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Rezensionen von literaturkritik.de
Dauerhafter Krisenmodus
In seiner historisch-komparatistischen Studie „Beeinflussungsapparate“ zeigt Gunnar Schmidt eine kulturgeschichtliche Topografie des Medienwahns
Von Sebastian Meißner
Ausgabe 03-2026
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Klappentext des Verlages
Prof. Dr. Gunnar Schmidt ist freier Autor mit den Schwerpunkten Medienästhetik und Kulturwissenschaft. Er forschte und lehrte an den Universitäten Hamburg, Dortmund, Siegen, der Folkwang Universität der Künste sowie an der Hochschule Trier
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Der Psychoanalytiker Viktor Tausk prägte 1919 den Begriff »Beeinflussungsapparat«, um damit paranoide Wahngebilde zu bezeichnen. Die Psychiatriepatienten fühlten sich von Medien und Maschinen manipuliert, bedroht und hypnotisiert. Die vorliegende Studie übernimmt den Begriff, verwendet ihn jedoch als Beschreibungskategorie für eine grundlegende Problemlage: An historischem Material wird die These plausibilisiert, dass es Kulturen des Medienwahns gibt, die weit über den psychiatrischen Befund hinausweisen.
Sobald Medien im Spiel sind, kommt deren Doppelcharakter zur Geltung: Sie sind einerseits lebensnotwendig für Kommunikation, Wissens- und Kulturerzeugung. Andererseits bieten sie das Instrumentarium für kriminelle, politische und geheimdienstliche Machenschaften.
Entlang der medientechnologischen Entwicklungen und historisch geprägter Wahnformen führt das Buch zu der beunruhigenden Tatsache eines grundsätzliches Täuschungsdilemmas: Homo mediales lebt – heute mehr denn je – in einer Höhle, in der die Grenze zwischen Wahn und Wissen unscharf ist.





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