James Joyce jongliert: Friedhelm Rathjen über Genese und Konzeption von „Finnegans Wake“

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Dem Joyceschen Spätwerk Finnegans Wake geht ein Ruf voraus, der abschreckend wirken kann. Der Band James Joyce jongliert von Friedhelm Rathjen möchte zeigen, dass Finnegans Wake keineswegs unzugänglich ist, auch wenn die Orientierung im Text schwerfallen kann, insbesondere beim Versuch, sie ohne Hilfsmittel zu bewerkstelligen. Der Band bietet zwei Orientierungshilfen an: erstens eine Schilderung der Textentstehung insbesondere in jener frühen Phase, in der Joyce selbst hinsichtlich seines neuen Schreibprojekts noch ebenso desorientiert war wie später seine Leserschaft, und zweitens einen teils erklärenden, teils veranschaulichenden Gang durch das fertige Werk.

Die Einführung ist für eine deutschsprachige Leserschaft geschrieben, die über diese Schwierigkeiten hinaus auch noch Verständnisprobleme hat, die sich aus einer mangelnden Vertrautheit mit der englischen Sprache in ihren feinsten Verästelungen ergeben. Um diese Schwierigkeit zu beseitigen, werden alle Texte von Joyce stets in deutscher Übersetzung präsentiert, Finnegans Wake und seine Vorstufen zusätzlich im Originalwortlaut. Beigegeben ist ein Kaleidoskop Joycescher Selbstaussagen über Finnegans Wake, außerdem enthält der Band eine ebenfalls speziell für deutsche Leser konzipierte Themenbibliographie.

Anmerkung der Redaktion: literaturkritik.de rezensiert nicht die Bücher von Mitarbeitern der Zeitschrift, Angehörigen der eigenen Universität oder aus dem Verlag LiteraturWissenschaft.de. Diese Bücher können hier jedoch gesondert vorgestellt werden.

Titelbild

Friedhelm Rathjen: James Joyce jongliert . Genese und Konzeption von „Finnegans Wake“ – Eine Einführung mit Textbeispielen.
Edition ReJOYCE, Südwesthörn 2020.
164 Seiten , 17,00 EUR.
ISBN-13: 9783947261178

Weitere Rezensionen und Informationen zum Buch