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Autoren : Hoddis, Jakob van

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Jakob van Hoddis, eigentlich: Hans Davidsohn, geb. am 16.5.1887 Berlin, gest. im Mai 1942 Belzec, Chelmno oder Sobibor/Polen, wurde als expressionistischer Lyriker bekannt.
Der Arztsohn studierte nach den Berliner Schuljahren (1893-1906) in München, Jena und Berlin, zuerst Architektur, dann griechische Sprache und Philosophie. 1909 nahm der 22jährige nach dem Tod des Vaters sein Pseudonym an; im selben Jahr gründete er in Berlin zusammen mit Erwin Loewenson und Kurt Hiller den »Neuen Club«, die Keimzelle des literararischen Expressionismus, in der van Hoddis zu einem eigenen Stil fand. Hier machte sein Anfang 1910 entstandenes Gedicht Weltende Furore, das zu einem der berühmtesten des Expressionismus wurde. Diesen acht Versen, die am 11.1.1911 in Franz Pfemferts Zeitschrift »Der Demokrat« erschienen, verdankt van Hoddis seinen literarischen Ruhm. Als 1910 die Wiederkehr des Halleyschen Kometen den apokalyptischen Phantasien seiner Zeitgenossen und dem Katastrophenhunger der Sensationspresse willkommene Nahrung bot, glossierte das Weltende-Gedicht die kollektive Untergangsstimmung mit groteskem Spott: »Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, / In allen Lüften hallt es wie Geschrei, / Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei / Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut [...].« Die Naturgewalt des Sturms fegt die Zeichen bürgerliche Zivilisation wie lächerliches Spielzeug hinweg.
Der damals (und noch heute) vielfach imitierte Text lieferte das Muster des expressionistischen Grotesk- und Simultanstils, der... [Weiterlesen]



Aktualisiert am 2020-02-08 22:15:11
 
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