Der Gründer des Dadaismus: Eine Auswahl der Gedichte von Hugo Ball wurde als ‘Poesiealbum’ veröffentlicht

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Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Hugo Ball (geboren 1886 in Pirmasens, gestorben 1927 in Tessin), der zu Lebzeiten keinen einzigen Gedichtband veröffentlicht hat, wurde durch die Gründung des Dadaismus und dadaistische Lautgedichte weltberühmt wie wenige deutsche Dichter. Balls visionäre expressionistische Lyrik in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg war schon skandalös gewesen. Das Gedicht Der Henker (1913) wurde wegen Verbreitung unsittlichen Gedankenguts konfisziert. Im Mai 1915 ging er mit Emmy Hennings ins Exil, in Zürich gründeten sie 1916 das ‘Cabaret Voltaire’ und den Dadaismus, mit Hans Arp, Richard Huelsenbeck, Max Oppenheimer, Tristan Tzara und anderen. Die berühmten dadaistischen Lautgedichte sind das Werk eines kompromisslosen und an seiner Zeit verzweifelnden antibourgeoisen Autors, der die Sprache durch den Krieg zu zerrüttet fand, um noch mit ihr zu dichten – wie Paul Celan nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Gedicht Totentanz 1916 wollte Ball in die deutschen Schützengräben abwerfen lassen. Während der Dadaismus anfing, die Literatur und die Künste zu verändern, hatte sich Ball jedoch schon wieder abgewandt. Mit Gedichten, die er als ‘schizophrene Sonette’ bezeichnete, setzte er Anfang der zwanziger Jahre der selbstzerstörerischen Logik der industriekapitalistischen Welt eine alogische Lyrik entgegen. Das Poesiealbum versammelt frühe expressionistische, dadaistische und spätere Gedichte. 

 

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Titelbild

Hugo Ball: Poesiealbum 404. Auswahl Wilfried Ihrig.
Bilder von Georg Tappert.
Märkischer Verlag, Wilhelmshorst 2026.
32 Seiten, 5,00€ EUR.
ISBN-13: 9783911895040

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