Bussard nach der Mauser: Daniel Könitz ediert die mittelhochdeutsche Verserzählung erstmals nach dem Moskauer Codex

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Der Bussard ist eine gut 1000 Verse umfassende Erzählung, die von der Liebe eines englischen Königssohns und einer französischen Prinzessin berichtet. Da die Prinzessin bereits einem anderen versprochen ist, muss das Liebespaar vor der Hochzeit fliehen. Nach zahlreichen Abenteuern, in denen unter anderem ein Bussard den Ring der Königstochter raubt (wonach die Erzählung benannt ist), endet die Geschichte schließlich glücklich mit der Hochzeit des Prinzenpaars.

Entstanden ist der Bussard im frühen 14. Jahrhundert im elsässischen Sprachraum. In der Ausgabe von Daniel Könitz wird die Verserzählung erstmals nach dem Moskauer Codex ediert, in dem sich ein bisher unbekannter Vlâgelîn als Dichter des Bussard nennt. Die Ausgabe bietet eine synoptische Darstellung der gesamten handschriftlichen Überlieferung vom 14. bis 16. Jahrhundert, einen Stellenkommentar sowie die neuhochdeutsche Übersetzung des mittelhochdeutschen Textes.

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Ein Beitrag aus der Mittelalter-Redaktion der Universität Marburg

Titelbild

Daniel Könitz (Hg.): Der Bussard. Edition, Übersetzung und Kommentar.
Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur, Beihefte, Hrsg. v. Jürgen Wolf, Beiheft 24.
Hirzel Verlag, Stuttgart 2017.
212 Seiten, 44,00 EUR.
ISBN-13: 9783777625478

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