Ein von Urte Helduser und Burkhard Dohm herausgegebener Sammelband beschäftigt sich mit den „Imaginationen des Ungeborenen“

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Der pränatalen Entwicklung des Kindes und seinen möglichen Prägungen während der Schwangerschaft ist im Zuge der aktuellen Diskussion um die Epigenetik weitreichende Aufmerksamkeit zuteilgeworden. Vorstellungen des ‚Ungeborenen‘, seiner Entwicklung und Gestaltbarkeit verfügen jedoch auch über eine umfangreiche historische Tradition, die nicht zuletzt auch in literarischen und künstlerischen Diskursen verankert ist.

Der vorliegende Band Imaginationen des Ungeborenen / Imaginations of the Unborn verfolgt diese Geschichte kultureller Konzepte der Prägung des Ungeborenen von der Frühen Neuzeit bis zur Moderne aus interdisziplinärer Perspektive. Im Zentrum steht die Literatur- und Wissensgeschichte des sogenannten mütterlichen ‚Versehens‘, die Auffassung, dass äußere Eindrücke auf die mütterliche Einbildungskraft sich in die Gestalt des ungeborenen Kindes einprägen. Die Beiträge des Sammelbandes erschließen die umfangreiche Wissens- und Kulturgeschichte solcher Prägungskonzepte sowie ihre historischen Konjunkturen, Umbrüche und Verschiebungen.

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Titelbild

Urte Helduser (Hg.) / Burkhard Dohm: Imaginationen des Ungeborenen / Imaginations of the Unborn. Kulturelle Konzepte pränataler Prägung von der Frühen Neuzeit zur Moderne / Cultural Concepts of Prenatal Imprinting from the Early Modern Period to the Present.
Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2018.
248 Seiten, 40,00 EUR.
ISBN-13: 9783825367848

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