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Autoren : Holan, Vladimir

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Vladimír Holan, geb. 1905, gest. 1980, gilt als einer der wichtigsten Dichter Tschechiens überhaupt. In den 1960er-Jahren öffentlichkeitswirksam als Nationaldichter verehrt, beginnt sein literarischer Weg Mitte der 1920er-Jahre noch weit abgeschieden von jeglicher Beachtung im Bewusstsein der Avantgarde in experimenteller Grundhaltung. Mit der Besetzung der Tschechoslowakei durch das nationalsozialistische Deutschland jedoch endet gewissermaßen das nur der Kunst verpflichtete Hermetische seines Schaffens und er öffnet sich und sein Werk für die Umstände der Lebenswirklichkeit, thematisiert die Befreiung der Roten Armee. Trotz des weitgehend unpolitischen Profils seiner Texte während der sich anschließenden kommunistischen Regierungszeit werden seine Veröffentlichungen stark reglementiert und weitgehend verboten. Die Zeit zwischen Stalinismus und Prager Frühling 1968 avanciert zur anfänglich beschriebenen Glanzzeit der öffentlichen Wahrnehmung und festigt seinen Status als bedeutender Dichter der Nation. Nach 1968 wird Holans Schaffen abermals kritisch beäugt und er wird im Schatten zunehmender Repressionen deutlich weniger publiziert und wahrgenommen.

Quelle: Klappentext von Vladimír Holan: Gesammelte Werke. Deutsch-tschechische Ausgabe. Lyrik VIII: 1968–1971. Herausgegeben von Urs Heftrich und Michael Špirit. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2018.

Artikel über Holan in literaturkritik.de:

Welt ohne Geschichte.
Vladimír Holans lyrisches Spätwerk festigt in seiner Melancholie und Abgewandtheit den besonderen Rang des Autors und provoziert die Literaturwissenschaft
Von Simon Scharf
Ausgabe 11-2018

Über das Sagbare hinaus.
Vladimír Holan, dem wohl größten tschechischen Dichter des 20. Jahrhunderts, wird in seinem Jubiläumsjahr ein verdienstvolles Denkmal gesetzt
Von Volker Strebel
Ausgabe 10-2005




Aktualisiert am 2018-10-17 14:47:53
 
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