Über den Roman und die Autorin

Im Hölderlinjahr 2020: Zahlreiche deutsche Städte mit Bezug zum Leben des Dichters erinnern sich seiner und richten aufwändige Feierlichkeiten zu dessen 250. Geburtstag aus…

Zehn Jahre zuvor: Hölderlin ist ein Name mit wenig Bezug in den Köpfen, geschweige denn in den Herzen seiner Nachwelt. Zwei Menschen – eine Frau und ein Mann – verabreden sich an seinem Geburtsort am Neckar, um sich auf die Spuren des Dichters zu begeben. Beide sind sich zuvor nur ein einziges Mal begegnet, zufällig, in einer kleinen Stadt am Rhein, wo beide in der Literatur sogleich ein gemeinsames Gesprächsthema fanden, sich voneinander angezogen fühlten und sich schließlich gegenseitig versprachen, einander zu schreiben. Sein Interesse an Hölderlin ist mehr philosophischer Natur. Sie wiederum ist am selben Ort wie jener geboren und hatte dies einst eher beiläufig erzählt, was bei ihrem Gegenüber sofort Interesse weckte. Ihr Wissen über den Dichter besteht in jenen Tagen noch eher aus Fragmenten, während sie ihr Leben mehr und mehr im Konflikt sieht zwischen der ihr innewohnenden Lese- und Schreiblust und dem äußeren Angebundensein an ein zutiefst unliterarisches Alltagsleben ohne Perspektiven. Neugierig geworden, machen sich beide auf den Weg ins Unbekannte. Irgendwann stellen sie fest, dass die Spur des Dichters sich mehr und mehr mit den Spuren ihres eigenen Lebens zu verflechten beginnt…

Zur Autorin:

Bettina Johl, geboren 1966 in Lauffen am Neckar, begleitet heute als Erzieherin und Sprachförderdozentin Schulkinder auf dem Weg ihres Lernens, nicht zuletzt in der Hoffnung, in möglichst vielen von ihnen die Liebe zur Literatur wecken zu können. Sie betreibt eigene literarische Blogs mit Buchbesprechungen, Essays und Prosa.