Leserbriefe zur Rezension

Luther und Melanchthon in den Kochtopf geschaut

Leo Vogt schreibt eine kleine Geschichte des Essens zu Zeiten der Reformation

Von Jörn Münkner


Leo Vogt schrieb uns am 26.07.2016
Thema: Jörn Münkner: Luther und Melanchthon in den Kochtopf geschaut

Zuerst mal vielen Dank für die tolle Kritik und ihre Mühe bei der Spurensuche. Hier noch 2 Anmerkungen:

Das "Ragout von 1000 Nachtigallen Zungen" ist auf einer Speisefolge zum Besuch des Deutschen Kaisers auf Schloss Neuenstein im 12. Jahrhundert aufgeführt. Das Original liegt dort im Archiv.

Die erste umfangreiche Beschreibung der Nahrungsmittel stammt vom arabischen Arzt Ibn Butlan und fügt die Kompelxion der Nahrungsmittel mit der Welt der Heilkunde im  zusammen. Laut dem Vorwort meines Facsimiles wurde es bereit 1100 auf der Mainau ins Lateinische übersetzt. Die Werke von Hildegard von Bingen haben in der deutschen Übersetzung nahezu den gleichen Wortlaut. Aus meiner Sicht hat Hildegard dort abgeschrieben und um die Grünkraft und den Anbau der Heilkräuter im Klostergarten ergänzt. Damit hat sie die Heilkunden in die Klöster geholt und damit das Wissen der Kräuterfrauen für uns bewahrt. Über viele Jahrhunderte waren diese Werke Grundlage der klösterlichen Ernährungs- und der Heilkunde.

Eine Erweiterung des Nahrungsangebotes gab es erst nach der Rückkehr von Christoph Kolumbus von der Entdeckung Amerikas. Die Verbreitung dieser Nahrungsmittel ist aber eine andre Geschichte.