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Rezensionen von literaturkritik.de
Gegen die Vertierung des Menschen
In „Gegen den Krieg“ stellt Helmut C. Jacobs Bilder der Gräuel des Spanischen Unabhängigkeitskrieges von Francisco de Goya vor
Von Stefanie Leibetseder
Ausgabe 01-2024
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Klappentext des Verlages
Während des Spanischen Unabhängigkeitskriegs
gegen die napoleonischen Truppen begann Goya 1810 mit der Arbeit an den
82 Radierungen der Desastres de la Guerra (Die Schrecken des Krieges), in denen er die Kriegserfahrungen künstlerisch zu bewältigen suchte. Erst 35 Jahre nach seinem Tod konnten die Desastres de la Guerra 1863 veröffentlicht werden. Sie gehören − neben den Caprichos, den Gemälden Der 2. Mai und Der 3. Mai 1808 sowie den Schwarzen Gemälden −
zu Goyas bekanntesten Werken und haben zahlreiche Künstler und
Künstlerinnen inspiriert. Der erste Teil des Buches ist eine Einführung
in die Desastres de la Guerra, die mit einem essayistischen
Ausblick auf die Radierungen als wirkmächtiges Paradigma extremer
Gewaltdarstellung abgerundet wird. Behandelt werden der Spanische
Unabhängigkeitskrieg als historischer Hintergrund und Goyas persönliche
Kriegserfahrungen. Erstmals untersucht wird in diesem Kontext ein neu
entdecktes, auf 1808 datiertes Jagdmesser Goyas, das er mit
eingravierten Bildern, Inschriften und Ornamenten künstlerisch gestaltet
hat. Diese erlauben Aufschlüsse über seine politische Einstellung zu
Beginn des Kriegs: War er zunächst noch ein entschiedener Gegner der
Franzosen, änderte er im Laufe der Arbeit an den Desastres de la Guerra seine
Haltung zu einer neutralen und pazifistischen. Im Rekurs auf
Emblembücher und literarische Texte sublimiert und abstrahiert Goya
konkrete Aspekte und historische Ereignisse des Spanischen
Unabhängigkeitskriegs. Der genaue Blick auf den Einfluss von
Giambattista Castis politischer Satire Gli animali parlanti (Die sprechenden Tiere) auf die Caprichos enfáticos am
Schluss des Zyklus macht erst die politische Brisanz der Radierungen
verständlich, ordnet man sie in den Kontext der heftigen Diskussion über
Casti zwischen Royalisten und Liberalen in der spanischen Presse ein,
die hier erstmals miteinbezogen wird. Der zweite Teil ist eine kritisch
kommentierte Ausgabe der Desastres de la Guerra, in der die
Radierungen samt ihrer Bildlegenden detailliert beschrieben, analysiert
und kontextualisiert werden, unter Berücksichtigung literarischer Texte,
der Memoiren der internationalen Augenzeugen und in die Kämpfe
verwickelten Militärs sowie der zeitgenössischen spanischen Zeitungen.
Leseprobe vom Verlag
Eine Leseprobe finden Sie unter „Blick ins Buch“ auf der Verlags-Homepage: https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826079078-gegen-den-krieg/
Informationen über den Autor
Informationen über Helmut C. Jacobs in unserem Online-Lexikon
Prof. Dr. Helmut C. Jacobs, Hispanistik
(Literaturwissenschaft) an der Universität Duisburg-Essen, forscht über
Bild und Text in ihren Wechselbeziehungen, Literatur sowie Ästhetik und
Theorie der Künste der spanischen Aufklärungsepoche, Francisco de Goya
und die internationale Rezeption seiner Werke.




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