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Autoren : Reventlow, Franziska Gräfin zu

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Franziska Gräfin zu Reventlow, (eigentlich Fanny, Liena, Wilhelmine, Sophia, Auguste, Adrienne Gräfin zu Reventlow) wurde am 18.5.1871 in Husum geboren und starb 25.7.1918 im schweizerischen Muralto. Als revoltierende Heranwachsende war sie Mitglied des damals verpönten Ibsenclubs in Lübeck. Im Alter von 22 Jahren zog sie nach München, um sich als Malerin ausbilden zu lassen. Dort gebar sie 1897 ihren unehelichen Sohn Rolf, dessen Vater sie geheim hielt. Sie zog den Knaben nicht nur alleine auf, sondern erreichte, dass er vom Schulbesuch freigestellt wurde und sie ihn selbst unterrichten konnte.
Ende des 19.Jahrhunderts veröffentlichte sie die Humoresken Klosterjungen (1897) sowie in Oskar Panizzas „Zürcher Diskußjonen“ die beiden gegen die feministischen „Bewegungsweiber“ gerichteten Pamphlete Viragines oder Hetären? (1897) und Das Männerphantom der Frau (1898).
Die von den Kosmikern um Klages als „Mutter und Hetäre“ gefeierte Reventlow wurde zu einer der bekanntesten und schillerndsten Figuren der Schwabinger Boheme, die von ihr bereits damals im „Schwabinger Beobachter“ ironisiert wurde. Das sehr kurzlebige Periodikum wurde von Reventlow mitherausgegeben. Reventlows finanzielle Situation war stets prekär. Mehr schlecht als recht hielt sie sich mit den Erträgen für zahlreiche Übersetzungen aus dem Französischen und mit Witzen, die sie gegen ein geringes Salär für den „Simplizissimus“ schrieb, über Wasser. Auch versuchte sie sich als Glasmalerin oder Inhaberin eines Milchgeschäftes. Beide Unternehmungen erbrachten jedoch nicht den erhofften finanziellen Erfolg, so dass pekuniäre Engpässe sie zwangen, sich gelegentlich zu prostituieren. Hatte sie bereits zu ihrer Schwabinger Zeit den unter anderem von Rilke positiv besprochenen Roman Ellen Oljesterne (1903) veröffentlicht, so verfasste sie die meisten ihrer literarischen Werke erst nach 1910 in Ascona, wo sie aus finanziellen Gründen eine allerdings nur auf dem Papier bestehende Ehe mit dem russischen adligen Freiherr von Rechenberg-Linden einging.
Als Literatin bekannt wurde sie vor allem durch ihren satirischen Schlüssel-Roman auf die Schwabinger Boheme Herrn Dames Aufzeichnungen oder Begebenheiten aus einem merkwürdigen Stadtteil (1913). Ein Jahr zuvor hatte sie bereits den Brief-Roman Von Paul zu Pedro (1912) veröffentlicht, in dem sie eine amüsante Männer- und Liebhabertypologie bietet. Ihnen folgte 1916 die Psychoanalyse-Satire Der Geldkomplex. Der Erzählband Das Logierhaus zur schwankenden Weltkugel komplettierte 1917 ihr literarisches Schaffen. Postum wurde ihr Fragment gebliebener Roman Der Selbstmordverein veröffentlicht.

Angaben nach Wikipedia, November 2013

Artikel über Reventlow in literaturkritik.de:

Boys, Boys, Boys – oder Girls Just Wanna Have Fun.
Franziska zu Reventlows vergnüglicher Roman „Von Paul zu Pedro“ neu aufgelegt
Von Rolf Löchel
Ausgabe 12-2013

Die Gräfin von Wahnmoching .
Franziska zu Reventlows Tagebücher erreichen innerhalb eines halben Jahrzehnts die dritte Auflage
Von Rolf Löchel
Ausgabe 09-2011

Schatztruhe mit leerem Fach.
Johanna Seegers hat Rezensionen, Porträts, Aufsätze und Nachrufe über Franziska zu Reventlow aus mehr als 100 Jahren zusammengetragen
Von Rolf Löchel
Ausgabe 12-2008

Hetärenideologie und Prostitution.
Irene Weiser und Jürgen Gutsch legen die erste verlässliche Edition von Franziska zu Reventlows Tagebüchern vor
Von Rolf Löchel
Ausgabe 10-2006

Kein Geld haben ist keine Kunst.
Der Briefwechsel Franziska zu Reventlows und Bohdan von Suchockis
Von Rolf Löchel
Ausgabe 10-2004

Die Gräfin zahlt mit wahrer Münze.
Franziska zu Reventlow therapiert ihren "Geldkomplex" im "Roman, meinen Gläubigern zugeeignet"
Von Alexandra Pontzen
Ausgabe 02-2002




Aktualisiert am 2013-12-06 16:33:27
 
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