Uwe Wittstock erzählt in seinem neuen Buch „Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur“ über ein dramatisches Jahr der deutschen Literaturgeschichte

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Nach seinem Bestseller Februar 33. Der Winter der Literatur (2021), der in zehn Sprachen übersetzt wurde, hat Uwe Wittstock ebenfalls im Beck Verlag ein neues Buch über ein dramatisches Jahr der deutschen Literaturgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlicht: Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur. Nachdem Hitlers Wehrmacht Frankreich besiegt hat, fahndet die Gestapo nach Heinrich Mann und Franz Werfel, nach Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger und unzähligen anderen, die seit 1933 in Frankreich Asyl gefunden haben. Uwe Wittstock erzählt die aufwühlende Geschichte ihrer Flucht unter tödlichen Gefahren. Anna Seghers flieht mit ihren Kindern zu Fuß aus Paris. Lion Feuchtwanger sitzt in einem französischen Internierungslager gefangen, während die SS-Einheiten näher rücken. Sie alle geraten schließlich nach Marseille, um von dort einen Weg in die Freiheit zu suchen. Hier übergibt Walter Benjamin seinen letzten Essay an Hannah Arendt, bevor er zur Flucht über die Pyrenäen aufbricht. Hier kreuzen sich die Wege zahlreicher deutscher und österreichischer Schriftsteller, Intellektueller, Künstler. Und hier riskieren der Amerikaner Varian Fry und seine Mitstreiter Leib und Leben, um die Verfolgten außer Landes zu schmuggeln. Uwe Wittstock erzählt von unfassbarem Mut und größter Verzweiflung der Betroffenen bei der Flucht, von trotziger Hoffnung und Mitmenschlichkeit in düsterer Zeit.

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Titelbild

Uwe Wittstock: Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur.
Verlag C.H.Beck, München 2024.
351 Seiten , 26,00 EUR.
ISBN-13: 9783406814907

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