Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 2, Februar 2018

Von Menschen und anderen Tieren
Die Februarausgabe von literaturkritik.de widmet sich den Human-Animal Studies
Von Stefan Jäger

Schwerpunkt: Human-Animal Studies

Essays

Literatur und Kultur

Kunst als Stimme des stummen Tierleids
Tier und Ästhetik in und mit der Kritischen Theorie
Von Sebastian Lübcke

Der Parasit
Die literarische Wirtschaftsanthropologie des Schädlings und Schmarotzers
Von Manuel Bauer

In einer Umwelt ohne andere Subjekte
Kafkas Bau-Tier
Von Michael Niehaus

Menschen / Affen
Erkundung der Grenze zwischen Kultur und Natur
Von Gerhard Neumann

Hunde in der Literatur der Weimarer Republik
Erich Maria Remarques „Station am Horizont“ und Ruth Landshoff-Yorcks „Die Vielen und der Eine“
Von Maren Lickhardt

Wildes Lieben?
Von Emotionalisierungsprozessen zwischen Tieren und Menschen erzählen
Von Susanne Schul

Eine Satire gegen jedes totalitäre System
Einige Bemerkungen zu George Orwells „Farm der Tiere“
Von Manfred Orlick

Philosophie, Psychologie und Politik

Nordhühner und Südhühner
NS-Rassenideologie auf dem Hühnerhof
Von Oliver Kohns

Moralische Pflichten gegenüber Tieren
Philosophische Beruhigungsversuche
Von Björn Sydow

Von sprechenden Hunden und rechnenden Pferden
Das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren in der historischen Tierpsychologie
Von Maike Riedinger

Glosse: Laut & Luise

Mann und Hahn
Die neue Verbrüderung
Von Luise F. Pusch

Rezensionen

Human-Animal Studies

Einfacher geht es nicht
Nicht nur für Studierende des Fachs ist nun eine lohnenswerte Einführung in die Human-Animal Studies erschienen
Von Daphne Tokas

Machen Tiere eigentlich auch irgendetwas? Natürlich!
Ein Sammelband thematisiert einen unabdingbaren sozialhistorischen Fokus der Human-Animal Studies
Von Daphne Tokas

Menschen, Haustiere, Emotionen
Zwei Begleitpublikationen der Dresdner Ausstellung „Tierisch beste Freunde“ beleuchten die Fluchtpunkte und Ambivalenzen einer Kultur- und Gefühlsgeschichte von Menschen und ihren nichtmenschlichen MitbewohnerInnen
Von Frederike Middelhoff

Die Einführung des Ästhetischen als Kategorie in der Biologie
Ein Essay zur „Schönheit der Tiere“ von Christiane Nüsslein-Volhard
Von Carla Swiderski

Tiere in Literatur und Kunst

Der Vogel als Mensch, als Sänger und als Denkfigur
Drei Zugänge zur Betrachtung der artenreichsten Klasse der Wirbeltiere
Von Rolf Schönlau

Erfrischende Miniaturen
Martin Thomas Pesl unternimmt im „Buch der Tiere“ „100 animalische Streifzüge durch die Weltliteratur“
Von Anja Beisiegel

Ein Kommentar zum Kommentar-Tier
Jan Philipp Reemtsma betrachtet Hunde in Bildern
Von Carla Swiderski

Todgeweihte Riesen
Lothar Frenzʼ liebevolle Hommage an die Nashörner
Von André Schwarz

Nicht die Tiere vergessen!
Der Sammelband „Robinsons Tiere“ von Roland Borgards, Marc Klesse und Alexander Kling nähert sich unterschiedlichen Bearbeitungen des Robinson-Crusoe-Stoffes aus der Perspektive der Cultural Animal Studies
Von Vera Zimmermann

Literarisches

Bewundert, begehrt, vom Aussterben bedroht
Über Helen Macdonalds Biografie eines Räubers: „Falke“
Von Anja Beisiegel

Der Earl und seine Wölfe
Sarah Hall schildert in ihrem Roman eine Frau an der Grenze zweier Welten
Von Anja Beisiegel

Wie cool ist eigentlich die Rettung der Honigbiene?
Über Robin Stevensons Jugendbuch „Der Sommer in dem ich Bienen rettete“
Von Anja Beisiegel

Da schimpfte der Esel den Hahn einen Dickkopf
Julia Kockel und Oliver Hahn legen einen gelungenen Comic zur Geschichte und Aktualität der Tierethik vor
Von Daphne Tokas

Tier und Natur

Naturforschung jenseits der großen Naturforscher
Der Sammelband „Akteure, Tiere, Dinge“ erkundet die Produktion von Naturwissen in der Frühen Neuzeit
Von Julia Stetter

Das 15. Kälbchen, ein Pferd als Therapeut und die Freudentänze einer dreibeinigen Katze
Jürgen Teipel versammelt Geschichten von Tieren und Menschen
Von Katja Hachenberg

Mücken, Moose, Mandala
David Haskells Naturbeobachtungen in „Das verborgene Leben des Waldes“
Von Anja Beisiegel

Weitere Rezensionen

Gefährten im Graben
Seit die Menschen Krieg gegeneinander führen, missbrauchen sie Tiere als Kampfgenossen – Malin Gewinner und Rainer Pöppinghege über Tiere im Krieg
Von Oliver Pfohlmann

Tiermetaphern

Affentheater – nicht nur zur Faschingszeit
Rohrspatz und weiser Rat einer Ameise
Von Homo Lupus

Gedenktage

Satire, Groteske und Unterhaltung
Zum 100. Geburtstag von Muriel Spark
Von Manfred Orlick

Ein Lesebuch zu Rose Ausländers Gesamtwerk, zusammengestellt und kommentiert von Maria Behre

150. Todestag Adalbert Stifters

Ein Meister der Landschaftsbeschreibung, der bis heute polarisiert
Zum 150. Todestag von Adalbert Stifter
Von Manfred Orlick

Der ganze Stifter im Überblick
Christian Begemann und Davide Giuriato legen mit dem „Stifter-Handbuch“ ein Standardwerk vor
Von Nils Gelker

Zum 150. Todestag Adalbert Stifters: aus dem Archiv von literaturkritik.de

20. Todestag Ernst Jüngers

Irrwisch von undefinierter Gestalt
Ernst Jüngers „Arbeiter“ von 1932 war der erste Avatar
Von Marcus Jensen

Lesen hilft
Über Helmuth Kiesels materialreiche Neuausgabe von Ernst Jüngers „Auf den Marmorklippen“
Von Christophe Fricker

Die Käfer, ihr Jäger und Archivar
Ernst Jüngers „Subtile Jagden“ ist in einer Prachtausgabe erschienen
Von Niels Penke

Müssen es denn alle sein?
Norbert Dietka untersucht Ernst Jüngers Beziehungen zu Künstlern
Von Christophe Fricker

Zum 20. Todestag Ernst Jüngers: aus dem Archiv von literaturkritik.de

Biografisches und Autobiografisches

Unter unbestechlichen Augen
Reiner Stachs großartige dreibändige Kafkabiografie ist nun als Gesamtausgabe erhältlich
Von Paul Geck

Ein Außenseiter, der Weltliteratur schrieb
Michael Opitz hat die erste umfassende Arbeit zu Leben, Werk und Bedeutung Wolfgang Hilbigs vorgelegt
Von Dietmar Jacobsen

Die geheimen Beziehungen zwischen Leben und Werk
Biografisches und Nichtbiografisches zu Marcel Proust
Von Olaf Kistenmacher

Empathisches Engagement und Antifaschismus
Michael Schwaiger beleuchtet das Schaffen des Journalisten und Autors Leo Lania
Von Mario Huber

Ein Drama als Kammerspiel
Ruth Beckermann hat den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan verfilmt
Von Rolf Löchel

Deutschsprachige Literatur

Nach Stalingrad
Heinrich Gerlach berichtet in „Odysse in Rot“ über eine Irrfahrt durch die Jahre seiner Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion
Von H.-Georg Lützenkirchen

Der Bartforscher und der einsame Junge
Marion Poschmann geleitet in „Die Kieferninseln“ durch düstere japanische Wälder
Von Jenny Schiemann

Der Dichter spricht, in welchen Zungen?
Über Durs Grünbeins Gedichtband „Zündkerzen“
Von Walter Delabar

Liebes-Theater und Totenbeschwörung
Joachim Meyerhoff beschließt mit „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ seine autobiografische Roman-Tetralogie „Alle Toten fliegen hoch“
Von Bernhard Walcher

Menschlich, allzu menschlich
Mit seinem Romanprojekt „Menschliche Regungen“ bezieht Tim Krohn seine Leser in den Schreibprozess mit ein
Von Beat Mazenauer

Freiheit und Solidarität
Daniel de Roulet begleitet „Zehn unbekümmerte Anarchistinnen“ auf ihrer Auswanderung nach Südamerika
Von Beat Mazenauer

Wie Hoffnung schöpfen?
Paulus Hochgatterer erzählt in „Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war“ von traumatisierten Menschen
Von Helmut Sturm

Ein Roman wie ein vielstimmiges Musikstück
In „Die Sprache des Regens“ erzählt Roland Schimmelpfennig von der Macht des Geschichtenerzählens, der Unerklärbarkeit der Liebe und von der Nähe zur Natur
Von Marita Meyer

Man muss sich Markus Bundi als einen glücklichen Menschen vorstellen
Der Erzählband „Planglück“ nutzt die Freiheit der kleinen Form
Von Martin Gaiser

Mann über Bord
Tanguy Viels fünfter Roman „Selbstjustiz“
Von Martin Gaiser

Von der Ostfront zum Reichstagsbrand
Leo Lanias Roman „Land im Zwielicht“ aus den 1930er Jahren ist ein melodramatischer, aber lesenswerter Geschichtsunterricht
Von Mario Huber

Romandebüt über „Das Leben des Max Schmidt“ auf der Suche nach einem „Neuanfang“ in Berlin

Fremdsprachige Literatur

Ein amerikanischer Alptraum
Irene Dische versucht sich in „Schwarz und Weiß“ an einer Abrechnung mit dem amerikanischen Traum
Von Monika Grosche

Terror in Tôkyô
Iori Fujiwara und der letzte Held von Komaba
Von Lisette Gebhardt

Eine Mauer durch die Ukraine
Oleksandr Irwanezʼ Anti-Utopie „Pralinen vom roten Stern“ ist auch 15 Jahre nach ihrem Erscheinen in der Ukraine noch von brennender Aktualität
Von Dietmar Jacobsen

Mit Bathos am Abgrund entlang
Dimitri Verhulst hat zwei brutale und ehrliche Geschichten über Heimkinder geschrieben
Von Sebastian Musch

Einswerden mit dem Berg
Nan Shepherd schreibt poetisch und päzise über die Cairngorms in Schottland, ein Wunder des Nature Writing
Von Georg Patzer

Chansons für Carla Bruni und Fenster für den Élysée-Palast
Hervé Le Tellier über die großen Träume eines kleinen Franzosen
Von Christina Dittmer

Vergnügliches Verwirrspiel um Lügen, Liebe und London
Iris Murdochs Screwball-Komödie „Ein abgetrennter Kopf“ wurde neu übersetzt
Von Thorsten Schulte

Krimi, Thriller und Science-Fiction

Blinde Superheldin im Einsatz
Andreas Pflüger schickt seine blinde Heldin zum zweiten Mal ins Gefecht: „Niemals“ ist gekonnt inszeniert, lässt aber Raum für kritische Bemerkungen
Von Walter Delabar

Neues Leben
Daniel Suarezʼ Thriller „Bios“ entwirft eine beängstigende Zukunft, in der es keine Identität mehr geben wird
Von Walter Delabar

Preisen will ich diesen großen Mann
Der Start der Dave Robicheaux-Reihe liegt vor: „Neonregen“ zeigt schon alles, was den Meister des Louisiana-Krimis auszeichnet
Von Walter Delabar

Die Schurkin
Nnedi Okorafor erzählt in ihrem Roman „Das Buch des Phönix“ von einer innerlich zerrissenen Heldin
Von Rolf Löchel

Filmkritik

Die Mörder sind unter uns
Nach Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ hat Julian Pölsler nun auch ihre Novelle „Wir töten Stella“ verfilmt
Von Rolf Löchel

Kleinste gemeinsame Biederkeit
In Lars Montags „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ sind alle Menschen auf der Suche und verloren
Von Lea Kühn

Literaturwissenschaften

Über die Literatur im Zeitalter der Krise
Hans Blumenbergs frühe „Schriften zur Literatur“ sind erschienen
Von Martin Ingenfeld

Klassiker der deutschsprachigen Exilliteratur
Sonja Klein und Sikander Singh legen einen Sammelband mit Interpretation zu kanonischen Autoren vor
Von Jens Flemming

Rühren im postsäkularen Brei
Katharina Weiss‘ Dissertation zum „Religionsdiskurs unter dem Paradigma von Individualität in Literatur und Film der Gegenwart“ steht auf schmaler Materialbasis
Von Silke Horstkotte

Zwischen Appropriation und Re-Flexion
Katharina Roettig erkundet das Feld von Christoph Martin Wielands „Sokratischen Übersetzungen“
Von Axel Schmitt

Was der Kunst möglich ist, wenn die Justiz versagt
Mit „Das Kongo Tribunal“ von Milo Rau ist ein Materialienband zum kongolesisch-deutschen Theaterereignis des Jahres 2015 erschienen, nicht mehr, aber auch nicht weniger
Von Marita Meyer

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Der Autor lebt, und er ist nicht allein
Seraina Plotke untersucht in ihrem Buch „Die Stimme des Erzählens“ textvermittelnde Instanzen in der mittelhochdeutschen Epik
Von Alissa Theiß

Zur Vermittlung des wahren Glaubens notwendig
Der von Bruno Quast und Susanne Spreckelmeier herausgegebene Sammelband ‚Inkulturation‘ vermittelt in Fallstudien zu Strategien bibelepischen Erzählens
Von Jörg Füllgrabe

Die Einheit des Vielfältigen
Fabian Sietz’ Untersuchung zyklischer Erzählstrategien im Rappoltsteiner Parzifal
Von Julia Kermer

„Deutschland im Mittelalter“
Bernd Fuhrmann legt eine umfassende Einführung in die Zeit zwischen 500 und 1500 vor
Von Katharina Kemmer

Vom Interpretieren jenseits ausgetretener Pfade
In seiner Monografie bietet Sebastian Speth neue Ansätze für das Verständnis des frühneuhochdeutschen Prosaromans und seiner Überlieferungsformen
Von Robin Kuhn

Hinweise

Monika Wolting über „Identitätskonstruktionen in der deutschen Gegenwartsliteratur“

„Der ewige Albtraum“: Jonas Nesselhauf widmet sich in seiner Untersuchung der „Figur des Kriegsheimkehrers in der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts“

„Der vernetzte Text“: Friedhelm Rathjen veröffentlicht „Zehn Studien und Miszellen zum ‚Ulysses‘ von James Joyce“

Soziologie und Philosophie

Max Weber Begins
Die Briefe des jungen Max Weber, seine Notizzettel zur Finanzwissenschaft, Beiträge zu seiner Rede über „Wissenschaft als Beruf“ und ein Nach-Ruf auf Horst Baier
Von Dirk Kaesler

Der Kairos von Leben und Tod
Zu Thomas Machos Fortschreibung der Todesmetaphern
Von Lukas Pallitsch

Orte der Lust, Orte der Angst
„Psychogeografie“: Colin Ellard erforscht, wie Orte oder Gebäude unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen
Von Oliver Pfohlmann

Kunst und Kultur

Lob der Empirie
Frank Trentmann rekonstruiert die Geschichte des Konsums
Von Gertrud Nunner-Winkler

Der Index der Künste
Diedrich Diederichsen entfaltet in seinen Adorno-Vorlesungen seine ästhetische Theorie
Von Chris W. Wilpert

Die Prostitutionsexpertin
Kerstin Wolffs Studie über Anna Pappritz und den Abolitionismus hat das Zeug zum Standardwerk
Von Rolf Löchel

Geografische Irrtümer aus aller Welt
Auch in seinem neuen Buch bleibt Edward Brooke-Hitching seiner Neigung zu kurios-wissenswerten Phänomenen treu
Von Simone Hacke

Geisteswissenschaftliche Blütenlese
Der interdisziplinäre Konferenzband „Floriographie“ untersucht Blumenkonzeptionen und deren mediale Repräsentationen
Von Lydia Doliva

Der „Übervater“ der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts?
Im malerischen Werk Edouard Manets werden viele neue Facetten ausgeleuchtet
Von Klaus Hammer

Politik und Geschichte

Eine Beziehung zur Welt
Patrick Chamoiseau hält in seinem Essay „Migranten“ der Globalisierung den Begriff der Mondialität entgegen
Von Beat Mazenauer

Die Flüchtlingskrise und der Untergang Europas
Ivan Krastevs aufrüttelnder Blick zurück auf die Ruinen der Europäische Union
Von Maurizio Bach

Weltrevolution als ideologische Gewissheit und alltagspraktische Erwartung
Gleb J. Albert über den revolutionären Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft
Von Jens Flemming

Wem gehört Auschwitz?
Imke Hansen schildert die frühen Jahre der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau
Von Karl-Josef Müller