Der das berühmte Rätsel löste...

Ein Sigmund Freud-Portrait von Peter Schneider

Von André SchwarzRSS-Newsfeed neuer Artikel von André Schwarz

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

In der Reihe dtv Portrait, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Biographien bedeutender Persönlichkeiten für ein interessiertes Laienpublikum zu präsentieren, ist auch ein Portrait über den Begründer der Psychoanalyse erschienen.

Sigmund Freud, eigentlich Schlomo Sigismund Freud wurde am 6. Mai 1856 im mährischen Freiberg geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Wien, studierte und promovierte im Jahre 1883 zum Dr. med., bevor er mit seinen psychologischen Werken wie etwa der "Traumdeutung" und der "Psychopathologie des Alltagslebens" die psychoanalytische Bewegung begründete. Auf die Person Freud geht Peter Schneider, ein Zürcher Psychoanalytiker, recht spärlich ein, das Wichtigste wird zwar kurz ausgeführt, aber allzu Detailliertes erfährt man nicht. Der deutliche Schwerpunkt liegt auf dem Freud'schen Œuvre, die wichtigsten Werke werden anschaulich dargestellt und durch zahlreiche Ausschnitte und Erläuterungen ergänzt. Doch finden sich Anmerkungen und Erklärungen nicht nur zu den gemeinhin bekannten Werken Freuds zur Psychoanalyse, sondern auch zu seinen frühen Schriften, etwa über die medizinische Wirksamkeit und die Anwendung von Kokain ("Über Coca"). Grundlagen der Psychoanalyse werden in einer zwar äußerst komprimierten, aber profunden und für die angestrebte Zielgruppe geeigneten Weise erläutert. Der Autor hat die kaum zu überwindende Hürde genommen, die er gleich zu Beginn anspricht: "Freuds Psychoanalyse und ein Witz haben eines gemeinsam: Sie lassen sich nicht zusammenfassen". Dafür ist ihm der Versuch einer Kurzorientierung recht gut gelungen: Man erfährt das Wichtigste und ist durch die ausführliche Bibliographie im Anhang in die Lage versetzt, weiterführende Literatur aufzufinden.

Wie in der Reihe dtv Portrait üblich, ist auch dieser Band mit zahlreichen Abbildungen, Tabellen, Erläuterungen und Zeittafeln ein Versuch, elementares Wissen in prägnanter Weise zu präsentieren. Abgerundet wird das Portrait durch einen brauchbaren Anhang mit Zeittafel, Glossar (mit den notwendigsten Fachbegriffen) und Register.

Dem interessierten Laien ist dieses Buch uneingeschränkt zu empfehlen, sofern er sich mit dem Werk Sigmund Freuds und weniger mit der Person auseinander setzen will.

Titelbild

Peter Schneider: Sigmund Freud. Portrait.
Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2000.
160 Seiten, 7,60 EUR.
ISBN-10: 3423310219

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