Von der Autodidaktin zur Literaturnobelpreisträgerin

Zum 150. Geburtstag der italienischen (sardischen) Schriftstellerin Grazia Deledda

Von Manfred OrlickRSS-Newsfeed neuer Artikel von Manfred Orlick

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Sie war die „Zweite“ – im positiven Sinn. Als die italienische Schriftstellerin Grazia Deledda 1926 mit dem Literaturnobelpreis geehrt wurde, war sie nach Selma Lagerlöf (1909) die zweite Frau, der diese Auszeichnung zuerkannt wurde. Außerdem war sie nach dem Lyriker Giosuè Carducci (1906) die zweite Vertreterin ihres Landes, die diesen Gipfel des literarischen Ruhms erreichte. Bis heute ist sie allerdings Italiens einzige Nobelpreisträgerin für Literatur geblieben.

Grazia Deledda wurde am 27. September 1871 in Nuoro auf Sardinien als viertes von sechs Kindern geboren. (In mehreren Nachschlagewerken und auf zahllosen Webseiten findet man als Geburtsjahr 1875. Das hat wahrscheinlich seinen Grund in der späten Heirat der 29-Jährigen. Für damalige sardische Verhältnisse wohl „ein spätes Mädchen“, sodass die Eltern ihre Tochter ein paar Jahre jünger machten. Eine Schummelei, die sich bis heute hartnäckig durchsetzt.) Der Vater war viele Jahre Bürgermeister und ein angesehener Ehrenmann in der kleinen Stadt, die rund 5000 Einwohner zählte. Die Mutter eher still und fast rätselhaft, wie Deledda später in ihrer Autobiografie Cosima schrieb. Auch die Vorfahren waren meist wohlhabende Leute: Landbesitzer, Pächter, Priester und Bauern.

In Nuoro besuchte die kleine Grazia die Grundschule bis zur vierten Klasse. Wichtiger waren ihr später aber die von einem Priesteronkel zahlreich vererbten Bücher. Damit stand ihr der ganze Kanon der italienischen Literatur und die Übersetzungen der großen spanischen, englischen, deutschen und russischen Schriftsteller zur Verfügung. Sie regten die Fantasie der 15-Jährigen an, sodass bald erste kleine Geschichten entstanden, die Aufnahme in Zeitungen und Zeitschriften fanden. Nicht zur Freude der Dorfbewohner, die sich in manchen Figuren wiedererkannten und verständnislos und äußerst ablehnend reagierten. Noch jahrzehntelang, selbst als die Autorin längst berühmt war, verzieh man ihr die Indiskretionen nicht.

Trotzdem entstand ein Manuskript nach dem anderen. Schreiben wurde zu ihrem Lebenselixier – nach dem selbstgesetzten Grundsatz „im Jahr wenigstens einen Band zu veröffentlichen“. Mit den Romanen Nell‘azzurro (1890), Anime oneste (1895, dt. Ehrliche Seelen) und La via del male (1896, dt. Zia Maria) sowie den Erzählungen Racconti sardi (1895, dt. Sardische Geschichten) stieg Deleddas Bekanntheit. Der internationale Durchbruch gelang ihr schließlich mit dem Roman Elias Portolú (1900), der in Deutschland 1906 unter dem Titel Die Maske des Priesters erschien. Der Roman schildert den Konflikt eines Priesters, der nach einer verbüßten Haftstrafe in die raue Bergwelt seiner Familie zurückkehrt. Hier verliebt er sich in die Frau seines Bruders. In einer Gesellschaft starrer Normen und Ehrbegriffe lebt er seine Leidenschaften aus und verleumdet zugleich seine Liebe. Mit den zahlreichen europäischen Übersetzungen des Romans fand Deledda eine breite Leserschaft.

Deleddas erste Romane waren noch stark von der französischen Romantik (Hugo, Dumas u. a.) beeinflusst. Elias Portolú war der Beginn einer neuen realistischen Schaffensperiode, die sich mehr an den großen Russen Gogol, Tolstoi und Dostojewski orientierte. Das Autobiografische und das sardische Lokalkolorit traten in den Hintergrund, in den Mittelpunkt rückten nun individuelle oder familiäre Konflikte.

Während eines Aufenthaltes in Cagliari 1899 – es war ihr erster Besuch in der Hauptstadt Sardiniens – lernte Deledda den römischen Beamten Palmiro Madesani (1865–1946) kennen, den sie wenige Monate später heiratete. Kurz danach zog das junge Paar nach Rom, wo die beiden Söhne Sardus (1901) und Franz (1904) geboren wurden. In der römischen Hauptstadt führte sie bis an ihr Lebensende ein zurückgezogenes Leben als Hausfrau, Mutter und Schriftstellerin. So nahm sie an dem literarischen Leben in der italienischen Metropole kaum teil. In Rom konnte Deledda – anders als in ihrer Heimatstadt – unbeschwert schreiben und veröffentlichen. Obwohl sie kaum noch sardische Gestalten als Helden ihrer Werke wählte, hatten sie dennoch einen sehr starken Bezug zu Sardinien. Mit ihrer Rolle als Mutter gestaltete sie jetzt auch vermehrt Frauenschicksale in ihren Erzählungen und Romanen. Oft waren es Frauenfiguren, die in Konflikten um Ehre, Glauben und gesellschaftliche Vorurteile zerrieben wurden. Trotz der Verhaftung in den traditionellen Geschlechterrollen wagten einige sogar erste Emanzipationsschritte.

1908 nahm Deledda an dem ersten italienischen Frauenkongress teil, der von der Pädagogin Maria Montessori organisiert wurde. Hier setzte sie sich für das Frauenwahlrecht ein. Von weiteren Aktivitäten in der damaligen Frauenbewegung ist jedoch nichts bekannt. Überhaupt verschloss sich die unpolitische Deledda weitgehend den gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen ihrer Zeit. Die Tatsache, dass sie diese Probleme nur in geringem Maße aufnahm, bedeutete jedoch nicht, dass ihre Werke keine soziale Aussage hätten. In christlicher Nächstenliebe und mit Tolstoischem Sendungsbewusstsein verlieh sie den Armen Gehör.

Mit dem Roman Canne al vento (1913, dt. Schilf im Wind) gelang Deledda ein weiterer Erfolg. Die Handlung spielt auf einem verarmten Landgut im Osten Sardiniens, das von dem alten und treu ergebenen Knecht Efix (Abkürzung von Efisio = Schutzpatron Sardiniens) für drei adlige Schwestern verwaltet wird. Eine geheime Schuld aus früheren Jahren bindet Efix an das Schicksal von Donna Ruth, Donna Noëmi und Donna Esther, die seit dem Tod der Eltern zurückgezogen leben. Dann jedoch holt sie die Vergangenheit ein: im Dorf taucht der attraktive Don Giacinto auf – der Neffe der vierten verstoßenen Schwester Lia, die vor vielen Jahren aufs Festland geflohen war, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen und einen Bürgerlichen zu heiraten. Damit hatte sie Schande über die Familie gebracht. Der herzensgute Efix hatte ihr bei der Flucht gegen den gefürchteten und rasenden Vater geholfen. Nun liegt alle Hoffnung auf dem jungen Giacinto, der sich jedoch in ein armes Dorfmädchen verliebt und Schulden bei der Geldverleiherin des Dorfes macht. Der monotone Alltag der Schwestern gerät völlig aus dem Gleichgewicht, die jedoch ihren Neffen nicht verklagen wollen. Vielmehr macht sich der alte Efix für alles verantwortlich: Um sich seiner alten Schuld zu stellen, verlässt er heimlich das geliebte Landgut, das er dreißig Jahre bewirtschaftet hat. Als Bettler geht er auf Wanderschaft, um in der Fremde seine Schuld zu sühnen und Buße zu tun. Doch bald muss er einsehen, dass er vor seiner Verantwortung nicht weglaufen kann.

Mit der schuldhaften Verstrickung eines alten Knechtes zeichnete Deledda in Schilf im Wind ein Bild einer archaischen Gesellschaft auf Sardinien im frühen 20. Jahrhundert. In Demut ertragen die Protagonisten ihr Schicksal. Donna Esther flüsterte zu Efix: „Aber sag mir doch, Efix, sag mir, ist es nicht ein furchtbares Schicksal, das uns verfolgt? […] Warum ist das so, Efix, sag du es mir, Efix, schließlich hast du doch die Welt gesehen! Warum bricht uns das Schicksal, wie der Wind das Schilf bricht?“ Und Efix antwortet ihr: „Ja, wir sind tatsächlich wie das Schilf im Wind, liebe Donna Esther. Genau deshalb! Wir sind das Schilf, und das Schicksal ist der Wind.“

In ihrem emotionsgeladenen Roman Marianna Sirca (1915, dt. Marianna Sirca) erzählt Deledda von der leidenschaftlichen Liebe einer jungen Frau aus wohlhabender Familie zu dem „Banditen“ Simone Sole, der in den Bergen Sardiniens lebt. Einst hatte er als Kind auf dem Hof von Mariannas Eltern gedient, jetzt ist er ein schöner junger Mann. Ungeachtet aller Hindernisse und sozialen Schranken hält Marianna kompromisslos zu dem ehemaligen Knecht, doch sie verlangt, dass er sein wildes Außenseiterleben aufgibt, seine Strafe im Gefängnis abbüßt und ihr danach unangefochten gehört. Unter diesen Voraussetzungen muss ihre Liebe jedoch scheitern.

La madre (1920, dt. Die Mutter), mit seinem dramatischen Mutter-Sohn-Konflikt, gilt als Deleddas stärkster Roman, in dem sie sich wie in Elias Portolú mit dem Thema des Zölibats auseinandersetzte. Der junge Priester Paulo hat sich in die junge Witwe Agnes verliebt: „Er begriff zum ersten mal mit vollem Bewusstsein, dass er eine Frau mit fleischlichem Begehren liebte und dass ihm diese Liebe Freude bereitete.“ Seine alleinerziehende Mutter, deren Lebensziel es gewesen ist, ihren Sohn Priester werden zu lassen und der nun ihr einziger Lebensinhalt ist, nimmt ihm jedoch den Schwur ab, der Geliebten zu entsagen. Agnes erleidet allerdings einen Unfall und ruft nach dem Priester. Paulo muss sich entscheiden zwischen seinen Gefühlen, der seelsorgerischen Pflicht und dem Wunsch seiner Mutter. Mit eindringlicher Erzählkunst beschreibt Deledda den inneren Kampf Paulos, den sie fast szenenhaft auf knapp zwei Tage zusammenrafft.

Bereits 1913 war die damals 41jährige Deledda zum ersten Mal für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen worden. Auch in den folgenden Jahren wurde sie mehrfach nominiert; doch erst 1927 wurde sie zur Überraschung der internationalen Literaturkreise mit der 1926 nicht verliehenen Auszeichnung geehrt. Sie musste sich dabei gegen nicht weniger als 23 Kandidaten durchsetzen. Mehrere standen noch von der offengebliebenen Wahl des Vorjahres auf der Liste. Auch drei italienische Mitkonkurrenten gab es: die Lyrikerin Ada Negri (1870–1945), den Dialektdichter Cesare Pascarella (1858–1940) und den Historiker Guglielmo Ferrero (1871–1942). Der Nobelpreis wurde Grazia Deledda – wie es in der Verleihungsrede hieß – zuerkannt

für ihre von hohem Idealismus getragene schriftstellerische Kraft, mit der sie das Leben, wie es sich auf der Insel ihrer Väter abspielt, in plastischer Anschaulichkeit nachbildet und allgemeine menschliche Probleme mit tiefem und warmem Anteil behandelt.

Kurz vor ihrer Abreise nach Stockholm – ihre einzige lange Reise – erfuhr Deledda von einem Krebsleiden. Die letzten Jahre ihres Lebens lebte sie völlig zurückgezogen; dennoch entstanden weitere Romane und Erzählungen. So verarbeitete sie ihre Krankheit in dem 1936 veröffentlichten Roman La chiesa della solitudine (dt. Die Kirche der Einsamkeit). Am 15. August 1936 starb Grazia Deledda im Alter von 64 Jahren in Rom. Posthum erschien ein Jahr später ihr einziges autobiographisches Werk Cosima (dt. Cosima). Darin erzählte sie in der dritten Person unter Verwendung ihres zweiten Vornamens Cosima von ihrer Kindheit und Jugend auf Sardinien. Erst jetzt konnten sich die Sarden mit ihrer „Heimatschriftstellerin“ anfreunden. 1959 ließen sie schließlich die sterblichen Überreste ihrer „La Deledda“ von Rom nach Sardinien überführen, wo sie in Nuoro bestattet wurde. Heute findet man auf Sardinien neben ihrem Geburtshaus (Museo Deleddiano) zahlreiche Hotels und Restaurants, die sich ihres Namens gern bedienen.

Mit dem Literaturnobelpreis war Deledda nicht nur ins Licht der Weltöffentlichkeit getreten, die Liebe zu ihrer sardischen Heimat, die Hinwendung zur Volkskultur und die Idealisierung der Familie wurden vom Mussolini-Regime ideologisch ausgenutzt. Nicht unerwähnt bleiben dürfen ihre gelegentlich positiven Äußerungen gegenüber dem Regime Ende der 1920er Jahre, auch wenn spätere Bekenntnisse von ihr nicht bekannt sind. Diese Einlassungen und die nicht eindeutige Distanzierung von den faschistischen Machthabern waren wohl der Grund dafür, dass ihr Werk nach dem Zweiten Weltkrieg bewusst vergessen wurde. Erst Mitte der 1950er Jahre wurde es in Italien wiederentdeckt. In Deutschland war Die offene Tür, eine Auswahl von sieben Erzählungen des Leipziger Reclam-Verlages (1964), die erste Deledda-Veröffentlichung nach 1945. Die anderen deutschen Verlage entdeckten die vergessene Schriftstellerin erst in den 1980er Jahren.

Grazia Deledda hat als Autodidaktin ein überaus umfangreiches erzählerisches Werk hinterlassen: rund 35 Romane, 350 Novellen und 30 Erzählungen, daneben Gedichte, Fabeln und Skizzen. Bis heute tut sich die Literaturgeschichte schwer, ihr vom Idealismus geprägtes Werk, das dem 19. Jahrhundert verhaftet zu sein scheint, einer literarischen Strömung einzuordnen, hat es doch Anklänge der Romantik, des Verismus – eine italienische Spielart des europäischen Naturalismus – als auch des Dekadentismus. Ihr bildhafter Erzählstil war von leidenschaftlicher Dramatik und plastischer Anschaulichkeit geprägt. Liebevoll und mit tiefer Einsicht porträtierte sie die Menschen ihrer sardischen Heimat, wobei sie eindrucksvolle weibliche Figuren schuf. Ihr Erzählstil ist kraftvoll und schnörkellos. Die poetischen Natur- und Landschaftsbeschreibungen sind das hervorstechende Kennzeichen ihrer Prosa; diese Schilderungen verschmelzen in ihren besten Werken mit der Handlung oder sie spiegeln den Seelenzustand des Helden oder der Heldin wider – wie bei einer persönlichen Konfliktsituation in Marianna Sirca:

Der Regen prasselte jetzt, er war wie ein Schleier aus Stahlfäden, der sich im Wind bauschte. Schrill und verzerrt stürzte er sich auf die wie von Angst geschüttelten Sträucher und Bäume. Auf der Lichtung wandten sich die jahrhundertealten Eichen im Netz des Regens wie riesige Spinnen in ihrem Netzgespinst […] Alles floh wie vom Grauen getrieben. Und alles, was sich nicht von der Erde zu lösen vermochte, die nassen, fahlschimmernden Steine, das Gebüsch, das sturmgeschüttelte Gras, alles, was an der allgemeinen Flucht nicht teilnehmen konnte, krümmte sich in einem verzweifelten Krampf.

Trotz der tiefgehenden Schilderung menschlicher Probleme, wird Deleddas Werk heute in Deutschland weitgehend unterschätzt, was an den äußerst spärlichen Veröffentlichungen in den letzten Jahrzehnten abzulesen ist. Schnell fallen Urteile wie Schlichtheit oder gar Banalitäten und Trivialliteratur. Zu Unrecht, wie auch der Literaturwissenschaftler Joachim Küpper betont:

Derartige Texte haben ihr bleibendes Verdienst an erster Stelle darin, dass sie uns an die Historizität unseres eigenen Geworden-Seins erinnern und damit in den zumal in einer globalisierten Welt zentralen Gedanken einführen können, dass es nichts als Naivität und Ignoranz ist, den je eigenen, gegenwärtigen Maßstab von Richtig und Falsch, von Gut und Böse als den einzig wahren anzusetzen.

(aus Nobelpreisträgerinnen, 2019)

Zum 150. Geburtstag der Schriftstellerin hat man nun die Gelegenheit einer persönlichen Entdeckung ihres Werkes. In der Manesse Bibliothek erschien ihr Roman Schilf im Wind in einer schön gestalteten Neuausgabe. Die Übersetzung von Bruno Goetz aus dem Jahre 1951 hatte nach nunmehr siebzig Jahren Patina angesetzt und wurde daher anhand der Erstausgabe von 1913 grundlegend überarbeitet. Bei diesem Abgleich stellte sich heraus, dass spezifische Stilmittel der Autorin seinerzeit entweder übersehen oder bewusst übergangen worden sind. Hier und in anderen Fällen wurde die Goetz-Übertragung berichtigt.

Neben der Handlung macht der Roman den Leser/die Leserin mit der poetischen Schönheit Deleddas sardischer Heimat, mit den spezifischen Sitten, den fast noch archaischen Bräuchen sowie den Denk- und Lebensweisen vertraut. Zentrales Motiv ist die karge Landschaft der Mittelmeerinsel, von der man oft den Eindruck hat, dass sie ein Eigenleben führt:

Lange, halb verfallene Trockenmauern, armselige Hütten ohne Dächer, zerbröckelnde Hauswände, Überreste von Innenhöfen und Einfriedungen, stehen gebliebene Katen, noch melancholischer als jene in Trümmern, flankieren die abschüssigen Straßen, die zur Mitte hin mit großen Bruchsteinen gepflastert sind. Überall verstreut, bald hier, bald dort liegt Vulkangestein und erweckt den Eindruck, dass eine Naturkatastrophe die antike Stadt vernichtet und ihre Einwohner in alle Richtungen zerstreut hat. Das eine oder andere neue Haus erhebt sich zaghaft aus all dieser Ödnis, und Granatapfel- und Johannisbrotbäume, Feigenkakteen und Palmen verleihen der Trostlosigkeit des Ortes einen Anflug von Poesie.

In seinem Nachwort gibt der Schweizer Romanist Federico Hindermann zunächst einen Überblick zur bewegten Geschichte Sardiniens und beleuchtet dann einige Lebensstationen der Schriftstellerin. Die Manesse-Neuausgabe ist zudem mit einem ausführlichen Anmerkungsapparat von Jochen Reichel ausgestattet, der mit zahlreichen historischen und kulturgeschichtlichen Details aufwartet. Umfassend wird hier über regionale Begebenheiten, über Fabelwesen der sardischen Mythologie sowie über biblische Anspielungen informiert.

Titelbild

Grazia Deledda: Schilf im Wind. Roman.
Aus dem Italienischen von Bruno Goetz.
Manesse Verlag, München 2021.
434 Seiten, 25,00 EUR.
ISBN-13: 9783717525240

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