Frieder Sommer schrieb uns am 04.01.2024
Thema: Bieling, Rainer: Masha Gessen und das große Vergessen des Totalitären

Bei aller aktuell berechtigten Kritik an Frau Gessen bitte ich die Leser der Kritik Bielings an Frau Gessen, auch Gessens 2018 bei Suhrkamp erschienenes Buch "Die Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und verlor." zu lesen. Ich bin mir sicher, dass danach eine angemessene Beurteilung der Kritik Bielings möglich sein wird.
Dass Herr Bieling es offensichtlich nötig hat, seine Kritik an Frau Gessens "totalitärem sozialistischen Geist" mittels eines von ihm gemachten Fotos zu untermauern, sollte alle Leser seines Artikels stutzig machen. Das Bild, das Herr Bieling von Frau Marsha Gessen hier zeichnet, halte ich für ehrenrührig, denn satirisch oder ironisch ist es sicher nicht gemeint.
Als langjähriger Leser der "literaturkritik" ist es für mich unverständlich, was die Redaktion veranlasst haben könnte, diesen fragwürdigen "Essay" zu veröffentlichen.


Karl-Josef Müller schrieb uns am 06.01.2024 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Bieling, Rainer: Masha Gessen und das große Vergessen des Totalitären

"Zum anderen wäre m.E. es sinnvoller gewesen, gerade auf einem intellektuellen Portal wie diesem, noch einmal herauszuarbeiten, was faul/falsch/unhaltbar an den Ansichten von Frau Gessen ist (Gleichsetzung des Gazastreifens mit einem Ghetto usw.). Das zu unterstreichen, kann gar nicht oft genug geschehen. Dennoch insgesamt danke für den Text,"

"Als langjähriger Leser der 'literaturkritik' ist es für mich unverständlich, was die Redaktion veranlasst haben könnte, diesen fragwürdigen 'Essay' zu veröffentlichen."

Ich möchte mich dem Dennoch und dem Dank von Herrn Horvath anschließen. Fragwürdig mag der Essay sein, was, wenn man es wörtlich versteht, heißt, dass er würdig ist, befragt zu werden - was Herr Horvath ja auch tut und, wie ich denke, zu Recht. Und im Gegensatz zur Empörung von Herrn Sommer möchte ich die Redaktion geradezu auffordern, für Reibung und damit Energie durch die Veröffentlichung kontroverser Texte zu sorgen.


Frieder Sommer schrieb uns am 09.01.2024 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Bieling, Rainer: Masha Gessen und das große Vergessen des Totalitären

Zu Herrn Kaiser: Als "fragwürdig" bezeichne ich einen Text, der zu Bedenken, Zweifeln, Misstrauen Anlass gibt. Und Bielings Beitrag ist so ein Text. Punkt.
Bedenklich finde ich vor allem, ich wiederhole mich, dass Herr Bieling aus der Behauptung, Frau Gessen trage auf seinem Foto "rote Socken" (ich kann keine erkennen!) schließt, sie "klinge" heute noch wie "SED-Ideologen" alter Schule.
Was Herrn Bieling zu seiner sonstigen ehrenrührigen Personenbeschreibung veranlasst haben mag, möge er sich selbst fragen.
Bedauerlich finde ich, dass dieses bezeichnende "ad personam" niemand, offensichtlich auch der Redaktion nicht, aufzufallen scheint.
Zusammenfassend: Herr Bielings Text richtet sich in einer fragwürdigen Art und Weise ausschließlich gegen die Person Masha Gessen und geht an keiner (sic) Stelle auf deren jüngste Äußerungen ein.