Informationen über das Buch

Titelbild

Bolesław Leśmian: Schattengetränk. Gedichte und Essays (Auswahl).
Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort von Halina Nitropisch. Mit einem Vorwort von Norbert Oellers.
Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2022.
252 Seiten, 24,00 EUR.
ISBN-13: 9783826076633

Rezensionen von literaturkritik.de

Zur Zeit sind keine Rezensionen in literaturkritik.de vorhanden.

Rezensionen unserer Online-Abonnenten

Andere Rezensionen

Google-Suche in von uns ausgewählten Rezensionsorganen

Klappentext des Verlages

Bolesław Leśmian war ein polnischer
Lyriker jüdischer Abstammung, der zu den originellsten und herausragendsten
Dichtern des 20. Jahrhunderts zählt. 1933 wurde Leśmian in die Polnische
Akademie der Literatur gewählt. Was Leśmians Poesie so einzigartig macht, ist seine
poetische Sprache (Neologismen, oxymorische Wortverbindungen u.a.m.) und die
daraus resultierende Poetik des Paradoxen, der Traumlogik und der
Märchenhaftigkeit. Zu den Hauptthemen von Leśmians Dichtung gehören neben Eros,
Thanatos und Natur, das Sein und das Nichtsein. Mit dem Nichtsein thematisiert
Leśmian den literarischen Raum als eine ›Zwischenwelt‹, wobei seine oxymorische
Schreibweise, ähnlich wie Kafkas Vexierbild-Erzähltechnik, die jüdische
Tradition der Einung von Gegensätzen spiegelt. Es ist eben die philosophische
Dimension von Leśmians Dichtung, die dafür sorgt, dass in Polen von Leśmian als
Spätromantiker, Symbolist, Impressionist, als Bergsonianer, Phänomenologe und
Existentialist die Rede ist. Die Vielfalt der unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten
mag einer der Gründe gewesen sein, warum Karel Krejčí in seiner Geschichte
der polnischen Literatur
(1958, 408) meinte: »Leśmians Werk erinnert in
manchen Zügen an das gleichzeitige Franz Kafkas.«

Leseprobe vom Verlag

Zur Zeit ist hier noch keine Leseprobe vorhanden.

Informationen über den Autor

Bolesław Leśmian, eigentlich Bolesław
Lesman (* 22. Januar 1877 in Warschau; † 5. November 1937 ebenda), war ein
polnischer Dichter, Essayist und Übersetzer (E.A. Poe), der wie Bruno Schulz zu
den wichtigsten und originellsten Dichtern der Moderne gehört. Sein poetisches
Werk umfasst vier Lyrikbände. Leśmian absolvierte ein Jurastudium in Kiew. Er
war als künstlerischer Leiter im Teatr Polski in Lodz tätig, später führte er
seine eigene Notarkanzlei im Osten Polens. 1933 wurde er in die Polnische
Akademie der Literatur gewählt. Zu den philosophischen und ästhetischen
Einflüssen aus Westeuropa, die in Leśmians Poetik die Hauptrolle spielen,
gehören die Metaphysik des Schöpfertums von Henri Bergson und der Rhythmus, den
der Dichter zum tragenden Element in seiner Poesie erklärte. Sein Stellenrang
in Polen entspricht heutzutage dem von Kafka hierzulande.


Halina Nitropisch, Übersetzerin und Herausgeberin, geb. 1952 in
Wrocław/ Polen, absolvierte das Studium der Romanistik an der Universität in
Wrocław. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Lokal- und
Zeitgeschichte) und als Redakteurin (Chronik der Stadt Oer-Erkenschwick, 1989),
sowie in Erwachsenenbildung. Seit Ende der 1990er Jahre ist sie als
Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Lyrik-Übersetzerin tätig. Ihre Übersetzungen
von Bolesław Leśmians Gedichten wurden 2010, 2019 und 2020 vom Deutschen
Übersetzerfonds im Literarischen Colloquium Berlin sowie 2022 von der Stiftung
für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Warschau gefördert. Im Verlag
Königshausen & Neumann ist 2017 ihr Buch „Franz Kafkas Roman Das Schloß. Der moderne Mythos des
Bewusstseins“ erschienen. Zurzeit arbeitet sie an ihrer nächsten Publikation:
„Kafka, Rilke und Leśmian. Vor dem Gesetz“. www.nitropisch.de

 

Suche nach Informationen über andere Bücher