„Staub fällt von den Schuhen“ von Christa Hagmeyer

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Die seit vier Jahren in Liederbach am Taunus lebende Autorin Christa Hagmeyer legt mit ihrem neuesten Buch einen Streifzug durch 80 Jahre Leben mit Widrigkeiten und Selbstbehauptung vor. Erinnerungen bleiben, doch schmerzliche Gefühle können sich verflüchtigen wie Staub.

Staub fällt von den Schuhen erzählt auf drei verschiedenen Ebenen von einem intensiven Leben: In der Rückschau als „Lena“, bewertend mittels der Ichperspektive und als Lyrikerin die Erfahrungen verarbeitend.

Die Protagonistin hat ihr Leben nur als halbe Identität empfunden, bis sie nach der Wendeim Schwarzwald auf einem Ehrenfriedhof die Grabplatte ihres Vaters findet – einem Opfer der Naziherrschaft. Die Suche nach ihren Wurzeln führt Lena bis in die Ukraine.

Ein wesentliches Element in Lenas Leben ist ihr soziales Engagement. Einem Gefühl der Ohnmacht will sie begegnen, will selbst Gegengewichte in Form von kleinen Projekten setzen. Das ‚Schwimmen gegen den Strom‘ erzeugt Reibung und beschert Lena einschneidende Konflikte. Und das Rollieren der Menschheitsgeschichte ist Tragik und Chance zugleich. Doch ergibt sich angesichts von Lenas Chancen in der Summe ein positives Fazit. Hagmeyer veröffentlichte mehrfach Lyrik, Prosa und Theaterstücke und war unter anderem als Kulturjournalistin tätig. Theaterstücke wurden teilweise mit Preisen ausgezeichnet, die Universitätsstadt Tübingen verlieh der Autorin den Bürgerpreis und die Hölderlin-Plakette.

 

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Titelbild

Christa Hagmeyer: Staub fällt von den Schuhen.
Molino Verlag, Leonberg 2026.
256 Seiten, 20,00 EUR.
ISBN-13: 9783911682053

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