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Autoren : Goytisolo, Juan

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Juan Goytisolo, geb. am 5.1.1931 in Barcelona, besuchte eine Jesuitenschule, begann danach ein Jurastudium und schrieb einen ersten - nie veröffentlichten - Roman.
1953 brach er das Studium ab und unternahm mehrere Reisen nach Paris. 1954 veröffentlichte er den Roman „Juegos de manos“, auf den zahlreiche weitere Romane folgten, die in viele Sprachen übersetzt wurden und den Autor zu einem der wichtigsten spanischen Autoren der Gegenwart machen. 1957 zog er nach Paris und nahm eine Lektoratstätigkeit bei Gallimard auf, wo er sich für die Verbreitung der spanischen Literatur in Frankreich einsetzte. Seine Bücher waren von 1963 bis zum Tod Francos in Spanien verboten. Von 1961 bis 1964 unternahm er mehrere Reisen nach Kuba, Nordafrika und in den Nahen Osten. 1964 gab er die Verlagstätigkeit auf, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Seit 1969 übernahm er Gastprofessuren u.a. an den Universitäten La Jolla/Kalifornien, Boston und New York.
Juan Goytisolo hat mit Romanen wie „La reivindicación del conde don Julián“ (1970, dt. „Die Rückforderung des Conde Don Julián“, 1976) und „El sitio de los sitios“ (1995, dt. „Das Manuskript von Sarajewo“, 1999) Stellung zu politischen Themen in Form von Essays und Reportagen bezogen und sich dabei vor allem mit dem Islam auseinandergesetzt. In den neunziger Jahren besuchte er das vom Konflikt zwischen Islam und westlicher Welt gespaltene Algerien; während dieser Reisen entstand „Ein algerisches Tagebuch“ (es 1941). 1993 hielt er sich als Kriegsbeobachter in Sarajewo auf, wo er die Artikel „Notizen aus Sarajewo“ verfaßte, die zuerst bei der Frankfurter Rundschau publiziert wurden und später in der edition suhrkamp erschienen. 1996 bereiste er Tschetschenien und hat seine Eindrücke und die Hintergründe des Konflikts in dem Band „Landschaften eines Krieges: Tschetschenien“ festgehalten. Zum Thema Islam veröffentlichte er auch die Bücher „Kibla - Reisen in die Welt des Islams“ (2000) und „Gläserne Grenzen“ (2004).
Sowohl sein literarisches als auch sein journalistisches Werk wurde mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet, so erhielt er z.B. 1993 den Nelly-Sachs-Preis und 2002 den mexikanischen Octavio-Paz-Preis. Für sein Gesamtwerk wurde er 1985 mit dem Prix Europalia der Europäischen Gemeinschaft geehrt.
2004 wurde Goytisolo mit dem Juan-Rulfo-Preis für lateinamerikanische und karibische Literatur ausgezeichnet. 2006 erschien sein vielbeachteter Roman „Der blinde Reiter“. Juan Goytisolo lebt abwechselnd in Marrakesch und Paris.

Angaben nach Suhrkamp Verlag, September 2012

Artikel über Goytisolo in literaturkritik.de:

Dunkles Kaleidoskop von Traumvisionen.
Juan Goytisolos Roman „Reise zum Vogel Simurgh“ bietet die ästhetische Erfahrung einer alptraumhaften Reise
Von Thorsten Schulte
Ausgabe 09-2012




Aktualisiert am 2012-09-14 12:31:13
 
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