Eine zentrale Idee des erfolgreichen Hollywood-Films „Downsizing“ (2017) gleicht einer Idee des deutschen Wissenschafts- und Kriminalromans „Das Miniatom-Projekt“ von 2006

Im Dezember 2017 kam in den USA, im Januar in Deutschland Alexander Paynes viel beachteter Film Downsizing in die Kinos. Er wurde im August 2017 bei den 74. Internationalen Filmfestspielen von Venedig erstmals gezeigt. Der Titel Downsizing (zu deutsch „Verkleinerung“ oder „Gesundschrumpfung“) bezieht sich auf ein von norwegischen Wissenschaftlern entwickeltes Verfahren der „zellularen Miniaturisierung“, mit dem die Menschen sich auf eine Körpergröße von etwa 12 Zentimeter verkleinern lassen und damit ihre Lebenshaltungskosten erheblich senken können. Einer der Protagonisten des Films lässt sich davon verlocken und beschließt, sich dieser Behandlung zu unterziehen. Der Film befasst sich mit den zum Teil spektakulären Konsequenzen dieses Prozesses.

Zwei Physikern ist aufgefallen, dass diesem Film eine Idee zugrunde liegt, die ähnlich schon in dem 2006 im Verlag LiteraturWissenschaft.de erschienenen Wissenschafts- und Kriminalroman Das Miniatom-Projekt des Physikers Richard M. Weiner entwickelt wurde. Richard Kerner, Professor für Theoretische Physik an der Université Pierre et Marie Curie in Paris, und Masud Chaichian, Professor für Hochernergiephysik an der Universität Helsinki, haben dem Autor und dem Verlag dazu mitgeteilt:

Die Idee der Miniaturisierung von Menschen, um die begrenzten Reserven, die für das menschliche Leben auf unserer Erdkugel existieren, für längere Zeit zur Verfügung zu haben, wurde bereits von Richard M. Weiner in seinem Buch Das Miniatom-Projekt (2006) behandelt. Wie schon der Titel suggeriert, findet der Schrumpfungsprozess durch Verkleinerung der Atome statt, am CERN, mit Hilfe des größten Teilchenbeschleunigers der Welt.

Der Wikipedia-Artikel zu dem Film weist ebenfalls auf diese Ähnlichkeit hin: „Die Idee der Miniaturisierung von Menschen, um die begrenzten Reserven, die für das menschliche Leben auf unserer Erdkugel existieren, für längere Zeit zur Verfügung zu haben, wurde zum ersten Mal von Richard M. Weiner in seinem Roman Das Miniatom-Projekt behandelt. Wie der Titel schon suggeriert, findet der Schrumpfungsprozess durch Verkleinerung der Atome statt, mit Hilfe des größten Teilchenbeschleunigers der Welt am CERN.“

In Weiners Roman stehen auf Seite 165 die dafür bezeichnenden Sätze der Hauptfigur Trevor Mc Callum: „Ich habe mich aber auch ab und zu gefragt, ob bei den begrenzten Reserven, die für das menschliche Leben auf unserer Erdkugel zur Verfügung stehen, es nicht wünschenswert wäre, dass wir Menschen kleiner würden. Unsere Lebensqualität bräuchte dabei nichts einzubüßen, wir würden nur weniger Rohstoffe und Energie konsumieren. Die Existenz der Menschheit könnte auf diese Weise verlängert werden.“

Redaktion literaturkritik.de

(Englische Fassung dieser Hinweise mit etlichen Leserbriefen darunter: http://literaturkritik.de/a-central-idea-of-the-successful-hollywood-film-downsizing-2017-is-found-the-german-science-fiction-thriller-miniatom-projekt-of-2006,24293.html)

Trailer zum Film bei YouTube