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Hans Graubner: „Unter dem Neigungswinkel“. Celans biographische Poetologie.
Königshausen & Neumann, Würzburg 2016.
176 Seiten, 24,00 EUR.
ISBN-13: 9783826060595

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Klappentext des Verlages

Mit dem Begriff des „Neigungswinkels“ bezeichnet Celan die Ausrichtung seiner Dichtung auf das Grundereignis, das seine individuelle Existenz getroffen und geprägt hat. Dieses Grundereignis ist die auf der Wannseekonferenz 1942 geplante und in schreckliche Wirklichkeit umgesetzte Vernichtung der europäischen Juden, die noch im selben Jahr zum Tod von Celans Vater und zur Ermordung seiner Mutter führte, während er selbst überlebte. Seit seiner ersten Veröffentlichung nach dem Ende des Naziregimes liegt diese Erfahrung seiner Lyrik zugrunde. Aber sie dringt nur schrittweise und schmerzhaft in die Gedichte ein, bis sie sich in Sprache und Struktur durchsetzt. Dieser poetologische Prozess wird in den Gedichten selbst ausgetragen und bedeutet eine ständige Auseinandersetzung mit der poetischen Tradition, mit Celans eigener Bindung an diese Tradition und mit seiner schwierigen Situation als Überlebender. Nicht durch eine theoretische Abhandlung, sondern durch Detailanalyse und Interpretation einiger aufeinander bezogener Gedichte macht die Untersuchung diesen Prozess sichtbar. Es geht in den Gedichten darum, eine Sprache zu finden, die den Ermordeten gerecht wird und den Lebenden einen Dialog mit ihnen eröffnet.
Inhalt: 1. Daten und Dichtung; 2. Auftrag der Toten (Schwarze Flocken, Der Einsame); 3. Austreibung des Ich und des Sommers (Strähne, Du darfst), 4. Zeugnis der Toten (Wortaufschüttung, Ich kenne dich, Weggebeizt).

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