Romane vom jüngeren Bruder – der erste Band der Romane Carl Hauptmanns in einer Werkausgabe
Besprochene Bücher / LiteraturhinweiseCarl Hauptmann, 1858 geboren, 1921 verstorben, ist heute kein allzu bekannter Name mehr im Literaturbetrieb. Er wird immer wieder einmal im Kontext seines weitaus berühmteren jüngeren Bruders Gerhart Hauptmann genannt, ist aber ein Autor eigenen Rechts. Seit fast 30 Jahren gibt es Hauptmanns Sämtliche Werke, herausgegeben von Hans-Gert Roloff und Miroslawa Czarnecka. Und erscheint der erste Band mit Roman Carl Hauptmanns.
Carl Hauptmanns Romane gehören zu den aufschlussreichsten Texten des frühen 20. Jahrhunderts. Der Autor – Naturwissenschaftler und eingebunden in ein umfangreiches Kontakt- und Korrespondentennetz – hatte Anschluss an die neuesten Schreibformen und Diskussionen. Als Figur des Übergangs bezeichnet, ist er auch im Romanwerk auf der Höhe seiner Zeit. Nun erscheint im Verlag frommann-holzboog endlich der erste von zwei geplanten Bänden mit dem gesamten Romanwerk. Enthalten sind Hauptmanns erster Roman Mathilde um eine schlesische Arbeiterin und der Künstlerroman Einhart der Lächler. Das Interesse für die Lebensumstände einer Fabrikarbeiterin, denen er den Roman Mathilde widmete, ist ebenso bezeichnend für Hauptmanns Position in der Literatur des frühen 20. Jahrhunderts wie die Exposition des Künstlers als Außenseiter der Gesellschaft, von dem der spätere Roman Einhart der Lächler handelt.
Auch dieses Projekt hat eine lange Geschichte, die vorerst zu einem ersten Abschluss kommt. Ein Kommentarband soll bald folgen, der zweite Band mit weiteren Texten Hauptmanns ebenso. Weitere Informationen zur Werkausgabe und zum Band sind beim Verlag frommann-holzboog zu finden.
Anmerkung der Redaktion: literaturkritik.de rezensiert nicht die Bücher von Mitarbeitern unserer Zeitschrift, Angehörigen der eigenen Universität oder aus dem Verlag LiteraturWissenschaft.de. Diese Bücher können hier jedoch gesondert vorgestellt werden.
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