Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 4, April 2026

Schwerpunkt: Hans Mayer

„Der Wind heult über den Michigansee“
Zur Kölner Tagung und zur Entstehung des Buches „Außenseiter“ von Hans Mayer
Von Heinrich Bleicher und Helen Sotowic

Hans Mayer ODER Queer Theory
Von Benedikt Wolf

Hans Mayers Konzept jenseits des kulturellen Höhenkamms
Außenseiterfiguren im Zwielicht bei Veit Harlan
Von Rolf Füllmann

Die Rückkehr des Außenseiters Hans Mayer in seine Heimatstadt
Das Archiv als Ort der Wiedergutmachung?
Von Anne Bendel

Der juristische Außenseiter Hans Mayer und seine Aktualität
Von Hans-Ernst Böttcher

Ein Vordenker für die intersektionale Literaturdidaktik?
Eine literaturdidaktische Lektüre zu: Hans Mayer – „Außenseiter“ (1975)
Von Mark-Oliver Carl

Monster in der Bibliothek
Hans Mayers gelesene Außenseiter
Von Arno Meteling

Die Frau mit der Waffe
Jüdische Frauenfiguren in der deutschen Literatur
Von Bill Niven

„Genet wählt sich selbst durch Schreiben…“
„… Befreiung durch Arbeit und Genie.“ (Hans Mayer) Sartre und Mayer über Jean Genet
Von Heiner Wittmann

Jubiläenund Gedenktage

Nicht Hamlet, sondern Clown
Vor 100 Jahren wurde Nobelpreisträger Dario Fo geboren
Von Peter Mohr

Nachruf auf Hannes Krauss
Von Werner Jung

In eigener Sache
Erinnerungen an Hannes Krauss (1945–2026)
Von Redaktion Gegenwartskulturen

Editionen und Neuauflagen

Mörderische Ich-Erzählerin
Mit dem Band „Jenseits der Grenzen“ wird die lesenswerte Werkausgabe der feministischen Science Fiction-Autorin Joanna Russ abgeschlossen
Von Rolf Löchel

Kleine Texte, die die großen Fragen bergen
Mit einer Neuauflage des literarischen Debüts des Schweizer Autors Peter Bichsel erinnert der Suhrkamp Verlag gebührend an seinen am 15. März 2025 verstorbenen Autor
Von Dietmar Jacobsen

Registrieren, recherchieren, reflektieren – urteilen
Dorothy Thompson über deutsche Verhältnisse Anfang der 1930er Jahre
Von Günter Helmes

Literarische Meisterstücke von Thomas Mann neu entdeckt und heute gelesen
In den Erzählungen „Tonio Kröger – Mario und der Zauberer“ wird über Geist, Kunst und Politik nachgedacht
Von Thorsten Paprotny

„Lauter Kübel für das aufgerissene Maul des Vergessens sind meine Briefe“
Rosa Grimm hat mit „Ach, mein Joggele!“ die Briefe der Marianne Rein an Jakob Picard als Zeugnis deren Lebens und Schaffens herausgegeben
Von Friedrich Voit

Hürlimann für Anfänger und Fortgeschrittene
Der von Fedora Wesseler herausgegebene Band „Der Wanderer und sein Koffer“ versammelt prägnante Texte, Bilder und Dokumente aus sechs Jahrzehnten literarischen Schaffens eines der wichtigsten Schweizer Gegenwartsautoren
Von Dietmar Jacobsen

Leben, Lyrik und Literaturwissenschaft
Der unter dem Titel „besser spät als nie“ herausgegebene Briefwechsel von Manfred Winkler mit Hans-Jürgen Schrader eröffnet historisch gewordene Perspektiven auf Europa und Israel
Von Markus Bauer

Eine lebenslange Freundschaft in Briefen
Gerhard Schuster legt einen sorgfältig und ausführlich kommentierten Briefwechsel zwischen Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Alexander Schröder vor
Von Günther Fetzer

Standhaft im kalten Wind
Mit dem dritten Band „Es gibt Tage“ liegt das gesamte Werk der lange Zeit vergessenen Autorin Adelheid Duvanel vor
Von Beat Mazenauer

Deutschsprachige Literatur

Wenn Herzchen berichtet
Dana von Suffrins Roman „Toxibaby“ ist eine tragik-komische Gratwanderung
Von Peter Mohr

Zur Kindheit in Sachsen
Frank Trommlers Professoren-Roman „Dorothea oder das Nachleben der alten Welt“ besticht durch kreative Intellektualität
Von Walter Grünzweig

Eine Bestandsaufnahme weiblicher Selbstverleugnung
Über Sophie Passmanns „Pick me Girls“
Von Agnesa Müller-Abazaj

Wir trinken, reden, singen, tanzen und taumeln
Mit „Verführung der Unschuldigen” legt Marc Degens einen wohlinformierten Roman über die Comic-Szene im Ruhrgebiet vor
Von Werner Jung

Berliner Jugend
Michael Wildenhains Roman „Das Ende vom Lied“ erzählt eine Coming of Age-Geschichte in Berlin um 1970
Von Walter Delabar

Wenn die Liebe an politischen Ansichten zerbricht
Nora Haddadas „Blaue Romanze“ zeigt, wie emotionale Intimität und politische Denkweisen miteinander verbunden sind
Von Leonie Meierhof

Mit Grüßen aus der Renaissance und dem Louvre
In ihrem Roman „Mona Lisa auf der Couch“ beleuchtet Karin Nohr symbolreich die persönliche Krise eines deutsch-französischen Psychotherapeuten
Von Anne Amend-Söchting

Gegen den Fluss erzählt
Pascal Merciers fünf postume Erzählungen in „Der Fluss der Zeit“ verstehen das Leben vor allem rückwärts
Von Thomas Merklinger

In wenigen Zeilen ganze Geschichtsdramen
Selten berührt ein lakonischer Ton so tief wie bei Tom Schulz, der in dem Gedichtband „Salz und Erinnern“ das Leben im Vorbeigehen und als ein Verschwinden beschreibt und im Erinnern zugleich für die Unvergänglichkeit des Vergangenen votiert
Von Nora Eckert

Im Halbdunkel
In „Drei Wochen im August“ zeigt Nina Bußmann, wie trügerisch Gewissheiten sind, und lässt uns Fährten folgen, die sich im nächsten Moment verlieren – ein leises, aber anhaltendes Spiel aus Zuspitzung und Entzug
Von Christina Bickel

Am Spielfeldrand des Diskurses
Mit „Balagan“ beendet Mirna Funk ihre zwischen Berlin und Tel Aviv angesiedelte Romantrilogie, verliert dabei jedoch leider ihre gewohnte erzählerische Schärfe
Von Mila Mantaj

Beflügelnde Poesie und Prosa
Lisa Elsässers Lyrik- und Kurzprosa-Sammlung „VÖGEL BESCHRIFTEN DIE LUFT“ besticht durch große sprachliche Könnerschaft
Von Severin Perrig

Sprache im neoinfantilen Zeitalter
Mit „Meisenfrei. 99 Gedichte“ beweist Matthias Politycki, dass dem lyrischen Sprechen Intelligenz, Humor und Formbewusstsein auch in rotierenden End- und Wendezeiten nicht abhandenkommen müssen
Von Marcus Neuert

400 Seiten Hin und Her zwischen Wechseljahren und Alterssenilität
Kristina Hortenbachs „Pleiten, Pech & Papa“ bringt Chaos, Quatsch & Kurioses
Von Anna Neyer

Fremdsprachige Literatur

Viel Liebesdrama und Heartbreak
Oyinkan Braithwaites Roman „Der Fluch der Falodun Frauen“ ist eher was für jüngere Leserinnen
Von Mechthild Hesse

Das infernalische Echo der Urahninnen
Mit „Ich gab dir Augen, und du blicktest in die Finsternis“ legt Irene Solà ein opulentes und mythopoetisches Erzählmosaik vor, das seinen Leser:innen einiges abverlangt
Von Nina Cullmann

Queere Liebe in China im Schatten der Leinwand
In „Cinema Love“ erzählt Jiaming Tang von einem verlorenen Kino, das einst ein Zufluchtsort war – und von den gebrochenen Menschen, die dessen Verlust bis ins New York von heute prägt
Von Oliver Pfohlmann

Pick-Up-Artist und Gewohnheitsvergewaltiger
Sarah Iles Johnstons Neuerzählungen griechischer Mythen „Von Göttern und Menschen“ sind ebenso unterhaltsam wie informativ
Von Rolf Löchel

Ein eher seichter Blutfluss von Worten
Mit „Pathemata. Die Geschichte meines Mundes“ erreicht Maggie Nelson leider nicht das Niveau ihrer bisherigen Bücher
Von Jana Fuchs

Zwei Frauen unter Druck
Mit seiner Meisterdiebin Grace hat der Australier Garry Disher in „Zuflucht“ dem Universum seiner Kriminalromane eine weitere unvergessliche Figur hinzugefügt
Von Dietmar Jacobsen

Das Leben ist an ihnen allen vorbeigegangen
Colm Tóibíns Novelle „Die Schwestern“ ist wenig spannungsreich
Von Mechthild Hesse

Feministische Wut in den Tropen
Aufgehängte Türen als Portale zu anderen Leben: Tan Twan Engs Roman „Das Haus der Türen“ ist eine Geschichte über verbotene Liebe und Doppelmoral in der einstigen britischen Kolonie British-Malaya
Von Oliver Pfohlmann

Laue Erotik im Winterkrieg
In Kjell Westös Roman „Dämmerung“, Untertitel „Roman aus Kriegszeiten“, spielt der Überfall auf Finnland im Winter 1939/1940 nur eine Nebenrolle
Von Karl-Josef Müller

Literaturwissenschaft

Der Mensch und die Masken
Zurecht gefeiert: Adam Shatz‘ Biografie „Arzt, Rebell, Vordenker. Die vielen Leben des Franz Fanon“ ist große biografische Kunst
Von Gerrit Althüser

Welteistheorie und Raumfrau
Das „Lexikon der deutschsprachigen Science Fiction 1933 – 1945“ weist zwar einige Unzulänglichkeiten auf, ist als erstes diese Zeit behandelndes Werk dennoch sehr zu begrüßen
Von Rolf Löchel

Wiener Spätaufklärung aus Mallersdorf
Der Tagungsband „Aufklärung zwischen Praxis und Utopie“ nimmt den vergessenen Autor Johann Pezzl in den Fokus
Von Klaus Hübner

Vielleicht nicht ganz gendergerecht?
Im „Lesebuch Frauenlob“ binden Uta Störmer-Caysa und Claudia Lauer verschiedene Beiträge rund um den mittelalterlichen Dichter zu einem bunten Strauß zusammen
Von Jörg Füllgrabe

Schwerelos über die Schwere dieser Welt schreiben
Bernhard Huß begibt sich in „Die unglaubliche Leichtigkeit eines schweren Autors, oder: Calvino liest Boccaccio“ auf die Spur nach den verborgenen Vernetzungen der Literatur
Von Thorsten Paprotny

Die zweiten Welten des Fritz Rudolf Fries
Der Sammelband „Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies“ mit Essays zur Literatur zeigt eindrucksvoll, wie gegenwärtig die Zusammenkunft von Autoren und Lesern sein kann
Von Hermann Rotermund

Den Weg zum Heil erklären helfen
Thomas Müller stellt „Mediale Dynamiken im ‚Passional‘“ vor
Von Jörg Füllgrabe

Einladung zur Entdeckung
Marc Degens’ Lesebuch bietet einen weiteren Zugang zum poetologischen Selbstverständnis des Autors
Von Werner Jung

Die Präsenz des Heils im irdischen Glück?
Isabell Väth begibt sich auf die Spurensuche nach „Gott im Minnesang“
Von Jörg Füllgrabe

Gute Lehre braucht nicht viele Worte
In einem von Sylvia Jurchen und Silvan Wagner herausgegebenen Bändchen wird „Die mittelalterliche Kunst der abstrusen Belehrung“ in neuhochdeutschen Übertragungen einem zeitgenössischen Publikum zugänglich gemacht
Von Jörg Füllgrabe

Simone Frielings neues Buch über Ingeborg Bachmann

Arno-Schmidt-Chronik von Friedhelm Rathjen

Kultur- und Medienwissenschaft

Vom exotischen Wunsch- zum dystopischen Schreckbild
Jutta Person relativiert in „Palmen“ den sich um diese rankenden Mythos
Von Thomas Schwarz

Das Nichts in der Mandel
Vor 100 Jahren wagten Martin Buber und Franz Rosenzweig eine Neuübersetzung der Bibel. „Die Bibelübersetzung von Buber-Rosenzweig. Geschichte eines Projekts“ erzählt davon
Von Karl-Josef Müller

Opfer – Diener – Partner
Harald Haarmann beschäftigt sich in einem Parforceritt mit dem „Zeitalter der Pferde“
Von Jörg Füllgrabe

Minne, Wahrheit, Lüge und warum das Mittelalter plötzlich Gegenwart hat
Philip Reich und Michael Waltenberger zeigen, wie „Steigerungen und Randgänge“ das Mittelalter als Denkmaschine sichtbar machen
Von Silvio Barta

Philosophie, Politik, Geschichte

Im Würgegriff der Konstellationen
In „Situation und Konstellation“ zeigt Hartmut Rosa, wie sich unser Handlungsspielraum schleichend verengt – und warum uns das müde macht
Von Sebastian Meißner

Gefühlserbschaften des Holocausts
Chemiker im NS-Regime: Susanne Beyers „Kornblumenblau“ behandelt den rätselhaften Tod ihres Großvaters bei Kriegsende 1945
Von Oliver Pfohlmann

Eine Zauberformel in 45 Variationen
Ein interdisziplinäres Werk sammelt „Schlüsselbegriffe gesellschaftlichen Zusammenhalts“ – gesucht wird weiterhin das Schloss
Von Hermann Rotermund

Massenmord als Fachaufgabe
Der Enkel eines SS-Offiziers erforscht die Rolle seines Großvaters im Holocaust – und entdeckt bislang unbekannte Verbrechen seines Vorfahren. Lorenz Hemickers mutiges Buch „Mein Großvater, der Täter“
Von Oliver Pfohlmann

Kunst

Inszenierte Unnahbarkeit anstatt radikaler Selbstdarstellung
Katharina Sykora präsentiert „Niki de Saint Phalle A – Z“
Von Klaus Hammer

Kulturvermittlung mit der Fotokamera
Isolde Ohlbaum veröffentlicht mit dem schönen, kleinen Fotoband „,Anderswo atmet man, hier lebt man‘“ ihre bebilderte Dankesrede zur Wilhelm-Hausenstein-Ehrung
Von Thomas Merklinger