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Rezensionen von literaturkritik.de
Der weibliche Blick
Fragen von literaturkritik.de zu Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz und Ottilie W. Roederstein mit Antworten
Von Simone Frieling
Ausgabe 10-2023
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Klappentext des Verlages
Das Buch erscheint Mitte September 2023
Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz und Ottilie W. Roederstein gehörten zu der ersten Generation von Malerinnen, die professionell ausgebildet waren und den Kunstmarkt veränderten. Sie brachten den weiblichen Blick in die Malerei und die Bildhauerei. Käthe Kollwitz, die 1919 als erste Frau an die Preußische Akademie der Künste berufen wurde, stellte ihr Werk in den Dienst der Menschen, die von Not, Hunger und Unterdrückung gezeichnet waren. Im Ersten Weltkrieg zunächst kriegsbegeistert, verwandelte sie sich durch jahrelange Reflexion zu einer glühenden Pazifistin und schuf das bis heute bekannteste Antikriegsplakat. Paula Modersohn-Becker, der durch ihren frühen Tod weniger als 10 Schaffensjahre blieben, befreite sich von allen bildnerischen Konventionen, ihr einzigartiges Werk wurde wegweisend für die Moderne. Ottilie W. Roederstein, die Deutsch-Schweizerin, war die erfolgreichste Porträtistin ihrer Zeit, ihr gelang es als einziger von den drein, von der Kunst zu leben. Sie führte ein selbstbestimmtes Leben an der Seite der Gynäkologin, Chirurgin und Frauenrechtlerin Elisabeth Winterhalter.
Die Nationalsozialisten unterzogen die Werke aller drei Künstlerinnen einer ideologischen Prüfung. Das von Paula Modersohn-Becker brandmarkten sie posthum als ‚entartet‘, es verschwand aus öffentlichen Sammlungen wie der Kunsthalle Bremen und dem Städel Museum in Frankfurt. Ein Teil ihrer Gemälde wurde ins Ausland verkauft, die unverkäuflichen vernichtet.
Gleich zu Anfang des Jahres 1933 zwang das Hitler-Regime Käthe Kollwitz, die Preußische Akademie der Künste zu verlassen, nachdem sie den Dringenden Appell zum Zusammenschluss der Linken Parteien bei den letzten freien Wahlen am 5. März 1933 unterschrieben hatte. Ihre Plastiken wurden als entartet eingestuft und sie erhielt Berufsverbot. In ihren letzten zehn Lebensjahren erlitt Kollwitz das, was sie als Künstlerin angeprangert hatte: Armut, Ausgrenzung und Bespitzelung durch die Gestapo.
Ottilie W. Roederstein, deren Leben in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung nicht auffiel, erlebte keine Sanktionen durch die Nationalsozialisten, sie wurde aber nicht zur Großen Deutschen Kunstausstellung in München zugelassen, weil sie viele jüdische Freunde besaß, von denen sie einige porträtiert hatte. Roedersteins letzte Lebensjahre in Hofheim am Taunus waren überschattet von Angst und Verunsicherung durch die sich radikal verändernde Gesellschaft im NS-Staat.
Leseprobe vom Verlag
Zur Zeit ist hier noch keine Leseprobe vorhanden.
Informationen über den Autor
Informationen über Simone Frieling in unserem Online-Lexikon
Simone Frieling, geboren in Wuppertal, lebt nach Stationen in Zürich und München seit 1994 als Malerin und Autorin mit ihrer Familie in Mainz. Sie veröffentlichte Erzählungen, Romane, Essays und Anthologien. 1998 wurde sie mit dem Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz bedacht und erhielt den Martha-Saalfeld-Preis. Zuletzt erschienen im Verlag ebersbach & simon: »Rebellinnen«, »Dichterpaare«, »Sophie Scholl« und »Sylvia Plath«.





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