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Kulturen der Kritik und das Projekt der Moderne in Ostmitteleuropa

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Kulturen der Kritik und das Projekt der Moderne in Ostmitteleuropa

Internationale Tagung

11.-13. November 2021

Literaturkritik zwischen 1890 und 1933 fällt in eine Zeit, in der sich das literarische Feld mit rasanter Geschwindigkeit ausdifferenziert. Neben einer Vielfalt von literarischen Tendenzen und Programmen steht eine mindestens ebenso große Diversität konkurrierender Entwürfe auf der Ebene ihrer Beobachtung. Kritik als Literatur auf zweiter Stufe bildet die gesamte Bandbreite der zeitgenössischen Ismen und Avantgarden ab. Mit ihr entsteht ein hochverdichtetes Netz kultureller Selbstbeschreibungen und Verhandlungen, die an der Konstitution von Mitteleuropa als einem kulturellen Raum maßgeblich beteiligt sind. Kritik als eigenständige Instanz innerhalb des literarischen Feldes spielt damit nicht nur eine zentrale Rolle für die Entwicklung und Ausdifferenzierung von Nationalliteraturen, sondern auch für eine europäische Literatur und Kultur der Moderne.

Dabei lässt sich auch für die Kritik die für die Moderne typische Ambivalenz (Zygmunt Bauman) konstatieren. Unter den Kritikerinnen und Kritikern sind es insbesondere diejenigen von den geopolitischen Rändern des deutschsprachigen Raums, die aufgrund ihrer transnationalen und -kulturellen Herkunft und Identität wie ihrer Mehrsprachigkeit zwischen Sprachen, Literaturen und Kulturen übersetzen und diskursive Vermittlungsprozesse stiften. Literaturkritik wird damit im europäischen Zusammenhang auch zu einem eminent politischen Phänomen, da sie auf die Nationalismen der Zeit mit dem Hinweis auf die grundsätzlich transnationale und -kulturelle Verfassung von Literatur und Kritik im Sinne von Goethes Verständnis einer Weltliteratur reagiert.

Die Tagung setzt sich das Ziel, Literaturkritik als transnationales und -kulturelles Phänomen zu diskutieren sowie ihre vielfältigen Programme und Praxen, Akteure, Medien und Räume im Einzelnen und in ihrem Zusammenhang in den Blick zu nehmen.

Anlässlich des achtzigsten Todestages Max Herrmann-Neißes und des Erscheinens der kritischen Edition seines publizistischen Werks (1909-1939) in drei Bänden im Aisthesis-Verlag reflektiert die Tagung die Literatur- und Kulturkritik als transkulturelles Phänomen einer europäischen Moderne in Ostmitteleuropa.

 Programm

Donnerstag, den 11. November 2021

 

14.00–14.30 Uhr

Ankunft, Begrüßung

14.30–15.15 Uhr

Volker C. Dörr (Düsseldorf): Komplexitätskompensationskompetenz: Was kann eine gute Literaturkritik eigentlich wirken?

 

15.15–16.00 Uhr

Hermann Haarmann (Berlin): Alfred Kerr: „Fortan ist zu sagen: Dichtung zerfällt in Epik, Lyrik, Dramatik und Kritik.“

 

16.00–16.30 Uhr

Kaffeepause

 16.30–17.15 Uhr

Sibylle Schönborn (Düsseldorf): Kongeniale Nachschöpfung, Metaliteratur, Kanon der Weltliteratur. Kritik bei Max Herrmann-Neiße

 

17.15–18.00 Uhr

Christine Magerski (Zagreb): Begrenzte Überschreitung. Zu den Paradoxien des europäischen literarischen Felds am Beispiel der Zeitschrift „Zenit“

 

Freitag, den 12. November 2021

 

9.30–10.00 Uhr

Jochen Strobel (Marburg): Professorenkritik. Rezensierende Literaturwissenschaftler der Weimarer Republik

 10.00–10.30 Uhr

Heinrich Kaulen (Marburg): Walter Benjamin, Fritz von Unruh und der PEN-Club. Transkulturelle Strategien in der Literaturkritik der Weimarer Republik

 

10.30–11.00 Uhr

Kaffeepause

 

11.00–11.30 Uhr

Sophia Buck (Oxford): Moskau – Berlin – Paris: Walter Benjamin als Kritiker interkultureller Vermittlungsprozesse

 

11.30–12.00 Uhr

Simone Zupfer (Düsseldorf): Die Breslauer Zeitschrift „Die Erde“: Blick nach Berlin? Oder: Emanzipation der Provinz?

 

12.00–14.00 Uhr

Mittagspause

 

14.00–14.30 Uhr

Alena Zelená (Prag): Tschechisch-deutsche kulturelle Kontakte in der Zwischenkriegszeit: Oskar Baum und Ernst Sommer

 

14.30–15.00 Uhr

Jan Vaclav König (Oldenburg): Franz Carl Weiskopf als transkultureller Mittler der Prager Avantgarde in den 1920er Jahren

 

15.00–15.30 Uhr

Kaffeepause

 

15.30–16.00 Uhr

Zsuzsa Bognár (Budapest): Ludwig Hatvanys Kritiken in den 1920er Jahren

 

16.00–16.30 Uhr

Fabian Wilhelmi (Düsseldorf): Max Herrmann-Neißes Kabarettkritiken und die Debatte um eine ideale Kabarettkunst im Berlin der 1920er Jahre

 

Abendveranstaltung

19.30–21.00 Uhr

Podiumsdiskussion: „Literaturkritik heute“

mit Jan Drees, Miryam Schellbach, Hubert Winkels

 

Samstag, den 13. November 2021

 

9.30–10.00 Uhr

Agnieszka Hudzik (Berlin): Literaturkritik im Exil. Einblicke in das Werk von Döblin und Wittlin

 

10.00–10.30 Uhr

Juliane Rehnolt (Dresden): Bedingungen und Herausforderungen sorbischer Literaturkritik

 

10.30–11.00 Uhr

Kaffeepause

 

11.00–11.30 Uhr

Sibylle Schönborn, Fabian Wilhelmi, Simone Zupfer: Max Herrmann-Neiße: Kritiken und Essays (1909–1939) – Print- und digitale Edition im Vergleich

 

11.30–12.00 Uhr

Abschlussdiskussion

 

Veranstaltungshinweise

Aufder Veranstaltung gelten die 2G-Regeln.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 2. November 2021 unter: simone.zupfer@hhu.de

 

Tagungsort

Haus der Universität Düsseldorf

Schadowplatz 14

40212 Düsseldorf

 

Veranstalter

Max-Herrmann-Neiße-Institut

Institut für Germanistik, Abt. II

Neuere Deutsche Literaturwissenschaft

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Universitätsstraße 1

 

Die Veranstaltung wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Informationen von: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 27.10.2021

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