Informationen über das Buch

Kein Bild Gerhard Rieck: Kafka ist nicht rätselhaft. Argumente wider eine hartnäckige Fehleinschätzung.
Königshausen & Neumann, Würzburg 2023.
141 Seiten, 19,80 EUR.
ISBN-13: 9783826079719

Rezensionen von literaturkritik.de

Kafka zwischen Ich und Über-Ich
Gerhard Rieck legt mit „Kafka ist nicht rätselhaft“ eine sehr enggeführte, aber gleichwohl lesenswerte Analyse seines Werks vor
Von Martin Lowsky
Ausgabe 04-2024

Rezensionen unserer Online-Abonnenten

Andere Rezensionen

Don
Quijote und Sancho Pansa (Cervantes), Faust und Mephisto (Goethe),
Othello und Jago (Shakespeare), Dr. Jekyll und Mr. Hyde (Stevenson),
Narziss und Goldmund (Hesse), Settembrini und Naphta (Thomas Mann), Hamm
und Clov (Beckett) etc. – zahlreich sind in der Weltliteratur die
aufeinanderbezogenen Paare, bei denen der Verdacht naheliegt (oder gar
die Gewissheit besteht), dass hier nicht die Begegnung zweier Figuren,
sondern die Begegnung zweier Anteile ein und derselben Figur
thematisiert wird. Manche Autoren legen dies jeden Zweifel ausschließend
offen (z.B. Stevenson), manche deuten es intensiv an (z.B. Hesse,
Beckett), andere legen es bloß mehr oder weniger nahe.

Auch Kafkas Texte sind von diesem Thema beherrscht, es muss nur genau
genug hingesehen werden. Er treibt es wie Stevenson auf die Spitze: Die
Persönlichkeitsanteile sind bei ihm oft ebenfalls bis hin zur absoluten
Unvereinbarkeit und Unversöhnlichkeit gegensätzlich. Für Kafkas Figuren
endet die Konfrontation mit ihren nur scheinbar äußeren Gegnern oft
genug entweder mit dem Tod (Das Urteil, Die Verwandlung, Der Prozess, In
der Strafkolonie) oder mit absoluter Isolation (Der Verschollene, Ein
Landarzt, Ein Bericht für eine Akademie, Das Schloss), oder aber der
Dichter vereint die Gegensätze gleich in einer in sich zerrissenen Figur
(Ein Hungerkünstler, Forschungen eines Hundes, Der Bau).

Die Beschreibung des Kampfes unversöhnlich gegensätzlicher
Persönlichkeitsanteile formt die Hauptbedeutungsebene von Kafkas Texten –
dies möchte das vorliegende Buch anhand zahlreicher Argumente und
Indizien nachweisen. Kafka ist der Dichter der inneren Feindseligkeit.

Google-Suche in von uns ausgewählten Rezensionsorganen

Klappentext des Verlages

Zur Zeit befindet sich kein Klappentext des Verlages in unserer Datenbank.

Leseprobe vom Verlag

Eine Leseprobe findet sich im „Blick ins Buch“ unter https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826079719-kafka-ist-nicht-raetselhaft/

Informationen über den Autor

Informationen über Gerhard Rieck in unserem Online-Lexikon

 

Suche nach Informationen über andere Bücher