„Körper kaufen“: Ein von Simone Sauer-Kretschmer herausgegebener Band setzt sich mit Prostitution in Literatur und Medien auseinander

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Seit vielen Jahren wird in Deutschland darüber gestritten, ob Prostitution verboten werden sollte. Die Diskussion, ob und wie man ‚Sexarbeit‘ verkaufen darf, erhitzt regelmäßig die Gemüter des Feuilletons und des Boulevards. Doch seit der Moderne werden dabei immer wieder die gleichen Fragen, Problemstellungen und Behauptungen reproduziert, Stereotype am Leben erhalten und Geschichten erzählt, die mit Sex und Crime aufwarten.

Der von Simone Sauer-Kretschmer herausgegebene Sammelband „Körper kaufen“ untersucht Prostitutionsdiskurse aus der Perspektive verschiedener geisteswissenschaftlicher Disziplinen: Neben klassischen Narrativen der Prostitution in Geschichte und Gegenwart steht das Zusammenspiel von Prostitution, Pornographie und Populärkultur im Fokus, wobei auch die Orte und Räume eine zentrale Rolle spielen, an denen Prostitution stattfindet. Literatur und Film, aber auch Popmusiktexte, zeitgenössische Dokumentarphotographie, Gegenwartstheater und Performance-Kunst sind Gegenstände, derer sich die zwölf hier versammelten Aufsätze angenommen haben. „Körper kaufen“ soll dazu beitragen, dass sichtbar wird, wie kulturelle Phantasmen und gesellschaftspolitische Realitäten ineinandergreifen, wenn von Prostitution in unterschiedlichen Künsten und Medien die Rede ist.

Mit Beiträgen von Britta Caspers, Irina Gradinari, Thomas Hecken, Melanie Hinz, Marcus Maida, Dorit Messlin, Beatrice Nickel, Simone Sauer-Kretschmer, Dietmar Schmidt, Mark Schmitt, Monika Schmitz-Emans und Christiane Schönfeld.

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Titelbild

Simone Sauer-Kretschmer (Hg.): Körper Kaufen. Prostitution in Literatur und Medien.
Ch. A. Bachmann Verlag, Berlin 2016.
230 Seiten, 29,00 EUR.
ISBN-13: 9783941030442

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