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Frieder Sommer schrieb uns am 11.05.2022
Thema: Andreas Weber-Meewes: Krieg oder ?

Sehr geehrter Herr Weber-Meewes:

eine Anmerkung zu Ihrem Text liegt mir auf der Seele. Ich darf Sie zitieren:
"Putin soll selbst Kinder haben, Töchter aus einer geschiedenen Ehe, und auch Kinder aus einer anderen Beziehung zu einer viel jüngeren Frau. Aber als liebender Mann und Vater trat er zumindest öffentlich nie in Erscheinung, was womöglich Bände spricht." Auch wenn diese wichtige Information nur "womöglich Bände spricht", wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie wenigstens eine Andeutung machen könnten, welche Erkenntnisse sich aus diesen Bänden herauslesen ließen.

Ich danke Ihnen, auch im Namen aller Ukrainerinnen und Ukrainer, die Ihre
wichtigen Informationen sicher werden zu schätzen wissen

Frieder Sommer

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Michi Strausfeld schrieb uns am 30.04.2022 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Michi Strausfeld: Ein faszinierender Blick auf die Welt eines indigenen Volkes
Weder Western noch Karl May: Álvaro Enrigue schreibt mit „Jetzt ergebe ich mich, und das ist alles“ einen Roman über die Apachen

Fuentes bezog sich auf frühere Werke des Autors, das hat der Verlag leider nicht präzisiert.

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Frieder Sommer schrieb uns am 26.04.2022
Thema: Michi Strausfeld: Ein faszinierender Blick auf die Welt eines indigenen Volkes
Weder Western noch Karl May: Álvaro Enrigue schreibt mit „Jetzt ergebe ich mich, und das ist alles“ einen Roman über die Apachen

Keine Rezension dieses großartigen Romans. Nur eine Anmerkung: Auf der Rückseite des Buchumschlages stehen wie üblich kurze "Werbesprüche", u.a. von Carlos Fuentes: "Bewegend, brutal, voller Schönheit und Lakonie. Ein überwältigendes Epos von einem der scharfsinnigsten Autoren unserer Zeit."
Dieser Bewertung des Romans stimme ich zu, rätselhaft ist allerdings, wie der 2012 verstorbene Fuentes in der Lage war, den Text seines Landsmannes aus dem Jahr 2018 (Copyright) zu rezensieren.

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Klaus Müller-Salget schrieb uns am 20.04.2022
Thema: Veronika Schuchter: Krieg der Worte
Tobias Boes beleuchtet in „Thomas Manns Krieg“ den Kampf des Schriftstellers gegen Hitler aus amerikanischer Perspektive

Inzwischen ist mir noch ein arger Fehler im Buch von Boes aufgefallen: Auf S. 60 f. behauptet er, Thomas Manns Bruch mit dem NS-Regime sei durch seinen Zorn über die Aberkennung der Bonner Ehrendoktor-Würde veranlasst worden. Ganz falsch.
Die korrekte Chronologie: Im Streit zwischen Leopold Schwarzschild und Eduard Korrodi bezüglich der Exilliteratur sah Thomas Mann sich genötigt (auch durch dringende Mahnungen der Kinder Erika und Klaus), Stellung zu beziehen. Er tat das in Form eines Offenen Briefs an Korrodi, den die NZZ am 3. Februar 1936 veröffentlichte: sein klares Bekenntnis zur Emigration, seine klare Absage an die Nazis. Dann: 2. Dezember 1936: Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft, 19. Dezember 1936: Aberkennung der
Ehrendoktor-Würde.
Wie Boes dazu kommt, diese allbekannten Abläufe zu ignorieren, ist mir unbegreiflich.

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Günter Helmes schrieb uns am 20.04.2022
Thema: Linda Maeding: Von Geschmacksurteilen heute
Eine Gegenwartsästhetik von Moritz Baßler und Heinz Drügh

„Gegenwartsästhetik“, so liest man, sei (...) "auch eine fundierte Kritik der Frankfurter Schule sowie anderer kulturkritischer Ansätze, die populäre ästhetische Praktiken nur über ihren Konsumcharakter (...) wahrnehmen, dabei aber, so die Autoren, deren 'gemeinschaftsstiftende Seite' übersehen." Ist nicht genau das Gegenteil der Fall? Haben die 'Frankfurter' und andere nicht gerade diese 'gemeinschaftsstiftende Seite' nur allzu genau gesehen - und deshalb 'populäre ästhetische Praktiken' mit Skepsis betrachtet oder abgelehnt, und das aus allerbesten Gründen? Reicht es in diesem Zusammenhang, wenn man bspw. an die Heimatkunstbewegung um 1900 und deren Filiationen bis heute erinnert, die u.a. einen Höhepunkt in der Lichtdom-Ästhetik der Nazis hatte? Nichts, aber auch gar nichts gegen populäre Kulturen per se. Aber gilt es nicht immer noch mit Brecht zwischen einer apologetisch-anbiedernden 'Volkstümlichkeit' zu unterscheiden, die Unmündigkeit erzeugt und perpetuiert, und einer solchen, die sich dem unabgeschlossenen Projekt Aufklärung verpflichtet fühlt? So mir nichts dir nichts Gemeinschaftsstiftung zu etwas Positivem an sich zu stilisieren, scheint jedenfalls fahrlässig und geschichtsvergessen zu sein, was gleichzeitig bedeutet, dass es gemeingefährlich ist.

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Karl-Josef Müller schrieb uns am 13.04.2022 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Redaktion literaturkritik.de: Songs für den Frieden und das Ende der Kriege

Ja, das mag 'uns' guttun, diese Lieder zu singen oder zu hören. Und natürlich kann jeder singen, was er will, vielleicht noch von Nicole 'Ein bisschen Frieden'. Ja, Hilflosigkeit und gefühlte Ohnmacht, das trifft unsere Situation. Aber, und das bereitet mir Unbehagen, um uns und unsere Befindlichkeit geht es nicht. Es geht um Tod und Zerstörung, die von Seiten der Angreifer durch nichts zu rechtfertigen sind. Gedanken an Picassos 'Guernica' kommen mir seit dem 24. Februar eher in den Sinn als diese 'Songs für den Frieden`. Ihre Sanftmut erscheint mir als Lüge angesichts eines Schreckens, den, um noch einen Spanier zu nennen, die Desastres de la guerra / Die Schrecken des Krieges von Goya eher zur Erscheinung bringen.

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Karl-Josef Müller schrieb uns am 13.04.2022 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Johann Holzner: Verblasste Bilder aus Dörfern der Ukraine
Eine imaginierte Kindheitswelt: Aharon Appelfelds Roman „Sommernächte“

Fangen wir – nochmals – mit dem ‚Großvater‘ an.
Entscheidend ist nicht, dass Janek angenommen wurde, er wurde vom Vater übergeben, vom Juden einem Christen anvertraut. Dieser Umstand wird in der Rezension nicht erwähnt. Nicht das Angenommensein ist wichtig, sondern die Tatsache, dass Janek nur als vermeintlicher Christ überleben konnte, siehe das Holzkreuz. Nimmt man dies nicht zur Kenntnis, kann man den Roman meines Erachtens nicht verstehen und ihm nicht gerecht werden.
Die Romanhandlung ist alles andere als realistisch, siehe etwa die herrenlose Kutsche. Und immer wird Pfeife geraucht und Tee getrunken.
Doch dann, nach einer zweiten Lektüre, erkannte ich im Text den Aharon Appelfeld wieder, den ich in den vielen
Romanen, die ich von ihm gelesen habe, ob seiner ganz eigenen Erzählweise so sehr schätze wie sein Werk mich auch irritiert. Es ist dieser ‚weiche‘ Ton, diese eher indirekte Erzählweise. Ja, ich hatte Schwierigkeiten mit den ‚Sommernächten‘, aber insbesondere einige Passagen, auf die in der Rezension nicht eingegangen wird, haben ein Umdenken bewirkt. Ich zitiere aus meiner Rezension:
„So träumt Janek, er ist gerade zehn Jahre alt geworden, kurz vor Kriegsausbruch von Pferden, „‘wie ich ihresgleichen noch nie gesehen habe. In ihrem Wiehern liegt ein starker Drang, und es ist klar – wir werden es nicht überleben, wenn sie uns vorwärtspreschend im Galopp überrennen.‘“
Und nochmals:
„Janek träumt von den Pferden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Im zweiten Traum erscheinen sie zunächst weniger bedrohlich: „‘Dieses Mal standen wir auf grünen Wiesen. Die großen Pferde weideten still.‘“ Doch der friedliche Eindruck trügt: „‘Ich betrachtete sie. Ihre Augen sagten: ‚Ihr irrt euch. Der Drang und die Wut stecken noch in uns. Wir nähren sie im Stillen, und wenn der Tag kommt, flackern sie auf.‘“
Janeks Tante, der Janek den ersten Traum erzählt hatte, hatte noch versucht, das Kind zu beruhigen, die Ahnung des Unheils allerdings ist stärker. Und muss man nach dem 24. Februar bei diesen Worten nicht an den Krieg denken, dessen Ausbruch so viele nicht für möglich gehalten hätten?
Für meine Rezension habe ich den Titel „Vielleicht darf man gar nicht darüber sprechen“ gewählt, ein Zitat aus dem Roman. Als Dreizehnjährige hat Ruth Klüger ein Gedicht über ihren damaligen Aufenthaltsort Auschwitz geschrieben mit der vierfach wiederholten Zeile „Alles, alles wird verbrannt.“ Soweit ich weiß, blieb Appelfeld diese ‚Erfahrung‘ erspart, er konnte aus einem Arbeitslager fliehen und hat, wenn ich die zugänglichen biografischen Angaben richtig deute, eher an den Rändern der Katastrophe überlebt. Und genau diese Ränder werden in den ‚Sommernächten‘ beschrieben.
Am Ende des Romans ist klar erkennbar, dass die Eltern sowie alle Angehörigen von Janek ermordet wurden, in den Lagern, wie es heißt. Ist davon in der Rezension zu lesen? Und müsste man das nicht erwähnen, selbst wenn man Vorbehalte gegen den Ton des Romans hat und ihm, dem Roman, nicht so recht über den Weg traut?
Wer das Haupt der Medusa direkt anschaut, wird zu Stein verwandelt, nur der indirekte Blick ist erträglich. Doch auch dieser indirekte Blick verweist, wie der Traum, auf die Gewalt, die direkt anzuschauen nicht zu ertragen wäre:“‘Der Drang und die Wut stecken noch in uns. Wir nähren sie im Stillen, und wenn der Tag kommt, flackern sie auf.‘“

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Johann Holzner schrieb uns am 11.04.2022 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Johann Holzner: Verblasste Bilder aus Dörfern der Ukraine
Eine imaginierte Kindheitswelt: Aharon Appelfelds Roman „Sommernächte“

Noch einmal: Zu Aharan Appelfelds Roman „Sommernächte“

Karl-Josef Müller kommt in seiner Besprechung des Romans, in dem er „eine Art Märchenwelt“ konstatiert, „in der alles, was sich zuträgt, genau so hat kommen müssen, ohne dass nach dem Warum und Weshalb gefragt würde“, zu diesem Schluss: „Sommernächte – der Titel […] klingt alles andere als bedrohlich. So auch viele Passagen des Romans, in denen das beinahe meditative Wandern von Janek und Großvater Sergei durch einer [sic] freundliche Natur geschildert wird.“ –  Gut, Janek, „der eigentlich Michael heißt, ist nicht Sergeis leiblicher Enkel“; das ist richtig und wohl auch
tatsächlich wichtig hervorzuheben. Andererseits, für die Figuren und für den auktorialen Erzähler macht das keinen Unterschied, soll und darf es gerade in diesem Punkt keinen Unterschied mehr geben: ‚leiblich‘ oder ‚angenommen‘, Enkel ist Enkel, Sergei ist und bleibt für immer Janeks ‚Großvater‘. Im Übrigen ist es ist ja nicht so, dass hier ein jüdischer Vorname durch einen christlichen Namen ersetzt worden wäre; kommen doch beide Namen aus dem Hebräischen, beide aber sind im Deutschen wie im Polnischen weit verbreitet und wecken keine Konnotationen à la Abraham oder Moses. – Der Name Michael wurde jedenfalls auch nach 1938 nie in die vom Reichsminister des Inneren erstellte Liste jener „jüdischen“ Namen aufgenommen, die auf dem Boden des Dritten Reiches nicht mehr vergeben werden durften.

Appelfeld hat zahlreiche Auszeichnungen für sein literarisches Werk erhalten und auch verdient. Aber es ist dennoch, meine ich, nicht nur erlaubt sondern in einer Rezension geradezu geboten zu fragen, wie hier, in diesem Spätwerk, von der „Wanderschaft“ der beiden Landstreicher erzählt wird. Zunächst einmal: aus einer patriarchalen Perspektive, die an keiner Stelle reflektiert oder gar abgeklopft wird; und schließlich: in grenzenlosem Vertrauen auf eine dürftige Handlungs- und Dialogführung, die ein gestrenges Lektorat nie und nimmer so hätte akzeptieren dürfen.

Dialogführung. Sergei und Janek stoßen auf ihrem langen Weg zum Kloster Santa Maria immer wieder mit Obdachlosen und mit Straßenräubern zusammen, für welche Meditation nichts anderes ist als ein Fremdwort, und sie versuchen trotzdem ebenso geduldig wie beharrlich, diese Vagabunden zu einem gottesfürchtigen Leben anzuhalten … indem sie fortwährend über Gott reden und auch die „Bösen“ dazu aufrufen, auf Gott zu schauen und zu hören (während im Hintergrund die ersten Soldaten der Roten Armee schon auftauchen). – Kein Kommentar.

Handlungsführung. Den Schluss des Romans muss man, denke ich, nicht unbedingt verraten; aber im Hinblick auf den Handlungsablauf könnte und darf man gewiss konkreter werden. Beispiele: Es regnet häufig, gelegentlich tagelang. Janek findet dennoch immer und überall mühelos trockene Zweige, um ein Lagerfeuer anzufachen und Tee zu kochen; mehr noch, nachdem Großvater Sergei von einem Irrläufer getroffen wird und stirbt, findet Janek sogar augenblicklich eine herrenlose „Kutsche“, auf die er Sergei bettet mit dem Vorsatz, ihn „mit dieser Kutsche in sein Heimatdorf“ zu bringen, „damit er dort bei seinen Vätern bestattet werde“. Wenig später begegnet er (der bis dahin kaum einmal eine Ahnung gehabt hat, wo genau sie sich aufhalten) zum ersten Mal auf dieser Wanderschaft einem Wegweiser mit der Aufschrift „Iwanow – zwanzig Kilometer“. Er hat es also, weiß er somit, gar nicht weit mit seiner Kutsche bis zum Dorf des Großvaters. Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.  

„Janek wird den Krieg überleben, wie ja auch Aharon Appelfeld überlebt hat“, heißt es abschließend in Karl-Josef Müllers Rezension; im Roman ist indessen vom weiteren Schicksal Janeks nirgendwo die Rede: Die Darstellung Müllers gilt einem Wunschbild.

Johann Holzner

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Petra Brixel schrieb uns am 10.04.2022 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Redaktion literaturkritik.de: Songs für den Frieden und das Ende der Kriege

Ein differenzierter, nachdenkenswerter Kommentar, danke. Allerdings: "We shall overcome" und "Sag mir, wo die Blumen sind" mit Inbrunst zu singen, tut doch so gut und ist ein vielstimmiger, hörbarer Ausdruck von Hilflosigkeit und gefühlter Ohnmacht. Was bleibt uns, als zu singen, wenn "Frieden schaffen ohne Waffen" und "Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin" ausgedient haben?

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Karl-Josef Müller schrieb uns am 03.04.2022
Thema: Johann Holzner: Verblasste Bilder aus Dörfern der Ukraine
Eine imaginierte Kindheitswelt: Aharon Appelfelds Roman „Sommernächte“

Beginnen wir mit einem sachlichen Fehler, basierend auf ungenauer Lektüre: „Sergei, der sich hin und wieder Verse aus den Psalmen zu Gemüte führt, und Janek, sein Enkelkind, haben keine Heimat mehr und so ziehen sie von Dorf zu Dorf, man nennt sie Landstreicher.“
Janek, der eigentlich Michael heißt, ist nicht Sergeis leiblicher Enkel. Sergei ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Janeks Vater. Er ist Christ, die Eltern von Janek sind Juden. Er vertraut diesem alten, blinden Mann seinen Sohn an in der Hoffnung, diesen vor der Verfolgung zu retten, die den Juden bevorsteht: „‘Nimm dieses kleine Bündel, da ist ein wenig Geld drin, die Eheringe von mir und meiner Frau und meine Armbanduhr. Morgen vertreiben sie uns aus der
Stadt.‘“ Zu seinem Sohn sagt der Vater: „‘Tu, was Großvater Sergei dir sagt. Das hier geht vorüber, und danach kehren wir heim.“
In der Rezension heißt es „Janek, ein kleiner Junge, dessen Eltern auf der Flucht sind, sein Vater ist Jude“ Der Rezensent erklärt den Roman für gescheitert, auch weil es sich hier, wie bei allen Büchern von Appelfeld, „um Transformationen des klassischen Heimatromans“ handele. Im Verhalten des Nenngroßvaters Sergei will der Rezensent das Verhalten der Russisch-Orthodoxen Kirche wiedererkennen, eine Behauptung, die angesichts des aktuellen Krieges von besonderer Brisanz erscheinen muss: „Der Kampf des Guten mit dem Bösen (nach wie vor ein aktuelles Thema in den Kathedralen der Russisch-Orthodoxen Kirche) wird von Sergei, der regelmäßig von seiner Militärzeit schwärmt und zugleich doch auch schon davon geträumt hat, als Mönch zu leben, zum Kerngedanken jeder Erziehung stilisiert. Der Roman freilich leidet darunter, weil er mehr und mehr auf den Pflöcken dieses pädagogischen Programms festgezurrt wird.“
Man kann, und ich denke man muss die Figur des Nenngroßvaters anders deuten. Er nimmt ein jüdisches Kind in seine Obhut und führt es auf verschlungenen Wege durch einen Krieg, dessen Ziel auch die Vernichtung allen jüdischen Lebens war. Was wäre geschehen, wenn die Tarnung aufgeflogen wäre? „Großvater Sergei setzte hinzu: ‚Verzeih mir, aber damit die Tarnung perfekt ist, hänge ich dir noch ein kleines Holzkreuz um. So erweckst du keinen Verdacht.‘“
Unerwähnt bleibt in der Rezension, womit dieser Roman endet. Janek ist mittlerweile alleine, sein Nenngroßvater ist tot, ihn „traf ein Irrläufer (...) in die Stirn.“ Janek trifft „auf eine Gruppe Flüchtlinge“: „Eine Frau (…) fragte: ‚Aus welchem Lager bist du?‘ ‚Ich war nicht im Lager.‘“ In den ehemaligen Lagerinsassen meint Janek, seine Leute erkennen zu können, ihre Gesichter „ähnelten den Gesichtern der Eltern, der Großeltern, der Onkel, Tanten und Cousins. Wenn er diese Gesichter nur genau betrachtete, so schien es ihm, würde er sie finden.“ Erinnern wir uns an die Worte seines Vaters: „Das hier geht vorüber, und danach kehren wir heim.‘“ Doch die Frau, die Janek angesprochen hat, kennt die schreckliche Wahrheit. Sie spricht die letzten Worte des Romans: „‘Gebt auf diesen Jungen acht. Das ist ein lieber Junge. Er hat niemanden auf der Welt.‘“
Die letzte Passage der Rezension lautet:
„Ungereimtes auf Ungereimtes, Widersprüchliches auf Paradoxes, geht jegliche Anschaulichkeit verloren und die ‚Wanderschaft‘ der beiden Landstreicher Sergei und Janek schließlich zu Ende, als wären, ausgerechnet auf diesem Schauplatz und in dem hier vorgestellten höchst-brisanten Zeitabschnitt, die Auswirkungen der NS-Politik und des Krieges kaum auszumachen und deshalb auch nicht unbedingt mit darzustellen gewesen.“
Selten habe ich eine Rezension gelesen, die einem Buch so wenig gerecht wird wie die hier vorliegende über Appelfelds Roman. Wer eine andere Beurteilung lesen möchte:
https://www.hagalil.com/2022/02/sommernaechte/

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Günter Rinke schrieb uns am 29.03.2022
Thema: Jürgen Gunia: Der See, das Selbst und die Sätze
Warum Martin Walsers Texte haften bleiben – Erinnerungen und Lektüreerfahrungen

Danke für den einfühlsamen Essay, der neue Perspektiven auf Walsers Romane und Aphorismen eröffnet. Tatsächlich gibt es von Walser Sätze, die uns durch unser Leben begleiten können. Zwei Beispiele aus "Der Sturz" (1973): "Wenn man nicht geldverdienen müßte, gäbe man keinen Laut von sich. Still ruhte die Welt und sanft, und vor allem: jeder in sich, er wäre nicht unterworfen." Und: "Immer schon habe ich Kühe beneidet. Wo noch sind Pflicht und Neigung so harmonisiert?"
Sie haben Herrn Walser zu seinem 95. Geburtstag ein schönes Geschenk gemacht.

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Karl-Josef Müller schrieb uns am 27.03.2022
Thema: Redaktion literaturkritik.de: Songs für den Frieden und das Ende der Kriege

„Ich glaube allerdings, dass Versuche, politischen Protest mit der popular music, also mit der Unterhaltungsmusik zusammenzubringen, deshalb zum Scheitern verurteilt sind, weil die ganze Sphäre der Unterhaltungsmusik, obwohl sie irgendwie modernistisch sich aufputzt, so mit dem Warencharakter, mit dem Amüsement, mit dem Schielen nach dem Konsum verbunden ist, dass also Versuche, dem eine veränderte Funktion zu geben, ganz äußerlich bleiben, und ich muss sagen, wenn dann irgendjemand sich hinstellt und auf eine im Grunde doch schnulzenhafte Musik dann irgendwelche Dinge darüber singt, dass Vietnam nicht zu ertragen sei, dann finde ich, dass gerade dieser Song nicht zu ertragen ist, weil er, indem er das Entsetzliche noch irgendwie konsumierbar macht, schließlich auch daraus noch etwas wie Konsumqualitäten herauspresst.“ Theodor W. Adorno
Das Entsetzliche konsumierbar machen, das wollen wir natürlich nicht. Aber was wollen wir mit diesen Songs in diesen Tagen?
Erinnerungen ans Lagerfeuer werden wach, wenn einer sich die Gitarre greift und alle How Many Roads singen. Übrigens hat der Originaltext von Bob Dylan wenig zu tun mit der deutschen Version, er ist in seiner Botschaft, wenn er denn eine hat, wesentlich offener, unbestimmter.
Adornos Vorbehalten gegen U-Musik muss man nicht zustimmen, aber genau die von ihm geäußerten Vorbehalte gegen Protestsongs stiegen in mir auf, als ich auf die von der Redaktion ausgesuchten Beispiele geschaut habe. Wer ist nicht gegen Krieg, das ist doch eine Selbstverständlichkeit.
Im Falle der Ukraine geht es aber nicht darum, gegen Krieg zu sein, sondern es geht um einen brutalen Angriffskrieg, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Und die Ukrainer erwarten sicherlich nicht, dass wir unser eigenes Unbehagen angesichts der unsäglichen Gewalt mit Protestsongs garnieren – sie wollen Waffen, um sich zu verteidigen. Das allerdings passt nicht zu den von Ihnen ausgewählten Liedern, die sich allgemein gegen Gewalt und Krieg aussprechen – wogegen, natürlich, selbstredend, nichts zu sagen ist. Aber was, wenn eine zur Diktatur mutierte Weltmacht ihre militärische Überlegenheit ohne Skrupel missbraucht? Blood, Toil, Tears and Sweat hat Churchill seinen Landsleuten versprochen, als es darum ging, die freie Welt gegen den Braunauer zu verteidigen. Vergleiche hinken, wir wissen das, aber hat die Ukraine nicht das Recht, sich zu verteidigen? Und wenn sie das hat, welche Botschaft wollen wir ihr mit den hier aufgeführten Liedern vermitteln? Der Potentat im Osten, das wissen wir, lässt sich von Protestsongs nicht beeindrucken.
Vietnam und die Ukraine etwa sind nicht vergleichbar, in den USA konnte gegen den Vietnamkrieg ansingen, wer wollte. Über die Sinnlosigkeit dieses Krieges muss nicht diskutiert werden.
Aber hätten wir den Internationalen Brigaden und der republikanischen spanischen Armee im Bürgerkrieg 1936 bis 1939 mit Liedern wie den hier aufgelisteten irgendeine sinnvolle Botschaft übermitteln können?
In Woodstock hat Jimi Hendrix gegen Ende des Konzerts “Star Spangled Banner” interpretiert und die Hymne in eine infernalische Kriegsapokalypse verwandelt. Ob dieser Auftritt einen Toten in Vietnam verhindert hat, sei dahingestellt, ich bin skeptisch. Aber die Musik von Hendrix begnügt sich nicht damit, für den Frieden zu sein und alle, die in einem Krieg kämpfen, pauschal zu verurteilen („Universal Soldier“), er bringt all die sinnlose Gewalt zur Erscheinung, zu der es als Verteidiger – siehe Spanischer Bürgerkrieg, 2. Weltkrieg, Ukraine heute – dennoch keine Alternative gibt. Es sei denn, wir geben klein bei und unterwerfen uns. Kein No pasaran, kein No surrender.Keine Demokratie, keine Freiheit.

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Friedrich Zimmermann schrieb uns am 15.03.2022
Thema: Thomas Anz: Zeitgemäßes über Tod und Krieg
Sigmund Freuds pazifistisches Ich

Lieber Herr Anz,

aktueller denn je. Danke für den Beitrag und die Erinnerung in der aktuellen Ausgabe.

Beste Grüße
Friedrich Zimmermann

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Rolf Löchel schrieb uns am 01.03.2022
Thema: Rolf Löchel: Sextremism
Die Femen haben ein Buch über sich selbst und ihre Aktionen geschrieben

Eine aktuelle Ergänzung zu meiner Besprechung des Buches der Femen: Am 28.2.2022 gab Mitautorin Inna Schewtschenko dem Wiener Standard ein Interview zu Putins Angriffskrieg auf ihr Heimatland:
www.derstandard.at/story/2000133721798/femen-aktivistin-schewtschenko-putin-ist-nicht-ploetzlich-verrueckt-geworden

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Günter Rinke schrieb uns am 22.02.2022
Thema: Christian Mariotte: Das Gegenteil von Tod
In seinem Roman „Unsichtbare Tinte“ beschwört Patrick Modiano die poetische Kraft der erfolglosen Spurensuche

Eine wunderbare Rezension: informativ, präzise, einfühlsam, glänzend formuliert. Vielen Dank dafür! Nachdem ich im Lauf der Jahre ungefähr 15 Modiano-Bücher gelesen habe, werde ich mir nun endlich "La place de 'l'Étoile" besorgen.

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Dirk Kaesler schrieb uns am 14.02.2022
Thema: Joseph Vogl: Kluges Fragen
Reflexionen zu Gesprächen mit Alexander Kluge

Lieber Herr Vogl,

erst durch Ihren klugen Artikel über Kluges Fragen habe ich (einigermaßen) verstanden, was mir damals geschah:

https://www.youtube.com/watch?v=fQdauK9PJBE

Kollegiale Grüße,

Dirk Kaesler

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Karl-Josef Müller schrieb uns am 25.01.2022
Thema: Wieland Schwanebeck: Zahnschmerzen und Todesstimmung
Eine Mammut-Edition gibt Einblick in Patricia Highsmiths Tage- und Notizbücher

Kann, darf oder sollte man die Tagebücher von Patricia Highsmith rezensieren, ohne auf den Antisemitismus der Autorin einzugehen? Wir zitieren aus der Neuen Zürcher Zeitung:
«Diese widerlichen Juden!» – Das kann man gerne ungedruckt lassen. Was aber falsch ist: Diesen Ausruf zu ersetzen mit dem Wort «Furchtbar»
Der komplette Artikel ist nachzulesen unter
https://www.nzz.ch/feuilleton/patricia-highsmith-der-antisemitismus-in-den-tagebuechern-ld.1653485
Ähnlich in der FAZ
Aus 8000 Seiten werden 1300: In einer neuen Auswahl von Patricia Highsmiths Tage- und Notizbüchern erfährt der Leser mehr über ihre Affären und Alkoholismus. Aber die antisemitischen Passagen wurden gestrichen.
Der
ganze Artikel:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/tagebuecher-der-krimi-schriftstellerin-patricia-highsmith-17624516.html
Wieland Schwanebeck hält es nicht für angebracht, auch nur ein Wort über den Antisemitismus der Autorin zu verlieren - wir fragen: Warum?

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Martin Schönemann schrieb uns am 21.01.2022
Thema: Walter Delabar: Regengeschichten
Gert Loschütz lässt die Dunkelmänner loslaufen und nicht ankommen

Sehr geehrter Herr Delabar,
da muss ich doch einmal meinen Lieblingsroman in Schutz nehmen: Es geht in dem Buch keineswegs um nichts. Natürlich geht es um nichts rational, moralisch oder gar gesellschaftlich Fassbares. So etwas ließe sich ja auch besser essayistisch sagen – eine Textform, die der Autor durchaus auch beherrscht. Ein Roman darf fabulieren, wie es „Dunkle Gesellschaft“ tut, er darf Dinge unaufgeklärt oder im Vagen lassen, wenn er nur konsistent genug ist, den Leser im Fluss der Geschichte zu halten und zu eigenen Gedanken, eigenen Gefühlen anzuregen.
Und das tut der Roman: Die einzelnen Geschichten stehen eben nicht beziehungslos nebeneinander, sondern lassen immer verwandte Motive anklingen, wobei sich sogar eine
allmähliche Entwicklung ausmachen lässt: Nicht zufällig tauchen die geheimnisvollen Dunklen zum ersten Mal auf, als sich der noch pubertierende Protagonist in einem Internat mit privaten Verwicklungen, mit seiner Ichfindung wie auch mit autoritären Machtverhältnissen auseinandersetzen muss. Damit ist das Grundthema gesetzt, die Verquickung privater Beziehungen und bedrückender gesellschaftlicher Umstände – es verwundert nicht, dass im Folgenden ein Schlafwagenschaffner aus den sowieso schon losen Kollegenbeziehungen herausgelöst und von den Dunklen in Nichts entführt wird, dass eine Stasi-und Ehegeschichte in der Katastrophe endet. In späteren Geschichten gibt es dann eine allmähliche Verschiebung hin zum Privaten, auch zum Sexuellen. Es endet damit, dass die Geliebte des Protagonisten, nachdem alle Wasser übergeflossen sind, mit ihrem Ehemann zu den Dunklen in den Bus steigt und alle zusammen endlich verschwinden. „Lose in der Luft“ hängt dieses Ende ebensowenig wie der Anfang – hier wird eine Geschichte folgerichtig bis zu ihrem Ende erzählt; die Erzähllogik ist dabei allerdings eine mentale, atmosphärische, keine, die einem faktisch nachvollziehbaren Plot folgen würde.
Das berühmte Atmosphärische, es ist eben kein bloßes Wabern, es kann so differenziert und klug sein wie ein ausgeklügelter Krimi-Plot. Das ist es, was mich an „Dunkle Gesellschaft“ auch bei wiederholtem Lesen begeistert.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Schönemann

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Wolfgang Scharm schrieb uns am 11.01.2022
Thema: Manfred Orlick: Start einer Edition von Georg Hermanns Werken in Einzelbänden
Zum 150. Geburtstag des deutsch-jüdischen Schriftstellers

Lieber Herr Orlick,

vor einigen Jahren stieß ich auf einem Bücher-Bazar auf einen Band Georg Hermanns aus dem Verlag Das Neue Berlin: Kubinke. Ich kaufte ihn, weil ich mich erinnerte, dass dieses Buch zusammen mit Jettchen Gebert im Bücherschrank meiner Eltern gestanden hatte, und zwar, meine ich, in Ausgaben des Bertelsmann Leserings. Den Schutzumschlag von Jettchen Gebert habe ich als Bild noch genau im Kopf. Dass die deutschen Verlage nach 1945 Georg Hermann ignorierten, ist sicher richtig. Die Frage des Warums macht nachdenklich, ebenso wie für mich ganz persönlich die spezifischere Frage aufkommt, wieso die Ausgaben des Leserings ohne Folgen blieben.

Zur Edition des Verlags Das Neue Berlin: Insgesamt waren, soweit ich das den
Informationen auf der rückwärtigen Innenseite der Schutzumschläge entnehmen kann, 21 Bände vorgesehen, nämlich 13 in der Abteilung I, Romane und Romanfragment und 8 in der Abteilung II, Erzählungen, Essays, Briefe. Zum  Teil sind die Romane in Teilbänden erschienen. Band 13, B. M. der unbekannte Fußgänger / Die daheimblieben wurde offensichtlich nicht mehr veröffentlicht. Von der Abteilung II lediglich Band 14, Spaziergang in Potsdam. Das Buch Ruth scheint zu fehlen. So jedenfalls die Lage, soweit sie für mich aus den Bänden ersichtlich ist, die ich antiquarisch erwerben konnte.

Abschließend noch eine Kleinigkeit: Vor einigen Jahren hatte ich im Anschluss an ein Konzert ein Gespräch mit dem Pianisten Michael Endres, der sich als begeisterter Leser Georg Hermanns zu erkennen gab. Auf seiner Webseite https://michaelendres.com/?p=2584 verlinkt er auf die Webseite https://wezel11wezel11.wixsite.com/georg-hermann. Dort gibt es ein Verzeichnis der Werke Georg Hermanns, der ganz offensichtlich noch weit produktiver war, als es das im Verlag Das Andere Berlin schon recht umfangreiche Oeuvre vermuten läßt. Es gäbe von diesem Schriftsteller also noch viel zu entdecken.    

Mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Scharm

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Benedetta Bronzini schrieb uns am 09.12.2021 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Benedetta Bronzini: Plädoyer für die Hoffnung
Ein Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft von Jost Hermands „Oasen der Utopie“

Herzlichen Dank für die rührende Nachricht. Ja, wie gut, dass er in unserer Erinnerung und in seinen Werken weiterlebt. Mit freundlichen Grüßen

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Günter Helmes schrieb uns am 03.12.2021
Thema: Benedetta Bronzini: Plädoyer für die Hoffnung
Ein Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft von Jost Hermands „Oasen der Utopie“

... ein herzliches Dankeschön insbesondere für Ihre sehr persönliche Präambel - mit Jost Hermand hat die Germanistik, jene Ausprägung dieses Faches jedenfalls, die sich wie selbstverständlich auch als sich einmischende Wissenschaft von der Gesellschaft versteht, tatsächlich einen Großen verloren. Wie gut, dass er in unserer Erinnerung und in seinen zahlreichen Büchern, auf die man nicht müde werden sollte hinzuweisen, weiterlebt.

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Lisette Gebhardt schrieb uns am 02.12.2021 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Lisette Gebhardt: Die unbefleckte Empfängnis als Sozialexperiment
Emi Yagis Roman einer fingierten Schwangerschaft

Dem Verfasser des Leserbriefs danke ich für den sehr wertvollen Hinweis und setze der Klarheit halber Anführungszeichen.

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Klaus Müller-Salget schrieb uns am 30.11.2021
Thema: Lisette Gebhardt: Die unbefleckte Empfängnis als Sozialexperiment
Emi Yagis Roman einer fingierten Schwangerschaft

Ich empfehle, in einem kompetenten Lexikon einmal nachzuschlagen, was "Unbefleckte Empfängnis" nach dem Kirchenglauben tatsächlich bedeutet (nämlich die Unbeflecktheit Mariens durch die Erbsünde bereits im Zeitpunkt ihrer eigenen Zeugung).

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Hans Otto Horch schrieb uns am 30.11.2021
Thema: Anton Philipp Knittel: Bewahrer und Versteher von Altem und Entdecker von Neuem
Zum Tod von Hermann Bausinger

Als Tübinger Germanistikstudent habe ich in den Jahren 1967/68 mit Begeisterung Bausingers Vorlesungen und Seminare besucht. Seit 1969 an der RWTH Aachen zunächst studierend, dann als Hochschulassistent und seit 1992 als Professor für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte lehrend und forschend, blieben wir in gelegentlichem Kontakt. Auch der Fall Schwerte/Schneider war u.a. ein Thema. Für mich war und ist Bausinger ein Hochschullehrer, wie er im Buch und wichtiger noch, im Leben steht. Ich bin froh, dass er bis ins hohe Alter aktiv bleiben konnte, und ich bin traurig, dass sein schwäbisches Weltbürgertum nun nur noch in seinem Werk weiterlebt.

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Thomas Anz schrieb uns am 23.11.2021 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Lesenswert!

Vielen Dank für die Anregung! Wir haben das Buch nun beim Verlag zur Rezesion bestellt.
Redaktion literaturkritik.de

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Frieder Sommer schrieb uns am 23.11.2021
Thema: Lesenswert!

In der SZ vom 18.11. las ich eine Rezension von Nele Pollatschek, die mich neugierig machte: Volckmer, Katharina: Der Termin. Aus dem Englischen. Kanon Verlag Berlin 2021.
Ich zitiere aus Pollatscheks Rezension: "Der Erzähler selbst nennt sich eine 'bellende Katze', genauer kann man es, darf man es vielleicht nicht sagen. Dies ist keine Identitätenliteratur, sondern ein Buch über einen einzelnen Menschen, gesegnet, wer sich nicht mit ihm identifzieren kann."
Leider bin ich nur Leser, aber vielleicht findet sich für die "literaturkritik" ein geeigneter Rezensent. Dieses äußerst lesenswerte Buch, sein Verlag und, nicht zu vergessen, die hervorragende Übersetzerin Milena Adam hätten es verdient.

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