Informationen über das Buch

Titelbild Melanie Strasser: Kultureller Kannibalismus. Übersetzungen der Anthropophagie.
Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2023.
266 Seiten, 44,80 EUR.
ISBN-13: 9783826077289

Rezensionen von literaturkritik.de

Kannibalismus als postkoloniale Strategie
Melanie Strasser zeigt, wie der Mythos der Kannibalen in Brasilien den Kolonialismus beflügelte und wie die postkoloniale Repräsentation die Identität Brasiliens bis heute prägt
Von Sebastian Meißner
Ausgabe 02-2024

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Klappentext des Verlages

Kultureller Kannibalismus – als Metapher für die Einverleibung und


Transformation des Anderen – gilt insbesondere im Brasilien des 20.


Jahrhunderts als poetologisches und kulturtheoretisches Paradigma.


Die im Modernismus der 1920er Jahre proklamierte Bewegung der


Anthropophagie zelebriert das Verschlingen europäischer Kulturformen


als Medium des Widerstands sowie einer eigenen Identität.


Der ›böse Wilde‹, der aufsässige Menschenfresser, wird zum Symbol


für Transkulturation schlechthin. Als Modell kultureller Aneignung


hält die Anthropophagie unter dem Schlagwort eines ›kannibalischen


Übersetzens‹ Einzug in den translationswissenschaftlichen Diskurs.


Die Fragen, denen die vorliegende Studie nachgeht, sind folgende: Inwiefern


lässt sich das Lesen und Übersetzen des Anderen als Akt des


Verschlingens denken? Steht die kannibalische Metaphorik aufgrund


der ihr inhärenten Gewalt nicht stets im Zeichen des Verlusts – des


Eigenen wie des Fremden? Welche Möglichkeiten, aber auch welche


Probleme birgt der Begriff eines kannibalischen Übersetzens? Und


lässt sich die Aporie, in die Kannibalismus letzten Endes mündet, mithilfe


der Dimension des indigenen Denkens auflösen?

Leseprobe vom Verlag

https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826077289-kultureller-kannibalismus/

Informationen über den Autor

Informationen über Melanie Strasser in unserem Online-Lexikon

Melanie Strasser studierte Philosophie sowie Übersetzungswissenschaft in
Wien, Portugal und Brasilien. Ihr Doktoratsprojekt widmet sich den
vielfältigen Beziehungen zwischen der Metapher der Einverleibung und dem
Prozess des Übersetzens. Zurzeit unterrichtet
sie am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien und
arbeitet als Lektorin und Übersetzerin.

 

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