„Kollateralschäden der Gerechtigkeit“: Walter Delabar publiziert eine Sammlung von Krimi-Besprechungen aus den letzten zehn Jahren

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Im Krimi wird eine Debatte geführt, mit der das moderne Rechtssystem mit einem Mal ausgehebelt wird. Im Gegensatz von Recht und Gerechtigkeit nimmt der Mord eine merkwürdige Position ein: Dieser fordert Kompensation, die nur im Tod des Mörders bestehen kann. Das wird als gerecht verstanden, wenngleich es zweifellos wenig mit Recht zu tun hat, wie es die modernen Gesellschaften verstehen.

Stattdessen besitzt Gerechtigkeit in den Industrie- und Massengesellschaften des 21. Jahrhunderts ein höchst explosives Potenzial. Selbstjustiz würde die Grundlage dieser Gesellschaften aushebeln. Der Staat würde sein Machtmonopol verlieren, das auch mit der Aufgabe verbunden ist, eine Vielzahl von Interessen und Ansprüchen miteinander zu verbinden.

Der Band bietet eine thematische Auswahl aus über 400 Besprechungen zu Krimineuerscheinungen seit 2005, die vor allem bei literaturkritik.de erschienen sind. Zusammengestellt wurden 39 Besprechungen, die intensiv überarbeitet wurden. Verbunden wurden sie mit einem einleitenden Essay. Thema ist alles, was Recht und Gerechtigkeit angeht.

Anmerkung der Redaktion: literaturkritik.de rezensiert nicht die Bücher von regelmäßigen Mitarbeitern der Zeitschrift und Angehörigen der eigenen Universität oder Bücher, an denen diese mitgewirkt haben. Diese Bücher können hier jedoch gesondert vorgestellt werden.

Titelbild

Walter Delabar: Kollateralschäden der Gerechtigkeit. Inszenierungen von Recht und Gerechtigkeit im Krimi.
ebooknews press
, Berlin
 2016.
120 Seiten, 14,90 EUR.
ISBN-13: 9783944953526

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