Ein Sammelband zu Narrativen der Überwachung – herausgegeben von Liane Schüller und Werner Jung

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Überwachung ist allgegenwärtig und bestimmt unseren Alltag. An öffentlichen Plätzen, an Arbeitsstätten, bei Bankgeschäften und in Supermärkten, in Eingangsbereichen von Bahnhöfen, Flughäfen und Shopping-Malls, aber zunehmend auch im privaten Bereich – Überwachungsformen sind omnipräsent und die Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, Sicherheit und Kontrolle fließend.

Dabei ist das Phänomen selbst schon alt und alle früheren totalitären Staatsapparate haben sich dieser Kontrollmechanismen bedient. Nur hat sich die aktuelle Situation unter den Bedingungen der „digitalen Revolution“ dramatisch verändert und verschärft. Sie wirft immer komplexere Fragen nach Datenschutz, Cybermobbing, Internetmissbrauch und informeller Selbstbestimmung auf.

Am 05./06.07.2018 wurde von Liane Schüller und Werner Jung, die beide am germanistischen Institut der Universität Duisburg-Essen forschen und lehren, am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen eine Tagung zum Thema „Literatur und Überwachung“ veranstaltet, bei der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen – Literatur-, Kultur-, Medien- und Sozialwissenschaft sowie Wissenschaftsmanagement – zu Wort kamen. Einige dieser Beiträge sind nun in teilweise leicht überarbeiteter Form von Schüller und Jung als Sammelband im Aisthesis Verlag herausgegen worden und dokumentieren, in welchen literarisch-künstlerischen Formen, in Film und Fernsehen, aber auch auf den Feldern populärer Unterhaltungsgenres im Anschluss an George Orwells foundation text 1984 die Thematik behandelt worden ist.
 

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Titelbild

/ Liane Schüller (Hg.): Orwells Enkel. Überwachungsnarrative.
Aisthesis Verlag, Bielefeld 2019.
255 Seiten, 34,80 EUR.
ISBN-13: 9783849813598

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