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Rezensionen von literaturkritik.de
Tiere sind die besseren – oder zumindest andere – Menschen
Michael Schilling beschreibt das „Sprechen und Erzählen in deutscher und lateinischer Tierdichtung vom 11. bis 17. Jahrhundert“
Von Jörg Füllgrabe
Ausgabe 07-2022
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Klappentext des Verlages
Die mittelalterliche Tierdichtung wird in der Forschung häufig als Experimentierfeld für neuere Forschungsansätze wahrgenommen. Die Rolle der Sprache und narratologische Fragestellungen wurden dagegen in jüngerer Zeit nur selten thematisiert. Sie stehen im Zentrum von Michael Schillings Untersuchung, welche die wichtigsten Vertreter der deutschen und lateinischen Tierdichtung in Mittelalter und Früher Neuzeit berücksichtigt (u.a. die Ecbasis captivi, den Ysengrimus, den Reinhart Fuchs, den Reynke de vos, Rollenhagens Froschmeuseler, Fischarts Flöh Haz, Spangenbergs GansKönig). Trotz aller Unterschiedlichkeit der Erzählarchitekturen zeigt sich eine ähnliche Erzählhaltung, die durch Nähe und Verwandtschaft, zuweilen sogar Identität von Erzähler und Tierpersonal gekennzeichnet ist. Zudem haben die Texte eine hohe narrative Reflektiertheit gemein. Neben einer wachsenden Didaktisierung im 16. Jahrhundert finden sich auch Ansätze zu einer ästhetischen und lusorischen Autonomisierung. Im Anhang sind Textabdrucke und Übersetzungen der Querela Anseris (1540) von Michael Toxites und einiger satirischer Floh-Epitaphien (1594) beigegeben.
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