung deutscher Sensibilitäten durch Dänen und Engländer beklagt, sowohl vom neugekürten Präsidenten der Shakespeare-Gesellschaft als auch in den Versen von Dingelstedts Theaterprolog oder Gutzkows Festgedicht, das Germania ermahnte, „auch jetzt im wilden Streit der deutschen Stämme, / Im Bruderkampf der blonden Odinssöhne / […] Trotz Albions Wuth und höhnender Verletzung“ das gemeinsame Erbe Shakespeare nicht zu „zertreten“.[23] Aber immerhin: gerade noch rechtzeitig zum Jubelfest siegten die Preußen in der Schlacht an den Düppeler Schanzen und ermöglichten triumphale Gefühle.

Den patriotischen Gegnern des englischen Dramatikers entgegenzutreten erforderte ohnehin nicht viel Scharfsinn. Man brauchte ihnen nur die glorreiche Geschichte der intellektuellen deutschen Entdeckung und Aneignung Shakespeares seit Lessing und die seiner deutschen Bühnenpräsenz seit F.L. Schröders Hamburger Inszenierungen um die Ohren zu schlagen, um zu beweisen, dass deutscher Patriotismus mit Shakespeare ein edlerer sei als ohne ihn. Natürlich, so wurde verlautbart, lieben die Deutschen den Shakespeare mehr und haben ihn besser verstanden als seine von Puritanismus und Utilitarismus angekränkelten Landsleute. „Wir Deutsche sind es eigentlich erst“, sprach der Leipziger Laudator, „die Shakespeares Größe, die Fülle seines Reichtums, die Tiefe und Weite seiner Bedeutung zu allgemeiner Anerkennung gebracht haben.“[24] In nimmermüder Wiederholung und ungezählten Varianten wurde bekräftigt, dass er als „einer der unsrigen“ zu gelten habe, „weil wir ihn dazu gemacht haben, durch deutschen Geist, deutschen Fleiß und deutsche Wissenschaft“ – ein Topos, den schon Friedrich Schlegel lanciert hatte und den noch im Zweiten Weltkrieg die nationalsozialistische Presse verbreitete.[25] Das Gleiche ließ sich auch blumiger ausdrücken. Dem einen galt Shakespeare als „Dichterbaum“; der habe erst, als er auf deutschen Boden verpflanzt ward, „starke Wurzeln getrieben und herrliche Blüten gezeitigt, an deren Duft sich die deutsche Nation so süß gelabt hat“.[26] Ein anderer befand, Shakespeare habe „das Samenkorn seines Genius […] in die Furche der Zeit“ gelegt, wo es „reichlich getränkt worden mit dem Schweiße deutscher Geistesarbeit und erwärmt vom Hauche des wiedererwachten deutschen Bewußtseins“.[27] Deutschlands Recht auf Shakespeare wurde nicht mehr nur (wie schon lange zuvor) mit dessen Status als Adoptivsohn aus gemeinsamem germanischen Geblüt begründet, der zwar in England geboren, in Deutschland aber wiedergeboren wurde, sondern auch damit, dass man ihn erobert und annektiert habe, mit deutschem Kunstverstand und der Schlegel-Tieck-Übersetzung als überlegenen Waffen.[28] Einige erinnerte dies an glorreich befreiende Schlachten, sei es in preußischen Kriegen des 18. Jahrhunderts, sei es bei Waterloo.[29] Habe doch Shakespeare der deutschen Denkungsart die „Strahlenkrone aufs Haupt“ gesetzt. [30] Überhaupt sollte noch viel und in mancherlei Zusammenhängen vom „Kampf um Shakespeare“ die Rede sein.

Martialische Metaphern passten ja durchaus in die kriegerischen Zeitläufe, in denen die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft äußeren Widrigkeiten zum Trotz zur Verteidigung ihres Helden auf den Plan trat. Ihre Gründung verhinderte der deutsch-dänische Krieg durchaus nicht, und auch als zwei Jahre später der Deutsche Krieg von 1866 ihr Wirken beeinträchtigte, ließen die Anstrengungen nicht nach. Dafür konnte man im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 eine Entsprechung zur Befreiung der deutschen Dramatik durch Shakespeare aus dem Joch französischer Vorbilder sehen. „Mit erhobener Stirn“, hieß es dann, „darf der patriotischste Deutsche dem Geisteshelden des stolzen Brudervolkes seine Huldigung darbringen“.[31] Doch einfach war dies in den nachfolgenden Gründerjahren abermals nicht. Denn jetzt galt es, das Shakespeare-Anliegen gegen die „vorherrschend praktisch-realistische Richtung unsrer Zeit“ zu verteidigen; werde doch nunmehr, so war im „Jahrbuch“ der Shakespeare-Gesellschaft zu lesen, das Interesse von Politik, Volkswirtschaft und Verkehrswesen absorbiert, so dass eine neue Standortbestimmung angezeigt war.[32] Daran änderte auch der Umstand nichts, dass Bismarck ein Verehrer des Dramatikers war, den der sich freilich lieber als Francis Bacon vorstellte.

Im Übrigen ließ sich der Shakespeare-Kult der Deutschen damit rechtfertigen, dass die Engländer ihn nicht gebührlich zu zelebrieren wussten. Dass selbst das Stratforder Geburtstagsfest nicht ganz den Erfolg brachte, den man sich davon erhofft hatte, wurde dort ohne weiteres eingeräumt.[33] Doch in Weimar konstatierte kein Geringerer als der Geheime Kommerzienrat Wilhelm Oechelhäuser, der Hauptinitiator der Shakespeare-Gesellschaft, in einem rückblickenden Vergleich der englischen und der deutschen Dreihundertjahrfeiern mit schärferen Worten den „Verfall des englischen Shakespeare-Cultus“ und schalt die dortigen Jubelfeiern ein „vollständiges Fiasco“, einen „totalen geistigen Banquerott“, den nur die Presse lügenhaft beschönigt habe. „Wahrlich“, fuhr er fort, „die kleinste deutsche Universitätsstadt feierte den Genius würdiger, als selbst jene so pomphaft in Scene gesetzte, so kleinlich verlaufene Central-Feier in Stratford.“[34] (Den dortigen Auftritt der Frankfurter Delegation erwähnte er nicht.) So ließ sich denn das von deutscher Verehrung veredelte Shakespearebild auch den Engländern empfehlen. Heinrich König etwa, der Shakespeares Dichtertum in einem dickleibigen Künstlerroman idealisiert hatte, den er ausdrücklich von der gröberen Darstellung in Robert Folkestone Williams’ fast gleichzeitig entstandenem englischen Shakespeare-Roman abhob, äußerte aus Anlass der vierten Auflage (1864) die Erwartung, „dass England das hohe Bild seines Dichters, durch uns aus puritanischer Vergangenheit erhoben, gereinigt und verklärt, aus deutschen Händen zurücknimmt.“[35] In die Zukunft aber wies die vom Präsidenten der Shakespeare-Gesellschaft ausgegebene Devise, der große Dramatiker sei nun „aus dem Bann seines Zeitalters, seiner Sprache und Nationalität zu erlösen“, damit er im gastfreieren Deutschland „das, was er bereits ist, ein deutscher Dichter, immer mehr im wahrsten und vollsten Sinne des Wortes werde.“[36]

Nüchternere Experten immerhin, auch einige Gründer der Shakespeare-Gesellschaft, machten auf das Übertriebene solcher Reklamationen „unseres“ Shakespeare aufmerksam. Schlicht brachte es Gustav Liebau auf den Punkt: in England sei man eben „mehr unmittelbar und mit dem Herzen […], in Deutschland mehr auf dem Wege des Verstandes an den erhabenen Meister herangetreten“; gleichwohl hielt er das letztere für überlegen.[37] Deutlicher vermerkte Friedrich Bodenstedt (freilich nicht im „Shakespeare Jahrbuch“, das er anfangs herausgab): „Es wäre doch allzu seltsam, dass ein großes Volk, aus dem ein solcher Dichter hervorgegangen ist, erst eines anderen Volkes bedürfte, um ihn sich erklären zu lassen. “[38] Schon 1846 hatte der Philologe Nicolaus Delius die Vorstellung vom besseren Shakespeare-Verständnis der Deutschen als „Wahn“ gebrandmarkt, und 1873 bezeichnete sie der Germanist Julian Schmidt als „Selbsttäuschung“.[39] Aber das half alles nichts. Den Verächtern des Ausländers Shakespeare mussten markige nationale Apologien des deutschen Shakespeare entgegengeschleudert werden.

Indes hatte sich gerade die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft in ihren Anfangsjahren auch gegenüber gewichtigeren wissenschaftlichen Vorbehalten zu legitimieren, nicht nur gegen einen xenophobischen Kulturnationalismus. Der deutsche Anspruch auf Shakespeare, auf den auch sie pochte, leitete sich ja im Grunde aus der Rückschau in die bereits hundertjährige, zumal zwischen Aufklärung und Romantik produktive Geschichte der Shakespeare-Aneignung her. Aber diese für die deutsche Literatur impulsspendende Phase war 1864 längst abgeschlossen. Und auch die gewichtigen akademischen Shakespeare-Erklärungen seit etwa 1830 galten als nicht mehr ganz aktuell – namentlich die Anstrengungen, seine Dramatik ästhetisch zu systematisieren, wie sie bei Franz Horn begannen und sich vor allem in den Shakespearebüchern von Hermann Ulrici und G. G. Gervinus niederschlugen, beim ersteren in der Auseinandersetzung mit Hegel, beim letzteren aus Enttäuschung über die gescheiterte Revolution von 1848, weshalb er nun die geistige Wiederaufrichtung an Shakespeares ethischer Substanz empfahl.[40] Die in diesen Werken theorielastig betriebene Idealisierung Shakespeares aber war schon in den 1850er Jahren unter zunehmenden Beschuss geraten, zumal aus der Warte der aufkommenden bürgerlich-realistischen Kritik. Der rebellische Germanist Theodor Wilhelm Danzel etwa wandte sich unter dem (Goethe fortschreibenden) Titel „Shakespeare und noch immer kein Ende“ gezielt gegen Ulrici, dem es nicht gelungen sei, seine Herauspräparierung leitender Ideen der Shakespeareschen Dramen an die Kenntnis von deren historischen Voraussetzungen zu binden.[41] Grundsätzlicher attackierte Hermann Hettner als Fürsprecher einer realistischen Sicht die „bedenkliche Deutungswut“, mit der aus Shakespeares Dramatik ästhetische Theorien abgeleitet worden waren, die zwar den „erstaunlichen Scharfsinn und die überraschende Geistesfülle“ der Deuter glänzen ließen, aber die literarischen Werke selbst verdunkelten.[42] Statt theoretischer Abstraktion wurde der direkte Zugang zum Kunstwerk und zu seinen ineinandergreifenden Einzelheiten empfohlen. Das konnte bei Hettner, Gottschall und anderen auch zum kritischen Konstatieren von Shakespeares Stilmischungen und (besonders in den Historien) verworrenen, darum als Vorbild untauglichen Strukturen führen, denen gegenüber eher der Anschluss an die Antike zu suchen wäre.[43]

Vielleicht wäre ja die ganze Debatte, die ein realistisches gegen ein idealistisches Shakespearebild ausspielte, akademisch geblieben, hätte sie nicht pünktlich zum Jubeljahr 1864 Gustav Rümelin, Kanzler der Universität Tübingen, publikumswirksam in eine breitere Öffentlichkeit getragen. Betrachte man den Dramatiker nur, so die These seiner „Shakespeare-Studien eines Realisten“[44], im Kontext seines eigenen historischen Umfelds, des elisabethanischen Theaters und Publikums mit allen Primitivitäten, so zwingt dies zu Relativierungen seiner künstlerischen Statur und gräbt seiner Idealisierung den Boden ab. Im Prinzip war dies ganz vernünftig und wurde von vielen als Korrektiv für die grassierende idealistische Shakespeare-Verhimmelung begrüßt – von Dramatikern wie Grillparzer, von Theaterpraktikern wie Heinrich Laube und selbst von Philologen wie dem Schweizer Carl Hebler[45] – auch wenn es an Rümelins simplifizierenden Neudeutungen etlicher Dramen im einzelnen mancherlei auszusetzen gab. Für Rudolf Genée vollends, den damals beschlagensten Kenner der deutschen Shakespeare-Rezeption, war Rümelins Buch ein „Wendepunkt in der deutschen Shakespeare-Kritik“, von dem er, abermals unter Ausfällen wider Ulrici und die Idealisten, eine hinfort „bessere, gesundere Richtung“ erwartete.[46] Zum Unglück aber koppelten sich an solche Vernunft nun wieder die Argumente der nationalistischen Verächter Shakespeares, als nämlich 1873 eine Neuauflage von Rümelins Schrift gleichzeitig mit einer weiteren, recht einfältigen Polemik gegen die „Shakespearomanie“ erschien, worin der Salondramatiker Roderich Benedix dem Shakespeare ein gerütteltes Maß an dramaturgischer Inkompetenz bescheinigte und so dartat, wie eitel jegliche Shakespeare-Verehrung angesichts des höheren Werts der nationalen Klassiker Goethe und Schiller sei.[47] Denn in der Presse wurden Rümelins Vernunft und Benedix’ Torheit in ausgiebigen, teils überschwänglichen, teils sarkastischen Kritiken vermengt, so dass sich die Gemüter sowohl der Freunde als auch der Gegner Shakespeares gehörig erhitzten.[48] Dies um so mehr, als noch weitere national getönte Attacken den Shakespeare-Kult heimsuchten, etwa aus der Feder des Philosophen Eduard von Hartmann, der sich an den Nachweis machte, „Romeo and Juliet“ könne nie und nimmer als das Hohelied der Liebe gelten, als welches das Stück so oft gefeiert wurde (und auch heute noch wird); vielmehr bilde die romanische Hemmungslosigkeit des Titelpaars einen unerträglichen Widerspruch zu germanisch-deutscher Gesittung.[49]

Gegen alles dies erhob sich jedoch konservativer Widerstand, der am institutionalisierten Idol keine Kratzer dulden mochte. Eine Shakespeare-Biographie von 1866 etwa spielte gegen die von Rümelin suggerierte Vorstellung, der Dramatiker habe nur für die unmittelbare Bühnenwirkung bei seinem Publikum, dem jungen Adel und dem Pöbel der Hauptstadt, geschrieben, die edlere Sicht aus, wonach der Dichter „getrieben [ward] von Begeisterung für die höchsten Interessen des Menschen, von dem Drang nach Wahrheit und nach Anschauen der ihm eingeborenen Ideale.“[50] In aller Form wurden aus der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft heraus die realistischen Relativierer gegeißelt und als Dilettanten verschrien,[51] und auch der Philosophieprofessor Ulrici hielt als Präsident die Fahne des von ihm selbst mit initiierten Shakespeare-Idealismus hoch. Sein Werk „Shakespeares dramatische Kunst“ wurde, aller Kritik daran zum Trotz, 1869 und 1874 erneut aufgelegt und auch in englischer Übersetzung verbreitet, ebenso wie 1872 das Shakespeare-Buch von Gervinus (der sich als Person längst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte). Allenfalls vermochten einige – wie etwa Friedrich Theodor Vischer – in Shakespeares Dramatik eine Synthese realistischer und idealistischer Tendenzen zu erblicken, einen Idealrealismus also, der sich als Klammer zwischen Schillers idealistischem und Goethes realistischem Weltbild betrachten ließ.[52]

Die Pflege dieses Klassikers zu organisieren, war das Anliegen bei der Gründung der Shakespeare-Gesellschaft, ihrer Weimarer Bibliothek und ihres Jahrbuchs – nicht so sehr die Vermittlung von Anstößen für sein erneutes Einwirken auf die nach gängigem Urteil im argen liegende deutsche Literatur. Vorschläge, sich auch darum zu kümmern oder zumindest die Förderung einer nationalen Geschichtsdramatik nach Shakespeares Vorbild in der Satzung zu verankern, wie sie in der Gründungsversammlung laut wurden, erfuhren bezeichnenderweise eine mehrheitliche Ablehnung.[53] Das erklärte Ziel war vielmehr, das Werk Shakespeares noch weiter zu verbreiten, ja zu popularisieren. Dies war eine bemerkenswerte Devise, bedenkt man den bei manchen der Gründer vorhandenen Dünkel, mit dem sie ihr gelehrtes Expertentum vom Dilettantismus der „Laien“ abgrenzten. Ohnehin war das Bildungsbürgertum der hauptsächliche Adressat. Zudem stellte man sich unter das Patronat des Weimarer Hofes und der – gewiss kunstsinnigen – Großherzogin, ein Umstand, dessentwegen beispielsweise der Dichter Ferdinand Freiligrath, der einst mit seinem revolutionären Hamlet-Gedicht gegen politische Inaktivität aufbegehrt hatte („Deutschland ist Hamlet…“), den Beitritt trotz mehrfacher Einladung verweigerte.[54] Das gemeinere Volk freilich, das sich in Stratford-upon-Avon und auch bei den deutschen Schiller-Festen die aktive Teilnahme (etwa mit öffentlichen Umzügen) gegen Widerstände ertrotze, zeigte am deutschen Shakespeare begrenzteres Interesse.

Auch mit dem Festhalten am ästhetischen Shakespeare-Idealismus war nicht unbedingt Breitenwirkung zu erzielen. Vielleicht auch nicht mit der Ermutigung zur philologischen Arbeit am Text, die sich dem Klassiker Shakespeare nun ebenso zuwenden musste wie den antiken Autoren, und mit der, insofern sie zum historischen Verständnis des Autors beitrug, immerhin die von Rümelin angemahnte „realistische“ Richtung eingeschlagen wurde. In der Tat war diesbezüglich einiges Beachtliche bereits im Gang. Von Delius’ international anerkannter kritischer Shakespeare-Ausgabe mit deutschen Annotationen (1854) erschien 1864 bereits die verbesserte zweite Auflage, der vier weitere folgen sollten. Alexander Schmidt legte die ersten Proben seines „Shakespeare Lexicon“ vor, das noch heute als Standardwerk gilt.[55] Michael Bernays bemühte sich, die Entstehung der Schlegelschen Übersetzung zu rekonstruieren.[56] Die Shakespeare-Gesellschaft als solche veranstaltete unter Ulricis Leitung sogleich eine aufwendige Ausgabe des deutschen Shakespeare, worin die ‚Schlegel-Tieck‘-Texte einer Revision im Lichte fortgeschrittener Wissenschaft unterzogen wurden, ungeachtet der vielen Konkurrenzübersetzungen, die bereits existierten und denen Repräsentanten der Shakespeare-Gesellschaft (Bodenstedt bzw. Dingelstedt) gleichzeitig zwei weitere hinzufügten.[57]

Um Shakespeare einem breiteren deutschen Publikum nahezubringen, brauchte man recht eigentlich das Theater, wo er zwar ebenfalls seit fast einem Jahrhundert heimisch war, das aber nicht von vornherein in die Kompetenz der Gelehrten fiel. Nicht zuletzt deshalb entstand, nur wenige Monate nach der Weimarer Gründung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, in Dresden ein eigener Shakespeare-Verein, der für die „Hebung der deutschen Bühne“ und die Förderung der Schauspielkunst eintrat, der indes sehr kurzlebig blieb.[58] Ein markanteres Zeichen setzte in Weimar die Aufführung des Zyklus der englischen Geschichtsdramen, wohl die weltweit erste überhaupt, die sich über die ganze Festwoche von 1864 erstreckte, bearbeitet und inszeniert von Franz Dingelstedt, einem der Hauptgründer der Shakespeare-Gesellschaft, von der er sich freilich bald wieder absetzte. Ihm ging es – auch bei seinen vor- und nachherigen Shakespeare-Inszenierungen – natürlich gerade nicht um philologische Texttreue, sondern um gegenwärtige Wirkung. Wie er schon 1858 verkündete, galt es, die Shakespeare-Aneignung und -Inthronisierung, bislang ein vorwiegend intellektuelles Unternehmen, aus der Literatur über die Bühne ins Volk zu tragen, den „ganzen Shakespeare“ zum „Gemeingut der Nation“ zu machen, ihn zu „nostrifizieren“. Die Dichtkunst müsse ihn reproduzieren, die Bühne ihn produzieren.[59] Dazu bedurfte es zum einen der Neuübersetzung, unter Ausmerzung der bei ‚Schlegel-Tieck‘ und auch im Shakespeareschen Original anzutreffenden, aber einem Publikum des 19. Jahrhunderts nicht zumutbaren Dunkelheiten, Ambivalenzen und Unbequemlichkeiten des Ausdrucks. Um entsprechend reduktive Politur waren er und die Mitübersetzer seiner Ausgabe denn auch bemüht. Und zum anderen bedurfte es des Einsatzes aller Mittel der damals modernen Bühnenkunst. Der Bildeffekt war ihm wichtiger als das Wort, ja sogar als die pure Schauspielerleistung. Nicht um die Mobilisierung der Zuschauerphantasie durch dramatische Dichtung konnte es gehen, derentwegen einst Ludwig Tieck die Shakespearetexte geschätzt hatte, sondern um kulinarische Zurschaustellung, wie gleichzeitig auch Eduard und Otto Devrient sie anstrebten. Denn das moderne Theaterpublikum habe sich gewöhnt, „Anforderungen an seine Einbildungskraft abzulehnen“; daher müsse die Aufführung ihm die Vorgänge „durch Anschauung faßlich machen“.[60] Die Shakespeare-Gesellschaft geriet ob der theatereigenen Tendenzen in das philologisch-theatralische Dilemma, an dem sie noch lange leiden sollte. Einerseits wurden der Wildwuchs der Bühnenbearbeitungen Shakespearescher Dramen und die darin begangenen Entstellungen beklagt; andererseits musste dem Theater die Korrektur von Shakespeares unbestrittenen ästhetischen Mängeln und Rückständigkeiten (etwa sprachliche Manierismen oder fehlende Handlungsmotivationen) zugestanden werden, wie Präsident Ulrici eigens darlegte, nicht ohne freilich die meisten anderen „Fehler“, wie sie schon Grabbe (1829) und dann Rümelin und Benedix zwecks Anprangerung der „Shakespearomanie“ auflisteten, energisch zu bestreiten.[61] Zumindest wurden einheitliche Prinzipien der Theateradaptation gefordert. Der Devrientsche „Bühnen- und Familien-Shakespeare“ trachtete, für solch „praktische Verwertung des Shakespeare-Schatzes“ Rezepte zu empfehlen, etwa die „Zusammenziehung zersplitterter Szenen“ und natürlich die Streichung dessen, was „Sitte und Geschmack dem heutigen Publikum verbietet“.[62] Andere Bearbeiter indes, zu denen auch führende Mitglieder der Shakespeare-Gesellschaft gehörten wie Gisbert von Vincke und besonders Wilhelm Oechelhäuser, der seinen Bühnenfassungen ein Studium von Shakespeares Fehlern zugrundelegte, bewiesen, dass sich die ersehnte Einheitlichkeit nicht erzwingen lässt, schon gar nicht in der Theaterpraxis.

Zu Shakespeares popularisiertem Klassikerstatus sollte es aber auch gehören, dass seine Werke in deutsche Schulklassen gelangten. Dreist hatte noch 1859 der Vorschlag eines Gymnasiallehrers geklungen, entgegen der vorherrschenden Meinung über ihre pädagogische Nichteignung doch wenigstens die Römerdramen der reiferen Jugend nahezubringen – wenn auch nur der männlichen, während „die weibliche Jugend allerdings besser daran thäte, die Bekanntschaft mit diesem Dichter zu meiden.“[63] Aber 1864 empfahl Karl Elze, Lehrer in Dessau und späterer Herausgeber des Shakespeare-Jahrbuchs, mit einer Festschrift zur Dreihundertjahrfeier energisch die Berücksichtigung Shakespeares und überhaupt der englischen Literatur im Unterricht und als Voraussetzung dafür die Einrichtung anglistischer Lehrstühle an den Universitäten, ein Plädoyer, dem nicht zuletzt die Shakespeare-Gesellschaft Resonanz verschaffte.[64] Dass der Boden bereit war, bezeugten zudem die häufiger werdenden Schulprogrammschriften über Shakespearesche Themen. Beschworen wurde nun überdies – nur am Rande sei es hier erwähnt; denn es wäre ein eigenes Thema – die Kompatibilität von Shakespeares Dramatik mit dem weiblichen Gemüt (obschon die Shakespeare-Gesellschaft anfangs nur acht, 1879 gar nur noch zwei weibliche Mitglieder zählte[65]). Hatten noch 1839 Heines ironisch-assoziative Kommentare in „Shakespeares Mädchen und Frauen“ Kritik geerntet, war alsbald – in Deutschland ebenso wie in England – der mehr oder minder hymnischen und hübsch illustrierten Würdigungen Shakespearescher Frauengestalten kein Ende. Denn, wie Bodenstedt in der seinen vermerkte, „Shakespeare war der erste Dichter, der in ewig lebensfrohen Gestalten alles Große und Schöne der weiblichen Natur offenbart hat.“[66]

Indes, über den institutionalisierten und monumentalisierten Shakespeare, über seinen Text, seine Deutung, Übersetzung, Inszenierung, Pflege usw. (nicht zu reden von seiner Verfasserschaft) wurde wacker weiter gestritten, nicht nur zwischen Shakespeare-Freunden und Shakespeare-Gegnern, auch zwischen guten und besseren Patrioten, zwischen Idealisten und Realisten, zwischen Buch- und Bühneninterpreten, zwischen Experten und Dilettanten, und erst recht, auch über die nationalen Grenzen hinweg, im Kreise der Experten selbst. Der Gedankenaustausch, die Debatten, die Experimente, die Revisionen, zu denen er herausforderte, haben Shakespeare lebendiger erhalten als die erzenen oder steinernen Denkmäler, deren es heute auch einige gibt, darunter eines in Stratford-upon-Avon und seit 1904 eines in Weimar; doch selbst die bedürfen mitunter der Restaurierung.

[1] Illustrated London News, 30.4.1864; The Times, 25.4.1864.

[2] The Times, ebd. Ausführliche zeitgenössische Protokolle bei Robert E. Hunter, Shakespeare and Stratford-upon-Avon […] (London, 1864), bes. 167, 170, 190; sowie von Seiten des Freien Deutschen Hochstifts in dessen Berichte über die öffentliche Thätigkeit auf geistigem Gebiete, Flugblatt 22/23 (Frankfurt a.M., 25.7.1864), 93-100.

[3] All About Shakespeare: In Commemoration of the Tercentenary (London, 1864).

[4] Die Great Western Railway gab eigens für das Fest einen Sonderfahrplan mit Verbindungen von größeren Städten nach Stratford heraus.

[5] Der Ausstellungskatalog (Catalogue of Pictures and Drawings exhibited at the Town Hall [1864]) verzeichnet an die 300, den einzelnen Dramen zugeordnete Bilder.

[6] Official Programme of the various performances arranged to be given in connection with the London Shakespeare Tercentenary Festival […] (London, 1864). Zu weiteren Hintergründen der Shakespearefeiern in Stratford und London vgl. den Überblick von Richard Foulkes, The Shakespeare Tercentenary of 1864. Society for Theatre Research (London, 1984); ferner Ivor Brown, Amazing Monument: A Short History of the Shakespeare Industry (London, 1939), 170-186.

[7] Hierzu Roger Paulin, „The ‚Schillerfeier‘ of 1859 and the ‚Shakespearefest‘ of 1864. With Some Remarks on Fontane’s Contributions“, in: History and Literature. Essays in Honor of Karl S. Guthke. Ed. Scott Denham, William Collins Donahue (Tübingen, 2000), 351-365, sowie Rainer Noltenius, Dichterfeiern in Deutschland (München, 1984). Der Zusammenhang wurde oft genug beschworen, etwa in Karl Gutzkows Weimarer Festdichtung Eine Shakespearefeier an der Ilm (Leipzig, 1864), 5; oder in Theodor Fontanes Berliner „Rede zum Shakespeare-Fest“, in Sämtliche Werke: Aufsätze, Kritiken, Erinnerungen (München, 1969), I, 195.

[8] Carl Siebel, Dichtungen zur Shakespeare-Feier des Künstlervereins Malkasten in Düsseldorf (Barmen, 1864).

[9] Vgl. Ernst Leopold Stahl, Shakespeare und das deutsche Theater (Stuttgart, 1947), 338.

[10] Adolf Stahr, „Die Shakespearefeier in Weimar 1864“, Kleine Schriften zu Litteratur und Kunst, III (Berlin, 1875), 215-219.

[11] Moritz Heydrich, „Bericht über das Shakespearefest in Weimar,“ Die deutsche Schaubühne, Bd. 5, Heft 6 (1864), 38.

[12] Hierzu Michael Dobson, The Making of the National Poet (Oxford, 1992).

[13] H. F., „Shakespeare Commemorated“, Temple Bar, März 1864, 485-489.

[14] D. Gordon, The Ethics of Shakespeare Celebrations (London, 1864), 26, 41.

[15] London Review, 26.12.1863.

[16] Das Ansehen des Londoner Komitees wurde besonders durch den Fall des Romanautors William Makepeace Thackeray beschädigt. Diesem war, sei es aus Ungeschick oder aus kleinlicher Absicht, ein Sitz verweigert worden, was der Presse ein um so brisanteres Weihnachtsthema lieferte, als Thackeray tags darauf (am 24. Dez. 1863) verstarb. Dazu anon., The National Shakespeare Committee and the Late Mr. Thackeray (London, 1864).

[17] Chevalier de Chatelain, Le monument d’un Français à Shakespeare (London, 1867), im Vorwort zu einer Gedichtsammlung, die er statt dessen präsentierte. – In New York dagegen wurde am 23. April 1864, mitten im Bürgerkrieg, tatsächlich der Grundstein eines Shakespeare-Denkmals im Central Park gelegt.

[18] The Shakespeare Almanack for 1870 (London, 1869), Vorwort. Das bekannte Stratforder Denkmal entstand erst 1888.

[19] Näheres bei Marian Pringle, The Theatres of Stratford-upon-Avon 1875-1992: An Architectural History (Stratford-upon-Avon, 1994).

[20] Nicholas Michell, The Shakespeare Festival, or the Birth of the World’s Poet: An Ode (London, 1864). Ähnlich endet auch William Scribble, „The Shakespeare Tercentenary Prologue“, in Everything New or Nothing New? (Dublin, 1864), 24. Zusätzliche Argumente in diesem Sinn lieferte Elias Moses, The Tercentenary (London, 1864), 28.

[21] L.G. Lemcke, Shakespeare in seinem Verhältnisse zu Deutschland. Ein Vortrag, gehalten im Rathaussaale zu Marburg am 16.2.1864 (Leipzig, 1864), 8.

[22] F.A.Th. Kreyßig, Über die sittliche und volksthümliche Berechtigung des Shakespeare-Cultus. Festrede bei der Shakespeare-Feier in Elbing am 23.4.1864 (Elbing, 1864), 6.

[23] Hermann Ulrici, „Jahresbericht“, ShJh 2 (1867), 1; Gutzkow, Eine Shakespearefeier, 3.

[24] Paul Möbius, Shakespeare als Dichter der Naturwahrheit. Festrede bei der Shakespeare-Feier zu Leipzig am 23.4.1864 (Leipzig, 1864).

[25] Hier zitiert in der Formulierung von Lemcke, a.a.O., 18. Besonders markig drückte es Theodor Paur aus: „Shakespeare ist durch deutsches Studium, durch eine Übersetzung ohne Gleichen, durch aufopfernde Hingebung des deutschen Geistes an ihn wie zu einem der Unsrigen geworden, – ja, wir dürfen vielleicht, was auch die stolzen Engländer dazu sagen mögen, mit größerem Rechte, in höherem Sinne das Eigenthumsrecht an ihm geltend machen, als sie selbst, die Heimathgenossen des unsterblichen Dichters, die ihn erst durch uns erkennen gelernt haben.“ („Rede zur Feier des dreihundertjährigen Geburtstags Shakespeares“, in Th. P., Festreden und Gelegenheitsschriften [1864]). Zur weiteren Verbreitung vgl. Werner Habicht, „Topoi of the Shakespeare Cult in Germany“, Literature and Its Cults, ed. P. Dávidházi and J. Karafiáth (Budapest, 1994), 49.

[26] Gustav Liebau, William Shakespeares Leben und Dichten (Gera, 1873), 50. Ähnlich bewertete L. G. Lemcke (a.a.O.,  18) die „lebendige Blume“ der Shakespeareschen Dichtung.

[27] F. A. Th. Kreyßig, Über die sittliche und volksthümliche Berechtigung…, 8.

[28] Die kämpferische Pose hatte schon G. G. Gervinus eingenommen; vgl. dessen Shakespeare (Leipzig, 1839, 41872), I, viii.

[29]So Heinrich Kuenzel, William Shakespeare: Zum Gedächtnis seines dreihundertjährigen Geburtstages (Darmstadt, 1864), 44, 46 (Festrede beim Frankfurter Hochstift); F. A. Th. Kreyssig, Vorlesungen über Shakespeare, seine Zeit und seine Werke (Berlin, 31877), I, 143.

[30] A. L. Lua, William Shakespeare: Eine Festrede, gehalten […] im Saale des alten Weinbergs zu Schidlitz (Danzig, 1864).

[31] Kreyßig, Vorlesungen, Bd. I, 148.

[32] ShJb 9 (1874), 23 (Hermann Ulrici); 267 (Karl Elze).

[33] Ein Jahr danach erklärte der Bürgermeister von Stratford-upon-Avon ganz offiziell: „What was to have been a great success and brilliant event, has been, at least partially, a failure“ und nannte die utilitaristische Einstellung des Vorbereitungskomitees als Hauptursache. Siehe James Cox, The Tercentenary: A Retrospect (London, 1865).

[34] Wilhelm Oechelhäuser, Die Würdigung Shakespeares in England und Deutschland: Eine Parallele. Vortrag gehalten zu Weimar am 23.4.1869 (Dessau, 1869), 4.

[35] Heinrich König, William Shakespeare, Vorwort; hier zit. nach der 5. Auflage (Leipzig, 1875). Die Erstauflage war 1839 unter dem Titel Williams Dichten und Trachten erschienen, kurz nach Robert Folkestone Williams, Shakespeare and his Friends (1838).

[36] Hermann Ulrici, „Jahresbericht 1865“, ShJb 2 (1867), 2.

[37] Liebau, a.a.O., 42.

[38] Friedrich Bodenstedt, Aus Ost und West (Berlin, 1846), 125.

[39] Nicolaus Delius, Die Tiecksche Shakespearekritik (Bonn, 1846), v; Julian Schmidt, Neue Bilder aus dem geistigen Leben unserer Zeit (Leipzig, 1873), 71.

[40] Franz Horn, Shakespeares Schauspiele erläutert. 5 Bde. (Leipzig, 1823-1831); Hermann Ulrici, Über Shakespeares dramatische Kunst (Leipzig, 1839); G. G. Gervinus, Shakespeare. 4 Bde. (Leipzig, 1849-1850). Letzteres Werk betrachtete sein Autor als notwendige positive Ergänzung zu seiner sehr kritischen Geschichte der deutschen Dichtung (1841-1842).

[41] Theodor Wilhelm Danzel in Blätter für literarische Unterhaltung, Nr. 131-137 (1850); Nachdruck in T.W.D., Zur Literatur und Philosophie der Goethezeit: Gesammelte Aufsätze, ed. Hans Mayer (Stuttgart, 1962), 247-285.

[42] Hermann Hettner, Über Hamlet (1854); Nachdruck in Dramaturgische Schriften des 19. Jahrhunderts, ed. Klaus Hammer (Berlin, 1987), Bd. I, 638.

[43] Vgl. hierzu Realismus und Gründerzeit, ed. Max Bücher, Werner Hahl et al. (Stuttgart, 1981), 141.

[44] Zuerst in Fortsetzungen erschienen in Morgenblatt für gebildete Leser (1864), dann als Buch unter dem Titel Shakespearestudien (Stuttgart, 1866, ²1873).

[45] Grillparzer schalt die Kunstphilosophen einschließlich Gervinus Dummköpfe, die den verständlichsten aller Dramatiker unverständlich gemacht haben; vgl. Edgar Gross, „Grillparzers Verhältnis zu Shakespeare“, ShJb 51 (1915), 6-7. Zu Laube vgl. Alexander von Weilen, „Laube und Shakespeare“, ShJb 43 (1907), 98-137. C. Hebler, Aufsätze über Shakespeare (Bern, 1865) iv, teilte ausdrücklich Rümelins „Widerwillen gegen ästhetische Salbaderei und gegen die bloße philosophische Phrase“. Ähnliches auch bei J. L. F. Flathe, Shakespeare in seiner Wirklichkeit (Leipzig, 1863), 8, 225; oder bei Wilhelm König, Shakespeare als Dichter, Wegweiser und Christ (Berlin und Leipzig, 1872), vii-viii, der beklagt, „dass selbst diejenigen Erklärer, welche von größeren und allgemeineren Gesichtspunkten ausgingen, zu sehr ihre eigenen Ansichten, zu viel philosophische, theologische und sonstige System-Polemik herzugebracht haben, als dass wir an ihren Leistungen die reine Freude haben könnten, welche tieferes Verständniß des Dichters […] zu gewähren vermag.“

[46] Rudolf Genée, „Shakespeare-Studien, III“, Deutsches Museum 22, 23 (1866), 687-698 bzw. 705-715; hier 690.

[47] Roderich Benedix, Die Shakespearomanie: Zur Abwehr (Stuttgart, 1873). Schon zur Gründung des Shakespeare-Vereins in Dresden hatte sich Benedix ablehnend verhalten: „Wenn der Verein überhaupt den Namen eines Dichters führen sollte, so haben wir doch deutsche Namen genug, daß man sich nicht nach einem ausländischen umzusehen brauchte.“ Vgl. „Zur Geschichte des Deutschen Shakespeare-Vereins“, Die Deutsche Schaubühne, Bd. 6, 2. Heft (1865), 38.

[48] Eine Zusammenstellung positiver und negativer Rezensionen findet sich in Shakespeare Museum, ed. Max Moltke. Buchausgabe (Leipzig, 1881), 273-294.

[49] Eduard von Hartmann, Shakespeares Romeo und Julia (Leipzig, 1874).

[50] E. W. Sievers, William Shakespeare: Sein Leben und Dichten (Gotha, 1866),  x.

[51] Namentlich von Karl Elze, „Der Shakespeare-Dilettantismus: Eine Antikritik“, ShJb 9 (1874), 233-268.

[52] „Shakespeare aber vereinigt, was Goethe hat, mit dem, was Schiller hat, und füllt aus, was dem letzteren fehlt. Man muß Goethe und Schiller nicht bloß miteinander vergleichen, sondern beide mit Shakespeare, wenn man sie richtig messen will.“ So Friedrich Theodor Vischer, Kritische Gänge, ed. Robert Vischer (Leipzig, ²1914), Bd. 2, 53.

[53] Protokolle bei Martin Lehnert, „Hundert Jahre Deutsche Shakespeare-Gesellschaft“, Shakespeare Jahrbuch, 100/101 (1964/1965), 10-11.

[54] In einem (unveröffentlichten) Brief an seinen Freund Karl Elze vom 16.4.1874 gab Freiligrath zu bedenken, „dass Ihr ‚Shakespeare-Herren‘ bei Euren jährlichen Versammlungen […] an den Weimar’schen Hof gezogen werdet. Und das würde mich in Verlegenheit setzen. […] ich habe eine Vergangenheit, die mir das Zu-Hofe-Steigen, selbst das beiläufige bei Gelegenheit von Gelehrtenversammlungen, verbietet.“ Original in der Folger Shakespeare Library, Sig. Y.c.979(3).

[55] Alexander Schmidt, „Plan und Probe eines Wörterbuchs zu Shakespeare“, Programm der städtischen Realschule (Königsberg, 1871). Vgl. auch schon ShJb 2 (1866), 390. Das Lexicon selbst erschien 1874-1875 (²1886, 51962).

[56] Michael Bernays, Zur Entstehungsgeschichte des Schlegelschen Shakespeare (Leipzig, 1873).

[57] Ulricis Ausgabe (12 Bde.) erschien 1867-1871; die Dingelstedtsche (10 Bde.) 1867; diejenige Bodenstedts (9 Bde., 1867-1871). Dazu kam noch Max Moltkes Deutsche Volksausgabe (1868), eine Revision der älteren Übersetzung von Joseph Meyer.

[58] Zur Zielsetzung des Dresdener Vereins siehe F. Heine, „Über den jetzigen Verfall der Schauspielkunst und ihre Hebung durch Theaterschulen,“ Die Deutsche Schaubühne, Bd.6, 3. Heft (1865), 17-28.

[59] Franz Dingelstedt, Studien und Copien nach Shakspeare (Pest, 1858), 5 u.ö.; vgl. dazu auch Jocza Savits, Shakespeare und die Bühne des Dramas (Bonn, 1917), 158, sowie Stahl, a.a.O., 402.

[60] Deutscher Bühnen- und Familien-Shakespeare, ed. Eduard und Otto Devrient (Leipzig, 1873-1876), Einleitung Bd. I, ix.

[61] Hermann Ulrici, „Über Shakespeares Fehler und Mängel“, ShJb 3 (1868), 1-19.

[62] Devrient, a.a.O., viii-x.

[63] L. Bernhard, „Shakespeare an unseren Schulen“, Programm der Löbenischtschen höheren Bürgerschule (Königsberg, 1859), 2.

[64] Karl Elze, Die englische Sprache und Literatur in Deutschland: Eine Festschrift zur dreihundertjährigen Geburtsfeier Shakespeares (Dresden, 1864).

[65] Siehe Albert Ludwig, „Die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft: Rückblick anläßlich ihres 50jährigen Bestehens“, ShJb 49 (1913), 83.

[66] Friedrich Bodenstedt, Shakespeares Frauencharaktere (Berlin, 1874, 41887). Weitere diesbezügliche Titel bei Georgianna Ziegler et al., Shakespeare’s Unruly Washington DC, 1997).

Dies ist eine revidierte Fassung eines Aufsatzes, zuerst erschienen unter dem Titel „Shakespeare und die Gründer“, in: Shakespeare Jahrbuch, 136 (2000), 74-89. Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Ferdinand Kamp, Bochum.

Ein Beitrag aus der Komparatistik-Redaktion der Universität Mainz





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