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Chiara Colli Staude: Friedrich Nietzsche, Giorgio Colli und die Griechen. Philologie und Philosophie zwischen Unzeitgemäßheit und Leben.
Königshausen & Neumann, Würzburg 2019.
208 Seiten, 28,00 EUR.
ISBN-13: 9783826066030

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Klappentext des Verlages

Giorgio Colli ist, zusammen mit Mazzino Montinari, der Initiator von Nietzsches
kritischer Gesamtausgabe, und er ist selbst Philosoph – das war seine
Motivation. Er ist auch der Vater der Autorin, die deshalb die Phasen der
Nietzsche-Edition aus der Nähe verfolgen konnte.
Für Colli ist das Verhältnis zu den Griechen, sowohl in Bezug auf Nietzsche als
auch zu seiner eigenen Philosophie, ein zentraler Aspekt. Verglichen mit den
Romantikern und Idealisten entdecken beide im „Apollinischen“ und „Dionysischen“,
in der symbolischen Funktion der beiden Gottheiten, Nietzsche
in der griechischen Tragödie und Colli in den Anfängen der Philosophie eine
neue Bedeutung. In seiner frühen Schrift „Apollineo e dionisiaco“ nennt Colli
die Perspektive des jungen Nietzsche eine „untote Philologie“ – mit diesem
zurückgewandten Blick erreicht er eine Art Unmittelbarkeit. Für ihn spielt
in der Erkenntnis die memoria (die orphische Gottheit Mnemosyne) eine
wesentliche Rolle. In seiner „Sapienza greca“ wird er noch radikaler: Dort
werden die Vorsokratiker zu Weisen – deren Fragmente gibt er akribisch
heraus und kommentiert sie mit größerer Gedankentiefe als Nietzsche.
In diesem Sinn legt Colli den Akzent auf Nietzsches Unzeitgemäßheit. Er zeigt
eine tiefe Affinität zur Ausdrucksweise der archaischen Philosophen, zum logos
eines Parmenides oder Heraklit. Die Autorin versucht diese bei Nietzsche
und Colli ähnlichen Aspekte punktuell zu analysieren, zu differenzieren, und
auch weiter zu entwickeln.

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