Schrift-Wechsel und Andenksel

Neue Forschungsarbeiten kartieren die Begegnungen von Paul Celan und Ingeborg Bachmann

Von Axel SchmittRSS-Newsfeed neuer Artikel von Axel Schmitt

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Nachdem fünf Jahre nach ihrem Tod die vierbändige Ausgabe der "Werke" erstmals einen zusammenhängenden Überblick über Ingeborg Bachmanns Texte und erste Einblicke in ihren literarischen Nachlass gewährt hatte, wurden die Nachlass-Originale im Sommer 1979 als Schenkung an die Handschriftenabteilung der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien übergeben, wobei vorab rund 450 Überlieferungsträger für fünfzig Jahre (bis 2025) gesperrt und in einem Konvolut versiegelt wurden. In diese Gruppe fallen vermutlich etwa 200 Gedichtentwürfe sowie eine große Zahl von Briefen und privaten Aufzeichnungen. Weit über hundert der vormals gesperrten Gedichtentwürfe sind inzwischen in der von Isolde Moser, Heinz Bachmann und Christian Moser herausgegebenen Edition der "Unveröffentlichten Gedichte" zugänglich gemacht worden. Im Hinblick auf das versiegelte Briefkonvolut hat Sigrid Weigel schließlich zu bedenken gegeben, "daß die Mehrzahl von Bachmanns Briefen sich gar nicht im gesperrten Wiener Nachlaß befindet", sondern in den Nachlässen ihrer Adressaten, wie ihr eigener wiederum vor allem Briefe ihrer Gesprächspartner enthalten dürfte.

Neben der Leseausgabe der Werke und der hervorragenden, von Monika Albrecht und Dirk Göttsche besorgten Kritischen Edition des Todesarten-Projekts sind andere Texte Ingeborg Bachmanns in den letzten Jahren aus dem Nachlass herausgegeben bzw. in Archiven wieder entdeckt und neuveröffentlicht worden. Zu erwähnen sind vor allem Jörg-Dieter Kogels Edition der "Römischen Reportagen" (1998), die Ingeborg Bachmann für Radio Bremen angefertigt hat, Hans Höllers Faksimile-Ausgabe der "Letzten, unveröffentlichten Gedichte, Entwürfe und Fassungen" (1998) sowie die Kritische Ausgabe "Ausgewählter nachgelassener kritischer Schriften" durch Monika Albrecht und Dirk Göttsche (2000).

Diese Editionsvorhaben werden seit den frühen 80er Jahren von einer regelrechten "Bachmann-Renaissance" in der Literaturwissenschaft orchestriert. Nach dem frühen Ruhm Ingeborg Bachmanns als "neuer Stern am deutschen Poetenhimmel" (Günter Blöcker) im Zusammenhang ihrer Auftritte bei der Gruppe 47 in den 50er Jahren hat eine breite, lebhafte und vielschichtige Forschung in den vergangenen zwanzig Jahren die Beurteilung Bachmanns als eine der wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen der Nachkriegsjahrzehnte fundiert. Seit einigen Jahren zeichnet sich jedoch, worauf Monika Albrecht und Dirk Göttsche im Vorwort des von ihnen herausgegebenen "Bachmann-Handbuchs" verweisen, ein Forschungsumbruch ab, "der die Begründung der fortdauernden Relevanz von Bachmanns Werk mit einer deutlicheren Historisierung im Sinne einer Neubewertung ihres Œuvres im Kontext der literarischen Nachkriegsjahrzehnte" verknüpft: "Analysen zum zeit- und diskursgeschichtlichen Kontext ihres Schreibens, die Erforschung des intertextuellen Horizonts ihrer Werke, komparatistische und interdisziplinäre Untersuchungen, die durch Bachmanns vielfältige Kontakte und Lektüren und nicht zuletzt durch ihre Grenzüberschreitungen zwischen Literatur, Philosophie, Psychologie und Musik begründet sind, aber auch die historisch-kritische Revision der verfügbaren Nachlaßtexte tragen ebenso zu diesem Umbruch bei wie der literaturwissenschaftliche Methodenwechsel, der neue Lektürerahmen geschaffen hat." Zugleich habe die Funktion von Bachmanns Werk als "Kristallisationspunkt aktueller literaturwissenschaftlicher Methodendiskussion" zu einer Forschungsproduktivität geführt, die heute kaum noch überschaubar sei. Vor diesem Hintergrund fasst das "Bachmann-Handbuch" das gewachsene Wissen über die Autorin bündig und auf neuestem Stand zusammen, zieht eine kritische Bilanz der Forschung (und ihrer Desiderate) und stellt darüber hinaus neue Erkenntnisse und Lektüreperspektiven vor. In diesem Sinne ist das Handbuch nach einem einleitenden Überblick über Leben und Werk, Rezeptions- und Editionsgeschichte in zwei Teile gegliedert, deren erster das Werk aus der Perspektive der Werkgruppen und Einzelwerke erschließt, während der zweite übergreifende Kontexte und Diskurse in Bachmanns Werk zusammenfasst (Philosophie, Psychologie, Zeitgeschichte, Topographien, literarische Kontexte, Dialoge und Lektüren, Musik). Damit erarbeitet sich das Handbuch einen ähnlichen Status wie die drei Jahre zuvor erschienene Bachmann-Monographie von Sigrid Weigel - beide sind unverzichtbar für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Texten Ingeborg Bachmanns.

Mitte der 90er Jahre rückte mit Holger Gehles Studie zu "NS-Zeit und literarische[r] Gegenwart bei Ingeborg Bachmann" (1995) die Frage des Schreibens im geschichtlichen Raum des 'Nach-Auschwitz' auch ins Zentrum der Auseinandersetzung mit der Lyrik. Gehles Arbeit bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Bachmann-Forschung und gibt eine avancierte Position geschichtsbewusster philologischer Erkenntnis vor, die dann in den Untersuchungen zu den intertextuellen Beziehungen zwischen dem Werk Paul Celans und Ingeborg Bachmanns (vgl. Helmut Böttiger, "Orte Paul Celans", 1996; Bernhard Böschenstein/Sigrid Weigel [Hg.], "Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Poetische Korrespondenzen", 1997) und in Sigrid Weigels Bachmann-Buch weitergeführt wird. Bei Weigels Untersuchung "Ingeborg Bachmann. Hinterlassenschaften unter Wahrung des Briefgeheimnisses" (1999) handelt es sich um eine ausgesprochen nützliche Aufarbeitung von Bachmanns intensiver Auseinandersetzung mit den Nachwirkungen des Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich. Bekanntlich hat Bachmann den Tag des Einmarsches von Hitlers Truppen in Klagenfurt im Rahmen des "Anschlusses" Österreichs an das Deutsche Reich rückblickend zum symbolischen Datum ihrer Autorschaft erklärt, wenn sie in einem Gespräch bekräftigt: "Es hat einen bestimmten Moment gegeben, der hat meine Kindheit zerstört. Der Einmarsch von Hitlers Truppen in Klagenfurt. Es war etwas so Entsetzliches, daß mit diesem Tag meine Erinnerung anfängt: durch einen zu frühen Schmerz, wie ich ihn in dieser Stärke vielleicht später überhaupt nie mehr hatte." Emphatisch hat sie immer wieder die moralische Verpflichtung und zeitkritische Ausrichtung ihrer Texte als eines Schreibens nach Auschwitz betont, zu dessen 'Problemkonstanten' die Auseinandersetzung mit den Verflechtungen von Individual- und Zeitgeschichte im Zeichen gesellschaftlicher Gewalt gehört. Sigrid Weigel geht es in ihrer Studie somit primär darum, Bachmanns Ort als Intellektuelle herauszuarbeiten, "die sich engagiert und mit Leidenschaft nicht nur um eine sprach- und geschichtstheoretisch reflektierte Ästhetik bemüht, sondern [...] auch den Dialog mit den Erfahrungen von Überlebenden und Exilierten und die Auseinandersetzung mit einem 'Denken nach Auschwitz' gesucht hat".

Darüber hinaus zeichnet Weigel auch die Beziehungen der Autorin zur Kritischen Theorie und zu wichtigen jüdischen Persönlichkeiten ihrer Zeit nach. Damit greift sie neue Aspekte von Bachmanns Leben, Werk und Wirkung auf, die seit den frühen 90er Jahren in den Blick gerückt sind; dazu gehören nicht zuletzt, wie jüngst auch Joachim Eberhardt herausgearbeitet hat, die vielfältigen intertextuellen Bezüge ihres Werks zu anderen Autoren und Philosophen von Hölderlin und Novalis über Proust und Musil bis zu Paul Celan und Max Frisch. Weigel favorisiert Lesarten, die die Intertextualität und Vielstimmigkeit der Gedichte betonen. Traditionelle lyrische Kategorien wie "Gesang, Komposition, Musik" werden als Textverfahren sichtbar transparent gemacht, zeitgeschichtliche Bedeutungen werden zurückgestuft gegenüber den Signaturen und Mythologemen poetischen Sprechens. In dem kurzen Text ["Wozu Gedichte"] äußert Ingeborg Bachmann den Gedanken, Gedichte hätten die Funktion, das "Gedächtnis [zu] schärfen". Sie legten "Formeln in ein Gedächtnis", "wunderbare alte Worte für einen Stein und ein Blatt, verbunden oder gesprengt durch neue Worte, neue Zeichen für Wirklichkeit". Die Gedächtnisfunktion der Lyrik erfüllt sich so in Bachmanns Gedichten, dass antike Mythologeme, die Bibel, Volksmärchen und die Literatur von der Antike bis zur Gegenwart zitiert werden, und zwar in den zwei oben angesprochenen Formen: der Verbindung mit oder Sprengung durch neue Worte. Als Polyphonie und als virtuose Komposition von Zitat- und Lektürespuren, von Erzähl- und Sprechstimmen geht dieser Umstand in die immer schon intertextuelle Schreibweise (nicht nur) der Prosatexte Ingeborg Bachmanns ein. Von diesem Punkt aus erweisen sich die Texte Bachmanns nach Weigel als "eine permanente Zirkulation von lecture und écriture". Die Dialogizität und Vielstimmigkeit ihrer Gedichte ist insofern Gegenstand einer Konstruktion, als jeder Leser solche Dialoge und Korrespondenzen überhaupt erst lesbar zu machen vermag.

Die weitaus größte Aufmerksamkeit galt in den letzten Jahren der 'poetischen Korrespondenz' zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, obwohl bereits in den 60er Jahren Bezüge zwischen ihren Gedichten untersucht wurden. Ebenso wurden auch die inzwischen berühmten Zitate aus Celans Texten in Bachmanns Roman "Malina" bald nach dessen Veröffentlichung entdeckt. In den 80er Jahren wuchs die Zahl der 'Trouvaillen' kontinuierlich. Im Rückblick scheint das Interesse an der literarischen Beziehung Celan-Bachmann, wie Monika Albrecht betont, zumindest in der deutschen Germanistik die Konzentration auf die poststrukturalistisch-feministischen Ansätze abgelöst zu haben. Auf den nahe liegenden Gedanken, diese 'poetische Korrespondenz' als dekonstruktive Textbewegungen zu verstehen, mithin beide Ansätze zu koppeln, ist interessanter Weise noch niemand gekommen. Die Geschichte dieses 'literarischen Dialogs' zwischen Celan und Bachmann beginnt mit der Begegnung der beiden Schriftsteller im Wien der Nachkriegszeit, erstreckt sich über mehr als zwei Jahrzehnte und wird von Bachmann noch über Celans Tod hinaus weitergeführt.

Schon zu Lebzeiten traten befreundete Autoren mit Ingeborg Bachmann in einen literarischen Dialog, so - neben Celan - auch Hans Weigel in seinem Roman "Unvollendete Symphonie" aus dem Jahr 1951. Der 1908 in Wien geborene Publizist Hans Weigel gehörte zu den Autoren der österreichischen Kulturzeitschriften "Der Turm" und "Plan". Weigels fast messianische Selbsteinschätzung seiner Rolle im Wiener Kulturleben kurz nach dem Krieg wird in "Unvollendete Symphonie" besonders deutlich: "Ich [...] hab' gewusst: Ihr wartet auf mich, ihr wißt es nur noch nicht." Er war süchtig danach, Repräsentant einer Wiener Kaffeehaus-Kultur zu sein, die schon nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr dieselbe war und vom Zweiten Weltkrieg endgültig ausgelöscht wurde. Bachmanns Verhältnis zur Wiener Nachkriegsgesellschaft blieb ambivalent. Sie respektierte Weigels Bedürfnis, lieber ein zu bestimmten Dingen schweigender Wiener zu sein als ein heimatloser Jude. Dennoch ist ihr das Absurde bis Schizophrene der österreichischen Kultur nach 1945 zutiefst bewusst, finden sich doch in dieser Zeit erste Überlegungen zu der prinzipiellen Möglichkeit von Kunst und Kultur nach Auschwitz. Autoren wie Paul Celan und Ingeborg Bachmann mussten für sich erkennen, dass die Nachkriegssituation in Wien infolge einer unzureichenden Aufarbeitung des Nationalsozialismus durch die österreichische Bevölkerung ein neuerliches Exil erforderte. Die Beziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Weigel geriet ins Wanken, als Bachmann Paul Celan am 16. März 1948 in der Wohnung des surrealistischen Malers Edgar Jené kennen lernte.

Celans kurzer Prosatext "Edgar Jené und der Traum vom Traume" aus dem gleichen Jahr ist das wohl wichtigste Dokument seiner Auseinandersetzung mit dem Wiener Surrealismus. Abgesehen von den in Rumänien erschienenen Übersetzungen ist es Celans erste eigenständige Buchpublikation und zugleich sein frühestes poesiologisches Zeugnis. Hier legt er in geradezu erschütternder Radikalität Rechenschaft über Möglichkeiten und Grenzen der Kunst jenes surrealistischen Verständnisses ab, das Jené in Wien zu etablieren versuchte. Deutlicher und bei weitem expliziter als jemals später reflektiert Celan das Verhältnis von Sprache und Geschichte und stellt erstmals die Frage nach den Möglichkeiten des Sprechens: "So mußte ich auch erkennen, daß sich zu dem, was zutiefst in seinem Innern seit unvordenklichen Zeiten nach Ausdruck rang, auch noch die Asche ausgebrannter Sinngebung gesellt hatte und nicht nur diese!" Für Celan ist das Abtauchen in die "Tiefsee" nicht nur ein individuelles psychisches Erleben, sondern er reflektiert zugleich die Möglichkeiten der Sprache, in die Tiefe der bereits verdrängten Geschichte und ihrer Entstellungen vorzudringen. Celan insistiert dabei auf einem komplexen Sprachbegriff, der "die ganze Sphäre menschlicher Ausdrucksmittel" umfasst. In der Auseinandersetzung mit den Bildern Edgar Jenés gestaltet Celan erstmals ein dichtungstheoretisches Konzept der Möglichkeiten eines Sprechens nach Auschwitz, das er dann in seinen Gedichten immer wieder suchen und realisieren wird. In Paul Celan wurden die Wiener Literatenkreise mit einer ungewohnten Radikalität konfrontiert, der sie alsbald mit Respekt begegneten. Seine Ankunft in Wien lässt sich anhand von Weigels Roman nachvollziehen: "Da ist der Winter gekommen und mit ihm ein Erlebnis. Ein Mann. Ein neuer Mann. Muß ich seinen Namen hierhersetzen? Du weißt ja auch so, wen ich meine. [...] Ein Wilder, ein schwarzes Schaf, ein Bürgerschreck, extrem in seiner Ablehnung alles Bestehenden und Anerkannten, Verfertiger von eigenartiger und eigenwilliger Lyrik und Prosa, die er achtlos niedergeschrieben, hie und da vorgelesen und, auf losen Blättern verstreut, selbst nicht recht beachtet hat, der nicht resigniert die fehlende Anerkennung beklagt, sondern sie provoziert und als Bestandteil seiner Zeitlichkeit angesehen hat."

In den Monaten bis zu Celans Weiterreise nach Paris im Juli 1948 entwickelt sich eine intensive persönliche Beziehung zu Ingeborg Bachmann, die als Auseinandersetzung mit der Erfahrung der Shoah zugleich eine, wie Hans Höller treffend beschrieb, "tiefgreifende Verwandlung ihres Denkens und Schreibens" bewirkte. Diese Begegnung markiert den Beginn einer schwierigen, nur in kurzen Intervallen gelingenden Liebesbeziehung und zugleich eines literarischen Dialogs, der mit Paul Celans Widmung von nahezu zwanzig seiner in Wien und Paris entstandenen Gedichte aus dem Band "Mohn und Gedächtnis" (1948/52) an Ingeborg Bachmann ("f. d." [für dich]) beginnt und bis zur literarischen Hommage an ihn und seinen Freitod in ihrem Roman "Malina" (1971) reicht. Einem Brief Bachmanns vom 24. Mai 1948 ist zu entnehmen, dass Paul Celan seiner Geliebten Gedichte schenkte, die sie zur sicheren Bewahrung nach Hause schickte: "Im Brief lege ich zwei Gedichte bei, die noch unveröffentlicht, mir handschriftlich von Celan gewidmet wurden. [...] bitte dann in mein Fach legen zu den übrigen Andenkseln."

Nach Celans Aufbruch nach Paris versuchten beide, ihre Beziehung fortzusetzen. Schon für den Winter plante Ingeborg Bachmann eine Reise nach Paris. Ein Jahr später schickte Celan ein Geburtstagsgeschenk, das an den Anfang der Liebe erinnerte. In einem Brief an ihre Eltern vom 24. Juni 1949 schrieb Bachmann: "Heute trudelte schon etwas Geburtstagspost ein, so von Paul Celan aus Paris mit einem herrlichen Mohnblumenarrangement." Erst im Oktober 1950, nach Abschluss ihres Philosophiestudiums, fuhr Ingeborg Bachmann zu Paul Celan nach Paris, um mit ihm zu leben, doch bereits nach einigen Wochen brach sie den Versuch ab. In einem Brief an Hans Weigel heißt es, dass Celan und sie sich "aus unbekannten, dämonischen Gründen [...] die Luft zum Atmen wegnehmen". Ein gemeinsames Leben war nicht möglich, Ingeborg Bachmann reiste nach London weiter und kehrte schließlich nach Wien zurück. Doch der Kontakt riss nie ganz ab. Beide trugen zu der von Milo Dor und Reinhard Federmann konzipierten und von Hans Weigel herausgegebenen Anthologie "Stimmen der Gegenwart 1951" bei. Auf Betreiben der Wiener Freunde wurde Celan 1952 bekanntlich als Teil der österreichischen Delegation zum Treffen der Gruppe 47 nach Niendorf eingeladen.

Im Oktober 1957 nahm Bachmann zusammen mit Celan, Peter Huchel, Hans Mayer, Heinrich Böll u.a. in Wuppertal an der Tagung zum Thema "Literaturkritik - kritisch betrachtet" teil. In den Jahren 1957/58 stellten Bachmann und Celan gemeinsam die Texte für den deutschen Teil der von Marguerita Caetani herausgegebenen italienischen Zeitschrift "Botteghe Oscure" zusammen. Die Wiederbegegnung mit Celan in Wuppertal und Köln (14. Oktober 1957) und seine anschließenden Besuche bei ihr in München (7.-9. Dezember 1957, 28./29. Januar 1958, 7. Mai 1958) ließen aber auch die Liebesbeziehung wiederaufleben. Die Tagebuchnotizen von Celans Frau Gisèle zeichnen ein vielschichtiges Bild dieser Affäre. Unter dem 24. Januar 1958 ist Folgendes notiert: "Gestern habe ich bis in die späte Nacht Ingeborgs Gedichte gelesen. Sie haben mich erschüttert. Ich mußte weinen. Welch schreckliches Schicksal. Sie hat dich so geliebt. Wie konntest Du so grausam zu ihr sein. Jetzt bin ich ihr näher, ich akzeptiere, daß Du sie wiedersiehst, ich bleibe ruhig." Diese Phase der Freundschaft endete offenbar mit mehreren Treffen bei einem Parisaufenthalt Ingeborg Bachmanns (30. Juni-2. Juli 1958), der weitere persönliche Kontakt beschränkte sich auf Briefe und Widmungsexemplare. Im Zuge der 'Goll-Affäre' widersprachen Ingeborg Bachmann, Marie Luise Kaschnitz und Klaus Demus im September 1960 heftig den vorgebrachten Anschuldigungen, Celan habe die Gedichte Ivan Golls plagiiert. Ingeborg Bachmann verweigerte zunächst die Unterschrift unter eine gemeinsame Erklärung, die von Klaus Demus und Paul Celan vorformuliert worden war: "Paul, ich muß Dir sagen, muß es leider auch Klaus schreiben, daß ich sie nicht gut finde, daß sie mir, in dieser Form, nur schadend erscheint." Celan verstand ihr anfängliches Zögern als scheinbar mangelndes Engagement. Im Winter 1961 brach er den direkten Kontakt ab; jedenfalls sind - jenseits der literarischen Texte - nach 1961 keine Zeichen einer weiteren Begegnung auffindbar. Die Nachricht von Celans Tod in der Seine Ende April 1970 brach ziemlich abrupt in das Schweigen zwischen beiden ein.

Als dann einen Monat nach Celan auch der italienische Lyriker Giuseppe Ungaretti starb, erinnerte Bachmann sich der Celanschen Übersetzungen von Ungarettis "La terra promessa", die 1968 unter dem Titel "Das verheißene Land. Das Merkbuch der Alten" bei Suhrkamp publiziert wurden. Ingeborg Bachmann selbst hatte 1961 eine Auswahl von Gedichten Ungarettis vorgelegt, die als 70. Band in der "Bibliothek Suhrkamp" erschien. Gemeinsam mit der Übersetzung der späten Gedichte Ungarettis durch Celan steht Bachmanns Übersetzung, worauf Peter Goßens mehrfach hingewiesen hat, "bis heute synonym für den deutschsprachigen Ungaretti und trug entscheidend zu jener Prominenz des Italieners in Deutschland bei, die andere italienische Hermetiker wie Eugenio Montale oder Salvatore Quasimodo deutlich übertrifft". Als Ingeborg Bachmann sich nach Celans und Ungarettis Tod in einem Brief vom 4. Juni 1970 von Siegfried Unseld die Ausgabe der Celanschen Übersetzung erbat, suchte sie damit womöglich sich der Kommentare Celans zu ihrer eigenen Übersetzung zu erinnern und damit nach einer letzten Möglichkeit, die 'poetische Korrespondenz' über den Tod des Freundes hinweg aufrecht zu erhalten.

In ihren Texten kamen beide immer wieder auf die gemeinsame Beziehung zurück. Mit seinem auf den 20. Januar 1968 datierten Gedicht "Ich höre, die Axt hat geblüht" gab Celan Ingeborg Bachmann ein Zeichen, dass er von der Entstehung ihres neuen Buches, des Romans "Malina", erfahren hatte. Das Bild der "Axt" übernahm Celan aus dem vielzitierten Brief Franz Kafkas an Oscar Pollak vom 27. Januar 1904, in dem dieser über die Kraft der Literatur nachdachte: "[E]in Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns." Mit "Malina" versuchte Bachmann sich Ende der 60er Jahre aus einer tiefen persönlichen und literarischen Krise herauszuschreiben. Neben den Verletzungen und Abschieden, die sie im Laufe ihres Lebens erfahren hatte, wird in dem Roman auch die Frage thematisiert, warum ihre Liebe zu Paul Celan in Wien eine unmögliche war. Mit der Figur Iwan zeichnet Bachmann den U-Topos des "Ungargassenlandes", der um die Ecke ihrer damaligen Wohnung in der Beatrixgasse angesiedelt ist. In diesem Verfahren der Überblendung von Topographie und Sprache, das den Orten sowohl ihre subjektive Erfahrungsdimension zurückgibt, wie es ihnen auch kollektive Geschichtszeichen einprägt, nähert sich die Lyrik dem an, was Paul Celan 1960 in seiner "Meridian"-Rede "Toposforschung [...] im Lichte der U-topie" genannt hat. In der eingeschobenen Erzählung "Die Geheimnisse der Prinzessin von Kagran" wird sie im Gespräch der Prinzessin mit dem Fremden einen Großteil der ihr von Paul Celan gewidmeten "f. d."-Gedichte aus "Mohn und Gedächtnis" zitieren. Schließlich beschreibt Bachmann noch eine dritte Figur, in der die beiden zuvor beschriebenen koinzidieren. In einer Traumsequenz des Kapitels "Der dritte Mann" findet sich ein Fazit, ja fast ein Nekrolog auf ihre Beziehungen zu Paul Celan. In einem Flüchtlingsszenario findet sie "jemanden", der die gleiche Herkunft wie ihre Figur Iwan hat und der einen Flüchtlingsmantel trägt wie der Fremde im "Prinzessinnen"-Märchen. Am Ende ertrinkt "er [...] auf dem Transport im Fluß", so wie Celan ein Jahr vor Erscheinen von "Malina" den Freitod in der Seine gesucht hatte: "Kann ich Sie sprechen, für einen Augenblick? fragt ein Herr, ich muß ihnen eine Nachricht überbringen. Ich frage: Wem, wem haben Sie eine Nachricht zu geben? Er sagt: Nur der Prinzessin von Kagran. Ich fahre ihn an: Sprechen Sie diesen Namen nicht aus, niemals. Sagen Sie mir nichts! Aber er zeigt mir ein vertrocknetes Blatt, und da weiß ich, daß er wahr gesprochen hat. Mein Leben ist zu Ende, denn er ist auf dem Transport im Fluß ertrunken, er war mein Leben. Ich habe ihn mehr geliebt als mein Leben."

Für Ingeborg Bachmanns Bedürfnis nach einem Wissen um den eigenen Ort in der Geschichte war die Begegnung und Auseinandersetzung mit Paul Celan von großer Bedeutung, weil er die junge Autorin mit der frühen Erkenntnis objektiv unvereinbarer Orte in der Nachgeschichte von 'Auschwitz' konfrontiert und ihr zugleich die Möglichkeit einer 'poetischen Korrespondenz' eröffnet hat. Paul Celan verknüpfte in seinen Texten seine jüdische Herkunft mit einem kompromisslosen Toten-und-Shoah-Gedächtnis. Die "Nähe der Gräber" in Celans Dichtung betonte Bachmann anerkennend in ihrer "Frankfurter Poetikvorlesung" (1959/60), wo sie in Auseinandersetzung mit der Dichtungskonzeption Celans die Möglichkeiten lyrischen Sprechens nach 1945 reflektiert: "Mit einer Grabschrift, der Todesfuge, ist er zuerst unter uns getreten, und mit sehr leuchtenden dunklen Worten, die eine Reise bis ans Ende der Nacht machten. Und dieses Ich, in diesen Dichtungen, [...] gewinnt eine Autorität, indem es für sich nichts erbittet als 'Mache mich bitter, zähle mich zu den Mandeln, zähl mich dazu ... was bitter war und dich wachhielt ...". Zugleich hebt Bachmann hervor, dass Celan mit dem Band "Sprachgitter" (1959) eine 'Entkleidung' dichterischen Sprechens durch eine "äußerst harte Überprüfung der Bezüge von Wort und Welt" vornehme. Indem sie auf Celans "Bremer Rede" (1958) verweist, kennzeichnet sie zugleich die Bewegung der Sprache als 'dialogische'.

Wie Celan, Büchnerpreisträger von 1960, der seine poesiologischen Reflexionen vom "20. Jänner", dem Datum der Wannseekonferenz, ausgehen lässt, so bestimmt auch Bachmann in ihrer Büchnerpreisrede mit Auschwitz ein Ereignis, von dem sich ihr Selbstverständnis als Autorin herschreibt. Beide Reden, die Bachmanns mit ihrer in die Gegenwart hineinreichenden deutschen Vergangenheit und die Celans mit ihrem impliziten Verweis auf die Wannseekonferenz, haben mit der nationalsozialistischen Täterschaft denselben Bezugspunkt. Doch ist diese Gemeinsamkeit keineswegs ungebrochen. In "Der Meridian" nennt Celan die Wannseekonferenz einen historischen Einschnitt, unter dessen Eindruck die Gegenwart und die Literatur nach 1945 stehen. Bachmann hingegen geht von einem Fortleben des Nationalsozialismus aus. In den Romanentwürfen des Spätwerks und schließlich in "Malina" wird Bachmann diesen Gedanken der Kontinuität weiterführen und konkretisieren. Sigrid Weigel hat die beschriebene Aufnahme der Celanschen Stimme in den Text von "Malina" als "eine Art Kryptogramm" verstanden, da die Nachricht von Celans Tod, die Bachmann während der Arbeit an ihrem Roman erreichte, von ihr "in Form eines (undatierten) Datums in den Roman eingetragen" wurde. Diese einzigartige Kombination von fehlendem Autornamen, Zitat und Datum in "Malina" machen diesen Roman zu einem Text, in dem Trauer und Gedenken verborgen sind, zu einer Erinnerungsschrift von Gedenkritualen und Denkmalen, die gleichsam den jahrelangen Schrift-Wechsel der beiden Schriftsteller abschließt und versiegelt. Denn Ingeborg Bachmann antwortet mit ihrer Zitierweise in "Malina" auf eine vorausgegangene, nahezu zwei Jahrzehnte zurückliegende Schrift, indem sie die damalige Widmung des Gedichtbandes "Mohn und Gedächtnis" "f. d." buchstäblich realisiert: die ihr 1952 zugeeigneten Gedichte werden ihrer Schrift zu eigen, werden Teil ihrer eigenen Schrift.

Auch die expliziten poesiologischen Überlegungen Bachmanns stehen im direkten Dialog mit denen Paul Celans. Alle wesentlichen Aspekte seiner Rede zum Bremer Literaturpreis von 1958 tauchen auch in Ingeborg Bachmanns Reden der folgenden Jahre auf. Das gilt für Celans Konzept der Dichtung als "Unterwegssein" und als "Versuch, Richtung zu gewinnen", das er aus den konkreten historischen Daten und topographischen (Um-)Wegen seiner écriture ableitet. Bachmann nimmt diese Gedanken in ihre "Frankfurter Poetikvorlesungen" auf, wenn sie das Schreiben als eine Bewegung des Denkens und der Sprache auf die Wirklichkeit hin definiert, die nur durch einen moralischen, erkenntnishaften Ruck, durch "eine neue Gangart" möglich sei, um sich explizit auf Celans Texte zu berufen: das "Richtung nehmen" ebenso wie das "Unterwegssein". Gleiches gilt im umgekehrten Fall auch für Paul Celans dialogische Dichtungstheorie. Dabei nimmt seine Bremer Überlegung, "das Gedicht kann, da es ja eine Erscheinungsform der Sprache und damit seinem Wesen nach dialogisch ist, eine Flaschenpost sein" mit der 'Flaschenpost' nicht nur eine bekannte Metapher Ossip Mandel'štams, sondern auch der Kritischen Theorie auf, die Bachmann ihrerseits ein Jahr zuvor in einem Gedichtentwurf verwendet hatte, als sie ihrem Gedicht "Strömung" zunächst den Titel "Flaschenpost" gegeben hatte.

Die gegenseitigen Bezugnahmen in den literarischen und poesiologischen Texten betreffen neben den Intertexten auch "Codeworte bzw. -zeilen und Leitmotive gemeinsamer Bezugspunkte in der Literatur- und Philosophiegeschichte" (Weigel/Böschenstein), die insgesamt als "Chiffren" gedeutet werden, deren Bedeutung, wie Sigrid Weigel unterstreicht, "in einer Rückübersetzung von Literatur in Leben nicht aufgeht". Bei der Frage nach Gemeinsamkeiten in der Poetologie der beiden Schriftsteller gehen die Meinungen jedoch auseinander. Während Sigrid Weigel von einer "feine[n] Differenz zu seiner Poetologie" spricht, sieht Hans Höller größere und auch grundsätzlichere Unterschiede, die er im Sinne divergierender Auffassungen von der gesellschaftlichen Funktion der Literatur bei Bachmann und Celan deutet. Ob es sich bei dieser Korrespondenz tatsächlich auf Bachmanns Seite, wie Weigel unterstreicht, um eine "Dauerspur" handelt, scheint zumindest zweifelhaft, da diese 'Spur' immer wieder von längeren Zeiträumen unterbrochen wird. Darüber hinaus hat Monika Albrecht darauf verwiesen, dass der mit Abstand am meisten diskutierte Aspekt, die "deutliche Präsenz von Celans Dichtung in Malina" (Weigel/Böschenstein) sich ausschließlich einer spezifischen Konstellation verdanke: "dem zeitlichen Zusammentreffen der späten Arbeitsphase an dem Roman Malina mit Paul Celans Freitod Ende April 1970". Ein, wenn nicht sogar der grundlegende Unterschied begegnet bereits bei Weigel und Böschenstein: "[W]ährend Celans Gedichte [...] überwiegend Anspielungen auf Begegnungen mit Bachmann, auf Gespräche und auch auf Differenzen enthalten, antworten Bachmanns Texte eher auf seine Dichtung und auf seine Poetologie." Da die Briefe, die Ingeborg Bachmann und Paul Celan miteinander wechselten, weitere Jahrzehnte verschlossen in den Archiven liegen werden, wird der poetische Dialog zwischen beiden auch in den nächsten Jahren noch Aufmerksamkeit fordern. Lesbar bleiben neben den vielen Entsprechungen sicherlich auch die Differenzen in ihrer Poetik, neu lesbar werden vielleicht der unterschiedliche Bezug auf Denktraditionen, auf Georg Büchner, auf Walter Benjamin oder Martin Heidegger. Möglicherweise kommt sogar jemand auf den Gedanken, die Textbewegungen Celans und Bachmanns als dekonstruktiv zu lesen und damit wieder ein neues tertium comparationis bereitzustellen.

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Primus-Heinz Kucher: "In die Mulde meiner Stummheit leg ein Wort ...". Interpretation zur Lyrik Ingeborg Bachmanns.
Böhlau Verlag Wien, Wien 1999.
293 Seiten, 54,90 EUR.
ISBN-10: 3205991664

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Sigrid Weigel: Ingeborg Bachmann. Hinterlassenschaft unter Wahrung des Briefgeheimnisses.
Paul Zsolnay Verlag, Wien 1999.
605 Seiten, 34,90 EUR.
ISBN-10: 3552049274

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Hans Höller: Ingeborg Bachmann. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten.
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1999.
186 Seiten, 6,60 EUR.
ISBN-10: 3499505452

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Monika Albrecht / Dirk Göttsche: "Über die Zeit schreiben" 2. Literatur- und kulturwissenschaftliche Essays zum Werk Ingeborg Bachmanns.
Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2000.
228 Seiten, 24,50 EUR.
ISBN-10: 3826018370

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Stephanie Dressler: Giuseppe Ungarettis Werk in deutscher Sprache. Unter besonderer Berücksichtigung der Übersetzungen Ingeborg Bachmanns und Paul Celans.
Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2000.
332 Seiten, 42,00 EUR.
ISBN-10: 3825310027

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Isolde Moser / Heinz Bachmann / Christian Moser (Hg.) / Ingeborg Bachmann: Ich weiß keine bessere Welt. Unveröffentlichte Gedichte.
Piper Verlag, München 2000.
195 Seiten, 19,40 EUR.
ISBN-10: 3492042554

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Peter Goßens: Paul Celans Ungaretti-Übersetzung. Edition und Kommentar.
Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2000.
381 Seiten, 50,00 EUR.
ISBN-10: 3825310299

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Monika Albrecht / Dirk Göttsche (Hg.): Bachmann-Handbuch. Leben-Werk-Wirkung.
J. B. Metzler Verlag, Stuttgart 2002.
330 Seiten, 49,90 EUR.
ISBN-10: 3476018105

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Joachim Eberhardt: Es gibt für mich keine Zitate. Intertextualität im dichterischen Werk Ingeborg Bachmanns.
Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2002.
520 Seiten, 82,00 EUR.
ISBN-10: 3484181656

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