Leserbriefe zur Rezension

Eichmann und Heidegger, Brecht und Benjamin

Hannah Arendts „Vorträge und Aufsätze 1963-1977“ sind großenteils noch immer instruktiv

Von Rolf Löchel


Karl-Josef Müller schrieb uns am 10.07.2026
Thema: Rolf Löchel: Eichmann und Heidegger, Brecht und Benjamin

"Bekannter allerdings wurde die jüdische Autorin durch ihre politischen Publikationen und Stellungnahmen, für die sie einerseits von ihren GlaubensgenossInnen, andererseits von Seiten der kommunistischen Linken zwar Widerspruch erntete."
Hannah Arendt wurde als Bürgerin des Deutschen Reiches 1905 geboren. Im April 1938 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. 1951 wurde Hannah Arendt Staatsbürgerin der USA.
Weiterhin ist auf Wikipedia zu lesen: "Als säkulare, nicht assimilierte Denkerin war sie überzeugt, dass jüdische Identität nicht durch Anpassung, sondern durch aktives Handeln verteidigt werden müsse."
Von GlaubensgenossInnen kann somit nicht die Rede sein. Das ist zwar schön gegendert, gibt allerdings zu denken, stellt sich doch die Frage nach der Kompetenz des Rezensenten. Nochmals Wikipedia: "Ihre jüdische Herkunft, die sie als zentrale Identität verstand, und die Erfahrung der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime prägten ihr Denken und ihr Engagement gegen Totalitarismus." Und man möchte hinzufügen: Wie kann es für einen denkenden Menschen anders sein?
Was aber bedeutet es, Religionsausübung und Glauben in eins zu setzen mit der Herkunft? Es liegt auf der Hand, dass sich das Selbstverständnis von Menschen jüdischer Herkunft nicht trennen lässt vom allgegenwärtignen Antisemitismus und von der Shoa, das hat allerdings nichts, aber auch gar nichts zu tun mit religiösen Überzeugungen.