Exzentriker

Die Sehnsucht nach dem Anderssein

Von Frank MüllerRSS-Newsfeed neuer Artikel von Frank Müller

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

Der Kaufmann Joshua Abraham Norton war vierzig Jahre alt und pleite, als er entschied, dass Amerika in ein Desaster rutscht und von einem autokratischen Monarchen regiert werden müsse. Da er bei der Kandidatur für dieses Amt keinen Mitbewerber entdeckten konnte, entschloss er sich kurzerhand, es selbst zu übernehmen. An einem Abend im September 1859 wandte er sich an den Herausgeber des "San Francisco Bulletin" und überreichte ihm ein Dokument, das ihn zum Kaiser der Vereinigten Staaten ausrief. Obendrein erklärte Norton die Verfassung für ungültig, löste alle politischen Parteien auf und druckte 25- und 50-Dollar-Scheine in seiner eigenen Währung. Mehr als zwanzig Jahre lang patrouillierte er in seiner Phantasieuniform durch die Straßen, stets begleitet von einigen Hunden und einer Schar Kinder.

Also nur keine Sorge! Die geduldigen Geometer der normativen Mitte werden hier nicht zu Wort kommen. Ihnen wird ebenso ein Redeverbot erteilt wie den Götzendienern des Maßvollen und den Gralshütern des gesunden Menschenverstandes. Also all jenen, die das Exzentrische seit Menschengedenken vom Antlitz der Erde verbannt sehen wollten. Stattdessen lauschen wir für die Dauer dieser Lektüre den Einflüsterungen eines ganz anderen Stimmchens, dem der exzentrischen Persönlichkeit. Das aber plappert maßlos und mit vollem Mund. Egal, ob nun Mäuse-Toast am Gaumen klebt wie im Fall des exzentrischen Feinschmeckers Frank Buckland, oder der Kehle ein heillos schiefer Jubelgesang entströmt wie bei Florence Foster Jenkins (1876-1944), der wohl unbegabtesten Sängerin aller Zeiten. Ihre selbst verfasste Grabinschrift lautete: "Einige Leute sagen, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann sagen, ich hätte nicht gesungen."

1. Annäherung mit Lord Rokeby

Die Exzentrik erlebt gegenwärtig eine nie dagewesene Konjunktur. Sie entsteigt putzmunter ihrem Sarkophag und gebärdet sich so lebendig wie vielleicht zuvor nur während ihrer Blütezeit im England des 18. Jahrhunderts. An diesem unverhofften Widergängertum haben zum einen die gegenwärtige Postkolonialismus- und Globalisierungsdebatte (als Exzentrik von Ethnien) und zum anderen die Geschlechterwechsel- und Cross-dressing-Diskussion mitgewirkt. Und folgt man der absteigenden Linie vom Allgemeinen zum Besonderen, so stößt man auf Arbeiten zum exzentrischen Sammeln oder zu exzentrischen Textverfahren, wobei die fachterminologisch bis an die Zähne gerüsteten Wissenschaftler sogleich eine Vielzahl von Erkennungsmerkmalen des Exzentrischen zu benennen wissen: "Verwendung des Prinzips der Hypertrophie, bestimmte rhetorische Figuren (etwa Hyperbel, Oxymoron), Formen der Copia und Amplifizierung, Recasting/Rearrangement und Fragmentarisierung, zentrifugale Sinnbildungsverfahren, [...] das Spiel mit Gattungskonventionen."

Auch der Exzentriker aus Fleisch und Blut erfreut sich offenbar bester Gesundheit, wie aktuelle Publikationen beweisen. Die Büchermeere schwappen über von einschlägigen Biografien, Sammelbänden und Anthologien, zu ihren Ufern erstrecken sich die blühenden Landschaften abendfüllender Rundfunk- und Fernsehsendungen. Die Verhältnisse sind aus der Sicht der psychologischen, philologischen und medialen Zweitverwerter fast paradiesisch. Während der amerikanische Neuropsychologe David Weeks über tausend Exzentriker interviewt hat, flimmert hierzulande die ausführliche Dokumentation der Kölner Autorin Hannelore Hippe über den Bildschirm. Der Deutschlandfunk erfreut uns gar mit einer "Langen Nacht der Exzentrik".

Was sich auf den ersten Blick wie ein neu erwachendes Interesse am Außerordentlichen ausnimmt, entpuppt sich jedoch bei näherer Betrachtung als das genaue Gegenteil. Ob und wie lange der Exzentriker seine Widerrede noch aufrechterhalten und sein Anrennen gegen die meterdicken Mauern der gesellschaftlichen Üblichkeiten fortsetzen kann, ist hier herauszufinden. Denn er hat es schwerer denn je, sich auf den Beinen zu halten. Die Ursachen für seine Fallsucht sind schnell benannt: ein sich in Auflösung befindliches Normenzentrum (Silvia Bovenschen) und ein affirmativer "Konformismus des Andersseins" (Norbert Bolz). Beides wird flankiert von dem Gebot, die eigene Einzigartigkeit unter Zugriff auf ein abrufbares Formenrepertoire permanent neu zu inszenieren. "Ein zentrales Paradox der gegenwärtigen Kultur", schreibt Gerhard Schulze, "liegt darin, dass einerseits die Kultivierung des Singulären zum Programm von jedermann geworden ist [...], andererseits aber genau dies zum Gegenstand von Diskurs und öffentlicher Inszenierung geworden ist."

Bevor wir in den Tiefen und Untiefen der Theorie baden gehen, tauchen wir noch einmal in das Fluidum exzentrischer Primärerfahrung ein. Matthew Robinson (1792-1880), der spätere Lord Rokeby, besiegelte sein Schicksal als menschliche Amphibie während eines Ferienaufenthalts im Badeort Aachen. Wieder zuhause in Kent ließ er auf seinem Anwesen eine Schwimmhalle errichten, in der er täglich stundenlang herumpaddelte. Er badete bei jedem Wetter im Meer, nicht selten bis zur völligen Erschöpfung. Den ganzen Weg zum Strand hatte er Trinkbrunnen erbauen lassen, um seine geliebte Flüssigkeit immer in der Nähe zu haben.

Der englische Naturforscher Charles Waterton (1782-1865) ließ seine Ställe so bauen, dass seine Pferde miteinander "reden" konnten. Sein Haus gewährte zahlreichen Fabelwesen Obdach, die der Hobby-Präparator aus den Bälgen toter Tiere zusammenstellte und die seine Gäste in den dunklen Gängen seines Hauses das Fürchten lehrten. Erwartete Waterton Besuch, verkroch er sich in der Halle seines Wohnzimmers unter einen Tisch. Kam der Besucher dann herein, bellte er wie ein Hund und biss den Gast mitunter herzhaft in die Waden. Noch als Achtzigjähriger erklomm er Bäume, um dort stundenlang die Gewohnheiten der Vögel zu studieren.

Vom 19. Jahrhundert in die Gegenwart. Ende 2003 wird der der Brite Grayson Perry mit dem Turner-Preis ausgezeichnet, dem höchstdotierten und populärsten aller Kunstpreise. Zur Verleihung erschien er mit Ehefrau und Tochter; er trug Schleifen im toupierten Haar und war in ein violettes Satinkleid gehüllt. Der "töpfernde Transvestit", wie er sich selbst bezeichnet, stellt hauptsächlich bunt dekorierte Keramiken her. Künstlerisches Kalkül wird man ihm also kaum nachsagen können. "Hätte ich unbedingt berühmt werden wollen", konstatiert Perry, "hätte ich mich kaum mit Töpferei beschäftigt. Die Kunstwelt pflegt eine tiefe Abneigung gegenüber allem, was nur im Entferntesten nach Handwerkskunst aussieht." Wer genauer hinschaut, entdeckt auf den Vasen und Schalen, die Titel wie "Wir haben die Leiche Ihres Kindes gefunden", "Kunsthändler wird zu Tode geprügelt" oder "Mondlicht-Wichser" tragen, verstörende Darstellungen von missbrauchten Kindern und Sadomaso-Sex. Nach Meinung der Jury verwendet Perry "die Tradition der Keramik, um sein kompromissloses Engagement für soziale Fragen zum Ausdruck zu bringen". Dabei zeichne ihn ein "typisch englischer Humor" aus.

Für die genannten Beispielfälle und den Versuch einer ersten Annährung greift die etwas allgemeine, aber brauchbare Definition der Herausgeber des Bandes "Sammler - Bibliophile - Exzentriker", wonach sich Exzentriker als "auffällige Sozialcharaktere" bestimmen lassen, "die sich durch die Abweichung von Verhaltenskodizes und eine Vorliebe für Künstliches, Übersteigertes und Verfeinertes" auszeichnen.

2. Exzentriker-Literatur

Machen schon die genannten Verschiebungseffekte in den Begriffen des Normalen, des Individuellen und des Abweichenden der Exzentrik schwer zu schaffen, so wird die Physiognomie des Exzentrikers in den zahllosen Versuchen, den gelebten Nonkonformismus zwischen die Buchdeckel und vor die Kamera zu bekommen, nicht selten bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Drehen wir Madame Jenkins und ihrer Gefolgschaft die Lautstärke also zunächst noch etwas herunter, und formulieren wir die scheinbar banale, aber weiterführende Erkenntnis, dass Exzentrik kein Bündel von Eigenschaften ist, sondern das Ergebnis sozialer Wertungs- und Definitionsprozesse. Genauso ist sie abhängig von den Formen ihrer Darstellung und Vermittlung. So bedient sich zum Beispiel die Exzentriker-Literatur stets offenbarer oder subkutaner Auswahl- und Verarbeitungsstrategien, mit deren Hilfe sie ein bestimmtes Bild des Exzentrikers konstruiert. Und, Sie ahnen es schon, dieses Bild hängt schief.

Karl Shaws "Lexikon der Exzentriker" (2000) wird von Schwindlern, manischen Rechenkünstlern und Zwangsneurotikern ebenso bevölkert wie von Geistesgestörten, Kannibalen und Mördern. Skurrile Geschichten wie die von Francine Wickerman aus North Dakota, die dreißig Jahre in einem Bunker verbracht hatte, weil ihr eifersüchtiger Ehemann ihr eingeredet hatte, die Welt sei durch einen Atomkrieg zerstört worden, klingen aberwitzig. Aber, das Lächeln wird schmaler, mit Exzentrik haben sie genauso wenig zu tun wie das Kapitel über "militärische Exzentriker". Guy Bechtel und Jean-Claude Carrière befleißigen sich in ihrem "Lexikon der Sonderlinge" (2001) einer noch größeren Wahllosigkeit. Ihre Galerie menschlicher Devianz ist blutgetränkt und räumt selbst dem als "der Pfähler" berüchtigten Rumänenfürst Vlad "Dracula" Tepes einen Platz ein. Weniger offenkundige Grenzüberschreitungen begehen Bechtel und Carrière, wenn sie ganze Berufsgruppen wie die Schauspieler den Sonderlingen und Exzentrikern zuschlagen oder körperliche Gebrechen als exzentrisch charakterisieren. Auch für die übrigen Exzentriker-Anthologien gilt: Etikettenschwindel, so weit das Auge reicht.

Der Missbrauch der Exzentrik als Sammelbegriff für Jedes und Alles geht auf ein Buntheitsgebot zurück, demzufolge die Wirklichkeit nur dann vollständig dargestellt ist, wenn sich vor uns die Palette aller verfügbaren Farben auffächert. "Ohne Exzentrik", meint David Weeks, "gäbe es bei uns nur ein graues Einerlei, eine Gleichschaltung. [...] Ohne Exzentrik wäre unsere Welt weniger bunt, weniger spannend, weniger unterschiedlich." Sind die Exzentriker wirklich nur die "Würze im Schmelztiegel der Geschichte der Menschheit", wie uns die Einleitung zu "Sonderlinge und Exzentriker" weismachen will? Und wohin führt die oft formulierte Einsicht, dass menschliches Verhalten "von rigider Konformität am einen Ende der Skala bis zu vollkommen bizarrer Nonkonformität am anderen Ende der Skala" reiche, wenn nicht mitten in jenes Kuriositätenkabinett hinein, das eine anspruchsvollere und weniger beliebige Bestimmung der Exzentrik so nachhaltig verwässert? Lord Rokeby hebt die Hand und grüßt aus seinem Bassin zu uns herüber.

Nirgends schlägt sich die voyeuristisch halbierte Wahrnehmung des Exzentrischen so deutlich nieder wie in den auf die Außenansichten beschränkten Ordnungs- und Klassifikationssystemen der Exzentriker-Literatur. Hier stehen merkwürdige Naturwissenschaftler neben verrückten Herrschern, großen Aufschneidern, skurrilen Bauherren, übergeschnappten Politikern, verrückten Sportlern, extravaganten Modeliebhabern, manischen Reisenden, erleuchteten Geistlichen, visionären Spinnern und anderen mehr. In Michael Korths "Lexikon der verrückten Dichter und Denker" (2003) verkümmert das Anderssein der Literaten und Philosophen vollkommen zum Anekdotischen. Schon der Klappentext verheißt nichts Gutes: "In augenzwinkernden Portraits entpuppen sich göttergleiche Geistesgrößen als durchgeknallte Freaks und unzurechnungsfähige Wahnsinnige, hemmungslose Erotomanen und eifersüchtige Liebhaber. So aufregend kann Kulturgeschichte sein!" Und so anspruchslos.

Es sei nur allzu verständlich, erklärt Korth, dass Menschen, die über Tage und Nächte in Phantasiewelten abtauchten, der Realitätssinn fehlt. Leben gehorche eben anderen Gesetzmäßigkeiten. Welche das sind, erfährt man nur andeutungsweise. Indem Korth der Exzentrik jeder Anteil an rationaler Lebensgestaltung abspricht, degradiert er sie zur Begleiterscheinung und zum Abfallprodukt der schriftstellerischen Arbeit. Auf die liebenswürdigen Schrullen und Marotten blickt er halb amüsiert, halb mitleidig hinab. In seinen witzigen Geschichtchen verdampft jeglicher Eigensinn, weil er die historischen Räume, in denen das Exzentrische gedeihen könnte, salopp zuschüttet. So wird aus Aristoteles "der erste verrückte Professor", aus Diogenes "der glückliche Arbeitslose", aus Freud "der Drogenguru von Wien", aus Petronius "der Lifestyle-Experte des alten Rom".

Auf diesem Boulevard möchten wir nicht mitwandeln! Weder in der gewöhnlichen Gehrichtung, noch rückwärts wie Plennie Wingo, der bei seinem ehrgeizigen Vorhaben, die Welt Schritt für Schritt im Rückwärtsgang zu umrunden, immerhin 12.800 Kilometer zurücklegte und dabei ganze 13 Paar Schuhe verschliss. Beispielsammlungen generieren keine Ordnungskriterien. Hier sind Abgrenzungen zum genuin Exzentrischen möglich und nötig.

Ein erster Schritt, die Exzentriker von den bunten Seiten der Magazine und Revolverblätter herunterzuholen, ist ihre motivationspsychologische Entzauberung. So mögen für die Berufswahl der von der Exzentriker-Literatur mit Vorliebe in den Zeugenstand gerufenen Eremiten neben der Einsamkeit auch finanzielle Anreize handlungsleitend gewesen sein. Im 18. Jahrhundert herrschte in Adelskreisen ein reges Interesse an den "ornamental heremits", und viele reiche Gutsbesitzer waren fasziniert von dem Gedanken, dass sich ein solcher Exot auf ihren Besitzungen niederließ, der bewusst auf Wohlstand, Vergnügen und die Gesellschaft anderer verzichtete. Charles Hamilton, Gutsherr von Painshill in Surrey, schaltete sogar eine Zeitungsannonce und setzte eine stattliche Summe aus, wenn ein Bewerber bereit sei, sieben Jahre lang und nur mit dem Nötigsten versehen in einer kahlen Zelle auszuharren.

Plennie Wingo mag ebensolchen Verlockungen zum Opfer gefallen zu sein. Er hatte die Idee, dass ein Unternehmer, vielleicht ein Schuhfabrikant, das Vorhaben unterstützen und ihm zu Ruhm und Geld verhelfen würde. Die selbstverordnete Isolationshaft hinter den abgedunkelten Fenstern eines keimfreien Luxushotels hingegen outet den amerikanischen Milliardär Howard Hughes als Sozialphobiker reinsten Wassers. Hetty Green, genannt die "Wallstreet-Hexe", war wie ihr exzentrischer Zwilling Daniel Dancer von so großem Geiz beseelt, dass sie dafür selbst Krankheit und Tod in Kauf nahmen. Als Hettys Sohn sich das Bein brach, weigerte sie sich entschieden, einen Arzt zu bezahlen. Und als Dancers Schwester im Sterben lag, ließ auch er keinen Arzt kommen, sondern erklärte seiner Nachbarin Lady Temptest nonchalant: "Wenn die Zeit des alten Mädchens gekommen ist, können auch die Heilmittel aller christlichen Quacksalber nichts daran ändern. Und überhaupt, was macht's schon, ob sie jetzt oder etwas später stirbt?"

Daneben begegnen uns Sonderlinge, die dem Bild des Exzentrikers einfach zu nahe kommen, um authentisch zu sein. So wie der Erfinder John Ward, exemplarischer Vertreter einer auf die Außenwahrnehmung des Publikums schielenden Abweichung. Ward hat sich auf den Bau merkwürdiger Apparate spezialisiert. Zu seinen Schöpfungen zählen eine Schubkarre mit Selbstantrieb, ein nach dem Waschstraßenprinzip funktionierender Haarschamponierer und ein autobatteriebetriebener Kinderwagen aus Rasenmäher- und Waschmaschinenteilen. Auf Fotos posiert Ward gewöhnlich in einem seiner skurrilen Gefährte, mit rechts und links der Stirnglatze wild abstehender Frisur, überdimensionierter Brille, Jackett und Fliege. Aber Anderssein ist nicht durch den läppischen Griff in die Mottenkiste zu haben. Auch nicht durch den in die Töpfe der Unterhaltungsindustrie; ich meine die Gagen, die Ward für seine zahlreiche Fernsehauftritte ganz unexzentrisch einstreicht.

Wards medienwirksame Inszenierung gleicht aufs Haar der organisierten Exzentrik des in den "Annals of Improbable Research" dokumentierten IgNobelpreises für Leistungen, "die nicht wiederholt werden können oder sollen". Diese Karnevalisierung der Wissenschaft wird Jahr für Jahr in der Sanders-Aula der ehrwürdigen Harvard-Universität eingeläutet. Für preiswert befand die Jury etwa Robert Faid aus Greenville, South Carolina, für die Berechnung der exakten Wahrscheinlichkeit (8 606 091 751 822:1), dass Michael Gorbatschow der Antichrist ist. Sicherlich kann den empirischen Erfahrungswissenschaften ein gerütteltes Maß an Selbstironie nur gut tun, als für den Wissenschaftsalltag folgenloses Geschehen bremst diese aber jede ernsthafte Exzentrik aus. Indem der IgNobelpreis das Klischee des mad scientist willfährig bedient, zeigt er nur, dass es sonst ganz anders zugeht.

Hat die skizzierte Bewegungsunschärfe im Bild des Exzentrikers ausschließlich etwas mit seiner modernen Wahrnehmung zu tun, die sich außerstande sieht, diesen anders denn als gedankenlosen Spinner zu beschreiben? Bevor wir dem Exzentriker vorschnell einen Funktionsverlust attestieren und uns damit seiner verstörenden Existenz, seines Rumpelstilzchen-Daseins entledigen, statten wir der Mutter der Exzentiker-Literatur einen Besuch ab.

3. Was ist "exzentrisch"?

Vorhang auf für Madame Edith Sitwell (1887-1964)! Dreizehn der ursprünglich siebzehn Kapitel der inzwischen zum Klassiker avancierten "English Eccentrics" (1933) verteilen sich heute auf zwei deutschsprachige Ausgaben, die "Englischen Exzentriker" (1987) und "Piraterie und Pietät" (1991). Was versteht Sitwell, die sich auf den Fotografien von Cecil Beaton mit einem Kopfputz aus Federn und langen, mit riesigen Ringen beschwerten Händen selbst als Exzentrikerin par excellence inszeniert, unter Exzentrik und unter welchen Bedingungen ist sie ihrer Ansicht nach anzutreffen? "Exzentrik", so vernehmen wir aus dem Mund unter der überlangen Nase, "kommt vor allem in England vor, und zum Teil, glaube ich, wegen der spezifischen und befriedigenden Einsicht in die eigene Unfehlbarkeit, die ein Kennzeichen und Geburtsrecht der britischen Nation ist." Glaubt man Weeks, so etablierte sich Großbritannien zum Heimatland des Exzentrischen, weil hier die Klassenstruktur noch viel rigider ist als anderswo in Europa. Infolge der geringeren Durchlässigkeit nach oben und unten funktioniert Abweichung nur in der Horizontalen. Auch auf den Eigensinn und die Unbeirrbarkeit, mit der der Exzentriker zu Werke geht, ist oft hingewiesen worden. Florence Foster Jenkins zum Beispiel wurde niemals von Selbstzweifeln heimgesucht. Die selbsternannte "Göttin des Gesangs" lud jedes Jahr zu einem Konzert im Ritz-Carlton-Hotel ein, bei dem sie ein Repertoire bekannter Opernarien und Lieder schaurig schlecht darbot.

Aber zurück zu Sitwell, die sich nicht nur zur "höchstmöglichen Stilisierung" der eigenen Person bekennt, sondern sich gegen das Verbiegen, Verbergen und Vertuschen der 'unliebsamen' Persönlichkeitsanteile zur Wehr setzt. Die Frau mit der vogelgleichen Gestalt hat sich schon früh als randständig erlebt: "In meiner frühesten Kindheit war ich, solange mich niemand drangsalierte und herumkommandierte, unsagbar glücklich unter den merkwürdigen Sonnen, die ausschließlich mein Leben erhellten, und von denen andere nichts wußten". In Sitwells exzentrischer Selbstwahrnehmung verschwistert sich das beglückende Bewusstsein der Einzigartigkeit mit dem melancholischen Gefühl der Ernüchterung, der Enttäuschung und der eigenen Hinfälligkeit, wie es in der kurz vor ihrem Tod vollendeten Autobiografie "Taken Care of" (1964) immer wieder im Bild eines gestaltlosen Schattens zum Vorschein kommt. Nicht von ungefähr gehört Robert Burtons Weltgemälde der Schwermut, die "Anatomy of Melancholy" (1621) zu ihrer Lektüre. Und den inmitten eines Londoner Vororts aufgetürmten Battelbridge Müll- und Aschenhaufen globalisiert sie beherzt zu einer "Abfall-Welt", in der wir "Erdwürmer" uns nur mit einem eigenartigen "Lippen-Klicken" vernehmbar machen können.

"Es handelt sich (bei der Exzentrik, d. V.) nicht", so teilt uns die Grande Dame des Eigensinns weiter mit, "um eine Form der Verrücktheit, wohl aber um eine Form des unschuldigen Stolzes. Das Genie gilt wie der Aristokrat häufig als Exzentriker, weil einer wie der andere weder Furcht vor der Meinung und den wechselnden Modelaunen der Masse hat, noch sich davon beeinflussen lässt." Auch Weeks hält es für erwiesen, dass exzentrisches Verhalten in der müßigen Klasse schon immer häufiger anzutreffen war. Kreative Hervorbringungen und Extravaganzen erfordern eine gewisse Entlastung vom unmittelbaren Daseinsdruck, und es ist schwerlich vorstellbar, dass jemand, der seine Existenz durch harte Arbeit sichern muss, genug Kapazitäten freisetzen kann, um die Welt wissen zu lassen, dass sie sich zum Teufel scheren kann. Heute allerdings wird Konformismus mehr in der Mittelschicht verlangt und erwartet. Darum fällt die Verweigerung auch eher ins Gewicht.

Bemerkenswert erscheint uns vor allem die schützende Geste, mit der Sitwell den Exzentriker vor der Zwangseinweisung hinter die Sicherheitszäune der psychiatrischen Kliniken und Besserungsanstalten bewahren will. Exzentrik ist keine milde Form des Wahnsinns und von Neurose oder Persönlichkeitsstörungen so himmelweit unterschieden wie von Schizophrenie oder Hysterie. Denn Krankheit impliziert Leiden und das Bedürfnis nach Heilung, der Exzentriker hingegen genießt seine Eingebungen und Obsessionen. Er handelt nicht unter Zwang, sondern aus freien Stücken.

Darum bedarf die Exzentrik der wohlmeinenden Gesundbeter nicht. Aufgrund seines geringeren Stresslevels und eines konstruktiven Umgangs mit Einsamkeit, befindet Weeks, lebt der Exzentriker sogar gesünder als der Angepasste. Interessanterweise gab es unter den untersuchten Exzentrikern eine nicht unerhebliche Zahl, die ihre Exzentrizität erst als Erwachsene entfalteten - nach einer Krankheitsgeschichte von Alkoholismus oder schwerer Depression, die hierdurch überwunden wurde. Dabei spielt auch der von Sitwell gerühmte Humor des Exzentrikers eine nicht zu unterschätzende Rolle: "Ich [...] ermutige sie (meine Patienten, d. V.) regelrecht, sich den Erwartungen ihrer Umwelt zu widersetzen, nicht mehr konform zu gehen. Das ist sehr erleichternd für viele. Ich erkläre ihnen auch, dass sie sich nicht so ernst nehmen dürfen. Der Exzentriker nimmt sich nicht sehr ernst. Er lebt mit einem Augenzwinkern, ohne dabei unseriös zu sein. Psychoanalytiker haben in der Vergangenheit meist Humor aus ihrer Therapie ausgeschlossen, was ich für sehr bedauerlich halte."

4. Exzentrik und Melancholie

Die innige Beziehung zwischen Exzentrik und Melancholie, die den Exzentriker aus der ihm zugewiesenen Stellung als Spaßvogel und Auslöser bauchklatschender Heiterkeit einerseits und pathologischen Abweichler andererseits entlässt, sprechen mindestens noch zwei weitere Argumente. Zum einen ist auf die qualitative Umbesetzung hinzuweisen, die die Begriffe des Normalen und des Pathologischen im Ausgang von der klassischen Medizin genommen haben. In der Renaissance ist der Begriff des Spleens (von splen = Milz) noch eng mit dem der Melancholie verschwistert. Die Milz hat nach der Gahlenschen Säftelehre die Funktion, verbrauchtes Blut in die 'schwarze Galle' der Melancholie umzuwandeln, den Saft der Depression. Sie ist der Sitz affektiver Störungen und verantwortlich für die melancholische Verstimmung des exzentrischen Menschen. Später löst sich der Spleen von seiner ursprünglichen Bedeutung ab und wird als ein abweichendes Verhalten einer Gruppe definiert, wobei hinterrücks auch der dem bizarren Verhalten des Exzentrikers zugrunde liegende Seelenzustand der Melancholie als krankhaft diskreditiert wird. "Der Melancholiker", meint Günter Niklewski, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum Nürnberg, ist kein gesellschaftlicher Typus mehr, es sei denn als Patient. [...] Der echte zeitgenössische Exzentriker (vegetiert) im Krankenhaus."

Dies ist jedoch bei weitem nicht der einzige Grund, warum die Krankheit nach Niklewskis Dafürhalten zur Überlebensform der exzentrischen Persönlichkeit wird. Hinzu kommt nämlich eine gesellschaftliche Konjunktur des 'Verrückten' und Extravaganten, wodurch das Außenseitertum des Exzentrikers unweigerlich ins pathologische Abseits gedrängt wird: "Der Verrückte kann nicht mehr als Sonderling leben, weil diese Rolle in unserer narzißtisch eingefärbten Alltagswirklichkeit schon besetzt ist. [...] Der Verrückte kann nicht verrückt sein, weil alle schon verrückt spielen. So bleibt ihm auf Dauer nur die Krankenrolle. Nur über eine medizinische Klassifikation kann er sich seine soziale Rolle sichern." Die daran anschließende Frage muss also lauten, wie man außerhalb des Normenzentrums bestehen bleiben kann, ohne als pathologisch ausgegrenzt zu werden. Ein erster Schritt wäre mit der Zulassung des Exzentrischen als eines zusätzlichen Beschreibungskriteriums in der binär-normopathischen Attribution gesund-krank getan.

Das zweite Argument für die Melancholiehaltigkeit des Exzentrischen ist ein Gemälde und stammt von Théodore Géricault. Warum sich die Passagiere auf dem "Floß der Medusa" so hervorragend dazu eignen, das Eigenleben des Exzentrikers zu verbildlichen? Der Außenposten des Exzentrischen war streng bezogen auf das, wovon er sich unterschieden wusste: eine normative Mitte. Erst das Vorhandensein dieses Gravitationszentrums regulierte den wohldosierten zentrifugalen Kraftaufwand, sein zurückhaltendes Sich-Stemmen gegen den Sog des Gewöhnlichen. Sein Metier war die bemessene Abweichung. Der Exzentriker war ein Balancekünstler, dessen Position genau justiert war zwischen der pflichtschuldigen Normerfüllung und der Hingabe an die gnadenlosen, alle Fesseln sprengenden Fliehkräfte. Zur Veranschaulichung dieser Lebens- und Geisteshaltung lese man in einer Beschreibung nach, die Ulrich Horstmann vom Melancholiker gegeben hat und die der exzentrischen Persönlichkeit nicht von ungefähr gleicht: "Ausgestreckt auf einer Planke vom Floß der Medusa läßt er (der Melancholiker, d. V.) sich vom Wellenberg emporreißen, um kurz vor dem Kamm und schon im Gebrodel der sich brechenden Flut den einzigartigen Punkt zu finden, an dem er sich in Gedanken hoch aufrichten kann, an dem er dank des Muts zur eigenen Schwere ins Abkippen und haltlose Gleiten, ins ausbalancierte Abstürzen gerät."

5. Schwundstufen

Nach diesem Schiffbruch auf hoher See erscheint ein erneutes Anlanden geboten, die Rückkehr an die Küste der so genannten harten Fakten. Weeks hat die von Sitwell aufgeschlagenen Kerneigenschaften wie Nonkonformismus, Humor, Witz, Unbeirrbarkeit und Eigensinn noch um einige Merkmale ergänzt. Dazu gehören Kreativität, hohe Intelligenz, Neugier, ein mangelndes Gefühl für Konkurrenz und Wettbewerb und damit eine Gleichgültigkeit gegenüber materiellen Erfolgen - aber auch Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung, eigentümliche Essgewohnheiten und eine ungewöhnliche Wohnungseinrichtung. Weeks' Positivismus stößt allerdings schnell an eine Grenze. Zum Beispiel an die des von ihm entworfenen Persönlichkeitstests ("Wie exzentrisch sind Sie?"). Die Frageintention der achtzehn Fragen wie "Sind Sie ein Weltverbesserer?" oder "Würden Sie lieber in einem anderen Jahrhundert leben?" ist auch für schlichtere Gemüter durchschaubar, so dass man nach der Auswertung höchstens erfährt, welcher Proband sich gerne als Exzentriker sehen möchte und welcher nicht.

Die Gegenüberstellung von Sitwell mit der neueren Exzentriker-Literatur belehrt demnach über zweierlei: Zum einen erweist sich Sitwells Kompendium immer noch als richtungweisend. Nicht nur in der Form der Katalogisierung und Darstellung, auch in der Auswahl ihrer prominenten Beispiele haben sich die modernen Anthologien kaum einen Schritt weit von ihr entfernt. Neben Lord Rokeby sind auf der Jungfernfahrt der Exzentrik bereits an Bord gegangen: der Hasadeur und Trunkenbold John Mytton, der Salonlöwe und Dandy Beau Brummell, der Schauspieler Robert "Romeo" Coates, dessen Publikum vor Lachkrämpfen geschüttelt wurde, der Reisende Edward Wortley Montagu und die als "Prinzessin Caraboo" getarnte Schwindlerin Mary Baker.

Zum anderen scheint der Begriff des Exzentrischen schon im frühen 19. Jahrhundert allumfassend und deswegen mehr oder weniger konturlos zu sein. So beschäftigt sich Sitwell gleich auf den ersten Seiten ihres Buchs mit physischen Missbildungen, krankhafter Todesfurcht, der Shaker-Religion oder der halbirren und als "Bank-Nonne" bekannt geworden Sarah Whitehead. Diese Frau wartete fünfundzwanzig Jahre lang täglich einige Stunden vor dem Arbeitsplatz ihres verschollenen Bruders - ein besonders tragischer Fall von Realitätsverlust. Und was ist an Professor Richard Porson exzentrisch - außer der Tatsache, dass er ein ausdauernder Zecher war und zum Schürhaken griff, wenn seine erschöpften Gastgeber ihn nach einer durchwachten Nacht hinaus komplimentieren wollten? Weder die verwendeten Montagetechniken noch die oben skizzierte Typologie können darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei "English Eccentrics" über weite Strecken um ein ironisches Gesellschaftsportrait handelt, das in Einzelfällen bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht. Mitunter auch nur um eine bloße Kuriositätensammlung, wie der langatmige Bericht über die Exhumierung John Miltons vor Augen führt.

Was Sitwell beschreibt, hat August John Cuthbert Hare aus nächster Nähe erfahren. Als Chronist seines Zeitalters trägt er in seiner monumentalen Biografie "The story of my Life" (1896) die Geschichten von Exzentrikern, Monomanen und Melancholikern zusammen. Schon früh kam seiner Patentante der Gedanke gekommen, dass es vielleicht möglich wäre, das Kind bei sich aufzuziehen. In einem Brief antwortet die Mutter: "Meine liebe Maria, wie überaus freundlich von Dir! Ja, natürlich, der Säugling wird geschickt, sobald er entwöhnt ist; und wenn noch jemand einen möchte, kannst Du freundlich daran erinnern, daß wir noch mehr haben." Die anglikanische Verwandtschaft, der der Junge daraufhin übergeben wurde, machte ihm das Leben zur Hölle. Beschimpfungen, harte Strafen und körperliche Züchtigung, die Hare zu erdulden hatte, waren Ausdruck einer religiösen Bußfertigkeit, die erlittenes Ungemach als eine gottgewollte Prüfung verstanden, die es auszuhalten galt. Auf absonderliches Verhalten stößt man in der deutschen Auswahl "Tanten, Tunten, Schräge Vögel" (1996) sonst nur noch in einer Hand voll Fällen. So werden Hares Schwester und Mutter auf Schritt und Tritt und über Jahre hinweg von einem "Familienspion" verfolgt, einem Mann, der selbst Frau und Kinder verloren hatte und der deshalb beschließt, aus der Distanz am Leben einer anderen Familie teilzunehmen. Da gibt es die unglaubliche Mrs. Grote mit einer Vorliebe für unpassende Farben und Kutscherumhänge. Von Oscar Wilde wird berichtet, er habe die ganze Nacht über neben einer Schlüsselblume ausgeharrt, da sie ihm krank erschienen war. Und Lady Campbell sah man an heißen Tagen eine lebende Schlange um den Hals tragen, um ihren Nacken zu kühlen. Als exzentrische Lebensbilanz scheinen diese Beispiele eher dürftig.

6. Abweichen - wovon?

Als wäre das alles noch nicht beunruhigend genug, weil es die ohnehin nicht sehr standfeste Position des Exzentrikers von vorneherein erschüttert, prophezeit man heute das Ende der Exzentrik. Nach Silvia Bovenschen wurde der Exzentriker, da er sich am Rande des um die Norm zentrierten Kraftfeldes zu halten wusste, zum Opfer jener Ordnungskrise des abendländischen Bewusstseins, wie sie ein Satz Nietzsches einläutete: "Die Mitte ist überall." Mit dem Zusammenbruch metaphysischer Beglaubigungen und der Zersetzung verbindlicher Wertordnungen löste sich zuletzt auch das topologische Muster von Innen und Außen, von Mitte und Peripherie auf - und damit das Koordinatensystem, innerhalb dessen der Exzentriker sich verorten konnte: "Der traditionelle Exzentriker ist keine Grenzfigur mehr: in der bloßen Zitation des Exzentrischen verliert der Exzentrische seine Ambivalenz und damit gewissermaßen seine Exzentrizität. Die Moden, einst Spielstätten der Ausdifferenzierung des Exzentrischen, überrollen einander in der schnellen Zitation vergangener Exzentrizitäten; das Versandhaus preist kriterienlos das Spießerinterieur von gestern als Exzentrizität von heute; Lebensstilmagazine überbieten einander in der Darstellung abweichender Lebensstile, die von allem und nichts abweichen."

Mit anderen Worten: Wenn das, was man der Gewohnheit nach für das Exzentrische hält, nur noch ein Derivat dieses Gewöhnlichen ist und kein verbindliches Maß mehr außer sich hat, dann ist das Exzentrische nicht mehr sicher identifizierbar. In einer funktional differenzierten Gesellschaft, wo ich und andere nur jedermann sind, werden Angebote der Individualität und Einmaligkeit nur in Form der Kopie lebbar: "Wir haben es hier [...] mit einer verfänglichen Spielart der Sei-spontan-Paradoxie zu tun: Weiche vom Gewohnten ab!" (Norbert Bolz) Für Bolz ist die Moderne auf die Sandbank der Komplexität aufgelaufen, indem sie die Kritik an sich selbst mitproduziert. "Konformismus der Andersseins" heißt dann, mit der kulturkritischen Unterscheidung affirmativ / kritisch selbst affirmativ umzuspringen und Konformismus als sein Gegenteil zu tarnen, nämlich als Kritik. Wie die Mode die paradoxe Leistung impliziert, durch Anpassung an die Allgemeinheit einen Unterschied zu machen, tritt der Exzentriker unter Massenmedienbedingungen als Held der Talkshow auf.

Die von Bolz und Schulze betriebene Kritik der Kulturkritik gipfelt in der Denunzierung der Kritik als solcher. Der Satz von der Normiertheit der Normabweichung ist ein Totschlagargument, die den Sinn der Kategorien vernichtet, auf die er sich bezieht. Identitätswahrung, meint Schulze, sei nurmehr im Schutzraum des Privaten möglich. Für die soziale Konstruktion des Subjekts ist das fatal. Bolz setzt den Anstrengungen kritischen Denkens die Erholung entgegen. Erschöpft von der "Akkordarbeit am Projekt der Moderne" haben wir Entspannung verdient. Auf diese Weise kippen beide das Kind mit dem Bade aus: Gleichviel, ob es Alternativen zur bisherigen Abweichungsform des Exzentrikers gibt, wird die Daseinsberechtigung für Exzentrik als solche vorschnell verspielt.

Entgegen der Behauptung, der Exzentriker als Typus sterbe aus oder friste sein Leben als beklagenswertes Opfer des psychiatrischen Kesseltreibens hinter vergitterten Klinikfenstern, hat Michael Rutschky das Schema normal-exzentrisch zu demokratisieren versucht, d. h. es als Binnenattribution in die Person selbst eingebaut. Exzentriker, das sind wir alle, wenn wir nur die Chance dazu ergreifen. Während der 'klassische' Exzentriker im England des 18. Jahrhunderts dem Aufbau seiner Rolle seine ganze Biografie widmen musste, kann sie heute ad hoc bereitgestellt werden. Gerade so, wie der bürgerlich höchst ehrbare Dr. Jekyll mittels einer selbst erfundenen Zauberdroge sein nächtliches Ich freisetzt, den zügellosen Mr. Hyde: "Mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde haben wir [...] ein anschauliches Exempel, wie wir uns das Schema vorstellen können, das uns allen das Exzentriker-Dasein bei Gelegenheit erschließt. Im Original kann man immer nur eines sein, entweder Dr. Jekyll oder Mr. Hyde; schlimmer, wer einmal als Mr. Hyde dessen nächtliche Freuden ausgekostet hat, kann nicht mehr Dr. Jekyll bleiben [...]. Während heutzutage Dr. Jekyll und Mr. Hyde koexistieren und Mr. Hyde einfach den Inbegriff dessen verkörpert, was zur Not als exzentrisch verbucht werden kann, persönlicher Eigensinn in hochkonzentrierter Form".

Hoch konzentriert war aber auch die Blausäure, jenes klassische Selbstmordgift, mittels dessen sich Mr. Hyde in Erwartung weiterer Untaten vom Leben in das Reich der hieb- und stichfesten Schatten beförderte und an die Stelle der lustvollen Selbstentgrenzung und Selbstentzweiung zuletzt wieder das Normensystem der viktorianischen Gesellschaft rücken ließ. Das soll keineswegs heißen, dass tätige Reue und der Wunsch zur Wiedergutmachung jedem modernen Exzentriker eigen wären. Während etwa Oscar Wilde oder Quentin Crisp einen hohen Preis für ihre homosexuelle Karriere zu zahlen bereit waren, hätte manch ein anderer sicher guten Grund, zur Blausäure zu greifen, würden seine Hyde-Anteile in der Öffentlichkeit bekannt. Der biedere Bankangestellte, der sich am Wochenende aufs Motorrad schwingt, der steifleinerne Hotel-Empfangschef, der die hochhackigen Damenpumps unterm Bett versteckt, sind das genaue Gegenteil des exaltierten, extrovertierten Eigensinns, der aufs Ganze geht. Ihre Befreiung von jeglichem Normierungsdruck bleibt ein frommer Wunsch, und nichts liegt uns so fern, wie bar aller Scham- und Schuldgefühle von der normalbürgerlichen dauerhaft auf die exzentrische Identität umzuschalten. Also leben wir, um einen Satz Kants zu variieren, vielleicht in einem exzentrischen Zeitalter, nicht aber in einem Zeitalter des Exzentrischen?

7. Zukunft der Exzentrik

Da nach Bovenschen Mitte und Exzentrizität zur Deckung gekommen sind, bildet auch für sie der Nonkonformismus, die normierte Abweichung keine annehmbare Rolle mehr. Die personale Einheit des Kulturtyps Exzentriker ist zerbrochen. Was bleibt, ist die Schwundstufe einer konstellativen Exzentrizität, vagabundierend, in wechselnder Erscheinung: "Eine situative Exaltation, ein plötzliches Herausspringen aus den jeweiligen An-Ordnungen, deren Gefüge sich gerade erst ausbildet; eine grundsätzliche strukturelle Absage an jede unangebrachte Gemütlichkeit, jede schlechte Beruhigung, jede Verfestigung. Sie ist eine Unterbrechung, eine Aufstörung. Sie ist zugleich die Indikation einer Konventionalisierung und deren Dementi. Aber sie ist zudem auch immer die Parodie des bloß Antikonventionellen, des konformen Konformismus." Der die ganze Person umfassende spleen des alten Exzentrikers wird aus der "schrulligen Verharmlosung einer ganzheitlichen Schrulle (entlassen)" und verwandelt sich in eine "nervöse Sprungbereitschaft", die sich ein gründliches Misstrauen gegen ein Denken in den Kategorien eines 'entweder-oder', des 'richtig oder falsch' auszeichnet. Diese differentielle Exzentrizität ist näher bestimmt als Gespür für Nuancen, eine gesteigerte Empfindlichkeit für Unterscheidungen. Der fehlende Konsens solcher Beobachtungen rückt die nuancierte Exentrizität in die Nähe der Einsamkeit, der Fremdheit und der Verlorenheit. Praktisch überlebt Bovenschens Exzentriker, indem er dem Normalisierungsdruck nachgibt und wie der Held in Erich Nossaks Erzählung "Die Schalttafel" durch die vordergründige Überkompensation seiner Abweichung von der Bildfläche verschwindet.

Lautet die Möglichkeit, die der in Bedrängnis gekommene Exzentriker heute ergreift also Eskapismus? Muss der Exzentriker sich entziehen, um seine Identität zu schützen, sei es durch Überanpassung oder durch nochmaliges ex-zentrisches Herauftransformieren seiner natürlichen Fliehkräfte, durch Erhöhung der Abweichungstoleranz? Kann er wirklich nur überdauern, wenn er dem sensationslüsternen Gefeiertwerden und der huldigenden Vereinnahmung so ostentativ den Rücken kehrt wie der englische Dichter und Anti-Modernist Robinson Jeffers (1887-1962), dessen poetisches Werk vor einigen Jahren als eine Literatur gewordene "Abwendungskunst" dechiffriert wurde? Bevor Jeffers sein Ultima Thule 1914 im Äußersten fand, in der geografischen Abgeschiedenheit des unbezähmbaren Stücks Pazifikküste Carmel-by-the-Sea, setzte er sich in dem Gedicht "Not a Laurel in the Lot" mit seinem noch frischen Ruhm auseinander. Hier postiert er einen imaginären Wachmann an dem Tor zu seinem kalifornischen Domizil, angehalten, die zu diesem Zeitpunkt recht häufigen Besucher mit den Worten zu empfangen: "Jeffers ist not at home. Jeffers has gone to Lhasa. / Jeffers is buying camels in Urga. / He hopes to meet the living Buddha in Gobi dersert. No, sir, he cannot / Answer letters, he has writer's cramp." Den Zudringlichkeiten seiner Zeitgenossen wusste sich der Dichter auch im wirklichen Leben zu erwehren, und zwar mittels eines vor seinem Haus angebrachten Schildes: "No visitors until 4 p.m.". Jeden Tag kurz vor vier wurde die Tafel umgedreht, wobei sie ihr vorgebliches Versprechen hinterrücks in eine unmissverständliche Fehlanzeige verwandelte: "Not at home".

Fast will es scheinen, als habe Jeffers mit der selbst verhängten Ausgangssperre in aller Heimlichkeit eine Verhaltensmaßregel formuliert, die jeder Exzentriker von heute zu beherzigen hätte. Wenn er überhaupt überleben kann, dann an der nicht länger metaphorisch eingeholten Peripherie, sondern hinter verschlossenen Türen und zugezogenen Gardinen. Ist es damit aber getan? Erinnern wir uns an die gesellschaftliche Wirklichkeit und Wirksamkeit der klassischen Exzentrik. Erinnern wir uns an Joshua Norton, der 1860 in voller Ausgehuniform auf der Straße zusammenbrach und starb. Ganz San Franzisko trauerte um ihn, die Leute weinten ohne Zurückhaltung. Mehr als 10.000 kaiserliche Untertanen folgten seinem Sarg. Erinnern wir uns weiter an den Sanftmut Lord Rokebys, der immer eine Anzahl Münzen in der Tasche mit sich führte, die er an jene verschenkte, die aus seinen Brunnen tranken. Oder erinnern wir uns an die rührende Tierliebe Watertons, der einmal im Londoner Zoo in den Käfig eines tobenden Orang-Utans stieg. Die Zuschauer waren höchst erstaunt, als sie sahen, wie sich die beiden in die Arme nahmen und freundlich streichelten.

Viele Exzentriker verfügen nicht nur über ein ausgeprägtes soziales Bewusstsein, sie wirken auch auf ihre Umwelt als eine Art Korrektiv. Indem der Exzentriker unsere eigenen Wünsche, Sehnsüchte und Phantasien in Stellvertreterfunktion auslebt und uns an der befreienden Exaltation teilhaben lässt, erinnert er uns daran, wie viel persönliche Freiheit wir unnötigerweise verschenken. Exzentriker entwickeln eine spielerische Haltung gegenüber allen möglichen Optionen ihrer Kultur. Sie müssen nicht auf Sinnangebote oder Lebensordnungen von anderer Seite zurückgreifen, weil sie diese selbst erschaffen. So wie Sir Francis Henry Egerton, der für jeden Tag ein eigenes Paar Schuhe besaß und, da er das Schuhwerk nach Art eines Kalenders in chronologischer Reihenfolge anordnete, immer wusste, wie das Wetter an dem betreffenden Tag des Vorjahres gewesen war. Das alles macht die Exzentrik auch kultursoziologisch interessant. "Exzentriker", findet Felicitas Dörr-Backes, "können ihre subjektive Kultivierung vorantreiben und die objektive Kultur kann mit ihrer Hilfe den Fundus an kulturellen Formen und das Angebot auf dem Markt der Möglichkeiten aufstocken. Exzentrische Bedürfnisse der Subjekte und der objektiven Kultur ergänzen sich also." Eine Einschränkung gilt allerdings: Der echte, der "globalisierte" Exzentriker, dessen Abweichung radikal ist und alle Lebensbereiche umfasst, steht außerhalb des kulturellen Zugriffs. Er lebt in einer künstlich hergestellten oder aufrechterhaltenen Fremdheit zu Mutterkultur. Dem heutigen Exzentriker wäre also ein Weg zu bahnen, der zwischen der Skylla des Vereinnahmtwerdens und des eilfertigen Zulieferns von Identitätsangeboten und der Charybdis der kompromisslosen Abwendung und des völligen Rückzugs hindurchführte.

Wie die öffentliche Wahrnehmung des Exzentrischen heute noch funktionieren kann, zeigt das Beispiel Hermes Phettberg alias Josef Fenz. Der kulturschaffende Extremist erblickte als Nacktobjekt einer künstlerischen Installation das grelle Licht der Medienwelt und plauderte seit 1994 in "Phettbergs Nette Leit Show" mit ausgesuchten Gästen über Autopsien, die Tiefen des Weltalls und Orgien, anschließend ließ er sie auf Blechdosen werfen. Phettberg ist aber beileibe nicht nur bekennender Liebhaber masochistischer Sexualpraktiken, schamloser Selbstdarsteller, Protagonist blasphemischer, im "Falter" veröffentlichter "Predigtdienste", Frühpensionär, ein von unbändiger Fresssucht Gebeutelter oder Chefredakteur der Zeitschrift "Stock im Eisen - von der Fleischeslust der Abartigen". Er ist auch ein von Medienmachern und halbherzigen Linken instrumentalisierter Dekonstrukteur des Bürgertums. Deswegen lag es nahe, sich über Phettberg aufzuregen - über die Auflösung des Diskurses in Blödelei und Nonsens, über die Ästhetik der Rache, über den Verlust intellektueller Autonomie oder die mangelnde Originalität seiner sexuelle "Verfügungspermanenzen" aktivierenden Happenings.

Gegen solche Polemik hat der Publizist Franz Schuh Argumente aufgeboten, die Phettbergs Differenzqualität zur Spaßkultur herauspräparieren. Das ist zum Beispiel die Affinität seiner Talkshow zur christlichen Beichte, in der "eine gewisse Kraft oder eine gewisse Art von Wärme" spürbar werde. Vor allem aber die vom Publikum neben allem Kommerz wahrgenommene Unverwertbarkeit: "Die Leute merken, dass er etwas hat, das (...) im Kern unverwertbar ist. Und die Sehnsucht nach unverwertbaren Tugenden ist überaus groß. Wer eine solche hat, der wird leicht zum Vorbild, was er problematischerweise erst dann werden kann, wenn er verwertet genug ist." Die letzte Einschränkung ist entscheidend. Als Eigensinn, der seiner Instrumentalisierung öffentlich trotzt und selbst auf der Bühne der Massenmedien inkommensurabel bleibt, als ostentative Abgrenzung inmitten der televisionären Zurschaustellung - auf diese Weise könnte der Exzentriker er selbst bleiben und gleichzeitig gesellschaftliche Aktiva freisetzen. Hier findet auch die Spaßkultur zu einem neuen Ernst zurück. Nämlich zu der Einsicht, dass es neben der Ironie als Spiel mit dem Ernst auch noch die Erfahrung des Ernstes allen Spiels gibt. Gelingt das nicht, wird die exzentrische Melancholie schrankenlos: "Dann wird alles vorüber sein, abgesehen vom Schreien und den Würmern." (Edith Sitwell) Und was wäre verhängnisvoller als mit dem Floß der Medusa - zu kentern?

Anmerkung zur verwendeten Literatur:

Wichtige und vergleichsweise ausführliche Exzentriker-Portraits finden sich in Margaret Nicholas' "Die größten Spinner und Spaßvögel unserer Welt" (München 1984), einer Übersetzung von "The World's Greatests Cranks & Crackpots" (Octopus Book Limited 1982). Augustus Hares "Tanten, Tunten, Schräge Vögel: die liebe Verwandtschaft und andere Exzentriker", ein Auszug aus der sechsbändigen Autobiografie "The story of my Life" (London 1896), ist 1996 bei Eichborn (Frankfurt/M.) erschienen. Im Verlag Naumann & Göbel (Köln) ist 1997 der reich illustrierte Band "Sonderlinge und Exzentriker" erschienen. Das österreichische Magazin "DU" veröffentlichte im November 1961 (21. Jahrgang, Nr. 249) ein ebenfalls illustriertes Themenheft mit dem Titel "Englische Exzentriker". Inzwischen vergriffen: "Exzentriker - Über das Vergnügen, anders zu sein" von David Weeks und Jamie James (Berlin 1998). Weeks und James versuchen das Phänomen des Exzentrischen erstmals mit den Mitteln empirischer Wissenschaft zu erforschen. Die im Text erwähnten Positionen Silvia Bovenschens, Günter Niklewskis und Michael Rutschkys referieren auf einschlägige Aufsätze in dem von Karl Markus Michel und Tilman Spengler herausgegebenen "Kursbuch", Heft Nr. 118: "Exzentriker" (Berlin 1994). Lytton Stracheys für diesen Aufsatz weniger ergiebiges Buch "Das Leben, ein Irrtum. Acht Exzentriker" (Berlin 1999) wurde bereits von Ulla Biernat in literaturkritik.de, Nr. 9, 2001 besprochen. Ebenfalls im Text nicht erwähnt, aber für die literarische Verarbeitung des Sonderlings grundlegend: Hermann Meyers "Der Sonderling in der deutschen Dichtung" (Frankfurt/M.; Berlin 1984). Was abweichendes Verhalten ist, wird immer von den jeweils bestehenden Normalitäts- bzw. Normativitätsdiskursen mitbestimmt. Weiterführende Konzepte und Materialien in Jürgen Links "Versuch über den Normalismus" (Opladen; Wiesbaden 1999; vgl. literaturkritik.de Nr.7, 1999) , Malte Lorenz' "Kriminelle Körper - Gestörte Gemüter: Die Normierung des Individuums in Gerichtsmedizin und Psychiatrie seit der Aufklärung" (Hamburg 1999) und Thomas Rolfs "Normalität. Ein philosophischer Grundbegriff des 20. Jahrhunderts" (München 1999; vgl.literaturkritik.de Nr. 7, 1999).

Titelbild

Aleida Assmann / Monika Gomille / Gabriele Rippl (Hg.): Sammler, Bibliophile, Exzentriker.
Gunter Narr Verlag, Tübingen 1998.
368 Seiten, 39,00 EUR.
ISBN-10: 382335700X

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Titelbild

Gerd Kröncke: Der Prinz der Herzen und andere Exzentriker.
Picus Verlag, Wien 1999.
164 Seiten, 14,90 EUR.
ISBN-10: 3854527136

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Titelbild

Gerd Schank: Komische Käuze. Originale in der deutschen Provinz. Ein Beitrag zu einem volkstümlichen Typus.
Peter Lang Verlag, Frankfurt a. M. 1999.
184 Seiten, 34,70 EUR.
ISBN-10: 3906762718

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Titelbild

Edith Sitwell: Piraterie & Pietät. Mehr englische Exzentriker.
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt a. M. 1999.
232 Seiten, 10,50 EUR.
ISBN-10: 3627100050

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Edith Sitwell: Englische Exzentriker. Eine Galerie höchst merkwürdiger und bemerkenswerter Damen und Herren.
Übersetzt aus dem Englischen von Kyra Stromberg.
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2000.
174 Seiten, 13,90 EUR.
ISBN-10: 3803111927

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Tina-Katrin Zenker: Die Außerordentlichen. Exzentrisch-genial.
Verlag für Wissenschaft und Bildung, Berlin 2001.
176 Seiten, 15,00 EUR.
ISBN-10: 3861351099

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Karl Shaw: Lexikon der Exzentriker. Die schrägsten Vögel der Welt und ihre haarsträubenden Geschichten.
Heyne Verlag, München 2001.
480 Seiten, 19,90 EUR.
ISBN-10: 3453190726

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Guy Bechtel / Jean C. Carriere: Lexikon der Sonderlinge.
Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig 2001.
320 Seiten, 15,00 EUR.
ISBN-10: 3378010533

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Werner Morlang: So schön beiseit. Sonderlinge und Sonderfälle der Weltliteratur.
Nagel & Kimche Verlag, Zürich 2001.
232 Seiten, 19,90 EUR.
ISBN-10: 3312002877

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Felicitas Dörr-Backes: Exzentriker. Die Narren der Moderne.
Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2003.
320 Seiten, 39,00 EUR.
ISBN-10: 3826024966

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Michael Korth: Lexikon der verrückten Dichter und Denker. Berühmte Dichterfürsten und Geistesriesen, wie sie keiner kennt.
Eichborn Verlag, Frankfurt a. M. 2003.
402 Seiten, 22,90 EUR.
ISBN-10: 3821839570

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